Nausea oder Übelkeit

Nausea oder Übelkeit beschreibt das Gefühl, sich Erbrechen zu müssen; dieses Symptom tritt vor allem in der Schwangerschaft häufig auf.
Die Übelkeit kann akut und von kurzer Dauer sein oder länger anhalten; bei längerfristigem Auftreten kann sie entkräftend wirken und den Alltag zur Qual werden lassen.

 

Morgendliche Übelkeit in der Schwangerschaft, was ist das?

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Das Gefühl starker Übelkeit, das auch zum Erbrechen führen kann, wird fälschlicherweise als “Morgenübelkeit” bezeichnet, weil es morgens direkt nach dem Aufstehen mit nüchternem Magen beginnt. Die Übelkeit kann jedoch zu jeder beliebigen Tages- oder Nachtzeit auftreten, vor allem im ersten Schwangerschaftsdrittel; sie kann auch bis zum Ende der Schwangerschaft anhalten.

 

Morgenübelkeit in der Schwangerschaft, was sind die Ursachen?

Eine unbekannte Hormonkombination, erhöhter Stress und andere Veränderungen des Körpers (beispielsweise erhöhte Geruchsempfindlichkeit oder metallischer Geschmack im Mund) können sich auf das körperliche Wohlbefinden der Frau auswirken, vor allem in den ersten Monaten der Schwangerschaft.
Schwangerschaftsübelkeit kann folgende Ursachen haben:

  • Anstieg des Gonadotropin– und Östrogenspiegels im Körper,
  • Entspannung der Muskeln des Verdauungstraktes (ineffizientere Verdauung) durch steigende Progesteronwerte,

Wer immer mal eine Mahlzeit auslässt oder an Ernährungsstörungen leidet, kann stärker von Übelkeit betroffen sein.

Was Sie über Schwangerschaftsübelkeit wissen sollten:
Die meisten Frauen kennen die schlechte Nachricht bereits:
Die Übelkeit beginnt häufig am Morgen, kann den ganzen Tag und auch 7 Tage die Woche anhalten.
Die gute Nachricht ist, dass sich die Übelkeit meistens auf den Zeitraum zwischen der 12. und 14. Schwangerschaftswoche (SSW) beschränkt.
Die Übelkeit kann ab der 2. SSW auftreten und bis zum achten oder neunten Monat, in manchen Fällen sogar bis zur Geburt andauern.
Die beste Nachricht ist, dass die Übelkeit tendenziell in der ersten Schwangerschaft am schlimmsten ist; es bestehen gute Aussichten, die weiteren Schwangerschaften ohne Übelkeit zu überstehen.
Morgenübelkeit hat keine schädigenden Auswirkungen auf das Baby. Frauen, die an Übelkeit leiden, haben sogar eine wesentlich geringere Wahrscheinlichkeit, eine Fehlgeburt zu erleiden als Frauen, die keinen Brechreiz verspüren.
Achtung: Die meisten Frauen bringen gesunde Kinder zur Welt, unabhängig davon, ob sie unter anhaltender Morgenübelkeit gelitten haben oder nicht.

 

Was kann außer einer Schwangerschaft noch zu Übelkeit und Erbrechen führen?

Übelkeit und Erbrechen können einzeln oder zusammen auftreten. Die häufigsten Ursachen dafür sind:

  • Chemotherapie
  • Magenlähmung (Gastroparese), das bedeutet eine aufgehobene oder verminderte Beweglichkeit des Magens
  • Vollnarkose
  • Migräne
  • Reise- oder Bewegungskrankheit (Kinetose) (d.h. eine Störung nach kreisenden Bewegungen, z.B. nach einer Karussellfahrt)
  • Überdosis an Alkohol, verbotenen oder giftigen Substanzen
  • Rotavirus
  • Gastroösophagealer Reflux (verursacht außerdem Rülpsen und bitteren Geschmack im Mund)
  • Verdauungsstörung (die Übelkeit tritt nach dem Essen auf)
  • Rauchen
  • Prämenstruelles Syndrom (Zeitabschnitt zwischen Eisprung und Eintreten der Regelblutung)
  • Schwindel
  • Blinddarmentzündung (Appendizitis)
  • Hirnhautentzündung (Meningitis)
  • Nierenkolik
  • Niereninsuffizienz
  • Schilddrüsenerkrankungen, wie die Hashimoto-Thyreoiditis
  • Virale Darmgrippe (Gastroenteritis), verursacht außerdem Durchfall, Müdigkeit, Schwäche, Bauchschmerzen und Fieber
  • Hypoglykämie (Unterzuckerung)
  • Angstzustände (kann wiederkehrende Übelkeit, Herzrasen, Kribbeln, Schwindel usw. hervorrufen)
  • Medikamente, wie beispielsweise hochdosiertes Paracetamol (Ben-u-ron), Sertralin (Zoloft) oder bestimmte Antibiotika.

