Milzschmerzen

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Milzschmerzen verspürt man in der linken Seite des Abdomens.

Dieses Organ ist ein wichtiger Teil des Immunsystems.
Die Milz produziert weiße Blutkörperchen (Lymphozyten), die ein Schutz gegen Mikroben sind.
Die Milz steuert die Blutplättchen (Thrombozyten), filtert das Blut und zerstört beschädigte oder alte Blutzellen.
Man kann ohne Milz leben, doch das Immunsystem arbeitet dann weniger effizient gegen Erkrankungen.
Die Funktionen der Milz werden beeinträchtigt, wenn sie sich infiziert.

Beschwerden, die in der linken Körperseite beim Laufen auftreten, sind klassische Milzschmerzen.
Man darf diese Beschwerden nicht mit rechtsseitigen Flankenschmerzen verwechseln, die durch die Leber verursacht werden.
Dieser plötzliche „Krampf“ verursacht vor allem beim Einatmen einen heftigen Schmerz, verschwindet aber nach ein paar Ruhesekunden wieder.
Kinder leiden oft an Seitenstechen, da sie viel laufen, während trainierte Läufer diese Beschwerden nicht verspüren.
Dieses Symptom kann auch nach einer lang andauernden Anstrengung auftreten, zum Beispiel wenn man über lange Zeit schnell geht oder beim Schwimmtraining.
Milzschmerzen, die auftreten, wenn man nicht läuft (in Ruhe) und auch keinen anderen Sport ausführt, sind das Symptom einer Krankheit.
Man sieht keinen aufgetriebenen Bauch an der linken Seite, die Schwellung erfolgt im Innern des Abdomens.

Milzschmerzen können verursacht sein durch:

  • Infektionen (die auch Fieber und andere Symptome verursachen),
  • Leberzirrhose,
  • andere Lebererkrankungen,
  • Blutkrankheiten,
  • Probleme des Lymphsystems,
  • Joggen usw.

Häufigste Ursachen für eine Milzvergrößerung

Infektionen
Manche virale Infektionen können eine Splenomegalie (Milzvergrößerung) verursachen, darunter:

  • Mononukleose (verursacht durch das Epstein-Barr-Virus),
  • Zytomegalievirus,
  • HIV/AIDS (verursacht auch erniedrigte Zahl weißer Blutkörperchen),
  • virale Hepatitis,
  • Malaria,
  • Tuberkulose,
  • Anaplasmose.


Leberzirrhose: die normalen Leberzellen werden durch Fasergewebe ersetzt. Das ist eine chronische und degenerative Erkrankung.

Leukämie: ein Tumor des Knochenmarks, das die Blutzellen produziert.
Symptome der Leukämie sind unter anderem eine vergrößerte Milz und vergrößerte Lymphknoten.

Portale Hypertension: erhöhter Blutdruck durch eine Blockade in der Leber (Zirrhose durch Alkoholabusus), was zur Schwellung der Milz führt.
In diesem Fall kann der Schmerz kontinuierlich oder nachhaltig sein.
Zu den Folgen der Splenomegalie durch portale Hypertension gehören erniedrigte Thrombozyten und erniedrigte weiße Blutkörperchen, die in der Milz eingeschlossen sind.

Hodgkin-Lymphom: ein maligner aber heilbarer Tumor. Das Lymphom führt zur Vergrößerung der Lymphknoten, Milz und Leber vergrößern sich fortschreitend.

Niemann-Pick-Krankheit: eine genetisch-metabolische Krankheit der Lipidsynthese, die rezessiv erblich ist. Sie verursacht eine Vergrößerung von Milz, Leber, Gehirn sowie gastrointestinale Störungen.

Gaucher-Krankheit: eine genetische und sehr seltene Stoffwechselkrankheit.
Bei dieser Erkrankung kommt es zu Ablagerungen von Fettmolekülen in verschiedenen Organen wie Milz, Knochen, Zentralnervensystem (ZNS) und Leber.

Amyloidose: eine progressive, unheilbare Stoffwechselkrankheit, bei der sich die Proteine in den Organen oder Geweben ablagern.

Gallengangsatresie: es handelt sich um eine Krankheit, bei der die Kanäle, die die Gallenflüssigkeit aus der Leber in die Gallenblase leiten, verschlossen sind.

Zystische Fibrose: eine genetische Erkrankung, bei der das Verdauungssystem, die Lungen und die Schweißdrüsen betroffen sind. Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) ist das von der zystischen Fibrose am meisten geschädigte Organ. Im Innern des Pankreas entwickelt sich faseriges Narbengewebe.

Primär sklerosierende Cholangitis: dies ist eine chronische Erkrankung der Leber, bei der die Gallengänge in der Leber verdickt, entzündet und verstopft sind.

Felty-Syndrom: dieses Syndrom ist eine Kombination dreier Erkrankungen: Vergrößerung der Milz, erniedrigte Leukozytenzahl und rheumatoide Arthritis.


Blutkrankheiten, die Splenomegalie verursachen können

  • Autoimmunhämolytische Anämie (AIHA) – Das Immunsystem greift die roten Blutkörperchen an und führt so zu einer erniedrigten Erythrozytenzahl.
  • Eisenmangelanämie – Sie kann Beschwerden an der Milz bereiten und tritt häufiger in der Schwangerschaft auf.
  • Hämoglobinopathie – Dies ist eine genetische Blutkrankheit, die durch Störungen des  Hämoglobins auftritt (Protein in den roten Blutkörperchen, das Sauerstoff transportiert).
  • Myelodysplastisches Syndrom (MDS) – Diese Krankheit verursacht eine Verringerung der Produktion der Blutzellen. Die Blutzellen der Menschen mit MDS können nicht normal heranreifen.
  • Polycythaemia Vera (PV) – Dies ist eine chronisch Erkrankung des Blutes, bei der das Knochenmark zu viele Zellen produziert (weiße Blutkörperchen, rote Blutkörperchen und Thrombozyten).

