Schulterfraktur

Eine Schulterfraktur kann sich in einem der drei Knochen ereignen, die das Gelenk bilden: Arm, Schlüsselbein oder Schulterblatt.

Eine Schlüsselbeinfraktur kann bei Kindern oder Neugeborenen vorkommen oder durch einen Sturz mit dem Fahrrad oder Motorrad verursacht sein.
Eine Oberarmfraktur kommt häufiger bei älteren Menschen vor, wohingegen das Schulterblatt nur sehr selten bricht.

Schulterfraktur
Schulterfraktur

Symptome der Schulterfraktur

Eine Oberarmfraktur verursacht:

  • Hämatom entlang Arm und Brustkorb auf der Seite des verletzten Arms;
  • Schulterschmerzen;
  • Steifigkeit und Bewegungseinschränkung des Arms;
  • Schwellung an Arm und Schulter;
  • eine Fraktur der rechten Schulter stellt in der Regel für den Patienten eine größere Einschränkung dar, für Linkshänder trifft dies jedoch für die linke Schulter zu;
  • bei einer Fraktur mit Schulterluxation erscheint der Arm verformt und nach unten versetzt, wobei das Akromion (äußerster Teil des Schulterblatts) nach außen vorsteht.

 

Behandlung einer Schulterfraktur

In der Notaufnahme befestigt der Arzt eine Schiene (wie einen Gipsverband) am Arm und verwendet eine Armschlinge, um den Ellenbogen in seiner Position zu halten.
Die unmittelbare Behandlung besteht in der Anwendung von Eis auf der Schulter und einem Schmerzmittel.
Multiple Frakturen müssen operativ behandelt werden, aber einige stabile Frakturen können auch ohne Operation verheilen.

 

Nicht-chirurgische Behandlung

Wenn der Bruch unverschoben ist, benötigt man lediglich eine Orthese oder eine Bandage, um den Ellenbogen während des Heilungsprozesses in seiner Position zu halten. Der Arzt sollte die Heilung der Fraktur aufmerksam überwachen und den Patienten regelmäßig in die Klinik einbestellen, um die Radiographie zu wiederholen.
Wenn sich nach 2-4 Wochen keines der Knochenfragmente verschoben hat, erlaubt der Arzt dem Patienten, mit sanften Bewegungen des Arms zu beginnen. Dies kann einige Sitzungen mit einem Physiotherapeuten erfordern.
Der Patient darf für ein paar Wochen keine Gegenstände mit dem verletzten Arm anheben.
Der nicht-chirurgische Ansatz bei einer distalen Fraktur des Oberarmknochens kann eine langzeitige Ruhigstellung oder einen Gipsverband erforderlich machen.
Der Ellenbogen könnte dadurch versteifen und eine längere Rehabilitation erfordern, um die Beweglichkeit nach Abnahme des Gipsverbandes wiederherzustellen.
Wenn sich Fragmente aus ihrer natürlichen Position verschieben, kann für den Patienten eine Operation notwendig werden, um die Knochen auszurichten und aneinander zu fixieren.

 

Chirurgische Behandlung einer Oberarmfraktur

Die Operation bei distaler Oberarmfraktur (nahe dem Ellenbogen) sieht die Befestigung der Bruchstücke des Knochens an der ursprünglichen Stelle vor.
Es werden Metallprothesen wie Platten und Schrauben verwendet, um die Fragmente bis zum vollständigen Verheilen des Knochens in Position zu halten.

 

Chirurgische Indikationen

Eine Operation ist normalerweise in folgenden Fällen erforderlich:

  • wenn die Fraktur verschoben ist;
  • bei einer verschobenen Fraktur mit Schulterluxation;
  • in seltenen Fällen empfiehlt der Chirurg den Einsatz eines Nagels bei einer verzahnten Fraktur, das heißt wenn der untere Teil in den oberen eindringt (zum Beispiel der Knochenhals in den Kopf des Knochens);
  • wenn es sich um eine offene Fraktur handelt, also Teile des Knochens die Haut durchstoßen haben, ist das Risiko einer Infektion erheblich höher, als bei einer geschlossenen Fraktur.
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Radiographie einer proximalen Humerusfraktur

Der Patient sollte in der Notaufnahme sofort Antibiotika über die Vene (intravenös) verabreicht bekommen und könnte eine Tetanus-Auffrischung benötigen.
Der Chirurg empfiehlt eine Operation, um die Schnitte zu reinigen und die Knochenfragmente zu fixieren.