Was hilft gegen die Übelkeit?

Viel trinken
Essen bei gereiztem Magen ist möglicherweise keine gute Idee, denn die Verdauungstätigkeit würde diesen zusätzlich belasten.
Man sollte sich darauf beschränken, Flüssigkeit zu sich zu nehmen, bis sich das Befinden bessert und der Brechreiz nachlässt.
Empfehlenswert sind raumtemperierte Flüssigkeiten, wie Wasser und verdünnte Fruchtsäfte (ausgenommen aus Säfte aus Zitrusfrüchten), denn sie sind leicht verdaulich und verhindern, dass der Körper infolge von Erbrechen oder Durchfall austrocknet.

Abwarten und schonen
Die Ärzte sind übereinstimmend der Meinung, dass es bei einer Magen-Darm-Grippe immer noch das Beste ist, eine Weile das Bett zu hüten.
Je mehr der Körper ruht, desto mehr Energie hat er zur Verfügung, um die Krankheit zu bekämpfen.

Kein Alkohol
Wer schon einmal einen Kater hatte weiß, dass Alkohol eine äußerst magenreizende Wirkung haben kann. Wer an Magenschmerzen leidet, sollte sich also keinesfalls betrinken.
Und wenn die plötzliche Übelkeit sogar durch übermäßigen Alkoholgenuss bedingt ist, ist dies ein Grund mehr, darauf zu verzichten.
Dasselbe gilt für fette oder sehr würzige Speisen, koffeinhaltige Getränke und Zigaretten.

Dem Brechreiz nachgeben
Man sollte keinesfalls versuchen, dem Brechreiz entgegenzuwirken, denn durch das Erbrechen hat der Körper die Möglichkeit, sich von etwas zu befreien, das dem Magen nicht gut tut. Wer den Reiz unterdrückt, kann die Speiseröhre schädigen.

Kühlung
Die Kühlung des Kopfes durch Eisbeutel kann bei Brechreiz große Erleichterung verschaffen. Das Erbrechen hört deshalb zwar nicht auf, aber der Betroffene fühlt sich etwas besser.

Flüssigkeits- und Mineralienhaushalt aufrecht erhalten
Bei Übelkeit und Erbrechen ist es wichtig, die verlorene Flüssigkeit wieder auszugleichen und das Gleichgewicht der Elektrolyte (Natrium und Kalium) wiederherzustellen.
Wer ein oder zwei Tage kein Essen bei sich behalten kann, sollte ein Sportgetränk (z.B. Gatorade) zu sich nehmen, das ist magenfreundlich und wurde eigens dafür entwickelt, den  Körper mit Mineralstoffen zu versorgen.
Wenn das Getränk Magenbeschwerden verursacht, kann es mit Wasser verdünnt werden.

Akupunktur und Entspannungsmaßnahmen
Es hat sich gezeigt, dass Akupunktur wirksam gegen Schwangerschaftsübelkeit eingesetzt werden kann.
Auch die klassischen Entspannungsmethoden wie Meditation und Yoga können Hilfe bringen.

Zitrone
Frischgepresster Zitronensaft oder Zitronenlimonade hilft gegen die Übelkeit; auch der Geruch der Zitrone kann die Symptome lindern.

 

Behandlung von chronischer Übelkeit

Schwangerschaftsverträgliche Medikamente

Bismuthaltige, frei verkäufliche Arzneimittel schützen die Magenwand und können das Gefühl der Übelkeit lindern. Aspirin reizt den Magen und sollte vermieden werden.
Es gibt Medikamente, die auch während der Schwangerschaft eingenommen werden können, dazu einige Beispiele:

  • Dimenhydrinat (Travel-Gum®, Vomacur®)
  • Metoclopramid (Gastrosil®)
  • Domperidon (Motilium®)

Wird die Übelkeit durch ein Verdauungsproblem verursacht, kann ein Glas Wasser mit einem Löffel Bikarbonat helfen.

