Symptome der Fibromyalgie

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Die Fibromyalgie ist eine chronische Erkrankung, die Muskelschmerzen, Steifigkeit und Taubheit in Muskeln, Sehnen und Gelenken hervorruft.

Die Fibromyalgie ist gekennzeichnet durch Schlafstörungen, Müdigkeitsgefühl beim Erwachen, chronische Müdigkeit, Angst, Depression und intestinale Beschwerden.

Fibromyalgie,Tenderpoints
Die Tenderpoints:
1) Hinterkopf, am Ansatz der subokzipitalen Muskeln
2) Trapezius, Mitte der oberen Kante
3) Supraspinatus, über dem medialen Rand der Spina scapulae
4) Glutaeus, oberer äußerer Quadrant
5) Großer Trochanter, im Anschluss an den Knochenvorsprung
6) Untere Halswirbelsäule, Vorderseite des Zwischenraums von Querfortsatz C5-C7
7) Zweite Rippe, am Ansatz von Rippe und Rippenknorpel
8) Ellenbogen, 2 cm distal des Epicondylus lateralis
9) Knie, medialer und proximaler Fettkörper des Kniegelenks
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Diese Erkrankung wird auch als Muskel-Faser-Schmerz bezeichnet, eine veraltete Bezeichnung ist Fibrositis.
Die primäre Fibromyalgie (die nicht durch eine andere Störung verursacht wird) ist eine der häufigsten Erkrankungen, die die Muskeln betrifft und zu chronischer Behinderung und Schmerzen führt, doch die Ursache ist noch immer unbekannt.
Die betroffenen schmerzhaften Gewebe weisen keine akute Entzündung auf.
Deshalb und obwohl die Schmerzen zu potentiellen Behinderungen führen können, entwickeln Patienten mit Fibromyalgie keine Läsionen oder Deformitäten.
Diese Erkrankung verursacht keine Schäden an den inneren Organen des Körpers.
In diesem Sinne unterscheidet sich die Fibromyalgie sehr von anderen rheumatischen Erkrankungen (wie rheumatische Arthritis, systemischer Lupus erythematodes und Polymyositis). Bei diesen Erkrankungen ist die Gewebeentzündung die Hauptursache von Schmerzen, Steifigkeit und Taubheit der Gelenke, Sehnen und Muskeln und kann zur Verformung der Gelenke sowie zu Schäden an Muskeln und den inneren Organen führen.

 

Der emotionale Preis ist sehr hoch

Außer dem täglichen Kampf mit dem Schmerz können Patienten mit Fibromyalgie gezwungen sein, einen anderen Kampf zu kämpfen, um Ärzte, Freunde, Kollegen und andere Personen davon zu überzeugen, dass ihre Erkrankung echt und der Schmerz nicht eingebildet ist.

Frauen leiden überproportional häufiger als Männer an Fibromyalgie, die Symptome sind komplex und es gibt dagegen keine Behandlung.
Aus diesen Gründen sagen viele Patienten und einige Ärzte, dass die Fibromyalgie in den Vereinigten Staaten nicht immer anerkannt und behandelt wird.

Im Jahr 2007 hat in einer Studie mit mehr als 2.000 Fibromyalgie-Patienten über ein Viertel berichtet, dass ihr Arzt die Fibromyalgie nicht als eine „reale“ Erkrankung auffasst.
Die Situation hat sich gebessert, weil 2007 die Food and Drug Administration ein Medikament gegen Fibromyalgie genehmigt hat: Pregabalin (Lyrica). Doch die Patienten müssen noch immer dieser Herausforderung widerstehen.

Ursachen der Fibromyalgie

Die Ärzte kennen die Ursache der Fibromyalgie nicht, doch ist es möglich, dass es eine Reihe von Faktoren gibt, die zusammenwirken.


