Symptome bei Diabetes

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Welches sind die Symptome des Diabetes?
Diabetes ist keine Einzelkrankheit, sondern ein Zusammenspiel von Krankheiten, die den Stoffwechsel betreffen. Alle diese Erkrankungen haben eine ganze Reihe von gemeinsamen Elementen, die in den folgenden Störungen zusammengefasst werden:

Junge Ärztin,SchreibtischGeringe Absonderung oder verminderte Wirkung des in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) produzierten Hormons Insulin, das es dem Blutzucker ermöglicht, in die Zellen des menschlichen Organismus einzudringen.

Hyperglykämie, also eine im nüchternen Zustand über den Normalwerten liegende Blutzuckerkonzentration, über 126 Milligramm pro Deziliter.

 

 

Anfangssymptome des Diabetes mellitus Typ 1

Diabetes mellitus Typ 1 tritt plötzlich auf und ist als insulinpflichtiger oder juveniler Diabetes bekannt (er manifestiert sich in den ersten Lebensjahren und tritt bis zum 20. Lebensjahr auf). Er ist gekennzeichnet durch die (autoimmune) Zerstörung von über 90 % der Pankreaszellen, die Insulin erzeugen.

Es gibt zwei Stadien des Diabetes Typ 1, die durch unterschiedliche Symptome gekennzeichnet sind. Ein erstes Stadium, in dem sich die sogenannten Frühsymptome manifestieren, und dann Stadium zwei mit den später auftretenden Symptomen, die meist langfristige Folgen der Erkrankung sind.


Erste Symptome des Diabetes Typ 1:

  • Die Hyperglykämie erkennt man mit den Blutuntersuchungen, es besteht eine Erhöhung der Blutzuckerwerte über die Norm.
  • Glucosurie, also das Vorkommen von Zucker im Urin. Sie wird durch eine Harnuntersuchung festgestellt. Beträgt die Blutzuckerkonzentration mehr als 160-180 mg/dl, können die Nieren den Zucker nicht mehr filtern und es beginnt der Übertritt in den Urin, in dem man Spuren davon vorfindet.
    In Apotheken werden spezielle Testreifen verkauft, die eine Substanz enthalten, die bei Urinkontakt reagiert und die Farbe verändert, wenn Zucker vorhanden ist.
  • Polyurie, das heißt die Produktion einer täglichen Harnmenge von über 2,5 Litern (die physiologische Harnproduktion beträgt 2 l/Tag). Die Erhöhung der Zuckerkonzentration im Harn regt die Nieren dazu an, mehr Wasser zur Verdünnung auszuscheiden.
  • Polydipsie, die sich in übermäßigem Durst äußert. Die massive Harnproduktion erzeugt einen anormalen Durstreiz beim Diabetiker, der dadurch große Mengen von Flüssigkeiten trinkt.
  • Gewichtsverlust. Der Kalorienverlust über den Urin führt zu einer ungerechtfertigten Gewichtsabnahme im Vergleich zu der zugeführten Kalorienmenge.
  • Polyphagie. Der Körper des Erkrankten reagiert auf die Gewichtsabnahme, indem er das Hungergefühl erhöht. Die Folge ist ein größerer Nahrungsmittelkonsum, der zu keiner Gewichtszunahme führt.
  • Asthenie oder Kraftlosigkeit auch nach Ruhe oder nach leichten Anstrengungen.
  • Übelkeit.
  • Verschwommensehen. Erhöhte Zuckerwerte führen zu einer Linsenschwellung, die für diese Störung verantwortlich ist.
  • Tinnitus. Rauschwahrnehmung in einem oder beiden Ohren, hervorgerufen durch hyperglykämiebedingte Probleme in den kleinen Blutgefäßen des Innenohrs.
  • Hypoglykämie. Die Behandlung der Erkrankung mit Insulin kann die Blutzuckerwerte bis unter 50 mg/dl senken. Dieser anormale Spiegel wird als Hypoglykämie bezeichnet. Die Hypoglykämie führt zu: Zittern, Schweißausbrüchen, Schlaf und Koma.
  • Ketoazidose ist ein typisches Symptom des Diabetes mellitus Typ 1, das durch Insulinmangel gekennzeichnet ist.
    In diesem Zustand können die Zellen den Zucker nicht nutzen, um die lebensnotwendige Energie zu erzeugen. Sie nutzen daher die Fettsäuren der Fettzellen. Die metabolischen Reaktionen, die zu diesem Zweck aktiviert werden, produzieren Abfallprodukte, die als Ketonkörper bekannt sind und eine Übersäuerung des Blutes verursachen: die Ketoazidose. Diese Krankheit ist besonders schwerwiegend bei Kindern und kann unbehandelt schnell zum Tode führen. Die ersten Zeichen der Ketoazidose sind Übelkeit und Erbrechen, Bauchschmerzen, Hyperventilation (Erhöhung von Atemfrequenz und Atemtiefe mit dem Ziel, den pH-Wert im Blut zu erhöhen), Mundgeruch nach Azeton, das im Blut vorhanden ist und durch die Atmung ausgeschieden wird.
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Symptome bei Diabetes
Symptome bei Diabetes

