Hundebiss

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Ein Hundebiss kann gefährlich sein. Daher sollte man gut über mögliche Folgen Bescheid wissen und darüber, wie man sich verhalten muss.
Obwohl Hunde durch den Menschen domestiziert wurden, können sie beißen und ein Hundebiss kann ausgesprochen schmerzhaft und traumatisierend sein.

Man sagt, der Hund sei des Menschen bester Freund. Es gibt jedoch viele Fälle, in denen dieses Haustier den Menschen zu seiner Selbstverteidigung oder aufgrund einer mentalen Störung angreift.
Bei Tieren (besonders Säugetieren) führte die Tatsache, dass sie sich die Wunden lecken, zu dem Mythos, dass Speichel desinfizierende Eigenschaften hat.
Jedoch ist jedes Tiermaul ein Depot von Mikroben (besonders von Bakterien und Pilzen).

Hundebiss
Hundebiss

Tatsächlich hat reiner Speichel dank seiner Proteinstruktur desinfizierende Eigenschaften.
Das Lecken der Wunden ist bei Tieren eine ganz natürliche Reaktion.
Allerdings ist der Speichel, der beim Hundebiss vorhanden ist, für den Menschen reines Gift, da wir nicht gegen die im Maul des Hundes vorhandenen Bakterien und Mikroorganismen immun sind, was unverzüglich zu einer Infektion führt.

Auch wenn die meisten Hundebisse nicht tödlich sind, muss meist eine ärztliche Behandlung erfolgen.
Außer eine Notfallversorgung und einer Wundreinigung benötigt ein Kind nach einem Hundebiss möglicherweise ein Antibiotikum, eine Tetanusimpfung und/oder eine Tollwutimpfung.
Die Körperteile, die bei Kindern am meisten durch Bisse verletzt werden, sind Ohren, Hände, Finger und Arme, während bei Erwachsenen der Biss meist an den Beinen erfolgt.


Infektionsrisiko nach einem Hundebiss

Im Folgenden sind einige Bakterientypen genannt, die eine Infektion nach einem Hundebiss verursachen:

  • Staphylokokkus
  • Eikenella
  • Klebsiella
  • Moraxella
  • Prevotella
  • Fusobacterium
  • Capnocytophaga canimorsus
  • Pasteurella
  • Streptokokkus
  • Proteus
  • Haemophilus
  • Enterobacter
  • Porphyromonas gingivalis
  • Bacteroides
  • Corynebacterium
  • Neisseria

Der Biss eines herrenlosen oder gezähmten Hundes kann noch gefährlicher werden, wenn der Hund von Tollwut betroffen ist.
Eines der Tollwut-Anfangssymptome beim Menschen sind Halluzinationen.
Den Halluzinationen folgen starke Kopfschmerzen, Schweißausbrüchen und Fieber. Die Symptome ähneln denen der Influenza.
Die Person kann auch unter Muskelspasmen und Wasserabscheu leiden.
In dieser Situation ist das beste Mittel die sofortige Säuberung der Wunde und die Verständigung des Notarztes, oder man begibt sich selbst sofort in ein Krankenhaus.

Eine andere häufige Infektion, die sich infolge eines Hundebisses ausbreitet, ist die des Tetanus.
Die Anzeichen einer Tetanusinfektion sind Muskelkrämpfe und hohes Fieber.
Eine Sepsis (eine Art Blutvergiftung) ist eine andere häufige Infektion, die aufgrund eines Hundebisses auftreten kann.

Der Hund kann eine Infektion haben, die sogenannte Leishmaniose, die durch einen Parasiten übertragen wird. Doch der Hund kann sie nicht durch den Biss auf Menschen übertragen.

Symptome des Hundebisses

Der Hund kann beißen, ohne eine Hautverletzung und eine Blutung zu hinterlassen.
In diesem Fall kommt es nicht zu einer Infektion, doch kann sich eine Entzündung mit Ödem (zum Beispiel eine geschwollene Hand oder ein geschwollener Finger) entwickeln.
In der Regel bildet sich ein blauer Fleck oder ein Hämatom, weil ein Zerreißen der Kapillaren erfolgt ist.
Die Schwellung entsteht auch beim Biss mit Hautverletzung, doch in diesem Fall können die Folgen schwerwiegender sein, vor allem, wenn der Hund nicht geimpft wurde.
Die Entzündung der Haut und die Sekretion von heller Flüssigkeit sind die ersten Zeichen dafür, dass die Wunde infiziert ist.
Ein anderes sehr häufiges Zeichen ist das Auftreten eines geröteten Ekzems auf der Haut, die den Hundebiss umgibt.
Diese Symptome entstehen gewöhnlich innerhalb von 8 Stunden, nachdem der Hund gebissen hat.
Innerhalb der ersten 8 Stunden sollte man ein Krankenhaus aufsuchen.

