Therapie bei Fibulafraktur

Therapie bei Fibulafraktur

Die Behandlung kann konservativ oder operativ erfolgen.
Gips
Der Gipsverband ist eine Methode zur Immobilisation eines gebrochenen Knochens.
Bei Wadenbeinbrüchen (Fibulafrakturen) legt man meist einen kurzen Gips an, wenn die Bruchstelle in Fußknöchelnähe liegt, und einen langen Gips bei Schaftbrüchen des Wadenbeins.


 
Gipsbein
Gipsbein

Der kurze Gipsverband umfasst den Fuß und reicht bis unter das Knie, der lange Gipsverband reicht bis zum Oberschenkel.
Der Gips kann angelegt werden, nachdem der Chirurg den Knochen manipuliert hat, um die Achsenstellung zu verbessern.
Vor dem Eingipsen werden Fuß und Knöchel mit einer Polsterschicht versehen.
Dann wird das Bein mit einer Binde aus Glasfaser oder Gips umwickelt.
Der Gips kann eine vorübergehende oder endgültige Form der Frakturbehandlung darstellen.

 

Schiene

Die Technik des Schienens wird bei frischen Brüchen angewendet.
Sie ist dann geradezu ideal, weil Frakturen durch  eine erhebliche Schwellung begleitet werden.
Die Schiene engt das Bein nicht ein und ermöglicht das Anschwellen.
Die Schiene wird häufig vorübergehend zur Ruhigstellung verwendet, bis operiert wird, oder unmittelbar nach der chirurgischen Fixierung des Wadenbeinbruchs. Im Allgemeinen wird bei Fibulafrakturen eine rückseitige oder U-förmige Schiene mit einer Zwischenpolsterung angelegt.
Die rückseitige Schiene wird hinten am Unterschenkel und an der Fußsohle angebracht. Die Schienenlänge ist von der Bruchhöhe abhängig.

Liegt die Fraktur in Nähe des Kniegelenks, ist die Schiene für gewöhnlich länger.
Die U-förmige Gipsschiene wird normalerweise zusammen mit der rückseitigen Schiene verwendet, um das Wadenbein innerhalb und außerhalb des Beins zu stützen.
Die Gipsschiene besteht aus einem langen, U-förmigen Materialstück, das vom Außenbereich – unterhalb des Fußes -bis zum Innenbereich des Beins reicht.
Die Schienen werden oben mit einer elastischen Binde umwickelt.

Die verwendeten Materialien sind: Gips, Glasfaser oder vorgefertigte Schienen aus den verschiedensten Stoffen.
Die Schiene eignet sich bei allen Wadenbeinbrüchen, denn der Arzt kann die Gipsschiene anlegen, um die Knochenstücke in korrekter Position zu halten, während er die Knochen manipuliert.

 

Externe Fixierung

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Röntgenaufnahme einer komplizierten Schien- und Wadenbeinfraktur mit Fixateur externe und Kirschner-Drähten.

Zur Behandlung von Waden- und Schienbeinfrakturen, die das Sprunggelenk mit einbeziehen, wird häufig ein Fixateur externe, also ein äußerer Spanner verwendet.
Diese Vorrichtung hält die Knochen während des Heilungsprozesses in korrekter Position oder hilft zu einem späteren Zeitpunkt durch einen definitiven chirurgischen Eingriff.
Der Chirurg bringt Nägel in die Knochen der unteren Extremität ein und errichtet außerhalb des Körpers ein Gestell aus Metallstangen.
Dieser Vorgang kann im OP oder in der Notaufnahme durchgeführt werden.
Ein Fixateur externe ist auch bei offenen Brüchen hilfreich, bei denen der Knochen mit der äußeren Umgebung in Kontakt steht.

