Karotisstenose

Eine Stenose der Arteria carotis ist eine Verengung im Innern der Arterie aufgrund einer Plaquebildung.

Die Karotiden (auch Kopf- oder Halsschlagadern genannt) sind zwei große Blutgefäße seitlich des Halses, die Blut, Sauerstoff und wichtige Nährstoffe zum Gehirn führen.
Sie verzweigen sich aus der Aorta und verlaufen nach oben durch den Hals.

Karotisstenose,Arterie
Ein Verschluss dieser Schlagader wird durch eine Atherosklerose verursacht, eine fortschreitende Gefäßerkrankung, die sich durch die Ansammlung von Fett, Kalk, Fibrin, Zellabfällen und Cholesterin im Innern der Arterie charakterisiert.
Dies verursacht eine Verengung der Arterie, durch die das Blut zirkuliert.

Die Karotisstenose betrifft vor allem ältere Menschen, selten tritt sie bei Jugendlichen auf.

 

Ursachen der Karotisstenose

Die häufigste Ursache dieser Störung ist ein Fett- oder Cholesterinplaque an der Arterienwand.
Dies behindert die Sauerstoff- und Blutzufuhr zu den lebenswichtigen Teilen des Gehirns.
Sie kann durch eine abnorme Verdickung der Arterienwand vorbestimmt sein.
Die Atherosklerose ist charakterisiert durch Verdickungen, Verhärtungen und Starre der Arterien, zudem verlieren die Blutgefäße ihre Elastizität.
Das entsteht durch übermäßigen Druck auf die Arterienwände.
Die Folge ist ein schlechtes Funktionieren der Arterie, die keine ausreichende Blut- und Sauerstoffmenge zum Gehirn leiten kann.


Risikofaktoren:

  1. Hoher Blutdruck
  2. Alter
  3. Diabetes
  4. Genetische Veranlagung
  5. Sitzende Lebensweise
  6. Rauchen
  7. Alkohol
  8. Bewegungsmangel
  9. Hohes Cholesterin
  10. Übergewicht
  11. Mangelernährung

 

Häufigste Symptome

Eine Blockade in der Halsschlagader kann in den Anfangsphasen symptomlos verlaufen.
Setzt sich ein bedeutsamer Plaque in der Arterie ab, ohne die Durchblutung zu behindern, treten keine Symptome auf.
Der Plaque kann entarten und in einer Ulzeration enden.
Wenn jedoch die Größe des Plaques zunimmt, kann dadurch der Blutfluss völlig eingeschränkt werden.
Die Folge ist eine transitorische ischämische Attacke (TIA) oder ein Schlaganfall.
Wenn ein Mensch eine transitorische ischämische Attacke erleidet, dann kann er oder sie einige der folgenden Symptome wahrnehmen:

  1. Schwäche oder Unfähigkeit, Arme und Beine zu bewegen
  2. Verwirrtheit
  3. Schwindel oder Benommenheit
  4. Kopfschmerzen
  5. Ohnmacht
  6. Sprachstörungen
  7. Verlust der motorischen Koordination
  8. Plötzliches und vorübergehendes Taubheitsgefühl im Gesicht
  9. Vorübergehende Sehstörung
  10. Schluckstörungen
  11. Kribbeln in den Armen, das in andere Körperteile ausstrahlen kann

 

Diagnose der Karotisstenose

Der Arzt ordnet diagnostische Untersuchungen an, um zu bestimmen, ob die Blockade hämodynamisch wirksam und wie schnell der Blutfluss ist.
Besteht eine Blockierung, verursacht der Blutfluss ein raues Strömungsgeräusch.
Das ist ein Ton oder Geräusch, das der Arzt über das Stethoskop hört, mit dem er den Körper abhört.

 

Untersuchungen

Magnetresonanztomographie: Diese Untersuchung zeigt eine Abbildung der Halsschlagadern und erlaubt die Quantifikation der arteriellen Blockade.

Angiographie: Beim zerebralen Angiogramm erfolgt die Injektion eines Kontrastmittels in die Karotiden, danach wird eine Röntgenaufnahme erstellt.
Das Kontrastmittel durchläuft mit dem Blutfluss die Arterien.
Auf diesem Weg werden Ausmaß und Lokalisation der Blockade aufgezeigt.

