Belag im Rachen

Belag im Rachen ist nichts Gefährliches, kann aber Beschwerden verursachen, vor allem wenn er zusammen mit Fieber oder Halsschmerzen auftritt.
Weißer Belag auf den Mandeln ist ein Anzeigen dafür, dass sich Eiter gebildet hat.
Zuweilen kann weißer Belag im Mund unangenehm sein, weil er von Bakterien gebildet wird, die Mundgeruch hervorrufen können.

 

Ursachen für Belag im Rachen

Orale Candida-Pilzinfektion oder Mundsoor
Eine der Hauptursachen für weißen Belag im Rachen ist Candida.
Es handelt sich um eine Infektion im Mund- und Rachenraum mit Hefepilzen, die vor allem den Gaumen oder die Zunge befällt.
In schweren Fällen kann sie sich bis zur Speiseröhre ausbreiten. Eine Kandidose trifft häufig Menschen, deren Immunsystem geschwächt ist, beispielsweise HIV-Patienten.
Diese Pilzinfektion kann sich bis in den Hals ausbreiten und dort weißen Belag hervorrufen. Fieber tritt normalerweise nicht auf.
Weitere typische Symptome bei Mundsoor sind:

  1. Halsschmerzen
  2. Brennen im Hals
  3. Fieber
  4. Schwierigkeiten beim Essen scharfer Speisen
  5. Mundgeruch
  6. Geschmacksstörung

Lippenherpes
Die Herpesviren Typ 1 und 2 greifen die Schleimhäute des Körpers an.
Deshalb kann diese Krankheit im Mund oder in der Scheide auftreten.
Bei einem geschwächten Immunsystem erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für Lippenherpes.
Es bilden sich kleine weiße Bläschen, die später platzen und schmerzhafte Krusten im Hals und Rachen hinterlassen.
Begleitsymptome bei Lippenherpes:

  1. Fieber
  2. Unwohlsein
  3. Schluckbeschwerden beim Essen
  4. Brennen im Mund
  5. Atemschwierigkeiten (selten)

Pfeiffersches Drüsenfieber (Mononukleose)
Diese Krankheit kennzeichnet sich durch ständige Abgeschlagenheit, die bis zu einem Monat anhalten kann.
Weitere Symptome sind:

  • Fieber
  • Muskelschmerzen
  • Appetitlosigkeit
  • vergrößerte Milz
  • gelegentliche Ohnmachtsanfälle


Leukoplakie
Diese Krankheit gehört zu den Präkanzerosen, das heißt sie kann sich zu einem bösartigen Tumor entwickeln.
Die Leukoplakie wird durch Rauchen oder Tabakkauen verursacht.
Sie äußert sich durch weiße Flecken hinten im Hals. Außerdem kann eine weiße Substanz an der Zunge und im Innenbereich der Wange zu sehen sein.

Diphtherie
Diphtherie ist eine übertragbare Bakterienerkrankung, die eine schwere Infektion von Nase, Hals und Luftröhre verursacht. Typische Symptome der Diphtherie sind:

  • Halsschmerzen
  • verstopfte, laufende Nase
  • Fieber
  • vergrößerte Lymphknoten am Hals
  • schwarze Haarzunge mit grauem Belag
  • Atembeschwerden
  • Schluckbeschwerden

Halsschmerzen
Sie werden durch Infektionskrankheiten verursacht und führen zur Bildung von weißem Belag auf den Mandeln.
Es kann auch zu Eiterbildung kommen.
Eine Rachenentzündung durch Streptokokken verursacht:

  • Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Abgeschlagenheit
  • vergrößerte Lymphknoten am Hals
  • Erbrechen

 


Weißer Belag auf den Mandeln

Rachenentzündung (Pharyngitis)
Diese Infektion betrifft den Rachen – ein Abschnitt des Halses, der mit den Mandeln beginnt und mit dem Kehlkopf (Stimmbänder) endet.
Entzündete Mandeln charakterisieren sich durch Eiterbildung, was sich in Form von weißlichen Flecken zeigt.
Eine Pharyngitis kann durch Viren, Bakterien oder Pilze entstehen.
In den meisten Fällen sind Viren die Auslöser und verursachen außerdem Fieber, Schüttelfrost, Halsschmerzen und Schluckbeschwerden.

