Cortison und Glukokortikoide

Cortisonpräparate (Glukokortikoide) sind Medikamente, die Cortison enthalten.
Cortison gehört zu der Gruppe der Steroidhormone, die naturgemäß im Körper hergestellt werden.
Cortisonpräparate sind steroide Entzündungshemmer, die zur Bekämpfung von Entzündungen im Körper eingesetzt werden.

Sie lindern Schwellung, Rötung, Juckreiz und allergische Reaktionen.

Kortisontabletten
Kortisontabletten

Sie werden häufig zur Behandlung verschiedener Erkrankungen eingesetzt, wie bei Allergien, Hautprobleme, Asthma oder Arthritis.
Cortisonhaltige Medikamente können auch bei anderen Erkrankungen eingesetzt werden, wenn der Arzt dies als sinnvoll erachtet.
Der Körper produziert selbst verschiedene kortisonähnliche Hormone (Steroide), die er braucht, um gesund zu bleiben.
Wenn der Organismus nicht genug Cortison produziert, kann der Arzt das Medikament verschreiben, um den Mangel auszugleichen.
Kortisonpräparate sind sehr starke Medikamente.
Neben der nützlichen Wirkung, die zur Behandlung von Erkrankungen eingesetzt wird, haben sie mitunter sehr schwere  Nebenwirkungen.

Wenn die Nebennierenrinde nicht ausreichend Cortison produziert, dürften bei Einnahme dieses Mittels keine Probleme auftreten, es sei denn, die Menge ist übermäßig.
Wenn das Cortisonpräparat zur Behandlung anderer Beschwerden eingenommen wird, sollten die Vor- und Nachteile mit dem Arzt besprochen werden.
Cortisonhaltige Medikamente sind verschreibungspflichtig.
Wenn ein Arzneimittel für einen bestimmten Zweck zugelassen und vermarktet werden darf, kann sich mit der Zeit herausstellen, dass es wohlmöglich auch bei anderen Erkrankungen Nutzen bringt.
Auch wenn die Verwendung nicht in den Arzneimittelindikationen enthalten ist, können einige Kortikosteroide bei folgenden Beschwerden verschrieben werden:
Bell´sche Lähmung (Prednisolon)
Starker Husten bei Kindern (Dexamethason)

Der behandelnde Arzt muss informiert werden, wenn gerade ein besonderer Diätplan befolgt wird, besonders wenn er wenig Natrium und Zucker enthält.

 

Cortisonpräparate sind in den folgenden Darreichungsformen erhältlich:

  • Tabletten
  • Retardtabletten
  • Retardkapseln
  • Saft
  • Injektionslösung
  • Beutel
  • Flüssigkeit

 

Die Rolle des Cortison

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Cortisol produzierende Nebennieren.
pixologic/bigstockphoto.com

Cortison ist ein Arzneistoff mit denselben Funktionen wie Kortisol, ein Hormon, das in der Nebennierenrinde (oberhalb der Nieren) hergestellt wird.
Kortisol spielt eine wichtige Rolle bei der Kontrolle des Salz- und Wasserhaushalts im Körper und reguliert den Stoffwechsel der Kohlenhydrate, Fette und Proteine.
In Stresssituationen sendet der Körper chemische Substanzen an die Nebennieren, um dieses Hormon herzustellen.
Das zusätzliche Cortisol ermöglicht es dem Körper, Stress zu bewältigen, wie Infektionen, Traumata, Operationen oder emotionale Probleme.
Ist der Stress vorüber, kehrt die Hormonproduktion der Nebennieren wieder zur Normalität zurück.
In der Regel produziert die Nebennierenrinde etwa 20 mg Cortisol am Tag, besonders am Morgen, bei Bedarf kann die Produktion auf das Fünffache ansteigen.

 

Wie funktionieren Corticosteroide?

Die Steroide hemmen die Entzündung und die Aktivität des Immunsystems.
Die cortisonhaltigen Mittel wirken auf das Immunsystem ein, indem sie die Produktion von Substanzen (Prostaglandine) hemmen, die allergische und entzündliche Reaktionen auslösen.
Bei einer Entzündung schützen die weißen Blutkörperchen den Körper vor Infektionen und Fremdorganismen, wie Viren und Bakterien.