Andere Ursachen für eine Milzvergrößerung sind:

  • Verletzungen durch einen Unfall oder ein Trauma,
  • Zyste oder Abszess in Milznähe,
  • Krankheiten, bei denen rote Blutkörperchen zerstört werden,
  • starker Druck auf die Leber,
  • Malaria,
  • Druck auf Lymphgefäße durch Verengungen oder Blutgerinnsel.

Milzschmerzen beim Atmen oder Husten

Wenn eine Person tief einatmet oder hustet, benutzt sie dazu die Interkostalmuskulatur.
Bei einer interkostalen Neuralgie oder hinteren Schmerzen zwischen den Rippen (zum Beispiel nach einer Verkühlung) kann man Schmerzen an der linken Seite des Brustkorbs verspüren, also in Höhe der Milz.
Der Schmerz nimmt zu, wenn die Wirbelsäule gestreckt wird oder wenn eine Kontraktion der Interkostalmuskeln erfolgt (wie beispielsweise beim Atmen).

Lokalisierung von Milzschmerzen
Die Milz befindet sich zwischen der neunten und elften Rippe. Das Organ liegt geschützt unter dem linksseitigen Brustkorb. Man findet sie hinter der mittleren Axellarlinie in Nähe der dorsolateralen Bauchdecke.
Ist die Milz normal groß, spürt man sie beim Tasten nicht.
Milzschmerzen können in die linke Schulter, in den Rücken, zum Bauchnabel, in die linke Brustseite und zur entgegengesetzten (rechten) Seite des Abdomens ausstrahlen.
Man muss die Milz vom Kolon unterscheiden können, das sich knapp darunter befindet.
Manchmal hat der Patient nach einer reichlichen Mahlzeit einen linksseitigen Schmerz, Erbrechen oder Durchfall; in diesem Fall ist die Ursache wahrscheinlich eine Kolitis.

Was geschieht, wenn die Milz reißt?
Ein Milzriss ist ein medizinischer Notfall und tritt ein, wenn die Kapsel einreißt, die die Milz umschließt: Es kommt zu einem Bluterguss im Bauchraum. Je nach Ausdehnung der Läsion kann es zu einer inneren Blutung kommen.

Symptome bei Milzriss
Ein Milzriss verursacht abdominelle Schmerzen. Schwere und Lokalisation des Schmerzes hängen davon ab, wie viel Blut aus der Milz austritt. Den Schmerz empfindet man in folgenden Bereichen:

  • linke Bauchseite (unterhalb des Brustkorbs),
  • linke Schulter – die Nerven der linken Schulter und die linke Seite des Zwerchfells haben denselben Verlauf: der Blutverlust kann diese Nerven reizen.

Der Milzriss kann zu Blutdruckabfall führen. Mögliche Folgen können sein:

  • Verschwommensehen
  • Verwirrung
  • Gefühl von Leere im Kopf
  • Ohnmacht
  • Schockzeichen
  • Erregtheit
  • Angstzustände
  • Übelkeit
  • Blässe

Schmerzen oben auf der linken Seite des Abdomens sind nicht immer ein Symptom für ein Milzproblem. Es gibt verschiedene andere Ursachen, die Beschwerden in diesem Bereich verursachen können.

  • Magenschmerzen verspürt man im selben Bereich wie Milzschmerzen.
  • Linksseitige Schmerzen im Oberbauch.
  • Rückenschmerzen.

Beim Syndrom der linken Kolonflexur verspürt man Schmerzen im linken Abdomen. Diese sind oftmals verursacht durch:

  • Muskelspasmen,
  • Kolik,
  • Flatulenz.

Bei Verstopfung oder Meteorismus kann man einen Tastbefund im linken Oberbauch erheben.
Dieser Tastbefund kann als derber Knoten oder eine Kugel zu sehen und zu spüren sein. Dieser Tastbefund ist nicht die Folge einer Milzvergrößerung (Splenomegalie).

 

Milzschmerzen
Milzschmerzen

Was kann man tun? Therapie bei Milzschmerzen

Probleme, die durch die Milz verursacht werden, müssen von einem Arzt behandelt werden.
Menschen mit Splenomegalie sollten keinen Kontaktsport betreiben, denn es besteht dabei ein hohes Risiko für einen Milzriss.

Naturheilmittel zur Behandlung von Problemen des Lymphsystems
Mehrere Faktoren dienen der Gesunderhaltung des Lymphsystems, auch geeignete Nahrungsergänzungsmittel unterstützen eine schnelle Genesung.

Substanzen zur Behandlung der Milz sind:

  • Melasse,
  • Ingwer,
  • Vitamin C.

Diät und Ernährung bei Milzschmerzen

Ingwer
Ingwer ist eine „Medizin“, die verschiedene Vorteile mit sich bringt. Bei der Behandlung von Milzbeschwerden verbessert Ingwer die Absorption von Nährstoffen im Organismus. Verbindungen mit Ingwer lindern Entzündungen und können zur Verkleinerung einer vergrößerten Milz beitragen.

Vitamin C
Vitamin C ist ein natürliches Antioxidans und hilft der Immunabwehr. Eine tägliche Dosis Vitamin C entfernt freie Radikale und andere Toxine aus dem Organismus. Die Vitamine verbessern die Wirksamkeit des Immunsystems und des lymphatischen Systems.