Unregelmäßige Menstruation, Ursachen, Symptome und Therapie

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Unregelmäßige Menstruationen können bei vielen Frauen ein Grund zur Besorgnis sein.
Oft vergleicht man den Menstruationszyklus mit einer Uhr.
Ein Zyklus gilt als regelmäßig, wenn:

  • er 21-35 Tage dauert,
  • die Blutung 2-7 Tage anhält.

Eine Frau, die alle 4 Wochen ihre Menstruation hat, hat einen „regelmäßigen“ Zyklus und es scheint, dass etwas nicht normal ist, wenn Frauen keinen so präzisen Rhythmus haben.
Tatsächlich beginnt die Mehrheit der Frauen einen Menstruationszyklus nicht immer nach der gleichen Anzahl von Tagen nach Beginn des letzten.

Von der Pubertät bis zur Menopause erhöhen und erniedrigen sich bei Frauen die biochemischen Werte mit einem eigenen monatlichen Rhythmus, der Menstruationszyklus genannt wird.

Die Bezeichnung Menstruation stammt von dem lateinischen Wort menstruus ab, was “monatlich” bedeutet.

Regelmäßige Menstruationen sind ein Zeichen dafür, dass der Körper die entsprechenden Hormone nach bestmöglichem Rhythmus für die menschliche Fortpflanzung produziert.

Unregelmäßige Menstruation während und nach dem Stillen

Ursachen

  • Der Stillvorgang stimuliert die Sexualhormone und die Milchproduktion bei der Frau. Die Produktion des Hormons Prolaktin wird erhöht, um die Milchproduktion zu steigern und hemmt die Rückkehr der Menstruationen. Wenn der Prolaktinspiegel hoch genug ist, wird die Aktion von Östrogen und Progesteron gehemmt und kann die Ovulation blockieren.
    Die Folge ist ein Ausbleiben der Menstruation.
  • Der Monatszyklus kommt zurück, wenn der Prolaktinspiegel abnimmt, die Menstruationen können unregelmäßig auftreten, bis sich der Hormonspiegel stabilisiert hat.
  • Die Reaktion des Körpers auf den Stillvorgang ist bei jeder Frau unterschiedlich. Bei manchen Frauen kann die Menstruation innerhalb weniger Wochen wieder einsetzen, für andere können viele Monate vergehen, auch bis zu 9-12  (Laktations-Amenorrhoe).
  • Bei vielen Frauen kehrt die Menstruation erst dann wieder zurück, nachdem das Kind abgestillt wurde und nicht mehr an der Brust trinkt. Das führt bei vielen Frauen oft zu der Befürchtung, zukünftig keine Menstruation mehr zu bekommen und auch nicht mehr fruchtbar zu sein.
  • Man muss wissen, dass bei einer Frau, die einen unregelmäßigen Zyklus hat, keineswegs kein Eisprung stattfindet. Aus diesem Grund ist es wichtig, Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen, wenn man nicht sofort wieder schwanger werden will.


Wie kann man eine regelmäßige Menstruation während der Stillperiode haben?

  • Verfrühte oder verspätete Menstruationen können Grund zur Sorge sein.
    Körperlicher und geistiger Stress kann sich auf den Monatszyklus auswirken. Schläft das Kind länger als vier Stunden am Tag und länger als sechs Stunden in der Nacht, ist es wahrscheinlicher, dass ein regelmäßiger Zyklus eintritt.
  • Wenn darüber hinaus das Kind beginnt, auch feste Speisen zu verzehren (Abstillphase) und nicht Tag und Nacht (alle 4-6 Stunden) gestillt wird, kehrt die Menstruation früher zurück, als wenn Kinder noch an der Brust trinken.

Ökologisches Stillen
Die größte Wirkung des Stillens auf den Menstruationszyklus und auf die Fruchtbarkeit beobachtet man bei Frauen, die das Stillen an der Brust ökologisch praktizieren.
Wie Sheila Kippley in ihrem Buch Breastfeeding and Natural Child Spacing erklärt, sind die 7 Prinzipien des ökologischen Stillens:

  1. Ausschließliches Stillen (das Kind sollte keine anderen Flüssigkeiten oder feste Speisen aus anderen Quellen erhalten) in den ersten sechs Monaten des Lebens.
  2. Das Kind in bequemer Haltung an der Brust anlegen.
  3. Keine Fläschchen oder Schnuller verwenden.
  4. Mit dem Kind beim täglichen Stillen Mittagsschlaf halten.
  5. Das Kind öfter am Tag und in der Nacht stillen, ohne feste Zeiten.
  6. Nachts mit dem Kind im selben Bett schlafen, um es zu stillen.
  7. Jegliche Praktik, die zur Trennung vom Kind führt, vermeiden.