Bei manchen Krankheiten funktioniert das Abwehrsystem (Immunsystem) des Körpers jedoch nicht korrekt.
Dann richtet sich die Entzündung gegen das Körpergewebe und verursacht Schäden.
Typische Eigenschaften einer Entzündung sind Rötung, Wärme, Schwellung und Schmerzen.
Die Steroide reduzieren die Produktion von chemischen Entzündungssubstanzen, um die Gewebeschäden möglichst gering zu halten.
Die Steroide hemmen auch die Aktivität des Immunsystems, welches die Tätigkeit der weißen Blutkörperchen beeinflusst, und können somit auch Fieber senken.
Wenn die Entzündungsursache nicht behoben wird, hat das Cortison nur eine kurzfristige Wirkung, andernfalls verkürzt es die Heilungszeiten und beseitigt die Beschwerden.

Kortisonpräparate können Leukozytose verursachen, das bedeutet eine Vermehrung der weißen Blutkörperchen.

Im Vergleich zu den nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) haben die Corticosteroide eine stärkere Wirkung, aber auch mehr Nebenwirkungen.  Die Wirkung tritt bei beiden Entzündungshemmern schnell ein.

Es gibt auch natürliche Heilmittel, die alternativ zu Cortison angewendet werden können; dazu gehören beispielsweise Schwarze Johannisbeere und Curcuma, die dieselbe Wirkung auf die Nebennierenrinde haben, wie kortisonhaltige Mittel.

 

Wie werden die Steroide verabreicht?

Die Corticosteroide sind in verschiedenen Arzneiformen erhältlich, die sich durch Freisetzungszeiten und Aufenthaltsdauer im Organismus unterscheiden.
Steroide können wie folgt verabreicht werden:

  • lokale Anwendung direkt auf die entzündete Stelle in Form von Creme oder Salbe, beispielsweise bei  atopischer Dermatitis;
  • systemisch, das bedeutet für das ganze “System” bzw. Körper.

Beispiele für eine lokale Steroidbehandlung sind Gelenkinjektionen, Augentropfen, Ohrentropfen und Hautcremes.
Systemische Behandlungen mit Steroiden umfassen:

  • orale Einnahme der Medikamente (schlucken),
  • Einspritzung direkt in die Blutbahn (intravenös)  oder in den Muskel (intramuskulär). Die systemisch verabreichten Steroide gelangen in den Blutkreislauf und erreichen die verschiedenen Körperregionen.

Wo dies möglich ist, wird die lokale Steroidbehandlung der systemischen vorgezogen.
Nur ein Arzt kann die Arzneistoffmenge (Dosis) abhängig von der Dauer der Anwendung und den Gegenanzeigen festlegen.

 

Anwendung

Die Einnahme erfolgt während oder unmittelbar nach den Mahlzeiten, um eine Reizung des Magens zu vermeiden.
Die Einnahme erfolgt nach Anweisung des Arztes.
Die empfohlene Dosis muss genau eingehalten werden.
Wer Bedenken oder Fragen hinsichtlich der Einnahme des Pharmakons hat, sollte das mit dem Arzt besprechen.
Erfolgt die Einnahme nur einmal täglich, sollte sie am frühen Morgen, vor neun Uhr, in flüssiger Form (Suspension) stattfinden; die Flüssigkeit muss vor dem Trinken gut geschüttelt werden.
Wenn das Medikament über einen langen Zeitraum eingenommen wird, darf es nicht einfach ohne die Zustimmung des Arztes abgesetzt werden.
Die Dosis sollte allmählich reduziert werden.

 

Einige Cortisonpräparate im Vergleich

Dexamethason
Dexamethason wird zur Behandlung von Arthritis, Asthma, schweren Allergien, entzündlichen Darmerkrankungen und Hautkrankheiten angewendet.
Augentropfen mit diesem Wirkstoff finden bei allergischen Bindehautentzündungen Anwendung.
Laut National Institutes of Health kann er auch bei Funktionsstörungen der Nebennieren verabreicht werden.
Die möglichen Nebenwirkungen von Dexamethason sind: Magenreizung, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Schwindel, Unruhegefühl, Angstzustände, Neigung zu Blutergüssen, unregelmäßige Monatsblutung, Magenschmerzen, Erbrechen, Depression, Akne und erhöhter Haarwuchs.

