Belegte Mandeln

Weiß belegte Mandeln können viele Ursachen haben. Wenn sie in Zusammenhang mit einer Mandelentzündung auftreten, bedeuten sie Eitervorkommen.

Im menschlichen Körper gibt es zwei Mandeln (Tonsillen), die in einer Nische zwischen den beiden Gaumenbogen liegen.

In den Vertiefungen der Mandeln (Krypten) können sich Mandelsteine bilden.

 

Folgende Stoffe können sich dort einlagern:

  • Bakterien
  • Speisereste
  • Schleim

Durch die Einlagerung von Kalksalzen erlangen sie eine feste Konsistenz und sehen aus wie weiße Steine.
Mandelsteine kommen häufig bei Menschen vor, die an einer chronischen Tonsillitis leiden oder oft an einer Mandelentzündung erkranken.
Belegte Mandeln führen zu:

  • Mundgeruch
  • Halsschmerzen
  • Mandelentzündung
  • Schluckbeschwerden

 

Ursachen für belegte Mandeln


» Mandelsteine
Mandel- oder Tonsillensteine werden auch als Tonsillolithe bezeichnet und sind Kalkstrukturen, die in den Mandeln, die hinten im Hals liegen, gebildet werden.
Die Vertiefungen in den Mandeln können sich mit weißem, gehärtetem Material füllen, das aus Schleim, Bakterien, toten Zellen und Speiseresten besteht.
In den Mandeln sind die Zellen enthalten, die Infektionen bekämpfen und somit werden die schädlichen Mikroben, die diese Gewebe angreifen, zerstört.
Dennoch kann sich mi der Zeit der in den Mandeln eingelagerte Abfall verfestigen und infizieren. Als Folge bilden sich Mandelsteine.
Mandelsteine können Ohrenschmerzen und Mundgeruch hervorrufen.

Behandlung: Mandelsteine müssen nicht unbedingt behandelt werden, wenn sie keine Beschwerden verursachen. Große Mandelsteine lassen sich nur chirurgisch entfernen.

» Mandelentzündung
Die typischen Symptome einer Mandelentzündung (Tonsillitis) sind Fieber und Schluckbeschwerden.
Bei einer gründlichen Untersuchung der Mandeln kann man weiße oder gelbe persistente Flecken mit Eiterbildung beobachten.
Eitrige Mandeln sind ein Anzeichen für eine virale oder bakterielle Infektion. Diese Krankheit kann begleitende Symptome hervorrufen, wie steifer Hals, Fieber und Kopfschmerzen.

Behandlung: Ist eine Bakterieninfektion für die Erkrankung verantwortlich, werden Antibiotika eingesetzt. Wenn Kinder häufig entzündete Mandeln haben, kann der Arzt zu einer operativen Mandelentfernung (Tonsillektomie) raten.

» Halsschmerzen
Mit dem Begriff „Halsschmerzen“ ist eine bakterielle Halsinfektion gemeint, die zur Bildung von weißen Flecken auf den Mandeln führen kann.
Diese Erkrankung kann starke Halsschmerzen hervorrufen, besonders beim Herunterschlucken von Nahrung. Man kann auch Beschwerden und ein Kratzen im Hals verspüren. Neben den Mandeln können auch die Lymphknoten vergrößert sein und das Fieber 38°C übersteigen.

Behandlung: Patienten mit Halsschmerzen werden mit Antibiotika behandelt.


» Mundsoor
Mundsoor ist eine Pilzinfektion der Mundschleimhaut und kann für das Auftreten weißer Flecken auf den Mandeln verantwortlich sein. Beim Pilz, der den Mundinnenraum befällt und diese Infektion hervorruft, handelt es sich in der Regel um den Hefepilz Candida albicans.
Diese Mikroorganismen sind immer in Mund und Darm vertreten und verursachen keinen Schaden, solange ihre Zahl den natürlichen Grenzwert nicht überschreitet.
Mundsoor entsteht durch das übermäßige Anwachsen des Pilzes und charakterisiert sich durch die Bildung von weißen Läsionen, die an der Innenseite der Wangen und auf der Zunge zu sehen sind und in den meisten Fällen auch an den Mandeln und am Gaumen auftreten.
Auch wenn die Mandeln in diesem Fall nicht unbedingt geschwollen sind, kann der Betroffene den natürlichen Geschmack des Essens nicht genießen.
Wer sich gerade einer Chemotherapie unterzieht oder ein durch schlechte Ernährung geschwächtes Immunsystem hat, hat eine höhere Wahrscheinlichkeit, an Mundsoor zu erkranken. Auch gesundheitliche Probleme, wie Diabetes und AIDS, erhöhen das Risiko für diese Krankheit.