 

Anfangssymptome des Diabetes mellitus Typ 2

Der Diabetes mellitus Typ 2 beginnt langsam und ist als nicht insulinpflichtiger Diabetes oder auch Altersdiabetes oder ernährungsbedingter Diabetes bekannt. Bei diesem Typ erzeugen die Pankreaszellen Insulin in normaler Menge, doch der Organismus entwickelt eine Art Insulinresistenz. Daher ist es nicht ausreichend.

Mögliche Frühsymptome:

  • Fettleibigkeit, die nicht immer auftritt, doch oft mit dieser Diabetesart vergesellschaftet ist.
  • Hyperglykämie. In vielen Fällen gehört sie der Kategorie „abnorme Nüchternglukose“ oder „IFG“ an, mit Konzentrationen des Blutzuckers zwischen 100 und 125 mg/dl.
  • Glucosurie ist oftmals zu Beginn nicht vorhanden oder hat nur niedrige Werte, zeigt sich jedoch tendenziell mit zunehmendem Alter, allerdings in Maßen.
  • Dehydratation beginnt leicht, neigt aber dazu, sich mit den Jahren zu verschlechtern.
  • Hypertriglyceridämie. Die Werte der Blutkonzentration von Triglyceriden übersteigen 200 mg/dl. Dieses Symptom ist nicht immer vorhanden, doch sehr wahrscheinlich.
  • Hyperurikämie. Die Konzentration der Harnsäure im Blut übersteigt 6,5-7 mg/dl. Nicht immer vorhanden.
  • Hypertonie. Nicht immer vorhanden.
  • Schwäche und Schläfrigkeit.
  • Sehstörungen und Verschwommensehen.
  • Hypoglykämie. Die Behandlung kann zu Blutzuckerwerten unter 50 mg/dl führen. Man spricht in diesem Fall von Hypoglykämie. Die Hypoglykämie verursacht: Zittern, pathologisch tiefen Schlaf und Koma.
  • Hyperosmolares hyperglykämisches Koma. Es ist für den Typ 2 Diabetes typisch. Bei diesem Krankheitstyp entwickelt sich bei massiv erhöhten Blutzuckerwerten (in manchen Fällen über 1000 mg/dl) ein hyperosmolares hyperglykämisches Koma, das zusammen auftritt mit: schwerer Dehydratation, Bewusstseinstrübung, Schläfrigkeit und Koma.


 

Langfristige Symptome und Komplikationen des Diabetes mellitus Typ 1 und 2

Die Krankheit beeinträchtigt im Laufe der Zeit folgende Organe und Gewebe: Blutgefäße, Blut, Haut und Schleimhäute, Nieren, vegetatives Nervensystem, motorische und sensible Nerven, Augen, Bindegewebe.

Es können sich daher späte Symptome und Komplikationen entwickeln.

