Myeloische Leukämie

Die myeloische Leukämie ist eine Art von Blut- oder Knochenmarkkrebs, der zu einer Veränderung der Anzahl der Blutzellen führt, in der Regel der weißen Blutkörperchen (Leukozyten), roten Blutkörperchen und Blutplättchen (Thrombozyten).

 

Art der Leukämie

Klassifizierung der Leukämie nach Zellproliferation

Akute Leukämie
Sie ist eine proliferative Erkrankung, die durch ein rasches Wachstum unreifer Blutzellen charakterisiert ist.

AlilaMedical-ImagesFotolia-com Dieses Anwachsen hindert das Knochenmark an der Produktion gesunder Blutzellen. Die akuten Formen der dysplastischen Leukämie können bei Kindern und Erwachsenen auftreten.
Wichtig ist eine unverzügliche Therapie aufgrund des schnellen Fortschreitens und der Ansammlung bösartiger Zellen, die sich über den Blutfluss zu anderen Organen ausbreiten.
Wird nicht behandelt, stirbt der Patient innerhalb weniger Monate oder sogar Wochen.
Es gibt eine schwerwiegende Variante der akuten Leukämie, die sich auch fulminante Leukämie nennt. In diesem Falle ist der Verlauf sehr schnell und verursacht in sehr kurzer Zeit den Tod des Betroffenen.

Chronische Leukämie
Die chronische Leukämie charakterisiert sich durch die massive Anhäufung relativ reifer, aber noch anormaler Blutzellen.
Der Verlauf ist langsam, schreitet gewöhnlich über Monate oder Jahre fort und die Bildung der Zellen gegenüber normalen Zellen erfolgt schneller bei demzufolge erhöhten Werten roter Blutkörperchen im Blut.
Die chronische Leukämie kommt hauptsächlich bei älteren Menschen vor.
Manchmal werden chronische Formen über einige Zeit vor der Therapie überwacht, um eine maximale Wirksamkeit der Therapie zu erreichen.

 

Klassifizierung der Leukämie nach Art der betroffenen Blutzellen


Lymphozytäre Leukämie
Sie wird auch lymphoblastische Leukämie genannt und tritt auf, wenn die B-Lymphozyten überhand nehmen und eine Leukämie verursachen.

Myeloische Leukämie
Sie wird auch myeloide Leukämie genannt und betrifft die roten Blutkörperchen und manchmal die weißen Blutkörperchen oder die Blutplättchen.
Die oben genannten beiden Gruppen bilden die Basis der vier Hauptarten der Leukämie.
Diese können zusätzliche Unterkategorien haben, die wichtigsten Arten jedoch sind:

Akute lymphozytäre Leukämie
Auch bekannt als akute lymphoblastische oder lymphoide Leukämie ist sie die häufigste Leukämieform bei Kindern. Diese Erkrankung betrifft auch Erwachsene, vor allem im Alter von 65 Jahren oder älter.
Es handelt sich um einen Krebs der Lymphozyten, der durch die Überproduktion und kontinuierliche Vermehrung maligner unreifer weißer Blutkörperchen im Knochenmark gekennzeichnet ist. Es ist ein Blutkrebs.

Akute myeloische Leukämie
Die akute myeloische Leukämie (AML) tritt häufiger bei Erwachsenen als bei Kindern auf. Früher wurde sie akute nicht-lymphatische Leukämie genannt.

Chronische lymphatische Leukämie (CLL)
Oft betrifft die chronische lymphatische Leukämie Erwachsene über 55 Jahre.
Manchmal tritt sie bei Jugendlichen auf, betrifft aber keine Kinder.

Myeloische Leukämie
Myeloische Leukämie

Chronische myeloische Leukämie (CML)
Die CML tritt hauptsächlich bei Erwachsenen auf. Auch eine sehr geringe Anzahl Kinder entwickelt diese Krankheit. Diese Art ist durch die vermehrte und einregulierte Produktion von myeloischen Zellen vor allem im Knochenmark gekennzeichnet.

Haarzell-Leukämie (HZL)
Im Allgemeinen ist dieser Tumor eine Unterart der chronischen lymphatischen Leukämie.
Diese Erkrankung betrifft vor allem erwachsene Männer und ist unheilbar.
Es gibt jedoch Behandlungen, die eine Kontrolle der tumoralen Proliferation ermöglichen.

Große granuläre Lymphozytenleukämie
Einbezogen sind die T-Lymphozyten oder NK-Zellen, es handelt sich um eine seltene Art der Leukämie
Es ist kein sehr aggressiver Tumor, somit wirkt eine Behandlung in den meisten Fällen.

Prolymphozytenleukämie der T-Zellen (T-PLL)
Das ist eine sehr seltene Form einer aggressiven Leukämie. Sie betrifft Erwachsene und bezieht die reifen T-Lymphozyten mit ein. Sie ist sehr schwer zu behandeln, die Überlebensrate ist niedrig.

