Bauchkrämpfe und Bauchschmerzen

Bauchkrämpfe und Bauchschmerzen entstehen, wenn sich die Muskeln ungewollt und plötzlich zusammenziehen und ein stechender Schmerz auftritt. Praktisch jeder Muskel kann einen Krampf oder Spasmus entwickeln, auch die unwillkürliche Muskulatur der inneren Organe.
Obere Bauchkrämpfe spürt man in der Magengegend, untere Bauchkrämpfe können im Darm oder in den Fortpflanzungsorganen (z.B. Gebärmutter) entstehen.

 

Ursachen für Bauchkrämpfe

Blinddarmentzündung (Appendizitis)
Plötzliche Schmerzen und Krämpfe auf der rechten Seite des Unterbauchs sind Symptome einer Blinddarmentzündung.
Die Blinddarmentzündung ist eine der häufigsten Ursachen für Krämpfe bei Kindern, zusammen mit Darmverschluss und Milchzuckerintoleranz.
Weiter Symptome sind: Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung und Fieber.

Divertikulitis
Bei einer Divertikulose bilden sich vermehrt Ausstülpungen der Schleimhaut (Divertikel) im Dickdarm.
Wenn sich diese Ausstülpungen entzünden, spricht man von einer Divertikulitis.
Zu den Symptomen gehören: abdominale Krämpfe, Durchfall, Verstopfung, Fieber und allgemeines Unwohlsein.

Endometriose
Endometriose ist eine Erkrankung von Frauen, bei der Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) außerhalb der Gebärmutterhöhle vorkommt.
Mit der Zeit bilden diese am falschen Ort liegenden Zellen Adhäsionen, die Schmerzen im Unterbauch hervorrufen können.
Weitere Symptome sind: Krämpfe, vor allem am Ende des Monatszyklus, und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr.

Lebensmittelvergiftung
Eine durch Salmonellen verursachte Lebensmittelvergiftung gehört in den USA zu den häufigsten Störungen, die mit Lebensmitteln in Zusammenhang stehen: mehr als 30 Millionen Fälle werden jährlich gemeldet.
Die akute Vergiftung verursacht Bauchkrämpfe, Durchfall und Erbrechen.

Gallensteine
Ein Gallenstein ist eine Ablagerung von Cholesterin, Kalzium und Bilirubin in der Gallenblase oder im Gallengang.
Gallensteine können starke Schmerzen im Oberbauch hervorrufen, die in den Rücken oder in die rechte Schulter ausstrahlen.
Weitere Symptome sind Gelbsucht (Ikterus), Herzrasen (Tachykardie), Blähungen und Aufstoßen.

Magenschleimhautentzündung (Gastritis)
Zu den Symptomen der Gastritis gehören Magenschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und belegte Zunge.
Die Bauchkrämpfe sind auf der linken Seite zu spüren, direkt unter den Rippen.
Die Symptome treten etwa eine halbe Stunde nach dem Essen auf.
In schwereren Fällen kommt es außerdem zu erhöhtem Herzschlag, starkem Durst und Durchfall.
Die durch Magenschleimhautentzündung hervorgerufenen Krämpfe können nachts auftreten, wenn spät zu Abend gegessen wird.

Hitzschlag
Starke, durch Natriummangel hervorgerufene Bauchkrämpfe sind das ernsthafte Symptom eines Hitzschlags.
Die Behandlung sieht eine sofortige Abkühlung und die Zufuhr von Flüssigkeiten und Mineralsalzen vor.

Reizdarmsyndrom
Abdominale Krämpfe mit Durchfall (zuweilen im Wechsel mit Verstopfung) sind charakteristisch für das Reizdarmsyndrom. Die Erkrankung entwickelt sich normalerweise in der späten Jugendzeit und wird durch Stress verstärkt.

Regelschmerzen
Viele Frauen und Mädchen leiden während ihrer Regelblutung unter Unterleibskrämpfen.
Die Schmerzen sind durch eine übermäßige Produktion von Prostaglandinen (hormonähnliche Substanzen) bedingt, die Entzündung, Schmerzen und Bauchblähung hervorrufen.
Entzündungshemmende Medikamente, die die Prostaglandine stoppen, helfen in bis zu 90 % der Fälle.

