Erhöhtes Hämoglobin

Erhöhtes Hämoglobin kann ein Anzeichen für verschiedene Krankheiten sein.
Sauerstoff ist ein Bestandteil der roten Blutkörperchen (oder Erythrozyten).

Hämoglobin ist ein spezielles Protein, das den Transport von Sauerstoff aus den Lungen in die Zellen ermöglicht.

Ein Hämoglobinwert über 17,2 g/dl für Männer und 15,1 g/dl für Frauen wird als zu hoch angesehen.

Erhöhtes Hämoglobin,niedrig,rote BlutkörperchenBei Kindern hängen die Hämoglobinwerte von Alter und Geschlecht ab.
Bei schwangeren Frauen sind die Hämoglobinwerte erniedrigt.

 

Normalwerte

Der Hämoglobingehalt im Blut hängt vom Alter ab.

  • Neugeborene 17-22 g/dl
  • Säuglinge in der 1. Woche 15-20 g/dl
  • Babys von 1 Monat 11-15 g/dl
  • Kinder 11-13 g/dl
  • Männer 13,8-17.2 g/dl
  • Frauen 12,1-15,1 g/dl
  • Schwangere Frauen 11-12 g/dl
  • Ältere Männer und Erwachsene über 50 Jahre 12,4-14,9 g/dl
  • Erwachsene Frauen über 50 Jahre 11,7-13,8 g/dl

 

Ursachen von erhöhtem Hämoglobin

Ein Wert größer als 17,2 g/dl kann eine physiologische Anomalie bedeuten.
Einige der hauptsächlichen Symptome, die auf erhöhte Hämoglobinwerte hinweisen, sind:

  1. Konzentrationsmangel,
  2. violette und kalte Füße und Hände.

Mögliche Ursachen sind:

Große Höhen
Menschen, die im Hochland der Berge leben, haben hohe Hämoglobinwerte. Bei der dünnen Atmosphäre wird mehr Hämoglobin benötigt, um die Sauerstoffmenge zu binden.
Der menschliche Körper passt sich den Umgebungsveränderungen an.

Rauchen
Rauchen ist einer der Gründe, der dieses Protein erhöhen kann.
Raucher entwickeln das Carboxyhämoglobin, das ist eine Verbindung zwischen Hämoglobin und Kohlendioxid.
Der Körper reagiert mit einer vermehrten Produktion von roten Blutkörperchen, um die verringerte Menge an zur Verfügung stehendem Hämoglobin im Blut zu kompensieren.

Dehydratation
Dehydratation führt zu einer vorübergehenden Erhöhung der Hämoglobinwerte, da das Blut dickflüssiger ist.
Nach ausreichender Flüssigkeitsaufnahme nimmt der Körper wieder seine normalen Hämoglobinwerte an.


Lungenerkrankungen wie Emphysem
Das Emphysem ist eine Lungenerkrankung, die zur Dilatation der Lungenbläschen und zum Verlust der Elastizität des Lungenbindegewebes führt.
Konsequenz davon ist ein verminderter Sauerstoff-Kohlendioxid-Austausch zwischen den Lungen und dem Blut.
Im Körper besteht Sauerstoffmangel, somit wird mehr Hämoglobin produziert.
Eine andere Lungenerkrankung, die zu erhöhten Hämoglobinwerten führt, ist die chronische Bronchitis.

Tumoren
Einige Tumorarten können zu erhöhtem Hämoglobin führen.
Zum Beispiel kann ein Nierentumor eine vermehrte Produktion an Erythropoetin verursachen.
Im Gegensatz dazu verursachen Leukämie und Lymphom gewöhnlich ein erniedrigtes Hämoglobin.

Polycythaemia vera
Die Polycythaemia vera ist eine Krankheit, die zum Wachstum der roten Blutkörperchen und somit zur Vermehrung des Hämoglobins im Blut führt.
Menschen, die unter Polycythaemia leiden, haben einen Hämoglobinwert von 18,5 g/dl und mehr.

Lungenfibrose
Lungenfibrose wird durch exzessives Wachstum fibrösen Bindegewebes verursacht.
Die Folge ist eine Erhöhung des Hämoglobinwerts durch Sauerstoffmangel.
Atemnot nach vermehrter körperlicher Anstrengung ist das Hauptsymptom dieser Erkrankung.