Viele Mütter, die die Prinzipien von Kippley zum ökologischen Stillen an der Brust befolgen, haben über 14 Monate lang keine Menstruation.

Bei Frauen, die nicht ausschließlich Stillen (oder nicht alle Empfehlungen zum ökologischen Stillen befolgen), kann eine Verspätung bei der Rückkehr des Zyklus eintreten, doch gewöhnlich für einen kürzeren Zeitraum, als bei Müttern, die ökologisch stillen.

Die Rückkehr der Menstruation hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  1. wie oft das Kind gestillt wird;
  2. wie oft das Kind mit der Flache gefüttert wird;
  3. ab wann das Baby einen Schnuller benutzt;
  4. wie lange das Kind nachts schläft;
  5. wie viel feste Nahrung das Kind aufnimmt;
  6. die Chemie des mütterlichen Körpers;
  7. die Art und Weise, in der die Frau auf die mit dem Stillen verbundenen hormonellen Einflüsse reagiert.

Jedes Mal, wenn die Stimulation der Brust vor allem nachts abnimmt, ist es wahrscheinlich, dass die Menstruation zurückkehrt.

Kann man in der Stillzeit schwanger werden?
Wie kann man bei unregelmäßiger oder ganz ausbleibender (Amenorrhoe) Menstruation wissen, ob man schwanger ist? Kann man trotzdem schwanger werden? Ja.
Es ist ein Missverständnis zu glauben, dass man nicht schwanger werden könne, während man stillt. Bei den meisten Frauen nimmt die Fertilität während des Stillens ab, besteht aber weiterhin.
Es gibt keine Regel um zu wissen, wann man einen Schwangerschaftstest machen sollte, doch wenn Zweifel bestehen ist es besser, den Test durchzuführen.

 


Unregelmäßige Menstruation nach dem Wochenbett (Schwangerschaft)

  • Menstruationen nach dem Wochenbett sind die ersten Menstruationen nach der Geburt des Kindes.
    Nicht selten kommt es vor, dass nach einer Geburt unregelmäßige Menstruationen auftreten.
    Manche Frauen können in den ersten zehn Wochen nach einer Geburt Menstruationen haben, doch die Rückkehr des Zyklus kann sich um 5-6 Monate oder auch ein Jahr verzögern.
    Die Frauen können über einige Monate einen unregelmäßigen Zyklus haben.
    Während dieser Periode kann eine Menorrhagie (starke Blutung) auftreten.
  • Außerdem kommt es häufig vor, dass die Menstruationen nach ihrer Rückkehr über viele Monate unregelmäßig sind und/oder der Blutfluss viel stärker ist als normal.
    Sind keine Polypen oder Fibrome vorhanden, ist eine lang andauernde Menstruation mit starkem Blutfluss durch die Unfähigkeit der Gebärmutter sich wirksam zusammenzuziehen bedingt. Die Ursache ist Weitung, die durch die Schwangerschaft entstanden ist. Das Problem bessert sich mit der Zeit, wenn die Gebärmutter wieder seine normale Größe erreicht hat.

Blutungen nach der Geburt
Die Blutung, die nach der Geburt auftritt, wird als Wochenfluss (Lochien) bezeichnet.
Es sind Fragmente der Gebärmutterschleimhaut, die abgegeben werden, wenn die Größe der Gebärmutter abnimmt.

Die Blutung nach der Geburt ist in den ersten Tagen leuchtend rot und wird dann in den folgenden Wochen rosa oder bräunlich.
Nach zwei Wochen verändert sich die Blutung über die folgenden fünf Wochen in einen gelblichen oder cremefarbenen Ausfluss. Dies ist kein Menstruationsblut.

Unregelmäßige Menstruation in jugendlichem Alter

Gewöhnlich sind unregelmäßige Zyklen Teil einer normalen Veränderung, die bei gesunden Mädchen im Alter bis zu 15 oder 16 Jahren auftreten können.
Oft ist die Zyklusdauer länger und es können zwischen zwei Menstruationsphasen auch 3 Monate vergehen.
Mit der Zeit stabilisiert sich der Zyklus höchstwahrscheinlich. Dies geschieht in der Regel drei Jahre nach der Menarche (erste Regelblutung).

