Symptome bei Magenkrebs

Die Symptome bei Magenkrebs und Zwölffingerdarmkrebs werden durch unkontrolliertes Zellwachstum hervorgerufen.

Gutartige Tumoren des Magens und Zwölffingerdarms sind selten und stellen nur 5-10 % aller Magentumoren und 10-20 % aller Zwölffingerdarmtumoren dar.

Diese gutartigen Wucherungen können jedoch in einigen Fällen bösartig werden.


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Am häufigsten betroffen sind ältere Menschen und Personen jenseits des 55. Lebensjahres.
Wenn ein Magentumor frühzeitig diagnostiziert wird, bestehen gute Heilungsaussichten.
Ist bereits das dritte und vierte oder letzte Krankheitsstadium erreicht (der Krebs ist gewachsen und hat sich im Körper ausgebreitet), sind die Chancen geringer, den Tumor kurativ zu behandeln.
Die Behandlung kann jedoch das Fortschreiten der Krebserkrankung verlangsamen.
Seit 50 Jahren ist ein Rückgang der Inzidenz und Mortalität an Magenkrebs zu beobachten, etwa 1 % pro Jahr.

 

Typen von Magenkrebs

Es gibt verschiedene Magentumortypen, dazu gehören:

  • Adenokarzinome des Magens – das sind 90-95 % aller Magentumoren. Das Karzinom entwickelt sich aus den Zellen der Schleimhaut, der Innenauskleidung des Magens.
  • Magenlymphome – sie stellen 4% der Magentumoren dar. Die krebsartigen Zellen, die sich im Lymphgewebe bilden, liegen zuweilen in der Magenwand. Das Lymphgewebe drainiert Flüssigkeit und bekämpft Infektionen.
  • Gastrointestinaler Stromatumor (GIST) – diese seltenen Tumoren bilden sich im Muskel oder Bindegewebe der Magenwand (Cajal-Zellen). Diese Tumoren können auch gutartig (benigne) sein und in anderen Bereichen des Verdauungstraktes auftreten.
  • Neuroendokrine Tumoren (NET) – die Krebszellen sammeln sich und bilden Tumoren in den endokrinen (hormonproduzierenden) Zellen, in der Regel im Verdauungstrakt (darunter der Magen). Diese Form von Magenkrebs ist selten. Die häufigste Form ist das Karzinom.
  • Weitere sehr seltene Formen von Magenkrebs sind: Plattenepithelkarzinome, kleinzellige Karzinome und Leiomyosarkome.

 

Wie macht sich Magenkrebs bemerkbar? Symptome eines Magentumors

Magenkrebs kann zahlreiche Symptome hervorrufen.
Sie ähneln häufig den Beschwerden, die durch andere, weniger schwere Erkrankungen hervorgerufen werden, wie beispielsweise durch Magengeschwüre; deshalb ist Magenkrebs oft schwierig festzustellen und die Diagnoseg erfolgt erst, wenn die Erkrankung bereits fortgeschritten ist.

Zu den ersten Zeichen von Magenkrebs gehören:

 

Allarmierende Symptome eines Magentumors

Es ist wichtig, Symptome, die auf Magenkrebs hinweisen können, so bald wie möglich untersuchen zu lassen.
Die Gesundheitsbehörde hat für Personen mit erhöhtem Magenkrebsrisiko eine Reihe von Symptomen und Alarmzeichen ausgemacht,  bei deren Auftreten sobald wie möglich ein Arzt aufgesucht werden sollte:
Schluckbeschwerden.
Verdauungsprobleme in Kombination mit Abmagerung, Unwohlsein oder Anämie (eine verringerte Anzahl an roten Blutkörperchen führt zu Müdigkeit und Kurzatmigkeit).
Lebensalter über 55 Jahre und ständige Verdauungsprobleme.
Verdauungsstörung plus Krankengeschichte, die einen der folgenden Punkte enthält:
1. Ein Fall von Magenkrebs in der Familie.
2. Frühere Eingriffe wegen Magengeschwüren.
3. Barrett-Ösophagus – hier entwickeln sich anomale Zellen in der Innenwand der Speiseröhre.
4. Perniziöse Anämie – bei dieser Erkrankung ist der Magen nicht in der Lage, Vitamin B12 aus der Nahrung aufzunehmen.
5. Dysplasie – Fehlbildung von Zellen, die noch keine wirklichen Krebszellen sind, aber eine Krebsvorstufe darstellen können.
6.  Gastritis – Entzündung der Magenschleimhaut.
7. Gelbsucht – Augen und Haut werden gelb.
8. Bildung einer beträchtlichen, pralle Masse im Oberbauch

Fortgeschrittener Magenkrebs
Symptome bei Magenkrebs in fortgeschrittenem Stadium:

  • Blut im Stuhl oder schwarz gefärbter Stuhl,
  • Appetitlosigkeit,
  • Gewichtsverlust,
  • Fieber,
  • Müdigkeit,
  • Flüssigkeitsansammlung im Magen,
  • Anämie.

