Niedriger Hämatokrit

Der Hämatokrit ist der Volumenanteil der Erythrozyten im Blut.

Es ist der Prozentsatz des Blutvolumens, das von den roten Blutkörperchen eingenommen wird, und wird als integraler Bestandteil der gesamten Zellanzahl betrachtet.
Hämoglobin ist eine Metalloproteinase in den roten Blutkörperchen.

Analyse,Hämochrom,Hämatokrit
Hämoglobin ist ein wichtiger Indikator für das Bestehen oder Nichtbestehen einer Anämie bzw. für einen Mangel an roten Blutkörperchen, Hämoglobin oder beidem.

 

Normalwerte des Hämatokrits

Die Hämatokritspiegel sind bei Männern höher als bei Frauen. Ein anderer Faktor, der den Hämatokrit beeinflusst, ist das Alter.
Mit dem Alter verändert sich der Hämatokrit, er ist jedoch nie höher als 70%.

Hämatokrit bei Erwachsenen
Nach Angaben des National Institute of Health liegen die normalen Hämatokritwerte in den Bereichen:

  1. Frauen: 36,1-44,3%
  2. Männer: 40,7-50,3%

Hämatokrit bei Kindern

  • Bei einem Neugeborenen: 42-65%
  • Bei einem Baby von zwei Monaten: 28-55%
  • Bei einem Baby von drei Monaten: 30-36%
  • Bei einem Kind von 6-12 Jahren: 35-46%
  • Bei einem gesunden Jugendlichen von 12-18 Jahren: 36-49%
  • Bei einer gesunden Jugendlichen von 12-18 Jahren: 36-46%

Frühgeborene haben wegen der noch nicht entwickelten Lungen einen erniedrigten Hämatokrit.

 

Wann muss man sich sorgen?

Die Anämie ist eine schwerwiegende Krankheit, bei der das Hämoglobin unter 7mg/dl abfällt.
Diese Erkrankung ist durch Symptome wie Atemnot, Schlafapnoe, ständige Müdigkeit und Schwäche usw. gekennzeichnet. Es gibt viele Risikofaktoren für eine Anämie. So können erniedrigte Werte von Hämoglobin und Hämatokrit während der Schwangerschaft auf eine Eisenmangelanämie hinweisen.

Oftmals fragen mich ältere Menschen, ob ein erniedrigter oder ein erhöhter Hämatokrit besser sei. Tatsächlich weisen beide Arten auf verschiedene Erkrankungen hin und man sollte versuchen, in einem normalen Bereich zu bleiben.

 

Ursachen für niedrige Hämatokritwerte

Blutuntersuchungen, die auf einen erniedrigten Hämatokrit verweisen, dürfen nicht ignoriert werden und sind ein Grund zur Sorge.
Eine Schwangerschaft und niedrige Hämoglobinwerte bestimmen die Abnahme des Hämatokrits. Die Hauptursachen sind im Folgenden genannt.


Anämie
Anämie verursacht einen deutlichen Rückgang der Anzahl der roten Blutkörperchen (Red Blood Cells, kurz RBC).
Ist die Anzahl der RBC zu niedrig, entsteht ein starker Abfall der Hämatokritwerte. Ein Mensch mit niedrigen Hämatokritwerten wird als anämisch bezeichnet.
In der Regel wird eine Anämie bei Personen diagnostiziert, die einen Eisenmangel haben.
Ein Hämatokrit zwischen 32% und 35% wird als ein leichter Fall von Anämie angesehen. Wenn jedoch die Werte unter 28% fallen, ist es sehr wahrscheinlich, dass ständige Müdigkeit und mangelnde Energie verspürt werden.

Hämolyse
Diese Erkrankung führt zum vorzeitigen Tod der roten Blutkörperchen.
Mit anderen Worten verringert die Hämolyse die Zirkulationsdauer dieser Zellen und die Anzahl der RBC.
Die Folge ist ein erniedrigter Hämatokritwert im Körper.