Ursachen für unregelmäßige Menstruation in jugendlichem Alter

Manche Mädchen können unregelmäßige Menstruationszyklen haben aufgrund von:

  • bestimmten Medikamenten,
  • intensivem Sport (Menstruation schwach oder nicht vorhanden),
  • niedrigem oder übermäßigem Körpergewicht. Das Fettgewebe funktioniert wie eine Drüse und konvertiert Androgene in Östrogene. Diese Hormone hemmen in der Hypophyse (eine Drüse, die die Hormone im Körper kontrolliert) die Produktion der Gonadotropine (FSH, LH und hCG), die für die Aktivität der Eierstöcke von grundlegender Bedeutung sind.

Andere Mädchen können Probleme infolge von Hormonschwankungen haben.
Zum Beispiel können Schilddrüsenerkrankungen zu unregelmäßiger Menstruation führen, wenn die Konzentration der Schilddrüsenhormone im Blut zu niedrig oder zu hoch ist.

Manche Frauen haben unregelmäßige Menstruationszyklen, weil ihr Körper zu viele Androgene produziert. Hierbei handelt es sich um Hormone, die im Übermaß Folgendes bewirken können:

  • das Wachstum von Gesichtshaaren,
  • übermäßige Zunahme der Muskelmasse,
  • eine männlichere Stimme,
  • Wachstum von Schambehaarung,
  • Zunahme der Körpergröße bei Mädchen.

Wann muss man sich Sorgen machen?
Wenn diese Zeichen auftreten oder wenn die Zyklen mindestens 3 Jahre unregelmäßig sind, sollte man einen Arzt konsultieren.
Dunkles Blut ist kein Grund zur Sorge, denn es könnte älteres Blut sein, das länger in der Gebärmutter verblieben ist. Die Ursache könnte ein zu stark verengter Muttermund am Gebärmutterhals sein.

Unregelmäßige Menstruation in der Menopause

Unregelmäßige Zyklen
Oftmals sind unregelmäßige Menstruationen die ersten Anzeichen der Prä-Menopause. Auch wenn die genauen Symptome bei unregelmäßigem Monatszyklus unterschiedlich sind, haben die meisten Frauen über drei bis zehn Jahre lang eine unregelmäßige Menstruation, ehe sie vollständig vergeht.

Die weiblichen Hormonspiegel verändern sich beim Nahen der Menopause.
Es treten unregelmäßige Menstruationen auf, weil der weibliche Zyklus voll und ganz von den Hormonen abhängt.
Diese Unregelmäßigkeiten können durch andere gynäkologische Probleme verstärket werden, die häufig im mittleren Alter auftreten. Zum Beispiel können Wucherungen in der Gebärmutter entstehen, wie:

  • Polypen,
  • oder Fibrome.

Die Abnahme der Fertilität ist ein weiteres Zeichen der Prä-Menopause, das von unregelmäßigen Zyklen begleitet wird und ein emotional belastendes Problem für die Frauen werden kann, die noch Kinderwunsch haben.

 

Unregelmäßige Menstruation - Ursachen Symptome und Therapie
Unregelmäßige Menstruation – Ursachen Symptome und Therapie

Ursachen für unregelmäßige Menstruationen in der Menopause

Die Monatsblutungen können sehr unregelmäßig auftreten, wenn die Menopause naht (Prämenopause).
Die Menopause tritt ein, wenn 12 Monate seit dem letzten Menstruationszyklus vergangen sind.
Die Schwangerschaft ist die häufigste Ursache für das Ausbleiben der Menstruation (Amenorrhoe).

Man muss aufpassen, denn Frauen können auch bis zu 54-55 Jahren ihre Fertilität erhalten.
Ein Schwangerschaftstest hilft herauszufinden, ob eine Frau schwanger ist.
Ist die Frau nicht schwanger, können folgende Ursachen für eine ausbleibende oder unregelmäßige Menstruation vorliegen:

