Unregelmäßige Menstruation, Ursachen, Symptome und Therapie

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Unregelmäßige Menstruationen können bei vielen Frauen ein Grund zur Besorgnis sein.

Oft vergleicht man den Menstruationszyklus mit einer Uhr.
Eine Frau, die alle 4 Wochen ihre Menstruation hat, hat einen „regelmäßigen“ Zyklus und es scheint, dass etwas nicht normal ist, wenn Frauen keinen so präzisen Rhythmus haben.
Tatsächlich beginnt die Mehrheit der Frauen einen Menstruationszyklus nicht immer nach der gleichen Anzahl von Tagen nach Beginn des letzten.

Von der Pubertät bis zur Menopause erhöhen und erniedrigen sich bei Frauen die biochemischen Werte mit einem eigenen monatlichen Rhythmus, der Menstruationszyklus genannt wird.

Die Bezeichnung Menstruation stammt von dem lateinischen Wort menses ab, was Monat bedeutet.

Regelmäßige Menstruationen sind ein Zeichen dafür, dass der Körper die entsprechenden Hormone nach bestmöglichem Rhythmus für die menschliche Fortpflanzung produziert.

Unregelmäßige Menstruation während und nach dem Stillen

Ursachen unregelmäßiger Menstruation in der  Stillphase
Der Stillvorgang stimuliert die Sexualhormone und die Milchproduktion bei der Frau. Die Produktion des Hormons Prolaktin wird erhöht, um die Milchproduktion zu steigern und die Ovulation zu hemmen.
Die Folge ist eine unregelmäßige Menstruation.
Die Reaktion des Körpers auf den Stillvorgang ist bei jeder Frau unterschiedlich. Bei manchen Frauen kann die Menstruation innerhalb weniger Wochen wieder einsetzen, für andere können Monate vergehen (Laktations-Amenorrhoe).
Bei vielen Frauen kehrt die Menstruation erst dann wieder zurück, nachdem das Kind abgestillt wurde und nicht mehr an der Brust trinkt. Das führt bei vielen Frauen oft zu der Befürchtung, zukünftig keine Menstruation mehr zu bekommen und auch nicht mehr fruchtbar zu sein. Man muss jedoch wissen, dass eine Frau, die einen unregelmäßigen Zyklus hat, nicht generell unfruchtbar ist. Im Gegenteil, es bedeutet, dass die Fertilität nur in Folge des Stillens vermindert ist und dass sie zur Normalität zurückkehrt, sobald das Kind nicht mehr gestillt wird.


Wie kann man eine regelmäßige Menstruation während der Stillperiode haben?
Unregelmäßige Menstruationen können ärgerlich sein, vor allem wenn man andere Probleme hat.
Schläft das Kind länger als vier Stunden am Tag und länger als sechs Stunden in der Nacht, ist es wahrscheinlicher, dass ein regelmäßiger Zyklus eintritt.
Wenn darüber hinaus das Kind beginnt, auch feste Speisen zu verzehren, kehrt die Menstruation früher zurück, als wenn Kinder noch an der Brust trinken.
Der Zyklus hängt auch vom Progesteronspiegel im Körper ab und eine regelmäßige Menstruation tritt nur ein, wenn das Progesteron niedriger ist. Das erklärt, warum manche Frauen eine regelmäßige Menstruation haben, obwohl sie das Kind noch jeden Tag stillen.

Die größte Wirkung des Stillens auf den Menstruationszyklus beobachtet man bei Frauen, die das Stillen an der Brust ökologisch praktizieren.
Wie Sheila Kippley in ihrem Buch Breastfeeding and Natural Child Spacing erklärt, sind die 7 Prinzipien des ökologischen Stillens:

  1. Ausschließliches Stillen (das Kind sollte keine anderen Flüssigkeiten oder feste Speisen aus anderen Quellen erhalten) in den ersten sechs Monaten des Lebens.
  2. Das Kind in bequemer Haltung an der Brust anlegen.
  3. Keine Fläschchen oder Schnuller verwenden.
  4. Mit dem Kind beim täglichen Stillen Mittagsschlaf halten.
  5. Das Kind öfter am Tag und in der Nacht stillen.
  6. Nachts mit dem Kind im selben Bett schlafen, um es zu stillen.
  7. Jegliche Praktik, die zur Trennung vom Kind führt, vermeiden.