  • Arteriosklerotische Plaques. Verschließen große und mittlere Arterien und erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Ischämien, Infarkten und Schlaganfall. Vermindern die Durchblutung kleiner Gefäße und führen zu Heilungsproblemen, Impotenz usw.
  • Beeinträchtigung der Leukozytenfunktionen. Erhöht die Wahrscheinlichkeit, an banalen Infekten wie Zystitis und Hautinfektionen zu erkranken.
  • Geschwüre und Infektionen. Verursacht durch Durchblutungsstörungen in der Peripherie im Haut- und Schleimhautbereich. Typisch ist die konstante Entzündung des Rachens.
  • Niereninsuffizienz.
  • Blutdruckschwankungen. Verursacht durch Beeinträchtigung des vegetativen Nervensystems.
  • Magen-Darm- und Schluckstörungen. Verursacht durch Schädigungen der Nerven des vegetativen Nervensystems, die die besagten Funktionen kontrollieren.
  • Beeinträchtigung peripherer Nerven, die für die Sensibilität und Bewegung der Gliedmaßen verantwortlich sind. Sensibilitätsstörungen, Kribbeln, Taubheitsgefühl der Extremitäten.
  • Netzhauterkrankung (Retinopathie), grüner Star (Glaukom), Erblindung. Verursacht durch Schädigungen der Wände der kleinen Blutgefäße des Auges.
  • Karpaltunnelsyndrom. Druck auf den Unterarm und Hand verbindenden Mediannerv im Bereich des Karpaltunnels (zwischen Handgelenk und Handwurzel). Dieser entsteht aufgrund der Verdickung des Bindegewebes, die ihrerseits durch den schlechten Zuckerstoffwechsel verursacht ist.
  • Der diabetische Fuß ist gekennzeichnet durch ein Geschwür im Fußbereich bei Patienten, die an Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2 leiden und ist eines der typischen Spätsymptome. Die Prozentzahl der Betroffenen, die dieses Fußproblem haben, ist sehr hoch. Statistische Untersuchungen reden von Zahlen, die über 20 % liegen. Im Westen betragen chirurgische Amputationen von Zehen oder ganzen Gliedmaßen aufgrund diabetesbedingter Geschwüre 70 %. Die Ursache dafür ist, dass der Diabetes Schäden an den Nerven der unteren Extremitäten verursachen kann, wodurch diese Körperzonen in ihrer Sensibilität gestört werden. Die Beeinträchtigung der sensiblen Fußnerven kann leicht zu Verletzungen führen und die verminderte Funktionsfähigkeit der Leukozyten begünstigt die Bildung von Geschwüren, die sehr langsam heilen.
    Die Infektionen können aufgrund der schlechten Durchblutung zu einer Gewebsnekrose (Gangrän) führen. Es kommt vor, dass sich der Betroffene der bestehenden Infektion nicht bewusst wird und folglich die Behandlung nicht rechtzeitig erfolgt. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass eine frühzeitige Diagnose die Behandlung dieser Komplikationen stark verbessert.


 

Symptome des Schwangerschaftsdiabetes

Die Erhöhung der Hormonspiegel während der Schwangerschaft kann den Zuckerstoffwechsel verändern, wodurch eine vermehrte Insulinmenge benötigt wird. Dadurch kann sich ein Schwangerschaftsdiabetes manifestieren. Gewöhnlich vergeht dieser nach der Geburt wieder, doch sein Vorhandensein erhöht die Wahrscheinlichkeit, in fortgeschrittenem Alter einen Diabetes Typ 2 zu entwickeln.

Die Symptome sind:

  • Hyperglykämie.
  • Polyurie (krankhaft erhöhte Urinausscheidung)
  • Polydipsie (krankhaft gesteigerter Durst)
  • Gewichtsverlust bei gutem Appetit
  • Häufige Infektionen, vor allem am Urogenitaltrakt
  • Sehstörungen


 

Symptome eines entgleisten Diabetes

Man spricht von entgleistem Diabetes, wenn die Blutzuckerwerte über lange Zeit außer Kontrolle sind. Das charakteristische Symptom besteht dann in einem glykierten Hämoglobin von über 8 %. Das glykierte Hämoglobin ist ein Parameter, der an die mittlere Lebensdauer der roten Blutkörperchen gebunden ist, die 120 Tage beträgt. Die Messung dieses Wertes wird bei der Blutuntersuchung durchgeführt, der den Blutzuckerspiegel der letzten zwei Monate anzeigt.


 

Symptome des Diabetes insipidus

Diabetes insipidus ist nicht durch eine Beeinträchtigung der Insulinproduktion oder durch eine Resistenz des Organismus auf seine Wirkung verursacht, sondern durch einen übermäßigen Verlust von Flüssigkeit, die zurückzuhalten der Körper nicht in der Lage ist. Daher haben Diabetes insipidus und Diabetes mellitus eine Polyurie gemeinsam. Diabetes insipidus kommt in 2 Arten vor: zentral und renal. Die Symptome sind:

  • Polyurie
  • Polydipsie
  • Dehydratation – eine übermäßige Dehydratation führt zu zerebralen Schäden, die sich manifestieren mit: Mangel an Koordination und Verhaltensstörungen