 

Ursachen für Magenkrebs

Risikofaktoren
Wenn der Arzt Magenkrebs diagnostiziert, fragt man sich natürlich, was die Erkrankung verursacht haben könnte. Aber niemand kennt die genauen Ursachen für Magenkrebs. Die Ärzte wissen nur in seltenen Fällen, warum einer an Magenkrebs erkrankt und ein anderer nicht.
Es gibt gewisse Risikofaktoren, die die Wahrscheinlichkeit erhöhen, ein Magenkarzinom zu entwickeln.
Aufgrund von Studien konnten folgende Risikofaktoren für Magenkrebs ausfindig gemacht werden:

Infektion durch Helicobacter pylori
H. pylori ist ein Bakterium, das häufig eine Infektion der Magenschleimhaut hervorruft. Die Infektion durch H. pylori kann für Magenentzündungen und Magengeschwüre verantwortlich sein.
Auch das Risiko für Magenkrebs erhöht sich, aber nur ein geringer Anteil der infizierten Personen erkrankt daran.
In diesem Fall können auch junge Menschen oder Schwangere betroffen sein.

Chronische Magenentzündung
Wer lange an einer Magenentzündung leidet (wie perniziöse Anämie oder chronische Gastritis) hat ein höheres Risiko, an Magenkrebs zu erkranken.
Auch bei Personen, denen Teile des Magens entfernt wurden, ist das Risiko noch viele Jahre nach dem Eingriff erhöht.

Rauchen
Raucher haben eine höhere Wahrscheinlichkeit, Magenkrebs zu entwickeln, als Nichtraucher. Bei starkem Rauchen erhöht sich das Risiko.

Veranlagung
Enge Verwandte (Eltern, Geschwister, Kinder) von Magenkrebspatienten haben eine größere Wahrscheinlichkeit, selbst an Magenkrebs zu erkranken.
Wenn sie selbst schon einmal Magenkrebs hatten, ist das Risiko noch größer.

Schlechte Ernährungsweise, Bewegungsmangel oder Fettleibigkeit
Studien gehen davon aus, dass eine Diät reich an geräucherten, salzigen oder gepökelten Lebensmitteln das Magenkrebsrisiko erhöht. Auf der anderen Seite kann der Verzehr von viel frischem Obst und Gemüse das Risiko für diese Krankheit verringern.
Bewegungsmangel kann die Wahrscheinlichkeit für Magenkrebs erhöhen.
Auch stark Übergewichtige haben ein erhöhtes Risiko für eine Krebserkrankung im oberen Magenbereich.

Die meisten Personen, die diesen Risikogruppen angehören, entwickeln jedoch keinen Magenkrebs; z.B.: viele Personen mit Helicobacter pylori-Infektion erkranken nicht an Magenkrebs.
Andererseits kann Magenkrebs bei Personen auftreten, bei denen keiner der bekannten Risikofaktoren vorliegt.

 

Diagnose eines Magentumors

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Es gibt verschiedene Methoden zur Diagnose von Magenkrebs, dazu gehören:

  • Magenspiegelung (Gastroskopie) – mit einem durch den Mund eingeführten Schlauch können Magen, Speiseröhre und der obere Abschnitt des Darms begutachtet werden.
  • Biopsie – im Rahmen einer Endoskopie entnimmt der Arzt eine kleine Gewebeprobe aus dem Magen und untersucht sie unter dem Mikroskop.
  • Röntgenuntersuchung mit Barium – bariumhaltiges Kontrastmittel zeigt bei einer Röntgenuntersuchung von Magen und Verdauungsapparat Veränderungen im Magen an.
  • Ultraschalluntersuchung – das Ultraschallgerät verwendet Schallwellen, um Bilder des Magens zu erstellen.
  • Blutuntersuchung– dazu gehört auch die Untersuchung des Tumormarkers CEA (Carcinoembryonales Antigen). CEA wird in größeren Mengen von einigen Tumorzellen hergestellt.
    Das ist bei etwa der Hälfte der Magenkrebspatienten der Fall.