Viele Mütter, die die Prinzipien von Kippley zum ökologischen Stillen an der Brust befolgen, haben über 14 Monate lang keine Menstruation.

Bei Frauen, die nicht ausschließlich Stillen (oder nicht alle Empfehlungen zum ökologischen Stillen befolgen), kann eine Verspätung des Zyklus eintreten, doch gewöhnlich für einen kürzeren Zeitraum, als bei Müttern, die ökologisch stillen.

Die Rückkehr der Menstruation hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  1. wie oft das Kind gestillt wird;
  2. wie oft das Kind mit der Flache gefüttert wird;
  3. ab wann das Baby einen Schnuller benutzt;
  4. wie lange das Kind nachts schläft;
  5. wie viel feste Nahrung das Kind aufnimmt;
  6. die Chemie des mütterlichen Körpers;
  7. die Art und Weise, in der der Körper auf die mit dem Stillen verbundenen hormonellen Einflüsse reagiert.

Jedes Mal, wenn die Stimulation der Brust vor allem nachts abnimmt, ist es wahrscheinlich, dass die Menstruation zurückkehrt.

Kann man in der Stillzeit schwanger werden?
Wie kann man bei unregelmäßiger oder ganz ausbleibender (Amenorrhoe) Menstruation wissen, ob man schwanger ist? Kann man trotzdem schwanger werden? Ja.
Es ist ein ziemlich großes Missverständnis zu glauben, dass man nicht schwanger werden könne, während man stillt. Bei den meisten Frauen nimmt die Fertilität während des Stillens ab, besteht aber weiterhin.
Es gibt keine Regel um zu wissen, wann man einen Schwangerschaftstest machen sollte, doch wenn Zweifel bestehen ist es besser, den Test durchzuführen.

 


Unregelmäßige Menstruation nach dem Wochenbett (Schwangerschaft)

Menstruationen nach dem Wochenbett sind die ersten Menstruationen nach der Geburt des Kindes.
Nicht selten kommt es vor, dass nach einer Geburt unregelmäßige Menstruationen auftreten.
Manche Frauen können in den ersten zehn Wochen nach einer Geburt Menstruationen haben, doch die Rückkehr des Zyklus kann sich um 5-6 Monate oder auch ein Jahr verzögern.
Die Frauen können über wenige Monate einen unregelmäßigen Zyklus haben.
Während dieser Periode kann eine Menorrhagie (starke Blutung) auftreten.

Außerdem kommt es häufig vor, dass die Menstruationen nach ihrer Rückkehr über viele Monate unregelmäßig und/oder viel stärker sind als normal. Manche Frauen bestätigen, dass der erste Zyklus nach der Geburt des Kindes derart stark ist, dass aufgrund des Blutflusses Einlagen und Tampons erforderlich sind.

Achtung: Die Blutung tritt bis zu sechs Wochen nach der Geburt auf, da der Uterus zu seiner normalen Größe zurückkehrt und an Dicke gegenüber der normalen Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) verliert.
Die Blutung nach der Geburt ist in den ersten Tagen hellrot und wird dann in den folgenden Wochen rosa oder bräunlich.
Nach zwei Wochen verändert sich die Blutung über die folgenden fünf Wochen in einen gelblichen oder cremefarbenen Ausfluss. Dies ist kein Menstruationsblut.

Normalerweise setzt bei Frauen, die ihr Kind nicht an der Brust stillen, die Menstruation innerhalb von 7-9 Wochen wieder ein, während die anderen Frauen bis zu 6 Monaten ohne Menstruation bleiben können.

Unregelmäßige Menstruation in jugendlichem Alter

Gewöhnlich sind unregelmäßige Zyklen Teil einer normalen Veränderung, die bei gesunden Mädchen im Alter bis zu 15 oder 16 Jahren auftreten können.
Oft ist die Zyklusdauer länger und es können zwischen zwei Menstruationsphasen auch 3 Monate vergehen.
Mit der Zeit stabilisiert sich der Zyklus höchstwahrscheinlich. Dies geschieht in der Regel drei Jahre nach der Menarche (erste Regelblutung).