Dazu gehören:

  • Genetik. Da die Fibromyalgie vor allem Menschen aus derselben Familie betrifft, können genetische Mutationen vorliegen, die die Entwicklung dieser Störung fördern.
  • Infektionen. Manche Infektionen scheinen diese Erkrankung auszulösen oder zu verschlimmern.
  • Lebensweise. Schlechte Ernährung und Bewegungsmangel sind die wahrscheinlichsten und häufigsten Ursachen der Fibromyalgie.
  • Körperliches und emotionales Trauma. Eine posttraumatische Stressstörung wird mit der Fibromyalgie in Verbindung gebracht.

Warum verspürt man Schmerzen?

Ärzte halten eine Theorie für glaubwürdig, die zentrale Sensibilisierung genannt wird.
Diese Theorie besagt, dass Menschen mit Fibromyalgie wegen der erhöhten Empfindlichkeit des Gehirns auf Schmerzsignale eine niedrige Schmerzschwelle haben.
Wissenschaftler sind der Meinung, dass die wiederholte Nervenstimulation bei Menschen mit Fibromyalgie zu Veränderungen im Gehirn führt.
Diese Veränderungen führen zu einer abnormen Erhöhung der Konzentration bestimmter chemischer Substanzen im Gehirn, die die Schmerzsignale leiten (Neurotransmitter).
Außerdem scheinen die Schmerzrezeptoren des Gehirns eine Art Schmerzgedächtnis zu entwickeln. Dadurch werden sie empfindlicher und das bedeutet, dass sie übermäßig auf Schmerzreize reagieren können.

Risikofaktoren


Risikofaktoren für die Fibromyalgie sind:

  • Geschlecht. Diese Störung wird viel häufiger bei Frauen als bei Männern diagnostiziert. Die weiblichen Fortpflanzungshormone können beim Auftreten der Schmerzen eine Rolle spielen.
  • Familienanamnese. Es besteht eine größere Wahrscheinlichkeit, eine Fibromyalgie zu entwickeln, wenn ein Verwandter diese Erkrankung bereits hat.
  • Rheumatische Erkrankung. Menschen, die an einer rheumatischen Erkrankung wie rheumatoider Arthritis oder Lupus leiden, haben eine größere Wahrscheinlichkeit, vom Fibromyalgiesyndrom betroffen zu werden.

Wie erkennt man die Erkrankung? Symptome der Fibromyalgie

Das Hauptsymptom der Fibromyalgie ist der chronische und diffus im Körper verteilte Schmerz.
Die meisten Menschen mit Fibromyalgie leiden unter:

  • Müdigkeit, die mild bis extrem sein kann, Schläfrigkeit und Schlaflosigkeit,
  • Gleichgewichtsstörungen,
  • Verwirrtheit,
  • Benommenheit,
  • Verschwommensehen,
  • beeinträchtigter Empfindlichkeit gegenüber heiß und kalt oder eine veränderte Hitzewahrnehmung,
  • Überempfindlichkeit der Haut, des Gehörs, der Augen und des Geruchssinns,
  • Faszikulationen: das sind schnelle, rhythmische und ungewollte Muskelzuckungen,
  • Lichtunverträglichkeit (Photophobie), vor allem gegenüber Objekten wie PC-Monitor, TV usw.

Viele Menschen leiden gleichzeitig auch noch unter anderen Symptomen und Krankheiten, wie dem Syndrom des Reizdarms, Lupus und Arthritis.

Symptome der Fibromyalgie
Symptome der Fibromyalgie

Schmerz. Der Schmerz der Fibromyalgie ist tiefgehend, chronisch und diffus.
Der Patient kann Rückenschmerzen, Nackenschmerzen, Lendenschmerzen und Arm- oder Beinschmerzen haben.
Die Schmerzen beim Fibromyalgiesyndrom werden als stechend, tiefgehend, pochend oder krampfähnlich beschrieben.
Häufig treten neurologische Störungen wie Taubheitsgefühl, Kribbeln und Brennen auf, die sich zu den Beschwerden des Patienten gesellen.
Die Schmerzintensität und die Steifigkeit sind morgens am stärksten.
Faktoren, die den Schmerz verstärken, sind feuchte Kälte, nicht erholsamer Schlaf, körperliche und mentale Müdigkeit, übermäßige körperliche Aktivität, körperliche Inaktivität, Angst und Stress.