Mangelernährung
Vitamin B12, Eisen und Folsäure sind für die Produktion der RBC wichtig. Ein Mangel an diesen Nährstoffen kann zu erniedrigten Werten der roten Blutkörperchen und des Hämatokrits führen.
In diesem Fall ist auch der RDW-Wert hoch, was bedeutet, dass die Erythrozyten eine sehr unterschiedliche Größe haben.

Hämorrhagie
Eine innere Blutung durch ein Geschwür im Verdauungstrakt kann niedrige Hämatokritwerte hervorrufen. Auch der reichliche Blutverlust aus einer tiefen Hautverletzung, durch eine Operation oder eine Menstruation können verantwortlich für einen erniedrigten Hämatokritwert sein.


Niereninsuffizienz
Unter der Norm liegende Hämatokritwerte können auf eine Niereninsuffizienz hinweisen, bei der die Nieren nicht mehr in der Lage sind, ihre Funktion aufrechtzuerhalten.
Die renale Insuffizienz kann akut auftreten (schnelles Abnehmen der Nierenfunktion) oder schrittweise erfolgen.
In beiden Fällen verringert sich erheblich der Raum, der von den Blutkörperchen im Blut eingenommen wird.

Chemotherapeutika
Chemotherapeutische Pharmaka, die häufig zur Behandlung von Tumoren verwendet werden, können eine negative Auswirkung auf die normale Anzahl der RBC haben.
Diese Medikamente sind dazu bestimmt, Tumorzellen zu töten, können aber auch gesunde rote Blutkörperchen zerstören.
Das kann zur Verringerung des Volumens der Erythrozyten (rote Blutkörperchen) im Blut führen.

Andere Medikamente
Einige Medikamente können den Prozentanteil des Hämatokrits beeinflussen.
Menschen, die Antibiotika wie Chloramphenicol und Penicillin einnehmen, haben ein größeres Risiko, eine Anämie zu entwickeln, die den Hämatokrit verringern könnte.
Niedrige Hämatokritwerte können hinweisen auf:

  1. Knochenmarkerkrankung;
  2. chronisch entzündliche Erkrankungen;
  3. innere Blutungen;
  4. hämolytische Anämie;
  5. Leukämie (Knochenmarkkrebs);
  6. Lymphom.

Myelodysplastische Syndrome
Myelodysplastische Syndrome (MDS) sind eine Gruppe von verschiedenen Erkrankungen, bei denen das Knochenmark keine ausreichende Menge gesunder Blutzellen entwickelt. Oft wird das MDS als klonale Knochenmarkerkrankung definiert.
Bei den MDS können die Stammzellen nicht reifen, sie können im Knochenmark kumulieren oder eine verminderte Lebensdauer haben, was zu einer geringeren Anzahl gereifter Zellen im Blut führt.
Die erniedrigte Anzahl der Blutzellen (auch Zytopenie genannt) ist ein charakteristisches Merkmal der MDS und verantwortlich für verschiedene Störungen:

  1. Infektion;
  2. Anämie;
  3. spontane Blutung;
  4. Ekchymosen oder blaue Flecke.

Anämie (erniedrigte rote Blutkörperchen), Neutropenie (erniedrigte Anzahl weißer Blutkörperchen) und Thrombozytopenie (erniedrigte Thrombozyten) sind die hauptsächlichen Arten der Zytopenie.

Oftmals tritt das myelodysplastische Syndrom zusammen mit einer Anämie auf.
Eine Anämie ist gekennzeichnet durch eine Abnahme von Hämatokrit und niedrigem Hämoglobin (Blutprotein, das den Sauerstoff in die Gewebe transportiert).
Manche Sportler wie Radfahrer und Läufer benutzen Dopingmittel, die den Hämatokrit erhöhen, da dies ihnen ermöglicht, für lange Zeit eine hohe Geschwindigkeit auf dem Rad zu halten.