 

Offene Reposition mit interner Fixierung

Unter interner Fixierung mit offener Reposition versteht man die chirurgische Versorgung der Fraktur, bei der  Verbindungselemente (Platten, Schrauben, Nägel) zur Einrichtung der Knochenteile unter der Haut eingesetzt werden.
Fibulafrakturen können mit Schrauben und/oder Platten repariert werden.
Verschiedene Wadenbeinbrüche bedürfen keiner Behandlung, der Chirurg richtet lediglich die Schienbeinfraktur ein, wodurch das Wadenbein heilen kann.
Schaftfrakturen von Schien- und Wadenbein werden in der Regel durch intramedulläre Nagelung des Schienbeins behandelt.
Dabei wird ein langer Nagel durch die Frakturfragmente in die Markhöhle des Knochens geschoben.
Der Nachteil des intramedullären Nagels liegt darin, dass dieser den Biegekräften entgegenwirkt, nicht aber den Rotations- und Kompressionskräften; deshalb muss in einigen Fällen eine Hilfsfixierung in Form von Schrauben oder Cerclage verwendet werden.

 

Orthese

Bei einfachen Frakturen des Sprunggelenks oder des Außenknöchels kann es ausreichen, die verletzte Gliedmaße mit einer Unterschenkel-Orthese, ähnlich einem Skischuh zu stützen. Sie umfasst den Fuß und reicht bis unter das Knie.
Auf diese Weise kann das verletzte Bein frühzeitig belastet werden, während der Bruch heilt.

 

Offene Frakturen
Wenn der Knochen aus der Haut ragt, spricht man von einem offenen Bruch.
Bei dieser Art von Bruch müssen Antibiotika eingenommen werden. Zu den gängigsten Mitten gehören Cefazolin, Gentamicin und Penizillin, je nach Ausmaß der Wunde und Entzündungsgrad.
Der Arzt wird sich erkundigen, ob der Patient gegen Tetanus geimpft ist.

 

Schmerzkontrolle

Die Kontrolle der Schmerzen ist bei einem Wadenbeinbruch ein sehr wichtiger Aspekt.
Zumeist werden NSAR eingenommen, also nichtsteroidale Antirheumatika, wie Ibuprofen, Naproxen, Paracetamol oder Opioide.
Der Arzt wird dem Patienten zur Linderung der Frakturschmerzen die geeigneten Medikamente verschreiben.

 

Physiotherapie

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Physiotherapie mit Gleichgewichtsübungen

Ein Physiotherapiezyklus ist äußerst wichtig, weil er den Heilungsprozess beschleunigt und ein gutes Ergebnis garantiert.

Die Rehabilitation umfasst:

  • Magnettherapie zur Verkürzung der Knochenkonsolidierungszeit bis zu 50%.
  • Massage der Weichteilgewebe zur Drainage der Entzündung.
  • Passive Mobilisation zum Wiedererlagen des Bewegungsumfangs.
  • Verband (Taping) und Bandagen für das Bein.
  • Verwendung eines Schutzstiefels.
  • Anleitung zur Verwendung von Unterarmgehstützen.
  • Kälte- oder Wärmetherapie zur Schmerzlinderung.
  • Bewegungsübungen (Physiokinesiotherapie) zur Verbesserung von Kraft, Beweglichkeit und Gleichgewicht.
  • Rehabilitation im Wasser (Wassergymnastik, Hydrokinesiotherapie), wo das Bein gestärkt werden kann, ohne den verletzten Knochen zu belasten.
  • Abänderungen der Alltagstätigkeiten.
  • Stufenweise Rückkehr zu den Alltagstätigkeiten.

 

Prognose

Patienten mit Wadenbeinbruch können bei entsprechender (konservativer oder operativer) Behandlung ihren ursprünglichen Gesundheitszustand wieder hundertprozentig herstellen. Berufliche und sportliche Tätigkeiten können nach einigen Wochen oder Monaten wieder aufgenommen werden und sollten durch den Physiotherapeuten oder behandelnden Arzt begleitet werden.
Bei komplizierten Brüchen oder zusätzlichen Verletzungen von anderen Knochen, Weichteilgewebe, Nerven oder Blutgefäßen sind die Genesungszeiten sehr viel länger.
Patienten mit kleineren, unverschobenen Brüchen (z.B. Avulsionsfrakturen) können mit Zustimmung des Arztes in weniger als 6 Wochen wieder sportliche Aktivitäten ausüben.

 

Weitere Artikel: Wadenbeinfraktur Außenknöchelfraktur  –  Außenknöchelfraktur, Chirurgie und Genesung

 

 

Dr. Massimo Defilippo Fisioterapista Tel 0522/260654 Defilippo.massimo@gmail.com
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