Adulte T-Zell-Leukämie
Das humane T-lymphotrope Virus (HTLV) kann die T-Lymphozyten CD4+ betreffen.
Dies induziert eine abnorme Replikation und Proliferation und führt zur adulten T-Zell-Leukämie.

Eosinophile Leukämie
Die eosinophile Leukämie ist durch eine ständige Vermehrung der Eosinophilen und ihrer Vorläufer gekennzeichnet.

 

Was ist eine aleukämische Leukämie?

Das Knochenmark eines Leukämiepatienten kann aufgrund unreifer Blutzellen keine ausreichende Anzahl gesunder Blutzellen produzieren. Trotz der erhöhten Anzahl sind die unreifen weißen Blutkörperchen nicht in der Lage, den Körper vor Krankheiten und Störungen zu schützen.
Die verminderte Anzahl roter Blutkörperchen und Blutplättchen zusammen mit der erhöhten Anzahl weißer Blutkörperchen ist für Leukämie kennzeichnend.
Bei der aleukämischen Leukämie wird die Erhöhung der Anzahl weißer Blutkörperchen nicht durch ein komplettes Blutbild aufgedeckt. Es ist eine seltene Leukämie. Diese Leukämieart kann auch lymphozytär, monozytär oder myeloisch sein.
Man beobachtet sie bei Menschen mit der Diagnose einer akuten/chronischen, lymphozytären/myeloischen und auch prolymphozytären Leukämie sowie beim myeloplastischen Syndrom.

 

Infantile Leukämie

Ähnlich der adulten Leukämie kann die infantile Leukämie akut oder chronisch verlaufen.
Die unreifen weißen Blutkörperchen wachsen und reproduzieren sich viel rascher bei der vorherigen Erkrankung als bei der letzteren.
Bei Kindern aber ist die Leukämie hauptsächlich akut.

Die akute infantile Leukämie wird in 3 Kategorien unterteilt:

  • Akute lymphatische Leukämie (ALL)
  • Akute myeloische Leukämie (AML)
  • Hybride Leukämie

Bei der ALL beginnt das Problem in den Zellen, die die Lymphozyten bilden, während bei der AML das Problem in den nicht-lymphozytären Zellen beginnt, die die weißen und roten Blutkörperchen sowie die Blutplättchen bilden.
Die hybride Leukämie ist eine Kombination aus ALL und AML, bei ihr sind die lymphozytären und nicht lymphozytären Mutterzellen betroffen.
Die ALL repräsentiert den häufigsten Typ der infantilen Leukämie, der 70 % der infantilen Leukämiefälle ausmacht.
Die restlichen 30 % setzen sich aus AML und hybrider Leukämie zusammen.
Eine seltene Form, die juvenile myelomonozytäre Leukämie (JMML) tritt bei kleinen Kindern unter 4 Jahren auf. Sie kann akut oder chronisch sein.

Da ein Überschuss an weißen Blutzellen zu einer abnormen Anzahl roter Blutkörperchen führt, ist es nicht ungewöhnlich, dass ein an Leukämie erkranktes Kind unter großer Müdigkeit und Muskelschwäche leidet. Eine Verminderung der Anzahl roter Blutkörperchen verursacht auch Hautblässe und Lymphknotenvergrößerungen aufgrund der übermäßigen weißen Blutkörperchen im Blut.

 

Ursachen der myeloischen Leukämie

Die genauen Ursachen der Leukämie sind unbekannt, doch man nimmt an, dass es einige verantwortliche Faktoren dafür gibt.
Diese Faktoren verursachen eine Mutation der DNA in den Blutzellen.
Diese bewirkt, dass sie wachsen und sich schnell teilen.
Ihre Lebensdauer ist höher als die der normalen Zellen im Blut.

 

Symptome der myeloischen Leukämie

Chronische myeloische Leukämie (CML)
Sie wird auch chronische granulozytäre oder myelogene Leukämie genannt.
In der Regel sind Erwachsene und Kinder betroffen.
Leidet ein Mensch unter einer CML, tendiert der Organismus dazu, eine enorm hohe Anzahl unreifer und reifer weißer Blutkörperchen zu produzieren. Die erzeugten weißen Blutkörperchen werden Myelozyten genannt.
Diese Krankheit hat 3 Phasen.
Die chronische Phase, bei der keine Anzeichen und Symptome bestehen, die Akzelerationsphase (beschleunigte Phase), in der die Zellen sehr schnell wachsen und die Phase der Blastenkrise, in der schwerwiegende Symptome auftreten können.
Mögliche Symptome der CML:

  • Fieber
  • Knochenschmerzen
  • Ekchymosen und Hämorrhagien
  • Müdigkeit und Schwäche
  • Petechien
  • Starkes Schwitzen
  • Milzvergrößerung, die Druck unterhalb des linksseitigen Thorax verursacht

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Akute myeloische Leukämie (AML)
Die AML wird auch als akute myelozytäre oder granulozytäre Leukämie bezeichnet.
Sie verbreitet sich schnell in Blut und Knochenmark.
Bei einem gesunden Menschen schützen die Zellen, die sich als weiße Blutkörperchen bilden, den Körper vor Infektionen.
Leidet eine Person an AML, werden die unreifen Blasten nicht zu weißen Blutkörperchen.
Das ist ein sehr häufiger Typ der Leukämie bei Erwachsenen, nur selten sind auch Kinder betroffen.
Studien zeigen, dass die AML vornehmlich bei Männern und weniger bei Frauen auftritt.