Zu den häufigsten Symptomen zählen:

  1. Müdigkeit;
  2. Schwäche;
  3. deutliche Leistungsminderung bei Sportlern;
  4. Schwindel.

Ist der Hämatokrit nur leicht erniedrigt, sind die Symptome schwach.
Die Risiken und Komplikationen werden durch das Fehlen von O2 (Sauerstoff) in den Körperzellen verursacht, weil weniger Erythrozyten einer geringeren Menge an zirkulierendem Hämoglobin entsprechen.

 

Niedriger Hämatokrit
Niedriger Hämatokrit

Niedrige Zahl weißer Blutkörperchen (Neutropenie)

Die Abnahme der Anzahl weißer Blutkörperchen verringert die Widerstandskraft des Körpers gegen bakterielle Infektionen. Patienten mit Neutropenie (niedrige Anzahl neutrophiler Granulozyten) können anfällig sein für Hautinfektionen, Infektionen der Nasennebenhöhlen (die Symptome schließen Nasenverstopfung mit ein), Lungen (die Symptome umfassen Husten und Atembeschwerden) oder Harnwege (zu den Symptomen gehört eine schmerzhafte und häufige Miktion).
Zusammen mit den Infektionen kann Fieber auftreten.

 

Niedrige Zahl von Thrombozyten (Thrombozytopenie)

Patienten mit Thrombozytopenie bluten und bilden blaue Flecke selbst nach leichten Schlägen und Kratzern. Nasenbluten ist ein häufiges Symptom.
Oftmals blutet das Zahnfleisch, besonders nach dem Zähneputzen.

 

Deutung der Testergebnisse hinsichtlich anderer Anomalien

Abweichung von Normalwerten Mögliche Krankheiten
Leukozytose oder erhöhte weiße Blutkörperchen Leukämie oder Lymphom
ErniedrigteLymphozyten Autoimmunthyreoditis oder Leukämie
Erniedrigtes Hämoglobin Anämie
Erniedrigtes Ferritin oder Eisen Eisenmangelanämie
Erhöhtes Bilirubin Hämolytische, perniziöse oder Sichelzellanämie
Hohes Serumeisen Hämolytische und perniziöse Anämie
Hohe MCHC (Hämoglobinkonzentration) Hämolytische Anämie
Niedriges MCV (mittleres korpuskuläres Volumen) Thalassämie
Hohe BKS Entzündung

 

Schwangerschaft

Bei schwangeren Frauen variieren die Hämatokritwerte je nach Schwangerschaftsphase und unterscheiden sich von den Werten nicht schwangerer Frauen.
Die Werte für das jeweilige Schwangerschaftsdrittel und Alter werden nachfolgend bezogen auf schwangere und normale Frauen angegeben.
Da Menschen, die in höheren Lagen leben, höhere Blutspiegel haben, werden die Werte von Hb oder Hkt automatisch an die entsprechende Höhe angepasst.

Schwangerschaftsdrittel Hämoglobin Hämatokrit
Erstes 11.0 33.0
Zweites 10.5 32.0
Drittes 11.0 33.0

 

Alter Hämoglobin Hämatokrit
12 – 15 Jahre 11.8 35,7
15 – 18 Jahre 12.0 35,9
≥ 18 Jahre 12.0 37,7

 

Schwangere Frauen laufen Gefahr, aufgrund der ständigen Eisennachfrage von Seiten des Fötus eine Anämie zu entwickeln.
Bei schwangeren Frauen sinkt der Hämoglobin- (Hb) oder Hämatokritspiegel (Hkt) während des ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittels aufgrund der Volumenzunahme des Blutes.
In den letzten drei Monaten bleibt bei Frauen, die keine Eisenpräparate einnehmen, der Hämoglobin- und Hämatokritspiegel niedrig.
Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass während der Schwangerschaft die Häufigkeit der Anämie im letzten Schwangerschaftsdrittel höher ist.