Infektionen durch Darmparasiten
Taenia, Giardiaund andere Darmparasiten können Bauchschmerzen und Krämpfe hervorrufen. Weitere Symptome sind: Fieber, Durchfall, Gewichtsverlust und Blutarmut (Anämie).

Reisedurchfall
Reisedurchfall charakterisiert sich durch heftige Durchfallattacken und eventuell Bauchkrämpfe. In der Regel steht er in Zusammenhang mit Reisen in warme Länder.

Colitis ulcerosa
Bauchkrämpfe mit Durchfall, Blut im Stuhl und Schmerzen im Unterbauch weisen auf eine Darmentzündung hin, die Colitis ulcerosa genannt wird.
Der Durchfall enthält häufig blutigen Schleim und kann im Wechsel mit Verstopfung auftreten.
Der Unterbauch kann schmerzen und ausgedehnt sein.

 

Schwere Erkrankungen

In manchen Fällen sind die Bauchkrämpfe ein Hinweis auf eine sehr ernste Erkrankung.
Es gibt bestimmte Krebstypen, wie Bauchspeicheldrüsen-, Eierstock– und Leberkrebs, die Bauchschmerzen und -krämpfe verursachen.

Auch die Entzündung eines Organs ist eine gravierende Ursache für Bauchschmerzen.
Die häufigste Form einer abdominalen Entzündung ist die Blinddarmentzündung; in diesem Fall ist der Magen steif und extrem berührungsempfindlich, auch Fieber kann auftreten.
Bei Nichtbehandlung kann die Blinddarmentzündung zu Blutvergiftung und Tod führen.

In den meisten Fällen sind die Ursachen für Bauchschmerzen nicht lebensbedrohlich, aber es empfiehlt sich, einen Arzt zu Rate zu ziehen.

 

Bauchkrämpfe in der Schwangerschaft

Man muss sich nicht gleich Sorgen machen, wenn Bauchkrämpfe auftreten.
Manchmal entstehen sie nur infolge eines Verdauungsproblems.
Nur selten stellen die Krämpfe einen medizinischen Notfall dar.

Entspannung
Die Muskeln und Bänder, die die Gebärmutter halten, sind während der Schwangerschaft in alle Richtungen gedehnt und gestreckt.
Das kann zuweilen Krämpfe auslösen.
Es können leichte oder starke Schmerzen entstehen.
Besonders deutlich können sie bei einer schnellen Bewegung, beim Aufstehen, Husten oder Niesen zu spüren sein.
Kein Grund zur Sorge. Manche Frauen haben Krämpfe, wenn sie Gymnastikübungen durchführen und die bereits gespannten Muskeln und Bänder zusätzlich belastet werden.
Wenn die Krämpfe während der Übungen auftreten, sollte man auf seinen Körper hören, aufhören und eine Weile ausruhen.

Krämpfe können auch ein Zeichen dafür sein, besser auf die Ernährung zu achten.
Eine schlechte Verdauung kann Krämpfe verursachen.
Zu üppiges oder falsches Essen kann Magenkrämpfe auslösen. Auch Verstopfung verursacht äußerst schmerzhafte Krämpfe.

 

Krämpfe zu Beginn der Schwangerschaft

Die befruchtete Eizelle heftet sich an der Gebärmutterwand fest (in der ersten Schwangerschaftswoche).
In dem Moment, in dem die Eizelle “einwurzelt” können Krämpfe zu spüren sein; das ist ganz normal und kein Grund zur Sorge.

Achtung
Zuweilen sind die Krämpfe ein Alarmsignal, das nicht ignoriert werden sollte.
Es gibt drei krankhafte Entwicklungen, die Krämpfe verursachen können:

Fehlgeburt
Etwa 20 % der Schwangerschaften enden innerhalb der ersten drei Monate als Fehlgeburt. (Eine Fehlgeburt tritt dann auf, wenn das Kind nicht ausreichend entwickelt hat, um außerhalb der Gebärmutter zu überleben).
Starke Krämpfe in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten (häufig zusammen mit vaginalen Blutungen) können auf Probleme hindeuten.

Ektopische Schwangerschaft
Nistet sich die befruchtete Eizelle außerhalb der Gebärmutterhöhle ein, ist sie nicht überlebensfähig und verursacht starke Unterleibsschmerzen und Blutungen.
Die Krämpfe treten in den ersten Schwangerschaftswochen auf.