Mandelsteine
Kalkablagerungen auf den Mandeln führen zur Entstehung von weißen Flecken.
Große Mandelsteine verursachen Sprech- und Schluckbeschwerden.

Mandelentzündung (Tonsillitis)
Die Tonsillitis ist die Entzündung der Mandeln, bei der weiße Flecke entstehen können. Weitere typische Symptome einer Mandelentzündung sind:

  • Abgeschlagenheit
  • Kopfschmerzen
  • hohes Fieber
  • bei Kindern außerdem Übelkeit, Erbrechen und Hautausschlag in den Hautfalten (z.B. in den Achselhöhlen)
  • Beschwerden beim Essen

Eine resistente Bakterieninfektion kann Löcher in den Mandeln hervorrufen.
Bei Schluckbeschwerden sollte flüssige Nahrung bevorzugt werden.

 

Begleitsymptome bei Belag im Rachen

  1. Plötzliche, starke Kopfschmerzen
  2. Weißes Gaumenzäpfchen und weiße Zunge
  3. Geschwollene, gerötete Mandeln
  4. Ohrenschmerzen
  5. Kopfschmerzen
  6. Schwächefühl und Abgeschlagenheit
  7. Schluckbeschwerden
  8. Halsentzündung
  9. Vergrößerte Lymphknoten am Hals
  10. Fieber
  11. Gelenkschmerzen (bei saisonaler Grippe)
  12. Schweißausbrüche
  13. Appetitlosigkeit
  14. Trockener oder feuchter Husten
  15. Übelkeit
  16. Atemnot
  17. Jucken im Hals
  18. Mundgeruch
  19. Bauchschmerzen (selten)

Ist der Belag ansteckend?
Wenn das Kind an einer Mandelentzündung oder Infektionskrankheit leidet, kann es die Mikroben bzw. Viren an andere Personen übertragen.
Nach dem ersten Tag der Antibiotikabehandlung darf das Kind wieder in die Schule.

Komplikationen
Wird der Belag im Hals- und Rachenraum nicht behandelt, kann sich die Infektion verschlimmern und sich in anderen Bereichen des Körpers ausbreiten.
Entzündete Mandeln können die Atmung erschweren.
Die Nichtbehandlung von belegten Mandeln macht den Patienten anfälliger für eine Infektion der Ohren (Otitis), der Nasennebenhöhlen (Sinusitis) oder eine saisonale Grippe.
In seltenen Fällen können Nierenerkrankungen entstehen, wie die Glomerulonephritis.

 

Diagnose

Um die Ursache für den weißen Belag im Hals festzustellen, muss der Arzt die Krankengeschichte und Risikofaktoren analysieren und den Hals untersuchen.
In Zweifelsfällen kann ein Rachenabstrich Klarheit bringen.

Die Behandlung kann erst dann erfolgen, wenn festgestellt wurde, welche Erreger für den weißlichen Belag verantwortlich sind.
Man kann eine Gewebeprobe aus dem Rachen im Labor untersuchen lassen.

Mit einem sterilen Watteträger wird unter Druck über veränderte Schleimhautbereiche hinten im Hals und an den Mandeln gestrichen und so Material entnommen.
Unter dem Mikroskop wird das entnommene Material untersucht, um die Krankheitserreger festzustellen.

Ist der Streptokokken-Befund negativ, kann ein anderes Bakterium (z.B. Gonokokkus), Pfeiffersches Drüsenfieber oder eine andere Erkrankung für den Belag verantwortlich sein; in diesem Fall müssen weitere Untersuchungen angestellt werden.

 

Wie wird behandelt? Therapie und Medikamente

Werden die weißen Flecken durch eine Kandidose verursacht, kann der Arzt ein Anti-Pilz-Mittel (Antimykotikum) verschreiben, wie Itraconazol (Sporanox ®). Das Medikament kann örtlich angewandt oder oral eingenommen werden.
Bei Lippenherpes lassen sich die Symptome mit antiviralen Medikamenten erheblich lindern.
In jedem Fall ist es wichtig, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen (Hydratation), um die Atemwege freizuhalten.

Sind Mandelsteine vorhanden, müssen diese mit natürlichen Heilmethoden oder eventuell chirurgisch entfernt werden.