Therapie bei Hundebiss

Die Behandlung des Hundebisses ist wichtig, anderenfalls riskiert man viele Komplikationen.
Die verwendeten Desinfektionsmittel bei der ersten Behandlung der Infektion des Hundebisses dienen der Entfernung einiger Bakterien.
Aber nicht alle Desinfektionsmittel sind in der Lage, die Bakterien zu töten.

 

Behandlung eines Hundebisses ohne offene Wunde

Stichwunden sind solche, bei denen die Zähne des Hundes die Haut durchdringen, ohne sie zu zerreißen.
Die Behandlung muss erfolgen, sobald die Person den Hund abgewehrt hat oder wenigstens innerhalb von acht Stunden nach dem Biss.


Den Hund in einen Käfig sperren und die betroffene Person so weit wie möglich von dem Tier entfernen.
Mit der Behandlung nach den Richtlinien der Ersten Hilfe beginnen.
Blutet die Person stark, muss die Blutung durch Drücken auf die Läsion gestillt werden.
Steht die Blutung, muss man den Bissbereich mit einer antibakteriellen oder antiseptischen Lösung reinigen.
Die Wunde von allem Schmutz reinigen.
Etwas Betadine auf den Wundbereich auftragen und diesen dann mit einer antibiotischen Salbe auf einer sterilen Kompresse abdecken.
In den folgenden Tagen muss man die Medikation täglich erneuern.

Eine schwangere Frau sollte einen Arzt aufsuchen, um den Zustand der Wunde festzustellen und bei den ersten Anzeichen einer Infektion Antibiotika einzunehmen.

 

Behandlung eines Hundebisses, der eine Fleischwunde verursacht

Bei einer Fleischwunde ist die Haut durch das Eindringen der Hundezähne verletzt worden.
Dies stellt eine schwere Wundverletzung dar und muss unverzüglich behandelt werden.
Sie muss genäht werden und meist bleibt eine sichtbare Narbe zurück.
Diese Art von Wunde benötigt mehr Zeit zur Heilung als eine Stichwunde.
Man sollte sofort eine Notaufnahme aufsuchen.

Allgemeine Behandlung von Hundebissen

Bei beiden Arten des Hundebisses muss eine antibiotische Prophylaxe erfolgen, um Infektionen vorzubeugen, die durch Bakterien hervorgerufen werden können.
Das Blut sollte man nach dem Biss für wenige Minuten fließen lassen, da es hilft, Bakterien auszustoßen.
Außer einer Wunde können Schwellungen und Schmerzen auftreten, gegen die der Arzt Schmerzmittel verschreiben kann.
Den Bissbereich sollte man in erhöhter Position halten, um die Schwellung zu mindern.

Die meisten Kinder sollten zur Prävention ein Antibiotikum nehmen (gewöhnlich Augmentan).
Nach dem Biss könnte die Person eine Auffrischung der Tetanusimpfung benötigen, wenn die letzte mehr als 10 Jahre zurückliegt.

Tollwut
Da die meisten Hunde in Europa gegen Tollwut geimpft sind, gibt es nach einem Hundebiss keine Probleme.
Wurde ein Kind von einem Hund gebissen, der nicht geimpft gewesen sein könnte, sollte ein Kinderarzt und/oder Arzt aufgesucht werden.
Innerhalb von 48 Stunden nach dem Biss könnte das Kind eine Behandlung mit Immunglobulinen gegen Tollwut und eine Tollwutimpfung benötigen, wenn der Hund nicht aufgefunden werden kann oder das Tier nicht geimpft wurde.
Begegnet man einem Hund, der an Tollwut erkrankt sein könnte, kann der Tierarzt das Tier über 10 Tage in Quarantäne nehmen. Außerdem sollte das Kind eine Impfung gegen Tollwut erhalten.

