Blutzucker: Funktion, Probleme und Behandlungsmöglichkeiten

Ohne Energie würde der Stoffwechsel in unserem Organismus zum Erliegen kommen. Jede der menschlichen Zellen braucht Energie, um ihre Funktion zu erfüllen.

Einen besonderen Stellenwert nimmt an dieser Stelle Zucker – in Form von Glucose – ein. Unter anderem für unser Gehirn ist Glucose ein essenzieller Energielieferant.
Der Blutzucker hat damit eine lebenswichtige Funktion. Aber: Blutzucker ist auch ein Auslöser für Erkrankungen.


Zu den wahrscheinlich bekanntesten Krankheitsbildern gehört an dieser Stelle natürlich Diabetes.
Die sogenannte “Zuckerkrankheit” betrifft Schätzungen – etwa des Deutschen Zentrums für Diabetesforschung – zufolge inzwischen etwa sechs Millionen Bürgerinnen und Bürger in der Bundesrepublik.

Und Experten gehen davon aus, dass sich diese Zahlen weiter nach oben verändern werden. Für 2030 geht man von einer Fallzahl aus, die etwa einem Zehntel der Bevölkerung entspricht.
Das Problem: Wer einmal unter Problemen hinsichtlich des Blutzuckers leidet, droht eine Kaskade weiterer Erkrankungen in Gang zu setzen.
Aus der Medizin ist bekannt, dass Diabetes zu Sehstörungen führen kann oder es zu Durchblutungs- und Wahrnehmungsstörungen in den unteren Extremitäten kommt – bis hin zur Amputation.
Welche Probleme ergeben sich generell in Bezug auf den Blutzucker? Wie sehen die möglichen Behandlungswege aus? In diesem Artikel wird auf die obigen Fragen etwas genauer eingegangen.

 

Blutzucker, Funktion, Probleme-und, Behandlungsmöglichkeiten
Die Messung des Blutzuckerspiegels ist mitunter recht hilfreich – bei Krankheiten wie Diabetes Mellitus gehört sie hingegen zum alltäglichen Leben.
© stevepb (CC0-Lizenz) / pixabay.com

 

Funktion des Blutzuckerspiegels

Der Blutzucker ist für unsere Zellen wichtig – es geht dabei vor allem um die Versorgung mit einem Brennstoff, also die Energiegewinnung.
Anhand dieser Tatsache lässt sich auch die Funktion des Blutzuckerspielgels abstrahieren. Dieser sorgt für eine ausreichend hohe Konzentration an Glucose im Blut.

Im Normalfall sollten bei einem gesunden Menschen zwischen 80 bis 120 Milligramm Glucose pro Deziliter Blut nachweisbar sein.
Schwankungen innerhalb der Soll-Grenzen sind normal und über die Tatsache erklärbar, dass im Zuge einer Mahlzeit mehr Zucker zur Verfügung gestellt wird – der Blutzuckerspiegel also ansteigt.
Im Gegenzug senkt sich der Blutzucker ab, wenn über einen längeren Zeitraum keine Nahrung aufgenommen wird.
Kontrahenten im Blutzucker-Regelkreis sind Insulin und Glucagon.

 

Potenzielle Probleme mit dem Blutzuckerspiegel

Weicht der Blutzucker von den genannten Normwerten ab, kann es zu Problemen kommen.
Auf der anderen Seite besteht Gefahr auch dann, wenn zwar ausreichend Glucose im Blut vorhanden ist, dieses aber nicht mehr durch die Zellen aufgenommen werden kann.

Dieser Effekt wird durch Insulin gesteuert. Sobald dieses Hormon aus der Bauchspeicheldrüse fehlt, nehmen die Zellen nicht mehr ausreichend Glucose auf, es kommt zu einer Erscheinung, die als Unterzuckerung bezeichnet wird. Aber: Die sogenannte Hypoglykämie kann auch aufgrund anderer Ursachen entstehen.