Trotzdem können manche Mädchen auch aufgrund von bestimmten Medikamenten, intensivem Sport (Menstruation schwach oder nicht vorhanden), niedrigem Körpergewicht oder zu geringer Nahrungsaufnahme unregelmäßige Menstruationszyklen haben.
Bei anderen sind sie die Folge von Hormonschwankungen.
Zum Beispiel können Schilddrüsenerkrankungen zu unregelmäßiger Menstruation führen, wenn die Konzentration der Schilddrüsenhormone im Blut zu niedrig oder zu hoch ist.

Manche Frauen haben unregelmäßige Menstruationszyklen, weil ihr Körper zu viele Androgene produziert. Hierbei handelt es sich um Hormone, die das Wachstum von Gesichtshaaren, Muskelmasse, eine männlichere Stimme, Wachstum von Schambehaarung und eine Zunahme der Körpergröße bei Mädchen verursachen.

Wann muss man sich Sorgen machen?
Wenn diese Symptome auftreten oder wenn die Zyklen länger als 3 Jahre unregelmäßig sind, sollte man einen Arzt konsultieren.
Dunkles Blut ist kein Grund zur Sorge, denn es könnte älteres Blut sein, das noch in der Gebärmutter verblieben ist. Die Ursache könnte ein zu stark verengter Muttermund am Gebärmutterhals sein.

Unregelmäßige Menstruation in der Menopause

Unregelmäßige Zyklen
Oftmals sind unregelmäßige Menstruationen die ersten Anzeichen der Prä-Menopause. Auch wenn die genauen Symptome bei unregelmäßigem Monatszyklus unterschiedlich sind, haben die meisten Frauen über drei bis zehn Jahre lang eine unregelmäßige Menstruation, ehe sie vollständig vergeht.
Tatsächlich erreichen nur 10 % der Frauen die Menopause ohne irgendwelche Zyklusunregelmäßigkeiten.

Die weiblichen Hormonspiegel verändern sich beim Nahen der Menopause.
Oftmals bestehen unregelmäßige Menstruationen, weil der weibliche Zyklus voll und ganz von den Hormonen abhängt.
Diese Unregelmäßigkeiten können durch andere gynäkologische Probleme verstärket werden, die häufig im mittleren Alter auftreten. Zum Beispiel können Wucherungen in der Gebärmutter entstehen, wie Polypen oder Fibrome. Die Abnahme der Fertilität ist ein weiteres Zeichen der Prä-Menopause, das von unregelmäßigen Zyklen begleitet wird und ein emotional belastendes Problem für die Frauen werden kann, die noch Kinderwunsch haben.

 

Unregelmäßige Menstruation - Ursachen Symptome und Therapie
Unregelmäßige Menstruation – Ursachen Symptome und Therapie

Ursachen für unregelmäßige Menstruationen in der Menopause
Die Monatsblutungen können sehr unregelmäßig auftreten, wenn die Menopause naht.
Die Menopause tritt ein, wenn 12 Monate seit dem letzten Menstruationszyklus vergangen sind.
Die Schwangerschaft ist die häufigste Ursache für das Ausbleiben der Menstruation (Amenorrhoe).
Man muss aufpassen, denn Frauen können auch bis zu 54-55 Jahren ihre Fertilität erhalten.
Ein Schwangerschaftstest hilft herauszufinden, ob eine Frau schwanger ist.