Doping
Einige Arzneimittel, die die Leistungen von Athleten verbessern, können zur Vermehrung des Hämoglobins führen, wenn sie in größeren Mengen eingenommen werden.
So zum Beispiel Erythropoetin (EPO), das von vielen Radrennfahrern angewendet wird.
Die Nutzung steroidaler Anabolika kann zu erhöhtem Hämoglobin führen.

Extreme körperliche Anstrengung
Hohes Hämoglobin kann die Folge exzessiver körperlicher Anstrengung sein. Ein Anfall von Erbrechen, der zum Verlust von Körperflüssigkeiten führt, kann auch Ursache von erhöhten Werten sein.

 

Hämatokrit und Hämoglobin erhöht

Hämoglobin ist das Protein, das den Sauerstoff transportiert und in den roten Blutkörperchen enthalten ist, während der Hämatokrit den prozentualen Volumenanteil der roten Blutkörperchen im zirkulierenden Blut darstellt.

 

Ursachen von erhöhtem Hämoglobin und Hämatokrit

Allgemein bedeutet ein hoher Hämatokrit, dass die roten Blutkörperchen erhöht sind, doch dafür gibt es keinen direkten Zusammenhang, denn zwei Parameter können variieren:

  • MCH oder mittlerer korpuskulärer Hämoglobingehalt,
  • MCV oder mittleres korpuskuläres Volumen.

Die Hämatokritwerte können auch von der Größe der Erythrozyten beeinflusst sein.
Ursachen dafür können sein:

Rote Blutkörperchen,Hämoglobin

Polycythaemia vera
Dies ist eine Erkrankung, die durch die Produktion zu vieler roter Blutkörperchen gekennzeichnet ist. Dies führt zu einem höheren Blutvolumen und einer größeren Viskosität. Davon betroffene Menschen leiden unter: Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit und Bluthochdruck.
Zu den Komplikationen zählt ein hohes Risiko, Thrombosen und Blutungen zu entwickeln.

Dehydratation
Eine Dehydratation kann die Hämoglobin- und Hämatokritwerte verändern, weil der Flüssigkeitsverlust das Blutvolumen verringert.
Die Konsequenz ist eine höhere Anzahl roter Blutkörperchen im Verhältnis zum Blutvolumen.

Krankheiten, die Hypoxie verursachen (Sauerstoffmangel)
Erkrankungen des Herzens und der Lungen, die zu erniedrigten Sauerstoffwerten führen, können auch die hämatologischen Werte beeinflussen.
Zu den Krankheiten, die erhöhte Hämoglobinwerte verursachen, zählen:

  • Herzinsuffizienz,
  • Vergrößerung des rechten Herzventrikels durch Lungenerkrankungen,
  • Emphysem,
  • Lungenfibrose,
  • chronisch obstruktive Bronchopneumopathie usw.

Sind die Sauerstoffwerte im Blut erniedrigt, produziert der Körper vermehrt rote Blutkörperchen, um den Mangel zu kompensieren.
Die Nieren vermehren die Produktion des Erythropoetins, das ist ein Glykoprotein, das die Produktion roter Blutkörperchen im Knochenmark stimuliert.
Das ist der Grund, warum die Menschen, die im Hochland leben, Probleme von erhöhtem Hämatokrit haben können.

Blutdoping
Der Begriff Doping bezieht sich auf illegale Methoden zur Verbesserung der Leistung bei Sportlern.
Diese Techniken umfassen Blutinjektionen über Transfusionen oder durch Infiltration von Erythropoetin.
Erythropoetin ist eine Substanz, die das Knochenmark stimuliert, mehr rote Blutkörperchen zu produzieren.

 

Symptome bei erhöhtem Hämoglobin

Hohes Hämoglobin kann ein Krankheitssymptom sein. Der Arzt empfiehlt Blutanalysen, wenn er eines der folgenden Symptome feststellt:

  1. Psychische Störungen: Schwindel und geistige Verwirrtheit werden durch Sauerstoffmangel im Gehirn verursacht.
  2. Periphere Zyanose: Blaufärbung der Haut, die meist an den Lippen und den Fingergliedern auftritt.
  3. Verlangsamte Blutzirkulation.
  4. Verdicktes Blut kann zu Myokardinfarkt oder einer tiefen Venenthrombose führen.
  5. Vorübergehender Verlust des Sehvermögens (selten).
  6. Hörverlust (selten).