Ermüdung. In der heutigen Welt klagen viele Menschen über Müdigkeit. Jedoch ist die Müdigkeit bei Fibromyalgie sehr viel belastender als die, die man nach einem besonders anstrengenden Tag oder nach einer schlaflosen Nacht empfindet.
Die Müdigkeit bei Fibromyalgie kann schwerwiegend sein und kann die beruflichen, persönlichen, sozialen oder pädagogischen Aktivitäten stören.
Symptome sind: extreme Müdigkeit und fehlende Widerstandskraft.
Viele Patienten mit Fibromyalgie haben außerdem eine Schlafstörung, die einen tiefen, erholsamen und regenerierenden Schlaf unmöglich macht.

Schlaf. Medizinische Forscher haben spezielle Anomalien in der Phase 4 des Tiefschlafs bei Patienten mit Fibromyalgiesyndrom festgestellt.
Menschen mit Fibromyalgie haben einen Schlaf, der durch Spikes in der Gehirnaktivität unterbrochen ist. Sie erwachen, sobald sie die Tiefschlafphase erreichen, und begrenzen damit die Zeit, in der sie gut schlafen.

Andere Begleiterkrankungen, die zusätzliche Symptome verursachen: Reizdarm und Reizblase, Kopfschmerzen und Migräne, leichtes Fieber, Restless-Legs-Syndrom (periodische Bewegungsstörungen der Gliedmaßen), Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Hautausschläge, Augentrockenheit und Mundtrockenheit, Angst, Depression, Schüttelfrost, Tinnitus (Ohrenrauschen), Schwindel, Sehstörungen, Raynaud-Syndrom, neurologische Symptome und Koordinationsstörungen.

Viele Frauen geben an, dass sich die Symptome der Fibromyalgie in der prämenstruellen Phase intensivieren und leichter werden, wenn der Menstruationszyklus wieder vorüber ist.
Diese Symptomexplosion dürfte das Ergebnis hormoneller Veränderungen sein.

Diagnose der Fibromyalgie

Der Arzt, an den man sich wenden muss, ist der Rheumatologe, der eine körperliche Untersuchung vornimmt und instrumentelle Untersuchungen verordnet, wenn er sie für erforderlich hält.
Blutuntersuchungen erfolgen, um andere schwere Erkrankungen auszuschließen. Es werden antinukleäre Antikörper (ANA), Rheumafaktor (RF), Sedimentationsrate der Erythrozyten (rote Blutkörperchen) (BKS), Prolaktinspiegel, Kalziumspiegel und Vitamin-D-Spiegel untersucht.

Der Arzt überprüft, ob die Symptome die diagnostischen Kriterien für eine Fibromyalgie erfüllen, die vom American College of Rheumatology erstellt wurden.
Diese Kriterien umfassen diffuse Schmerzen, die mindestens drei Monate lang bestehen. Als diffuse Beschwerden gelten Schmerzen, die rechts und links auf beiden Körperseiten, sowohl oberhalb als auch unterhalb der Taille, an Brust, Hals und der Körperrückseite auftreten.

Die Kriterien schließen auch das Vorhandensein der Tenderpoints an verschiedenen Körperpunkten ein.
Der Arzt beurteilt die Schwere der Symptome in Verbindung mit Müdigkeit, Schlafstörungen und Stimmungsschwankungen. Dies trägt dazu bei, den Einfluss der Fibromyalgie auf Geist und Körper und auf die Lebensqualität im Allgemeinen zu ermessen.

Für die Diagnose einer Fibromyalgie müssen Schmerzen und Taubheitsgefühl in wenigsten 11 von 18 Punkten in den speziellen Zonen auftreten, darunter:

  • Arme (Ellenbogen)
  • Schultern
  • Brust
  • Brustkorb
  • Knie
  • Unterer Rücken
  • Gesäßmuskel
  • Nacken
  • Oberschenkel

Die meisten Menschen, die unter Fibromyalgie leiden, sind erwachsen, doch auch bei jungen Menschen (zum Beispiel von 18 bis 20 Jahren) oder bei schwangeren jungen Frauen kann die Erkrankung auftreten.