Ist die Frau nicht schwanger, können folgende Ursachen für eine ausbleibende oder unregelmäßige Menstruation vorliegen:

  • Starker Verlust oder Zunahme des Körpergewichts. Auch wenn ein niedriges Körpergewicht eine häufige Ursache für ausbleibende oder unregelmäßige Menstruationen ist, kann auch Übergewicht zu menstruellen Störungen führen.
  • Essstörungen wie Anorexia nervosa oder Bulimie.
  • Übermäßiger Sport. Amenorrhoe kommt häufig bei Hochleistungssportlerinnen vor.
  • Emotionaler Stress.
  • Krankheiten.
  • Reisen.
  • Medikamente, wie die Antibabypille, die leichtere, seltenere, häufigere oder vollkommen ausbleibende Zyklen verursachen können; nach Absetzen der Pille kann leicht ein Zyklus ausfallen oder manche Schwankungen in der Zyklusdauer auftreten.
  • Hormonstörungen; sie können zu Veränderungen der Hormonspiegel führen, die der Körper zur Aufrechterhaltung der Menstruation braucht.
  • Drogenmissbrauch.
  • Erkrankungen der Beckenorgane wie Hymen imperforatus, polyzystisches Ovarialsyndrom oder Asherman-Syndrom.


Es sei daran erinnert, dass man auch schwanger werden kann, wenn die Menstruation ausbleibt. Besteht kein Kinderwunsch, muss man Verhütungsmethoden anwenden.
Eine vorzeitige Ovarialinsuffizienz tritt auf, wenn die Menstruationen vor dem 40. Lebensjahr ausbleiben. Eine Operation, Chemotherapie und Strahlentherapie an Bauch oder Becken können eine vorzeitige Ovarialinsuffizienz verursachen.
Andere Erkrankungen wie das Reizdarmsyndrom, Tuberkulose, Lebererkrankungen und Diabetes mellitus können Amenorrhoe oder unregelmäßige Monatszyklen verursachen, auch wenn dies selten vorkommt.
Liegt eine dieser Erkrankungen vor, treten gewöhnlich neben unregelmäßigen Menstruationen noch andere Symptome auf.
Wird ein Zyklus übersprungen, sollte man Ruhe bewahren.
Die Wiederherstellung des emotionalen und körperlichen Gleichgewichtes kann hilfreich sein.
Viele Frauen haben hin und wieder keine Menstruation. Wenn sie nicht schwanger sind, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Zyklus im darauffolgenden Monat wieder eintritt.

Andere mögliche Ursachen einer unregelmäßigen Menstruation:

  • Gebärmutterkrebs oder Gebärmutterhalskrebs.
  • Hormonstörungen; bei sehr kurzen Zyklen (auch 2-mal im Monat) ist die Ursache gewöhnlich ein abnormaler Hormonspiegel.
  • Pharmaka wie Kortikosteroide oder Antikoagulantien (Blutgerinnungshemmer).
  • Krankheiten wie Anämie, andere Störungen der Blutgerinnung, Schilddrüsenkrankheiten wie Hypothyreose und Hyperthyreose oder hypophysäre Erkrankungen, die das hormonelle Gleichgewicht beeinflussen.
  • Komplikationen im Zusammenhang mit der Schwangerschaft, einschließlich Spontanabort oder ektope Schwangerschaft (das befruchtete Ei nistet sich außerhalb der Gebärmutter ein, zum Beispiel im Eileiter).

Wie werden unregelmäßige Menstruationen behandelt?

Einige Tipps für die Selbsthilfe:

  • Versuchen, einen gesunden Lebensstil mit moderater Bewegung einzuhalten.
  • Fettarme Lebensmittel essen. Muss man abnehmen, sollte man dies besser nach und nach tun, anstatt Diäten zu befolgen, die drastisch die Kalorien- und Nährstoffzufuhr beschränken.
  • Ausreichend ruhen.
  • Techniken praktizieren, die Stress abbauen und entspannen;
  • Sportlerinnen sollten übermäßiges und ausgedehntes tägliches Training reduzieren. Exzessive sportliche Aktivitäten können unregelmäßige Zyklen verursachen.
  • Antibabypille oder andere Verhütungsmethoden wie beschrieben anwenden.
  • Tampons oder hygienische Einlagen mindestens zweimal am Tag wechseln, um ein toxisches Schocksyndrom und eine Infektion zu verhindern.
  • Von den pflanzlichen Produkten können Calendula, Himbeere und Agnucaston zur Regulierung des Monatszyklus beitragen.