Frühgeburt
Jedes Jahr werden hunderttausende von Kindern vor dem 9. Monat geboren.
Eine Frühgeburt lässt sich an verschiedenen Zeichen erkennen, dazu zählen auch Bauchkrämpfe.

Krämpfe beim Laufen
Manchmal möchte man sich nach einem aerobischen Training wegen der Bauchkrämpfe in Embryonallage auf das Bett legen.
Man muss aus Angst vor den Schmerzen jedoch nicht mit dem Laufen aufhören.

Essen und Trinken
Man kann Bauchkrämpfen vorbeugen, wenn 2 bis 4 Stunden vor dem Training nichts mehr gegessen wird.
Auch Austrocknung (Dehydration) kann Krämpfe verursachen; man sollte vor, während und nach dem Training trinken.

 

Behandlung der MuskelnBauchkrämpfe, Bauchschmerzen

Eine Stärkung der Muskeln durch Übungen wie Bauchpressen (Crunches) kann Krämpfen beim Training vorbeugen.
Wenn Krämpfe auftreten, muss eine Pause eingelegt und Dehnübungen für die Bauchmuskeln durchgeführt werden; dabei tief atmen.

 

Ist es normal, einige Tage nach der Geburt Krämpfe zu verspüren?

Ja. Viele Frauen haben Bauchschmerzen und Krämpfe, die beim Stillen schlimmer werden.
Sie werden durch die Kontraktionen der Gebärmutter hervorgerufen, die versucht, wieder ihre ursprüngliche Größe zu erlangen. Die Krämpfe können bis zu einer Woche nach der Geburt andauern.

 

Therapie bei Bauchkrämpfen

Es gibt verschiedene wirksame Methoden, um die durch Bauchkrämpfe entstehenden Schmerzen zu mindern oder zu beseitigen.
Falls möglich, Nahrungsmittel und Getränke vermeiden, die Beschwerden verursachen, um somit die Auswirkung von Verdauungsproblemen zu reduzieren.

Natürliche Heilmittel
Eine schmerzlindernde Wirkung wird häufig bereits durch Hinlegen und Schonung erzielt.
Das Anbringen von Wärme (z.B. Wärmflasche) erhöht die Blutzirkulation im Bauch und entspannt die angespannten Muskeln.
Koffeinfreier Tee, Fingerdruckmassage und andere Behandlungsmaßnahmen können sehr wirksam sein.

Buscopan® ist ein krampflösendes Mittel, das bei Bauchkrämpfen, Schmerzen und Beschwerden sicher wirkt und gut verträglich ist.
Seine Wirkung basiert darauf, die Schmerzursache anzugehen: die Krämpfe selbst. Buscopan® entspannt und löst die angespannten Muskeln und lindern somit Bauchkrämpfe und Schmerzen.

Weitere Behandlungen
Zeigt Buscopan® nach ein paar Tagen keine Wirkung, muss ein Arzt oder anderer Gesundheitsexperte zu Rate gezogen werden.
Er kann Medikamente zur Behandlung der Erkrankung verschreiben, eine bestimmte Ernährungsweise empfehlen und/oder ein sportliches Übungsprogramm ansetzen.

Schmerzmittel
Bauchkrämpfe, die als Symptom einer anderen Krankheit (z.B. Verdauungsstörung, Blähungen oder Virusinfektion) auftreten, werden spontan wieder verschwinden, wenn die Krankheit geheilt ist.
Zuweilen lassen leichte Krämpfe in wenigen Stunden oder Tagen von allein nach.
Wenn die Bauchkrämpfe andauern, kann ein leichtes Schmerzmittel helfen.
Wer an Bauchkrämpfen leidet, sollte Aspirin, Entzündungshemmer wie Ibuprofen und Betäubungsmittel meiden, weil sie den Magen zusätzlich reizen.
Paracetamol (Ben-u-ron) ist ein leichtes Schmerzmittel, das weniger Langzeitfolgen mit sich bringt.
Gesunde Menschen können maximal 4.000 mg Paracetamol am Tag einnehmen.
Schmerzmittel dürfen erst nach Rücksprach mit dem Arzt eingenommen werden; er muss auch über die Häufigkeit und Dauer der Einnahme informiert sein.

Magenmittel
Werden die Bauchkrämpfe durch ösophagealen Reflux hervorgerufen, können Antazida wie Maalox helfen.