 

Was soll man essen? Ernährungstipps bei Schwangerschaftsübelkeit

 

Ernährung,Kohlenhydrate,Eiweiß,Schwangerschaft,ÜbelkeitDie in der Schwangerschaft empfohlene gesunde und ausgewogene Ernährung solle weiter befolgt werden, besondere Beachtung verdient hierbei das dynamische Duo: Eiweiß und komplexe Kohlenhydrate; sie bekämpfen die Übelkeit, besonders wenn sie zusammen aufgenommen werden.
Milch und Milchprodukte meiden.
Natürliche Heilmittel aus der Küche

Anis
Mit Anis lässt sich Übelkeit und Erbrechen bekämpfen.
Für Anistee überbrüht man 1/4 Teelöffel Anis mit 1/2 Tasse kochendem Wasser und lässt die Mischung 5 Minuten ziehen.
Einmal täglich trinken.
Man kann auch Gemüse wie Möhren und Kürbis mit Anissamen bestreuen.
Wenn der Magen bei oder unmittelbar nach einem Brechanfall Obst verträgt, kann Anis zusammen mit gebackenen Äpfeln oder Birnen verzehrt werden.

Fenchel
1 Teelöffel Fenchelsamen mit 1 Tasse kochendem Wasser überbrühen und 10 Minuten ziehen lassen. Nach Belieben mit Honig süßen. Schluckweise so viel davon trinken, wie die Übelkeit zulässt.

Ingwer
Ingwer ist ohne Zweifel das beste Mittel bei einem gereizten Magen und hilft in jeder Form bei Übelkeit.
Probieren Sie Ingwertee oder Lebkuchen.
Versuchen Sie es bei Reiseübelkeit mit Ingwerstangen oder kristallisiertem Ingwer, statt mit Tabletten oder Pflaster.
Studien zeigen, dass Ingwer wirksamer ist als die Arzneimittel aus der Apotheke.  Ginger Ale sollte nur dann getrunken werden, wenn er wirklich Ingwer enthält. Ginger Ale wird heutzutage häufig ohne den heilenden Ingwer herstellt.

Pfefferminz
Pfefferminztee wirkt gegen Übelkeit. Einfach einen Teelöffel getrocknete Minzeblätter in einen halben Liter heißes Wasser geben und 30 Minuten ziehen lassen; umrühren und trinken; dabei die Minzeblätter nicht entfernen sondern mittrinken, denn sie können helfen, die Übelkeit zu heilen.

Süßholz
Man kann auf einer Süßholzwurzel kauen; es entstehen jedoch Nebenwirkungen wie Bluthochdruck.
Verhaltenstipps bei Schwangerschaftsübelkeit

Vermeiden Sie jedes Essen bei dessen Anblick und Geruch sich Ihnen bereits der Magen umgedreht; das sind meist scharfe, fette und säurehaltige Speisen, da sie ein sehr intensives Aroma haben.
Konzentrieren Sie sich auf gesunde Lebensmittel, die Sie gut vertragen und die Versorgung mit den wichtigsten Nährstoffen garantieren, bis der Speiseplan wieder abwechslungsreicher gestaltet werden kann.

Man sollte sich jetzt nicht mit empfohlenen Tagesrationen verrückt machen, da die Bedürfnisse des Babys noch sehr reduziert sind.

Essen Sie wenig aber oft; 6 bis 8 kleinere Mahlzeiten sind ideal und 3 großen Mahlzeiten vorzuziehen.
Bei leerem Magen hat die Magensäure nichts, an dem sie nagen kann, außer der Magenschleimhaut – das erhöht die Übelkeit in der Schwangerschaft.
Außerdem lassen sich kleine Mahlzeiten leichter verdauen und die Wahrscheinlichkeit, dass Übelkeit entsteht, verringert sich.

Essen Sie im Bett. Legen Sie sich einfache Knabbereien wie Kräcker, trockene Kekse oder Knäckebrot auf Ihren Nachttisch, so dass der Bauch nie ganz leer wird.
Bleiben Sie morgens liegen und essen erst einmal etwas, bevor Sie aufstehen.

Sie können auch beim nächtlichen Gang zur Toilette einen kleinen Snack einnehmen.
Konzentrieren Sie sich auf das Trinken; Flüssigkeit ist kurzfristig immer wichtiger als feste Nahrung (vor allem bei Erbrechen).
In flüssiger Form ist manches auch leichter verdaulich, die Nährstoffe können beispielsweise in Form von Suppe oder Fruchtmixgetränken zu sich genommen werden.
Nach verschiedenen wissenschaftlichen Studien ist Ingwer ein wirksames Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft. Trinken Sie Ginger Ale, Ingwertee, Ingwergetränke oder lutschen Sie Ingwerbonbons.

Kräcker oder Salzstangen sind altbewährte Mittel, wenn nichts anderes gegen Übelkeit zu helfen scheint.
Die Vitaminpräparate für Schwangere am Abend einnehmen und darauf achten, dass sie kein Eisen enthalten, wenigstens solange die Schwangerschaftsübelkeit anhält.
Halten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt, ob die Einnahme von Vitamin B6 sinnvoll ist, das bei Stress und Übelkeit helfen kann.