So steuern die Nebennierenrinde und Hypophyse die Bildung von Glucagon.
Als Gegenspieler hat es eine wichtige regulatorische Funktion des Blutzuckerspiegels. Kommt es zu einer Erkrankung dieser beiden Organe, wird der Regelkreis gestört, was ebenfalls Probleme nach sich zieht.
Denkbar für eine Blutzuckerproblematik wäre aber auch:

  • eine schwere Beeinträchtigung der Leberfunktion
  • eine Störung des Kohlenhydratstoffwechsels
  • ein Vorliegen verschiedener Intoleranzen (Stichwort Fructoseunverträglichkeit)
  • ein starker Glucoseüberschuss mit starker Insulinproduktion (relative Hypoglykämie)
  • eine Reaktion eingenommener Arzneimittel
  • ein Missbrauch von Alkohol

Alle diese genannten Faktoren können zu Problemen mit dem Blutzuckerspiegel bzw. der Aufnahme von Glucose in die Zellen führen. Tritt einer Unterzuckerung auf, macht sich dies allgemein durch:

Behandlungsmöglichkeiten bei Blutzuckerproblemen

Eine Abweichung vom normalen Blutzuckerspiegel kann unterschiedliche Ursachen haben und von vorübergehender Natur sein – oder sich als Erkrankung manifestieren.
Speziell bei einer andauernden Problematik ist eine Behandlung in aller Regel unumgänglich. Aufgrund der verschiedenen Auslöser unterscheidet sich die Therapie – entsprechend der Diagnose – natürlich deutlich.

Sofern es sich als Ursache beispielsweise um organische Auslöser im Bereich der Leber oder Nebennierenrinde handelt, sind Therapien auf die Grunderkrankung auszurichten.
Bezüglich eines manifesten Diabetes ist zu unterscheiden, ob Typ I oder Typ II vorliegt. Letztere wird auch gern als Altersdiabetes bezeichnet.

Diese ist unter anderem durch die Entwicklung einer Insulinresistenz gekennzeichnet. Behandelt werden kann die Erkrankung medikamentös. Aber: Gerade in der Frühphase haben Änderungen der Lebensgewohnheiten – wie eine Verringerung des Gewichts bei Übergewicht und eine gesunde Ernährung – immer wieder gute Ergebnisse gezeigt.
Erst wenn sich durch diese nichtmedikamentösen Maßnahmen keine Verbesserung zeigt, wird der Behandler zu Medikamenten bzw.
Der Insulingabe greifen. Zunächst ist es bei Diabetes jedoch erst einmal wichtig, diese überhaupt zu erkennen. Vor allem diese Anzeichen sollten Betroffene dazu bringen, sich einer ärztlichen Untersuchung zu unterziehen:

  • Abgeschlagenheit
  • Appetitlosigkeit
  • Schwindel
  • Störungen der Konzentration
  • Süßlicher Körpergeruch (Acetonatem)


Wichtig ist in jedem Fall die Bestimmung des Blutzuckerspiegels. Neben der Bestimmung des Blutzuckers im Labor hat sich hier die Selbstmessung etabliert.
Letztere wird mithilfe kleiner Messgeräte vorgenommen, die entweder auf Basis der optischen oder amperometrischen Methode arbeiten. “Messmedium” ist bei beiden das Kapillarblut. Ein normaler Blutzuckerwert sollte nüchtern bei unter 6,1 mmol/l bzw. zwei Stunden nach einer Mahlzeit bei unter 7,8 mmol/l liegen.
Unter https://www.vergleich.org lassen sich interessante Geräte für die Selbstmessung im Test finden – auf diese Weise kann jeder das passende Blutzuckermessgerät erstehen.

Blutzucker
Diabetes ist gerade zu Beginn recht schwer zu erkennen. In der Anfangsphase lassen sich die Probleme jedoch häufig noch durch eine Ernährungsumstellung und maßvolleres Essen in den Griff bekommen.
© TesaPhotography (CC0-Lizenz) / pixabay.com

 

Unbeschwert den Alltag erleben trotz Blutzuckerproblemen


Mit einem Stich wird Gewissheit, ob der Blutzucker normal ist oder nicht.
Gemessen über Blut aus dem Finger, zeigen Publikationen – etwa des DDZ – das es auch anders gehen kann.
Das Ziel ist aber identisch und liegt in der Kontrolle des Blutzuckerspiegels. Letzterer hat erhebliche Bedeutung für das Wohlbefinden und die Gesundheit. Dabei kommt es immer häufiger zu Problemen.
Gerade Diabetes ist seit Jahren auf dem Vormarsch. Hier sind es nicht nur organische Auslöser.


Gerade beim Altersdiabetes können Betroffene – neben der Kontrolle des Blutzuckerwerts – über den Lebensstil viel erreichen und den Alltag wieder entspannt genießen.
Dies erfordert jedoch ein gewisses Maß an Disziplin, da regelmäßige Messungen und die Gabe von Insulin auf Dauer zur lästigen Pflicht werden.