Schwangere Frauen mit einer entsprechenden Eisenzufuhr erfahren eine schrittweise Anhebung von Hb und Hkt in den letzten drei Schwangerschaftsmonaten auf die Werte, die vor der Schwangerschaft bestanden haben.
Die Veränderungen in der Häufigkeit der Anämie im Laufe der Zeit können zur Bewertung der Wirksamkeit der Programme nützlich sein, die zur Verringerung des Eisenmangels entwickelt wurden.
Die postpartale Anämieuntersuchung beinhaltet nur die Ergebnisse mit gültigen Messwerten von Hb und Hkt 4 Wochen oder 28 Tage nach der Geburt, wenn Hb und Hkt auf die Werte zurückkommen, die vor der Schwangerschaft oder im ersten Schwangerschaftsdrittel bestanden haben.
Nach der Geburt sollte sich das mütterliche Hämoglobin erhöhen, da die in der Schwangerschaft expandierte Masse der roten Blutkörperchen zusammenzieht und das Eisen in die Körperdepots zurückkehrt.

 

Was ist zu tun?

Die Therapie hängt von der zugrunde liegenden Erkrankung ab.

Der Arzt verordnet demgemäß die am besten geeignete Behandlung der Störung, die den erniedrigten Hämatokrit verursacht.
Oftmals ist eine Therapie nicht erforderlich, weil die Werte des Hämatokrits lediglich vom Anstieg des Blutvolumens abhängen und sich spontan normalisieren.
In schwerwiegenden Fällen mit einem zu niedrigen Hämatokrit besteht die Behandlung in einer Bluttransfusion.
Mit zu niedrigen Hämatokritwerten darf man kein Blut spenden.

 

Was sollte man essen? Diät und Ernährung


Lebensmittel, die Eisen und Vitamin C enthalten
Wer unter Eisenmangelanämie leidet, kann seiner Nahrung eisenhaltige Lebensmittel hinzufügen. Die wichtigsten Nahrungsmittel, die Eisen enthalten, sind:

  1. rotes Fleisch;
  2. Kalbsleber;
  3. Eier;
  4. Rote Beete;
  5. Bierhefe;
  6. Melasse;
  7. Rosinen;
  8. Spinat und andere dunkelgrüne Blattgemüse;
  9. einige Nahrungsmittel wie Brot und Frühstückflocken, angereichert mit Eisen.

KopfsalatVitamin C verbessert die Eisenaufnahme aus dem Verdauungstrakt.
Man findet es vor allem in:

  1. Zitrusfrüchten;
  2. Fruchtsäften;
  3. Brokkoli;
  4. Blumenkohl;
  5. Tomaten.

Man sollte Orangensaft trinken oder Speisen mit hohem Vitamin-C-Gehalt zusammen mit eisenhaltigen Lebensmitteln essen.


Lebensmittel, die Folsäure enthalten
Absorptionsprobleme des Verdauungstraktes durch Alterung oder Alkoholismus können zu einer megaloblastischen Anämie führen.
Diese wird durch fehlende Folsäure verursacht, die ein Vitamin der B-Gruppe und notwendig zur Produktion der normalen roten Blutkörperchen ist. Sie ist in einigen Lebensmitteln vorhanden, zum Beispiel in:

  1. Spargel;
  2. Orangensaft;
  3. Tomatensaft;
  4. Brokkoli;
  5. Spinat;
  6. Kichererbsen;
  7. Vollkorngetreide;
  8. angereicherten Lebensmitteln;
  9. Erbsen.

Nahrungsmittel, die Vitamin B12 enthalten
Nahrungsmittel mit hohem Vitamin-B12-Gehalt sind:

  1. Leber;
  2. Geflügel;
  3. rotes Fleisch;
  4. Thunfisch;
  5. Eier;
  6. Käse;
  7. Milch;
  8. Joghurt;
  9. Frühstückszerealien und andere Nahrungsmittel, die mit Vitamin B12 angereichert sind.