Cortisol
Cortisol oder Hydrokortison ist als Spray, Flüssigkeit, Lotion, Gel, Creme oder Öl erhältlich und wird auf die Haut aufgetragen.
Zäpfchen, Klistiere, Fettsalben und Cremes werden bei analem Juckreiz verwendet.
Dieses Arzneimittel kann Hautreizungen, Hautausschlag und Juckreiz lindern. Die möglichen Nebenwirkungen von Kortisol sind: Akne, Farbveränderungen der Haut, trockene Haut, Juckreiz und Hautverletzungen.
Es gibt keine Beweise dafür, dass die Einnahme von Kortisol während der Schwangerschaft zu einer Schädigung des Kindes führt, aber es darf nur unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden.

Betamethason
Betamethason (Handelsname: Celestone) ist ein Kortisolderivat und wird therapeutisch eingesetzt bei: entzündlichen Hautkrankheiten, Asthma, Halsschmerzen, chronischen Autoimmunkrankheiten wie der Morbus Crohn, rheumatoider Arthritis, Psoriasis-Arthritis, Allergien und – zusammen mit Antibiotikum auch bei Mittelohrentzündung.
Einige Patienten haben die Erfahrung gemacht, dass dieses Arzneimittel zu starker Nervosität führt.

Methylprednisolon

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Schuppenflechte am Fuß.

Methylprednisolon (Medrol (CH), Metysolon (D)) wird zur Behandlung von Entzündungen eingesetzt, die durch Erkrankungen, wie Arthritis, Colitis ulcerosa (chronische Entzündung der Dickdarmschleimhaut), Lupus, Atembeschwerden, Schuppenflechte (Psoriasis) und Allergien entstehen.
Zu den wichtigsten Nebenwirkungen von Methylprednisolon zählen Schweißausbrüche, Schwindel, geschwollener Bauch, Übelkeit, Akne, Magenschmerzen, verzögerte Wundheilung, Dünnwerden der Haut (Pergamenthaut), Stimmungsschwankungen, Neigung zu Blutergüssen, Verschiebung der Fettablagerungen im Körper, Kopfschmerzen und Schlafstörungen.

Prednisolon
Prednisolon wird zur Behandlung von endokrinen Beschwerden, Bindegewebserkrankungen, Hautkrankheiten, Allergien, Atembeschwerden, Blutkrankheiten, Magen-Darm-Beschwerden und Augenkrankheiten eingesetzt.
Laut Medical Center der Universität von Maryland sind bei den klinischen Tests bei mehr als 10 Prozent der Behandelten Schlafstörungen, Appetitsteigerung, Gereiztheit und Verdauungsstörungen aufgetreten.
Weitere mögliche Nebenwirkungen von Prednisolon sind: erhöhter Haarwachs, Diabetes, Gelenkschmerzen, Steigerung des Augeninnendrucks (Glaukom), Linsentrübung (Katarakt), Nasenbluten.

Prednison
Prednison wird bei Entzündungen eingesetzt, die durch Asthma, Colitis ulcerosa (chronische Entzündung der Dickdarmschleimhaut), Arthritis, Schuppenflechte (Psoriasis), Lupus, Hautkrankheiten und Allergien entstehen.
Die Johns Hopkins University zeigt an, dass dieser Arzneistoff  verschiedene unerwünschte Nebenwirkungen aufweisen kann.
Mögliche Nebenwirkungen von Prednison sind: Gewichtszunahme, Bluthochdruck, Knochenschwund (Osteoporose), Stimmungsschwankungen, Bildung von Blutergüssen, Schlafstörungen, Dehnungsstreifen der Haut, Akne, Linsentrübung (Katarakt) und Glukoseunverträglichkeit.

 

Wie trifft der Arzt die richtige Entscheidung für eine Steroidbehandlung?

Die Entscheidung, Steroide zu verschreiben, wird unter Berücksichtigung vieler verschiedener, persönlicher Faktoren getroffen.
Der Arzt beurteilt Alter, sportliche Aktivitäten und andere derzeit eingenommene Arzneimittel. Der Arzt muss den potentiellen Nutzen und die möglichen Risiken kennen, die mit der Einnahme von Steroiden verbunden sind, bevor die Behandlung beginnen kann.  Vorteile und Risiken der Steroide variieren aufgrund der folgenden Faktoren:

  • Art und Schwere der zu behandelnden Krankheit.
  • Gibt es Alternativen zum Cortison?
  • Sind wichtige Begleiterkrankungen vorhanden?