Computertomographie (CT): Bei dieser Untersuchung sieht man den Blutfluss in den Arterien.
Es ist eine der besten Untersuchungen bei Karotisverschlüssen, da man Hindernisse und Blutströmungsgeschwindigkeit feststellen kann.

CT-Angiographie: Der Arzt kann die Kombination zweier Untersuchungsmethoden anordnen, einer Computertomographie und einer Angiographie.

Farbcodierte Dopplersonographie: Bei dieser Untersuchung wird eine Sonde benutzt, die hochfrequente Schallwellen durch die Arterien sendet.
Das Bild, das erzeugt wird, kann auf einem Computer dargestellt werden.
Bei der Auswertung des Bilds kann der Arzt die Geschwindigkeit des Blutflusses in den Karotiden bestimmen und eventuelle Unregelmäßigkeiten der Arterien feststellen.

 

Verfahren zur Bestimmung der prozentualen Verengung

Karotisstenose
Karotisstenose

A = Durchmesser der Arterie, in der das Blut in Höhe des Plaques fließt.
B = Durchmesser der Arteria carotis interna ohne Plaque
C = Gesamtdurchmesser des Karotissinus (in Höhe der Aufzweigung der Arteria carotis interna und externa)
D = Durchmesser der Arteria carotis communis (vor der Aufzweigung)

1. NASCET-Methode = (B – A)/B * 100
2. ECST-Methode = (C – A)/C * 100
3. Carotis-communis-Methode = (D – A)/D * 100

Die NASCET-Methode hat niedrigere Werte, zum Beispiel wird ein Verschluss von 70% in ECST zu etwa 50% bei der NASCET-Methode.

 

Therapie der Karotisstenose

Die Behandlung der Karotisstenose hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  1. Lebensalter
  2. Gesundheitszustand
  3. Anamnese des Patienten

Diagnostische Zeichen wie Plaquegröße, ob der Patient operabel ist oder nicht und die Medikamente beeinflussen den Verlauf der Behandlung. Es gibt drei Möglichkeiten, wie eine Verengung der Halsschlagader behandelt werden kann:

  1. Medikamente
  2. Veränderung des Lebensstils
  3. Chirurgie

 

Naturheilmittel bei Karotisstenose

Um die Größe des Plaques begrenzt zu halten, sollte man mit dem Rauchen aufhören und weniger fette Speisen verzehren.
Man sollte das Körpergewicht mit einer gesunden Ernährung in Form halten und regelmäßig Sport treiben.
Zur Vorbeugung gegen Schlaganfall müssen der arterielle Blutdruck und die Blutzuckerwerte normal gehalten werden.

 

Stent,Karotisstenose,ArterioskleroseMedikamente bei Karotisstenose

Wenn die Ansammlung von Plaques in den Arterien weniger als 60% beträgt, kann der Arzt zur Verzögerung von Gerinnselbildung in den Arterien einige Medikamente verordnen.
Arzneimittel mit thrombozytenaggregationshemmender Wirkung wie Clopidogrel (Plavix) und Dipyridamol (Aggrenox) verzögern die Bildung von Blutgerinnseln.
Diese Medikamente verringern die Fähigkeit der Blutplättchen zusammenzukleben, um Thromben in den Arterien zu bilden.
Der Arzt kann zu demselben Zweck auch Antikoagulantien verschreiben.

Bei erhöhtem Blutdruck werden Medikamente gegen arterielle Hypertonie eingenommen, die den Blutdruck unter Kontrolle halten.
Bei Hypercholesterinämie und Hyperlipidämie kann der Arzt cholesterinsenkende Medikamente verschreiben, die Statine genannt werden, wie Pravastatin und Simvastatin.
Statine können die Plaquebildung verringern und somit das Gefäßvolumen erweitern.

 

Richtlinien für einen chirurgischen Eingriff, wann operieren?