 

Erhöhtes Hämoglobin
Erhöhtes Hämoglobin

Glykiertes Hämoglobin

Die Untersuchung des glykosylierten Hämoglobins (oder HbA1c oder glykiertes Hämoglobin) ist ein wichtiger Test zur Bestimmung der Schwere eines Diabetes.
Die Glukose im Blut bindet sich irreversibel an das Hämoglobin und bildet das Hämoglobin A1c.
Der Wert dieses Blutproteins steht im Zusammenhang mit dem prozentualen Anteil von Glukose.
Diese Verbindung bleibt über die gesamte Lebensdauer der roten Blutkörperchen erhalten, im Höchstfalle über 110 bis 120 Tage.
Sind die Zuckerwerte in den vergangenen Wochen erhöht gewesen, ist der Wert des Hämoglobins A1c erhöht.
Hämoglobin A1c ist der Mittelwert des Blutzuckers für den Zeitraum von 6 bis 12 Wochen. Diese Zahl bildet zusammen mit dem klassischen Messwert der Glukose die Grundlage für eine angemessene Therapie.


Bei Personen, die keinen Diabetes haben, befindet sich der normale Wert des HbA1c zwischen 4 und 6 %.
Wichtig ist, dass sich der Wert des glykierten Hämoglobins unterhalb von 7 % befindet.

Je höher der HbA1c-Wert desto größer das Risiko für Komplikationen, die mit Diabetes zusammenhängen.
Ist das glykierte Hämoglobin hoch, muss eine Diät mit weniger Fett eingehalten werden, weil öliges Blut die Insulinaktivität behindern kann.

 

Fetales Hämoglobin

Fetales Hämoglobin befindet sich im Fötus.
Hauptmerkmal ist die Fähigkeit, mehr Sauerstoff zu transportieren, weil eine höhere Affinität zu diesem Molekül besteht.
Man findet es nur bei schwangeren Frauen, nach der Geburt wird es wieder zu normalem Hämoglobin umgewandelt.

 

Hämoglobin im Urin

Urinuntersuchungen sollten kein Hämoglobin aufweisen, doch wenn Patienten unter bestimmten Erkrankungen leiden, können Spuren davon vorliegen.
Erkrankungen, bei denen Hämoglobin im Urin vorgefunden wird, sind:

  1. akute Glomerulonephritis,
  2. ausgedehnte Verbrennungen,
  3. Nierentumor,
  4. Sichelzellanämie,
  5. Tuberkulose usw.

 

Erniedrigtes Eisen und Hämoglobinzahl

Eisen ist ein Mineral, das vor allem in roten Blutkörperchen vorhanden ist.
Das sind die Blutzellen, die im zirkulierenden Blut am häufigsten vorhanden sind.
Blut enthält auch weiße Blutkörperchen oder Leukozyten (die Teil des Immunsystems sind), Thrombozyten (die dem Verschließen von Verletzungen dienen) und verschiedene Proteine.
Einige dieser Proteine transportieren Eisen, und zwar Transferrin und Ferritin.

Ursachen für erniedrigtes Eisen (oder Siderämie) im Blut sind:

  1. Zu wenig Eisen in der Ernährung
  2. Eisenverlust aufgrund einer Hämorrhagie, zum Beispiel während eines starken Menstruationszyklus
  3. Verminderte Nährstoffaufnahme, zum Beispiel aufgrund einer perniziösen Anämie, Zöliakie usw.

 

Was muss man tun, um das Hämoglobin zu senken?

Die Therapie bei erhöhtem Hämoglobin umfasst die Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung, zum Beispiel:

  1. Ist die Ursache ein Medikament oder Dopingmittel, muss die Einnahme abgebrochen werden.
  2. Ein Patient, der an einem Tumor leidet, muss sich einer Behandlung wegen der Neoplasie unterziehen und seine Ernährung anpassen.
  3. Bei einer Dehydratation sind die erforderlichen Mittel, viel zu trinken und warme und feuchte Gegenden zu meiden.