Behandlung: Mundsoor lässt sich mit selbstgemachtem Naturjoghurt und Anti-Pilz-Medikamenten behandeln, die der Arzt verschreibt.

» Pfeiffersches Drüsenfieber (Mononukleose)
Diese Virusinfektion ist ansteckend und verursacht Fieber, Kopfschmerzen und ständige Abgeschlagenheit. Wer an Mononukleose leidet (hauptsächlich Jugendliche), klagt über starke Halsschmerzen und hat geschwollene, eitrige Mandeln. Die Lymphknoten am Hals sind geschwollen und überall am Körper kann Hautausschlag auftreten.

Behandlung: Pfeiffersches Drüsenfieber vergeht von allein, aber nach dem anfänglichen Ausbruch kann es außerdem zu einem bakteriellen Infekt kommen, der gegebenenfalls mit Antibiotika behandelt werden muss.

» Diphtherie
Die schwere Atemwegsinfektion befällt vor allem Hals und Nase. Diphtherie charakterisiert sich durch Fieber, vergrößerte Lymphknoten am Hals, Atemnot und Schluckbeschwerden. Die Untersuchung des Halses zeigt eine dicke grau-weiße (oder sogar schwarze) Membran, die auf Rachen und Mandeln liegt. In manchen Fällen werden die geschwollenen Mandeln von großen grauen oder weißen Flecken bedeckt. Besonders Kinder unter 5 Jahren sind durch diese Infektion gefährdet.

Behandlung: Impfen ist die beste Art, Diphtherie vorzubeugen. Zur Behandlung werden intravenös Antikörperseren (Antitoxin) verabreicht. Außerdem können Antibiotika wie Penicillin eingesetzt werden.

» Angina Plaut-Vincent
Diese bakterielle Infektion charakterisiert sich durch die Bildung von Geschwüren an den Mandeln, im Rachen und in der Mundhöhle.
Die Vermehrung der Fusobakterien und Spirochäten im Hals ist für die Angina Plaut-Vincent verantwortlich.
Anfangs ist eine Geschwürbildung am Zahnfleisch zu beobachten.
Sobald sich die Infektion ausbreitet, bilden sich Geschwüre an den Mandeln.
Die Geschwüre fangen leicht an zu bluten.
Außerdem können weiße Flecken auf den Mandeln sichtbar werden.

Behandlung: Die Angina Plaut-Vincent wird mit Antibiotika behandelt. Am effektivsten ist ein Mittel aus der Penicillin-Gruppe.

» Rachenentzündung (Pharyngitis)
Diese Infektion betrifft den Rachen – ein Abschnitt des Halses, der mit den Mandeln beginnt und mit dem Kehlkopf endet. Bei einer Rachenentzündung entzünden sich in der Regel beide Mandeln und der Rachen.
Die entzündeten Mandeln sondern Eiter ab, was sich in Form von weißen Flecken zeigt. Eine Pharyngitis kann durch Viren, Bakterien oder Pilze entstehen. In den meisten Fällen sind Viren die Auslöser und verursachen Fieber, Schüttelfrost, Halsschmerzen und Schluckbeschwerden.

Behandlung: Der Arzt kann eine Blutuntersuchung anordnen, um festzustellen, ob Streptokokken für die Infektion verantwortlich sind. Ist dies der Fall, wird mit Antibiotika behandelt. Ohne medizinische Behandlung vergeht die Rachenentzündung innerhalb von ein oder zwei Wochen.

 

Weiße Flecken auf den Mandeln

Hauptursachen sind Speisereste, Schleim und Bakterien, die sich in den Vertiefungen der Mandeln einlagern.
Man geht davon aus, dass sie in manchen Fällen durch Halsschmerzen hervorgerufen werden.
Hier ist ein Besuch beim Hausarzt notwendig, der ein Antibiotikum verschreiben wird, wie Augmentin® (Amoxillin) oder Klacid® (Clarithromycin).
In diesem Fall weist der Mandelbelag einen üblen Geruch auf.
Auch unzureichende Mundpflege kann zur Bildung von Belag führen.
Mancher meint, dass schlechte Ernährung, mangelnde körperliche Betätigung und Übergewicht dafür verantwortlich sein könnten, aber das ist eher unwahrscheinlich.
Zu den auslösenden Faktoren gehört das Rauchen von filterlosen Zigaretten.