  • Starker Verlust oder Zunahme des Körpergewichts. Auch wenn ein niedriges Körpergewicht eine häufige Ursache für ausbleibende oder unregelmäßige Menstruationen ist, kann auch Übergewicht zu menstruellen Störungen führen.
  • Essstörungen wie Anorexia nervosa oder Bulimie.
  • Übermäßiger Sport. Amenorrhoe kommt häufig bei Hochleistungssportlerinnen vor.
  • Emotionaler Stress.
  • Krankheiten.
  • Reisen.
  • Medikamente, wie die Antibabypille, die leichtere, seltenere, häufigere oder vollkommen ausbleibende Zyklen verursachen können; nach Absetzen der Pille kann leicht ein Zyklus ausfallen oder manche Schwankungen in der Zyklusdauer auftreten.
  • Hormonstörungen; sie können zu Veränderungen der Hormonspiegel führen, die der Körper zur Aufrechterhaltung der Menstruation braucht.
  • Drogenmissbrauch.
  • Erkrankungen der Beckenorgane wie:
    • Hymen imperforatus (Jungfräulichkeit),
    • polyzystisches Ovarialsyndrom,
    • Asherman-Syndrom.

Es sei daran erinnert, dass man auch schwanger werden kann, wenn die Menstruationen unregelmäßig auftreten. Besteht kein Kinderwunsch, muss man Verhütungsmethoden anwenden.

Eine vorzeitige Ovarialinsuffizienz tritt auf, wenn:

  • die Menstruationen gänzlich ausbleiben (primäre Amenorrhoe)
  • vor dem 40. Lebensjahr aufhöhren (sekundäre Amenorrhoe).

In manchen Fällen ist die vorzeitige Ovarialinsuffizienz durch eine Autoimmunkrankheit bedingt.
In anderen Fällen ist sie die Folge von einer Operation, Chemotherapie und Strahlentherapie an Bauch oder Becken, was eine vorzeitige Ovarialinsuffizienz verursachen kann.

Weitere Ursachen für unregelmäßige Menstruationen

Andere Erkrankungen können Amenorrhoe oder unregelmäßige Monatszyklen verursachen, auch wenn dies selten vorkommt:

  • Tuberkulose,
  • Lebererkrankungen (zum Beispiel Leberzirrhose),
  • Diabetes mellitus.

Liegt eine dieser Erkrankungen vor, treten gewöhnlich neben unregelmäßigen Menstruationen noch andere Symptome auf.
Wird ein Zyklus übersprungen, sollte man Ruhe bewahren.
Die Wiederherstellung des emotionalen und körperlichen Gleichgewichtes kann hilfreich sein.
Viele Frauen haben hin und wieder keine Menstruation. Wenn sie nicht schwanger sind, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Zyklus im darauffolgenden Monat wieder eintritt.

Andere mögliche Ursachen einer unregelmäßigen Menstruation:

  • Gebärmutterkrebs oder Gebärmutterhalskrebs.
  • Hormonstörungen; bei sehr kurzen Zyklen (auch 2-mal im Monat) ist die Ursache gewöhnlich ein abnormaler Hormonspiegel.
  • Pharmaka wie Kortikosteroide oder Antikoagulantien (Blutgerinnungshemmer).
  • Eisenmangelanämie, andere Störungen der Blutgerinnung.
  • Schilddrüsenkrankheiten wie Hypothyreose und Hyperthyreose oder hypophysäre Erkrankungen, die das hormonelle Gleichgewicht beeinflussen.
  • Komplikationen im Zusammenhang mit der Schwangerschaft, einschließlich Spontanabort oder ektope Schwangerschaft (das befruchtete Ei nistet sich außerhalb der Gebärmutter ein, zum Beispiel im Eileiter).

Wie werden unregelmäßige Menstruationen natürlich behandelt?

Einige Tipps und Heilmittel für die Selbsthilfe:

  • Versuchen, einen gesunden Lebensstil mit moderater Bewegung einzuhalten.
  • Fettarme Lebensmittel essen. Muss man abnehmen, sollte man dies besser nach und nach tun, anstatt Diäten zu befolgen, die drastisch die Kalorien- und Nährstoffzufuhr beschränken.
  • Ausreichend ruhen.
  • Techniken praktizieren, die Stress abbauen und entspannen;
  • Sportlerinnen sollten übermäßiges und ausgedehntes tägliches Training reduzieren. Exzessive sportliche Aktivitäten können unregelmäßige Zyklen verursachen.
  • Antibabypille oder andere Verhütungsmethoden wie beschrieben anwenden.
  • Tampons oder hygienische Einlagen mehrmals täglich wechseln, um ein toxisches Schocksyndrom (TSS) und eine Infektion zu verhindern.
  • Pflanzliche Produkte können zur Regulierung des Monatszyklus beitragen:
    • Calendula,
    • Himbeere,
    • Mönchspfeffer.