Naturheilmittel bei Hundebissen

Zusammen mit der medizinischen Versorgung eines Hundebisses können einige Hausmittel zur schnellen Heilung des Bisses hilfreich sein.
HonigEine Mischung von Honig und Kurkuma auf die Wunde auftragen.
Die antiseptischen Eigenschaften von Kurkuma und die beruhigenden Eigenschaften von Honig unterstützen eine schnellere Heilung.
Täglich Vitamin C einnehmen, bis die Wunde komplett verheilt ist.
Eine Kräutermischung zur lokalen Auflage herstellen. Dafür drei Walnüsse, Salz und eine Zwiebel miteinander zermahlen.
Diese Paste auf die Wunde auftragen und einen Verband anlegen.
Diese Mischung funktioniert wie ein Entgiftungsmittel.
Drei oder vier Knoblauchzehen dreimal am Tag verzehren, um Hundebisse zu kurieren.
Asantpulver auf die Wunde streuen, um die Schwellung zu verringern und die Heilung der Wunde zu beschleunigen.

Wie lange hält der Schmerz an? Prognose

Die Genesungszeit hängt von der Schwere der Verletzung und der rechtzeitigen Behandlung ab.
Hat der Biss zu Muskel-, Sehnen- oder Nervenverletzungen geführt, ist es möglich, dass ein bleibender ästhetischer und funktioneller Schaden bestehen bleibt. Anderenfalls kann die Haut in wenigen Monaten wieder wie zuvor aussehen.


Was tun, wenn der Hund jemanden verletzt?

Mit der verletzten Person sprechen
Hat der Hund jemanden verletzt, ist zunächst der Hund unter Kontrolle zu bringen und das Tier von der betroffenen Person zu entfernen. Mit dem Betroffenen sprechen, um zu erfahren, welche Verletzung vorliegt.

Medizinische Hilfe leisten
Die Schwere der Verletzung prüfen und den Patienten sofort für eine Behandlung in eine Notaufnahme bringen.

Herausfinden, was wirklich passiert ist
Wenn man die Person ins Krankenhaus bringt und eine Behandlung erfolgt, sollte man den Betroffenen fragen, was tatsächlich passiert ist.
Gut wäre es, wenn es einen Zeugen gäbe.

Auslagen bezahlen
Wurde die Person vom Hund gebissen und trägt dafür keine Verantwortung, sollte man die Kosten für die medizinische Versorgung übernehmen.
Man braucht jedoch nicht bezahlen, wenn man der Meinung ist, dass der Hund keine Schuld hat und sich lediglich gegen einen Eindringling geschützt hat.

Kenntnis der Gesetzeslage
Man muss NICHT für die medizinische Versorgung aufkommen, wenn …

  • die Person den Hund provoziert hat;
  • der Betreffende sich dessen bewusst ist, dass der Hund beißen kann, doch das Risiko eingeht, sich dem Tier anzunähern;
  • die Person gewaltsam ins Haus eindringt;
  • der Betreffende unvorsichtig war und deshalb gebissen wurde;
  • die Person das Gesetz verletzt.

Allerdings gelten die Gesetze möglicherweise nicht in allen Fällen. Betrachten wir, wann das so ist.
Nicht alle oben genannten Gründe können von dem Eigentümer des Hundes in allen Ländern angewendet werden.
Die Gesetze in manchen Staaten unterschiedlich sein.

Folgen und Verantwortlichkeiten / Anwalt konsultieren
Was auch immer das Gesetz sagt, man sollte die Verantwortung für die Handlungen des Hundes übernehmen.
Das bedeutet, man muss mit der Situation umgehen, als sei der Hund ein Kind.
Man sollte für das, was er anstellt, bezahlen, um Entschuldigung bitten und alles tun, was den Schmerz verringert.
Nicht in einer verteidigenden Position verharren, es sei denn man glaubt, dass die betroffene Person ohne ersichtlichen Grund einen Anspruch erhebt.
Ist man sich dessen gewiss, dass der Hund provoziert wurde und der Betreffende schuldig ist, sollte man einen Anwalt aufsuchen und den Fall besprechen, um über das weitere Vorgehen zu entscheiden.

Mit der Versicherungsgesellschaft sprechen
Manche Versicherungspolicen haben eine Abdeckung für körperliche Schäden durch einen Hundebiss. Man sollte den Vorfall mit seinem Versichungsvertreter prüfen.

Mit dem Tierarzt sprechen
Es kann erforderlich sein, den Hund zu einem Tierarzt zu bringen, wenn das Tier verletzt oder infiziert ist oder auch wenn man meint, dass das Verhalten des Hundes ungewöhnlich ist.

Erziehung des Hundes
Man muss sich etwas Zeit nehmen, um dem Hund beizubringen, wie er sich in der Öffentlichkeit verhalten soll. Hat der Hund Schuld, kann es erforderlich sein, das Tier zu bestrafen, damit es versteht, dass man verärgert ist, weil es etwas falsch gemacht hat.