Patient mit Symptomen

Prozent der Stenose der A. carotis interna Empfehlungen
70/99% Der chirurgische Eingriff bei Patienten mit hochgradiger Stenose ist bei Patienten indiziert, die in den letzten 6 Monaten Symptome hatten.
50/69% Die Operation ist angezeigt, wenn der Patient Symptome verspürt, außer es bestehen folgende Kontraindikationen:
1. der Patient ist eine Frau;
2. die Person leidet an fortschreitenden neurologischen Ausfällen.
Die chirurgische Indikation bei Karotisstenose besteht in folgenden Fällen:
1. der Patient hatte einen Schlaganfall oder eine TIA in den vorausgegangenen 2 Wochen;
2. es besteht ein beidseitiger Verschluss und der Patient hat einige Symptome.
< 50% Es wird keine Operation empfohlen bei einer moderaten Stenose, also unterhalb von 50%.

 

Asymptomatischer Patient

Ein Patient mit einem Verschluss zwischen 60 und 99% muss mit einer Operation rechnen, wenn er operabel ist und wenn er eine Lebenserwartung von mehr als 5 Jahren hat (weil die Ergebnisse erst nach einigen Jahren zu sehen sind).

 

Angioplastik,Stent,Ballon

Angioplastik mit Stent in der Karotis (Karotisstentangioplastie)

Die Karotisangioplastik mit Stenteinlage ist ein minimalinvasiver Eingriff.


Sie wird mittels Katheter durchgeführt, der von inguinal (Leistengegend) zu der Karotis geführt wird. Ist dieser Kunststoffschlauch an dem Plaque angelangt, wird ein Ballon aufgeblasen, um die Arterie zu weiten, danach wird ein Stent positioniert.
Der Stent besteht aus einem Metallgewebe in Form eines Zylinders, der die Arterie offen hält und die notwendige Unterstützung gewährleistet.

 

Risiken des Stents

Etwa 1-2 % der Personen mit einem Stent in einer Arterie entwickeln an dieser Struktur ein Blutgerinnsel.
Ein Blutgerinnsel kann zu einem Thrombus oder einem Embolus führen und einen Myokardinfarkt oder andere schwerwiegende Probleme verursachen.
Die Gefahr der Bildung eines Blutgerinnsels ist in den ersten Monaten nach dem Einsetzen des Stents größer.
Der Arzt verordnet Aspirin zusammen mit einem anderen aggregationshemmenden Medikament (zum Beispiel Clopidogrel) für einen Monat oder bis zu etwa einem Jahr.

Diese Medikamente verhindern die Bildung von Thromben.
Die Dauer der medikamentösen Therapie hängt von der Art des Stents ab.
Der Arzt kann eine Dauermedikation mit Aspirin anordnen. Die Stents, die ein Arzneimittel enthalten, werden oft zum Offenhalten von Arterien angewendet, sie können aber auch das Risiko von potentiell gefährlichen Thromben erhöhen, auch wenn darüber keine sicheren Beweise vorliegen.

 

Endarteriektomie

Der Chirurg muss die Arteria carotis ober- und unterhalb des Plaques abklemmen.
Danach erfolgen ein länglicher Einschnitt an der Vorderseite des Halses und die Eröffnung der Arterie.

Ist die Arterie eröffnet, entfernt der Chirurg den arteriosklerotischen Plaque und entscheidet auch darüber, ob die Arterie geweitet wird, falls sie zu eng ist.
Am Ende schließt und versorgt er die Arterie.
Danach entfernt er die „Klammern“ und lässt das Blut wieder durchfließen.
Die Dauer des Eingriffs beträgt etwa eineinhalb bis zwei Stunden.

 

Postoperativer Verlauf

Der Chirurg setzt zur Drainage einen Schlauch ein und legt eine Infusion an.

Nach dem Eingriff muss zur Kontrolle eine Angiographie erfolgen.
Am Tag nach der Operation kann man nach Hause zurückkehren, in manchen Fällen noch am gleichen Tag.
Der Patient hat beim Schlucken Schmerzen, daher sollten weiche Speisen gegessen werden.

Wie lange dauert die Heilung?
Die Rekonvaleszenz dauert etwa zwei Wochen, in denen Anstrengungen unterbleiben sollten.