Bei Pfeifferschem Drüsenfieber (Mononukleose) verschreibt der Arzt 2 Wochen Bettruhe, bevor wieder die normalen Alltagsaktivitäten aufgenommen werden dürfen.
Das Problem ist die Schwellung der Milz, solange sie anhält, sollten wegen der Gefahr eines Milzrisses körperliche Anstrengungen vermieden werden.

Gegen das Fieber hilft Paracetamol (Ben-u-ron) und nichtsteroidale Antirheumatika wie Ibuprofen (Dolormin).

 

Halsentzündung während der Schwangerschaft oder Stillzeit

Da manche Medikamente in der Schwangerschaft nicht sicher sind, muss eine Halsinfektion bei Schwangeren mit besonderer Sorgfalt behandelt werden.

Der Arzt kann einen Abstrich nehmen, um eine Streptokokken-Infektion auszuschließen.
Wenn die Ergebnisse auf Bakterien hinweisen, wird ein Antibiotikum zur Behandlung der Rachenentzündung eingesetzt.
Häufig sind jedoch Viren für die Entzündung verantwortlich, gegen die Antibiotika nichts ausrichten können. Die Heilung erfolgt in diesem Fall ohne Medikamente innerhalb von 1-2 Wochen.

Eine virale Mandelentzündung kann mit einfachen Hausmitteln behandelt werden.

Welche Antibiotika helfen bei einer Rachen- und Mandelentzündung? Wie lange dauert die Behandlung?
Streptokokken werden mit einem Antibiotikum wie Penicillin (z.B. Tardocillin) behandelt.
Bei einer Penicillin-Allergie kann der Arzt ein alternatives Antibiotikum verschreiben, wie Azithromycin (Zithromax).
Amoxicillin (Augmentin, Amoxypen) gehört auch zur Gruppe der Penicilline und wird häufig Kindern empfohlen, weil es gut schmeckt und als Kautabletten erhältlich ist.
Die Antibiotikabehandlung gegen Mandelentzündung dauert 10 Tage.

Bei einer häufig wiederkehrender Mandelentzündung (rezidivierender Tonsillitis) könnte das Entfernen der Mandeln eine definitive Lösung darstellen.

Antibiotika lindern die Symptome und verringern das Komplikationsrisiko, aber der Körper braucht ein paar Tage, um den weißen Belag zu beseitigen.

Entzündungshemmer und Schmerzmittel
Zeigt sich der Belag hartnäckig und lässt sich nicht mit anderen Medikamenten bekämpfen, kann der Arzt kortisonhaltige Mittel empfehlen, wie Betamethason (Betnesol), hier sind jedoch die Nebenwirkungen von Kortison zu berücksichtigen.

 

Fotolia_52618677_Subscription_XXLNatürliche Heilmittel gegen den Belag im Rachen

Wegen der möglichen Ansteckungsgefahr empfiehlt es sich, von Schule und Arbeit fernzubleiben und auszuruhen.
Viel Wasser trinken kann das Fieber senken und den Heilungsprozess der Infektion beschleunigen.

Das Gurgeln mit lauwarmem Salzwasser lindert die Halsschmerzen.
Alternativ dazu kann man auch mit folgenden Flüssigkeiten gurgeln:

  1. Coca Cola
  2. Zitronensaft
  3. Wasserstoffperoxid
  4. Propolis

 

Ernährung

Heiße und scharfe Speisen, rohes Gemüse, Pommes frites und saure Nahrungsmittel wie Tomatensauce sollten vermieden werden, weil sie den Hals reizen könnten

Eiscreme kann die Schmerzen lindern, hat aber keine heilende Wirkung.
Rauchen verschlimmert den Belag im Hals und erhöht das Risiko für Komplikationen und sollte deshalb unterlassen werden.

Milch mit Honig lindert die Schmerzen zeitweilig, aber durch den hohen Zuckergehalt begünstigt es das Wachstum der Bakterien.

Wärme oder Kälte bei Belag im Rachen?
Bei einer Infektion sollte man am ersten Tag kühle (nicht eiskalte) Getränke bevorzugen, aber wenn die akute Entzündungsphase abgeklungen ist, kann Wärme den Körper bei der Bakterien- und Virusbekämpfung unterstützen.

 

Wie lang dauert die Heilung?

Eine Virusinfektion heilt in der Regel innerhalb von 5-6 Tagen.
Der durch Bakterien hervorgerufene Belag hält meist 3-4 Tage an, aber die anderen Symptome können eine Woche lang bestehen bleiben.