Falls sich der Verdacht auf Magenkrebs bestätigt, schließen sich weitere Untersuchungen an, um festzustellen, ob sich der Krebs ausgebreitet hat. Das geschieht mithilfe von:
Computertomographie (CT) – eine spezielle Röntgenuntersuchung, die aus verschiedenen Blickwinkeln ein dreidimensionales Bild des Körpers erstellt. Ein Farbstoff kann eingesetzt werden, um die inneren Organe hervorzuheben.
Magnetresonanztomographie (MRT) – ähnlich wie bei einer CT werden dreidimensionalen Bilder erstellt, aber statt der Röntgenstrahlen ein starker Magnet und ein Magnetfeld eingesetzt.
Positronen-Emissions-Tomographie (PET) – der Arzt spritzt eine schwach radioaktiv markierte Glukoselösung. Der Scanner kann die radioaktive Substanz erkennen. Die Krebszellen werden als ‘warme Punkte’ dargestellt (dort wo die Glukose aufgenommen wurde).

Stadieneinteilung (Staging)
Magenkrebspatienten müssen sich vor der OP einer gründlichen Untersuchung zur Stadieneinteilung unterziehen, damit die beste Behandlungsform festgelegt werden kann.
Die Ausbreitung kann lokal, lymphatisch, hämatisch erfolgen oder über die Bauchhöhle hinausreichen und beispielsweise die Eierstöcke erreichen (Krukenberg-Tumor).
Metastasen bilden sich vorwiegend in Leber, Knochen, Lungen und – seltener – im Gehirn.
Zur anfänglichen Beurteilung und Stadieneinteilung sollte eine CT des Brust- und Bauchraumes durchgeführt werden, um festzustellen, ob sich Metastasen gebildet haben oder nicht.
Sind keine Metastasen vorhanden, wird die Operabilität vorzugsweise durch einen endoskopischen Ultraschall bewertet.
Zu den Mitteln des Stagings gehören Röntgenuntersuchung der Brustregion, transabdominaler Ultraschall, Magnetresonanz, Bronchoskopie und Laparoskopie.

Ausdehnung des Tumors (T), Lymphknotenbefall (N) und Metastasen (M) (TNM-Klassifikation)
TX, NX und MX bedeuten «keine Aussage möglich».
T0 – keine Anzeichen eines Primärtumors.
TIS – Carcinoma in situ (intraepithelialer Tumor).
T1 – Tumor infiltriert Lamina propria oder Submukosa (Frühkarzinom).
T2 – Tumor infiltriert Muscularis propria oder Subserosa.
T3 – Penetration des viszeralen Peritoneums, aber noch keine Infiltration  benachbarter Strukturen.
T4 – Befall der Nachbarorgane (Milz, Colon usw.).

N0 – keine lokalen Lymphknoten befallen.
N1 – Befall von 1-6 Lymphknoten.
N2 – Befall von 7-15 Lymphknoten.
N3 – Befall von mehr als 15 Lymphknoten.

M0 – keine Fernmetastasen.
M1 – Fernmetastasen, in den Mesenteriallymphknoten, im Retroperitonealraum oder weiter entfernt.

 

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Magenkrebs?

Zu den Behandlungsoptionen gehören: Chirurgie, Chemotherapie und zuweilen Strahlentherapie.
Welche Behandlungsform in Frage kommt, ist individuell unterschiedlich und hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie Krebsstadium (Größe und Ausbreitung des Tumors) und Allgemeinzustand.

Es ist wichtig, sich hinreichend zu ernähren; ein Ernährungsexperte sollte zu Rate gezogen werden, um einen zweckmäßigen Diätplan zu erstellen.

Es empfiehlt sich ein Beratungsgespräch mit einem Spezialisten, der mit dem Fall vertraut ist.
Der Arzt kann den Patienten über das Pro und Contra, die Erfolgsaussichten, mögliche Nebenwirkungen und andere Aspekte im Hinblick auf die Therapiemöglichkeiten dieser Krebsform informieren.

Auch über die Behandlungsziele sollte gesprochen werden.
Zum Beispiel:
Einige Formen des Magenkrebses können geheilt werden, besonders wenn sie im Frühstadium behandelt werden.

Oder die Behandlung kann darauf abzielen, den Tumor zu kontrollieren.
Kann die Therapie den Tumor auch nicht heilen, können Wachstum und Ausbreitung eingeschränkt werden. Auf diese Weise wird das Fortschreiten des Krebses aufgehalten und den Symptomen eine Weile Einhalt geboten.

Oder die Behandlung kann zur Linderung der Symptome eingesetzt werden.
Ist der Tumor auch nicht heilbar, kann die Therapie helfen, die Größe des Tumors zu verringern und auf diese Weise Symptome und Schmerzen zu lindern.
Ist der Tumor fortgeschritten, können Nahrungsergänzungsmittel, Schmerzmittel oder andere Maßnahmen schmerz- und symptomlindernd eingesetzt werden.