 

Symptome von belegten Mandeln

  1. Mandelschmerzen
  2. Reizung durch Fremdkörpergefühl im Hals
  3. Gerötete, geschwollene und schmerzende Mandeln und dadurch bedingte Schluckbeschwerden
  4. Hartnäckiger Husten, Halsschmerzen und Fieber
  5. Mundgeruch
  6. Beschwerden

 

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Mandelsteine verschwinden nur dann von selbst, wenn der Gesundheitszustand des Patienten gut ist.
Oft werden einige der weißen Flecken auf den Mandeln durch den Husten zerstreut.

Manch einer quetscht und kratzt mit den Fingern an den Mandelsteinen herum; das ist zwar eine wirkungsvolle, aber aus Hygienegründen keine empfehlenswerte Methode; der Schmutz an den Fingernägeln kann den Hals zusätzlich infizieren.
Man kann die Steine mit einem Wattestäbchen entfernen; dieses sollte angefeuchtet werden, damit die Watte nicht am Hals kleben bleibt. Diese Methode funktioniert bei Steinen, die dabei sind, von allein zu verschwinden.

Ein bewährtes Hausmittel ist das Lösen des Belags durch Gurgeln mit Wasserstoffperoxid, Zitronensaft oder Wasser mit Bikarbonat.
Propolis ist ein natürliches Antibiotikum und kommt der Gesundheit des Halses sehr zugute; zur Behandlung wenige Tropfen der Tinktur auf die Mandeln geben.
Manche Ärzte empfehlen das Gurgeln mit Coca Cola, um den Belag zu entfernen.

Das Bakterium Streptococcus pyogenes ist für die Mandelentzündung verantwortlich. Neben den weißen Flecken auf den Mandeln können folgende Beschwerden auftreten:

  1. Magenschmerzen
  2. Kopfschmerzen
  3. Steifer Hals
  4. Vergrößerte Lymphknoten
  5. Halsschmerzen
  6. Heiserkeit
  7. Fieber
  8. Schluckbeschwerden

 

Vorbeugen von Mandelsteinen oder Tonsillolithen

✔ Plaque oder Zahnbelag lässt sich durch Zähneputzen normalerweise nicht vollständig entfernen. Dazu muss zusätzlich täglich bzw. in regelmäßigen Abständen Zahnseide verwendet werden.

✔ Gurgeln (4x täglich) kann helfen, die Bakterien im Mund zu beseitigen und Mundgeruch zu vermeiden. Eine alkoholfreie Gurgellösung oder einfach Salzwasser verwenden.

✔ Zahnpasta und Gurgelwasser können dazu beitragen, Rückfällen vorbeugen, wenn schon einmal Mandelsteine aufgetreten sind.

✔ Viel Wasser trinken hilft, Mandelsteinen vorzubeugen; häufiges Trinken hält den Mund feucht und spült eingelagerte Speisereste weg.

✔ Verzicht auf Alkohol. Erstens weil sich Alkohol im Allgemeinen nicht gut auf den Gesundheitszustand auswirkt und zweitens weil er den Mund austrocknet, wodurch Mundgeruch entstehen kann oder die Mandelsteine gravierender werden.

✔ Rauchen schadet der Gesundheit und kann die Wahrscheinlichkeit erhöhen, Krankheiten der Mundhöhle zu entwickeln. Es empfiehlt sich also, mit dem Rauchen aufzuhören, um diesen Risiken zu entgehen und sich einen frischen Atem zu bewahren.

✔ Milchprodukte beschleunigen die Bildung von Mandelsteinen, denn sie enthalten viel Kalzium und begünstigen die Schleimproduktion. Kalzium und Schleim sind die Hauptbestandteile von Mandelsteinen.

 

Wie lange bleibt Mandelbelag bestehen?

Die Dauer ist von der Ursache abhängig; bei einer Virus- oder Bakterieninfektion beispielsweise muss man mit 5 Tagen rechnen, bei einer chronischen Mandelentzündung kann es einen Monat dauern.
Die Symptome bei Pfeifferschem Drüsenfieber treten schubweise auf, aber bis zur definitiven Heilung der Infektion vergeht etwa ein Monat.
Der Mandelbelag kann durch bakterielle oder virale Infektionen verursacht werden, wenn das Immunsystem durch Stress oder andere Krankheiten geschwächt ist.