Symptome

  • Fieber
  • Gewichtsverlust
  • Müdigkeit
  • Knochenschmerzen mit und ohne Sensibilitätsstörungen
  • Atemnot
  • Hämatome
  • Läsionen oder Hautausschläge
  • Nasenbluten, Zahnfleischbluten sowie reichliche Menstruationsblutungen

 

Symptome bei Kindern

Wie alle Blutzellen können auch Leukämiezellen durch den ganzen Körper wandern. Gemäß der Anzahl der Leukämiezellen zeigen die Kinder unterschiedliche Symptome. Im Allgemeinen ist die Zahl der roten Blutkörperchen, der Blutplättchen und der gesunden weißen Blutzellen viel niedriger als die Anzahl der Leukämiezellen.
Diese Kinder erscheinen blass, schwach und anämisch. Darüber hinaus zeigen sie noch andere Symptome:

  • Fieber
  • Leichte Ausbildung von Ekchymosen
  • Zahnfleisch- und Nasenbluten
  • Gelenk- und Knochenschmerzen
  • Bildung schmerzloser Blutgerinnsel an Hals, Achseln, Leiste und Magen
  • Schwäche
  • Müdigkeit und Erschöpfung
  • Appetitlosigkeit
  • Petechien (kleine flache rote Flecke unter der Haut aufgrund von Blutungen)
  • Keuchender Atem (besonders in der Endphase)
  • Rezidivierende Infektionen

 

Diagnose der myeloischen Leukämie

Weisen die Anzeichen und Symptome des Patienten auf eine Leukämie hin, muss der Arzt eine Probe der Knochenmarkszellen für das Labor entnehmen, um die Diagnose zu bestätigen.


Untersuchung des Knochenmarks
Die Knochenmarksprobe wird mithilfe von 2 Methoden entnommen, die gleichzeitig durchgeführt werden.

  1. Aspiration von Knochenmark
  2. Biopsie des Knochenmarks

Die Proben werden aus dem hinteren Hüftbereich entnommen, doch manchmal entnimmt man sie auch aus anderen Knochen.

Die FAB-Klassifikation der AML
1970 hat eine Gruppe französischer, amerikanischer und britischer Experten die akute myeloische Leukämie in Unterarten von M0 bis M7 unterteilt, auf der Grundlage des Zelltyps, der die Leukämie entwickelt hat, sowie nach dem Reifegrad der Zellen.

FAB-Subtyp Bezeichnung
M0 Akute myeloische Leukämie mit minimaler Differenzierung
M1 Akute myeloische Leukämie ohne Ausreifung
M2 Akute myeloische Leukämie mit Ausreifung
M3 Akute Promyelozyten-Leukämie (APL)
M4 Akute myelomonozytäre Leukämie mit Eosinophilie
M5 Akute Monozyten-Leukämie
M6 Akute Erythroleukämie
M7 Akute Megakaryoblasten-Leukämie

 

Therapie der myeloischen Leukämie

Die Behandlung umfasst:

  1. Chemotherapie, zum Beispiel Hydroxycarbamid (Syrea®)
  2. Strahlentherapie
  3. Transplantation hämatopoetischer Stammzellen

 

Wie lange lebt man? Prognose

Von 2003 bis 2009 betrug die Überlebensrate nach 5 Jahren für Kinder:

  • ALL: 91,7 % für Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren und 92,6 % für Kinder unter 5 Jahren
  • AML: 64,8 % für Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren


Die Statistiken der Überlebensrate haben sich in den letzten fünf Jahrzehnten deutlich verbessert.
Die meisten Kinder und Jugendlichen unter 20 Jahren, die an einer ALL erkrankt sind, überleben mindestens 5 Jahre oder erfahren eine vollkommene Remission (Heilung).
In schweren Fällen ist die Krankheit eingefroren (spricht auf keine Behandlung an) oder es kommt zum Rezidiv (Rückfall) nach der kompletten Remission der Symptome.

Überlebensrate bei Erwachsenen
Erwachsene sind anfälliger auf chronische Leukämie. Die Überlebensrate von fünf Jahren beträgt etwa 40 % nach Verabreichung einer Chemotherapie. Bei Erwachsenen mit akuter lymphozytärer Leukämie beträgt die Überlebensrate von fünf Jahren etwa 35 %.