Wann muss operiert werden? Der chirurgische Eingriff
Eine kurative Therapiemöglichkeit besteht in der operativen Entfernung des Tumors im Frühstadium. In den meisten Fällen wird der betroffene Magenanteil entfernt.
Zuweilen erfolgt eine vollständige Magenentfernung, was als laparoskopischer Eingriff möglich ist.
Auch wenn der Tumor fortgeschritten ist und sich nicht heilen lässt, können einige Operationstechniken dabei helfen, die Symptome zu lindern; bei einem Verschluss kann beispielsweise die Entfernung eines Magenanteils durch Laserchirurgie oder eine Bypass-Operation Erleichterung verschaffen.

Chemotherapie
Diese Behandlung mit Antikrebsmitteln sorgt für ein Absterben der Krebszellen bzw. behindert ihre Teilung, auch wenn sie zahlreiche Nebenwirkungen verursacht, wie Durchfall, verminderte Zahl an roten Blutkörperchen, weißen Blutkörperchen und Blutplättchen, Haarausfall und Müdigkeit.
Wird sie in Kombination mit einem operativen Eingriff angewendet, spricht man von einer adjuvanten Chemotherapie.
Die Chemotherapie kann beispielsweise nach der OP eingesetzt werden.
Sie soll alle Tumorzellen abtöten, die sich vom Primärtumor ausbreiten können. Zuweilen wird die Chemotherapie zur Verkleinerung eines großen Tumors vor der Operation (neoadjuvant) eingesetzt, um den Eingriff einfacher zu gestalten.
Diese Behandlungsform kann vom Arzt empfohlen werden, wenn der Tumor inoperabel ist.

Strahlentherapie
Die Strahlentherapie nutzt hochenergetische Strahlenbündel, die konzentriert auf das Tumorgewebe gerichtet werden.
Auf diese Weise werden die Krebszellen abgetötet bzw. ihre Vermehrung unterbunden.
Die Strahlentherapie wird bei Magenkrebs selten angewendet.
Sie wird zuweilen zur Reduzierung von dem Teil des Tumors eingesetzt, der Symptome hervorruft.

Radiochemotherapie
In manchen Fällen wird die Kombination von Chemotherapie und Strahlentherapie – kurz Radiochemotherapie – zusammen mit einer operativen Behandlung eingesetzt.

 

Wie sind Prognose, Überlebensrate und Lebenserwartung?

Ohne Behandlung kann Magenkrebs wachsen und sich im Körper ausbreiten.
Bei früher Diagnose und Behandlung (bevor der Tumor sich außerhalb der Magenwand ausbreitet oder Lymphknoten und andere Körperregionen befällt) bestehen bei operativer Behandlung  gute Heilungsaussichten.
Leider erfolgt die Diagnose in den meisten Fällen nicht im Frühstadium.

Wird der Tumor erst festgestellt, wenn er sich bereits jenseits der Magenwand weiterentwickelt und in andere Körperteile ausgebreitet hat, ist die Aussicht auf Heilung weniger wahrscheinlich (Endstadium).
Dennoch lässt sich durch die Behandlung mit chemotherapeutischen Medikamenten das Fortschreiten des Krebses häufig verzögern.

Beschränkt sich der Tumor auf die Submukosa des Magens und hat keine Metastasen gebildet, liegt die 5-Jahresüberlebensrate bei 90 %.
Bei fortgeschrittenen Krebsstadien sinkt sie drastisch auf etwa 25 %.

 

Kann Magenkrebs vorgebeugt werden?

Ja und Nein.

Teils “Nein”

Die Experten wissen nicht hundertprozentig, wodurch Magenkrebs hervorgerufen wird, es gibt keine Schutzimpfung und somit keine sichere Form der Prävention.

Teils «Ja»

Zu den alternativen Behandlungsformen zur Reduzierung der Risikofaktoren, die das Auftreten der Erkrankung begünstigen, gehören Krebsdiät und eine gesunde Ernährung.
Obst und Gemüse: Wer viel Obst und Gemüse isst, hat eine geringere Wahrscheinlichkeit, an Magenkrebs zu erkranken als andere Menschen.
Salzige und geräucherte Speisen: Salzige und geräucherte Nahrungsmittel sollten vermieden werden.
Rauchen: Wer nicht raucht, senkt das Magenkrebsrisiko.
Arztgespräch: Mit dem Arzt besprechen, ob eine bestimmte Krankheit die Wahrscheinlichkeit für Magenkrebs erhöhen kann. Es können regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen in Betracht gezogen werden.