Therapie bei Fraktur der Tibia

Erste Einschätzung und Therapie bei Fraktur der Tibia

Arztbesuch
Zur Beurteilung einer Fraktur des Knochenschaftes ist es zunächst äußerst wichtig nachzuvollziehen, wie sich das Trauma ereignet hat, um den Verletzungsmechanismus und die einwirkenden Kräfte einschätzen zu können.

Die Kraft, die bei einem Verkehrsunfall mit motorisierten Fahrzeugen entsteht, ist hundertmal größer als bei einem einfachen Sturz.

Auch wenn Röntgenbilder praktisch gleich aussehen können, sind die damit verbundenen Weichteilverletzungen höchst unterschiedlich.
Die meisten verschobenen Brüche lassen sich mit bloßem Auge gut erkennen  Ein Abtasten (Palpation) ist nur notwendig, wenn keine Fraktur offensichtlich ist.
Wichtig bei der klinischen Untersuchung ist die Suche nach Nerven- und Gefäßverletzungen.

Einige Frakturen, dazu gehören verschobene Brüche am oberen Ende des Schienbeins (in Nähe des Kniegelenks), lassen Hauptgefäßverletzungen vermuten.
Eine Arterienläsion ist ein orthopädischer Notfall und muss unverzüglich versorgt werden, zusammen mit einer zweckmäßigen Stabilisierung des Bruchs.
Das Kompartmentsyndrom verlangt einen dringenden  Eingriff.
Dieses Syndrom kann jederzeit in den ersten Tagen nach dem Trauma auftreten; es kommt häufiger bei stark verschobenen Brüchen vor, aber ebenfalls bei einfachen und offenen Frakturen, auch nach der intramedullären Nagelung.

Röntgenuntersuchung

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Verschobene Fraktur von Schien- und Wadenbein.

Das wichtigste Diagnoseverfahren ist die Röntgenuntersuchung.
Die Röntgenaufnahmen werden in der Regel in zwei senkrecht zueinander stehenden Ebenen angefertigt (von vorn/hinten und von der Seite); Schrägaufnahmen sind zur Darstellung der  gelenknahen Knochenbereiche (Metaphyse) hilfreich.

CT und Magnetresonanztomographie werden zur Beurteilung von akuten Schaftverletzungen nicht durchgeführt, können aber im Falle von komplexen, nicht konsolidierten Frakturen zur Planung der rekonstruierenden Chirurgie nützlich sein.

 

Therapieformen

Im Allgemeinen gibt es bei Schienbeinfraktur zwei Behandlungsmöglichkeiten:

 

1. Konservativ

Zunächst Gips, dann Orthese.
Funktionelle Stärkung.

 

2. Operativ

Die Operationsmethoden umfassen Verplattung, intramedulläre Nagelung und Fixateur externe.

 

Gips
Die gängigste Methode zur Behandlung von Schienbeinschaftfrakturen war lange Zeit die Verwendung von Gipsabdrücken. Sie wurde unabhängig von Weichteilverletzungen , Form und Stabilität der Fraktur angewendet.
Die ersten Tage der konservativen Behandlung von Schienbeinschaftfrakturen sehen zunächst einen Zug in der Längsachse vor, danach wird zur Ruhigstellung des Beins ein Gips angelegt.
Für eine korrekte Immobilisation des Schienbeins muss der Gips muss sowohl Knie- als auch Sprunggelenk umfassen.
Der Gips sollte nicht länger als 8-12 Wochen getragen werden, um eine Steifheit des Sprunggelenks zu vermeiden, und ist dann durch eine Bandage zu ersetzen.

Röntgenaufnahmen müssen zur Überwachung der Knochenposition in regelmäßigen Abständen (15 Tage, 1 Monat, 2 Monate) wiederholt werden.
Nach 4-8 Wochen bzw. sobald sich Konsolidierungszeichen bemerkbar machen, wird der lange, bis über das Knie reichende Gips entfernt und durch eine Orthese ersetzt.

Ergebnisse

Großen Einfluss auf die Behandlungsergebnisse und Genesungszeiten haben die anfängliche Verschiebung der Knochenfragmente, das Ausmaß der Zersplitterung und der Zustand des Wadenbeins.

Komplikationen bei Gips

Die Gelenksteifigkeit, besonders des Sprunggelenks, ist mit Sicherheit das Hauptproblem beim Eingipsen von Schienbeinfrakturen. Sie kann entstehen, wenn ein Schienbeinbruch durch einen langen Gips über die gesamte Behandlungszeit ruhig gestellt wird.
Dringend empfohlen wird die durch einen erfahrenen Physiotherapeuten durchgeführte passive Mobilisation, damit das normale Bewegungsausmaß in kürzester Zeit wiedererlangt werden kann.
Wenn die Schmerzen es zulassen, sollten aktive Übungen zur Rückgewinnung von Funktionalität und Kraft ausgeführt werden.

 

Operative Behandlung
Die Operationsverfahren zur Behandlung von Schienbeinschaftfrakturen sind: externe Fixierung, intramedulläre Nagelung und Verplattung.

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Operationsverfahren bei Sprunggelenkfrakturen.

Die externe Fixierung und Verplattung der Fraktur durch konventionelle Platten und Schrauben könnte bei einem fragilen Knochen nicht funktionieren.
Interne Fixierungen geben einem an Osteoporose erkranken Knochen mehr Halt.
Das Einführen von intramedullären Nägeln ermöglicht eine frühzeitige Belastung des verletzten Beins und ist einer Fixierung durch Platten und Schrauben vorzuziehen, weil hier die Gefahr eines Misserfolgs besteht, wenn sich der  Heilungsprozess lange hinzieht.
Bei gelenknahen oder Gelenkfrakturen ist eine intramedulläre Nagelung in der Regel nicht geeignet, sie bedürfen einer direkten Reposition und absoluten Stabilität, um die anatomischen Verhältnisse der Gelenkknochen aufrecht zu erhalten.
Die Knochenqualität ist von größter Bedeutung.
Eine starke Osteoporose  vermindert den Halt von Schrauben und Bolzen.

Die Behandlung von pathologischen Frakturen muss sorgfältig durchdacht und abgewogen werden. Bei Patienten mit geringer Lebenserwartung sind Mobilität und Schmerzlinderung vermutlich höher zu bewerten als eine perfekte Einrichtung der Fraktur.
Die Anwendung einer Hilfstechnik, wie z.B. der Gebrauch von Knochenzement, könnte eine Alternative darstellen, auch wenn sie die Knochenheilung verzögern kann.
Weitere Artikel: Schienbeinfraktur –  Schienbeinfraktur, chirurgischer EingriffInnenknöchelfraktur

 

 

Dr. Massimo Defilippo Fisioterapista Tel 0522/260654 Defilippo.massimo@gmail.com
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