Bei einigen Fällen von schwerer offener Fraktur kann sich der Arzt dazu entscheiden, eine externe Fixierung (Fixateur externe) anzulegen. Bei diesem Verfahren werden Schrauben in die Knochen eingefügt, die aus der Haut herausragen und mit Stäben aus Aluminium oder Kohlefaser verbunden sind.
Auf diese Weise wird der Knochen vorübergehend in Position gehalten.
Dies gibt der Haut Zeit, vor der Operation der Fraktur zu verheilen, wodurch das Risiko einer Infektion verringert wird.

 

Operationsverfahren

Der Eingriff kann unter Vollnarkose (der Patient schläft) oder unter Lokalanästhesie (mit Medikamenten wie Novocain, die den Arm betäuben) erfolgen oder in einer Kombination von beidem.
Während der Operation kann der Patient auf dem Rücken, auf der Seite oder auf dem Bauch liegen.
Liegt der Patient auf dem Bauch, kann das Gesicht für ein paar Stunden nach Beendigung der Operation noch geschwollen sein.
Dieser Effekt ist vollkommen normal und nur vorübergehend.

Die gebrochenen Knochen werden miteinander verbunden und mit einer Konstruktion aus Platten und Schrauben in Position gehalten.
Normalerweise führt der Chirurg einen Einschnitt an der Schulter durch, um zu dem gebrochenen Knochen zu gelangen.
Es gibt mehrere Möglichkeiten, um die Knochenfragmente in ihrer Position zu halten.

Der Chirurg hat folgende Optionen:

  • Kirschnerdrähte (flexible Metalldrähte),
  • Schrauben,
  • Platten und Schrauben,
  • Nähte am Knochen oder an den Sehnen,
  • eine Kombination der oben genannten Methoden.

In der Regel wird der Einschnitt mit Nähten oder Klammern verschlossen.
Manchmal entscheidet sich der Chirurg dazu, den Arm zu schienen, um die Spannung von dem Einschnitt zu nehmen.
Manche Frakturen können während des Eingriffs besondere Maßnahmen erfordern.

Knochenverlust. Wenn Knochenfragmente fehlen oder zerquetscht wurden (Knochenstücke, die aufgrund eines Unfalls verloren gegangen sind), kann außer der Wiederherstellung auch ein Knochentransplantat notwendig sein. Die Transplantation kann durch ein patienteneigenes Knochenstück (meist aus dem Becken oder dem Wadenbein entnommen) erfolgen, mit Knochen aus einer Spenderbank oder mit künstlichem, kalkhaltigem Material durchgeführt werden.

 

Chirurgische Komplikationen bei einer Schulterfraktur

Mit der Operation sind einige Risiken verbunden.
Wenn der Arzt zu einer Operation rät, kann davon ausgegangen werden, dass der mögliche Nutzen des Eingriffs größer ist als die Risiken.

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Viren, die postoperative Infektionen verursachen können Eraxion/bigstockphoto.com

Infektion
Bei jeder Operation besteht das Risiko einer Infektion, egal ob es sich um eine Schulterfraktur oder andere Art von chirurgischem Eingriff handelt.

Postoperative Schmerzen
Im Operationssaal wird der Schmerz durch ein Team von Anästhesisten unter Kontrolle gehalten, die den Patienten narkotisieren oder nur den Arm betäuben können.
Der Arzt spricht mit dem Patienten vor der Operation über die Art der Anästhesie.
Nach der Operation wird der Schmerz mit einer Kombination aus Schmerzmitteln wie Morphin, Codein und Paracetamol gelindert.

Schäden an Nerven und Blutgefäßen
Es besteht ein geringes Risiko für eine Beschädigung von Nerven und Blutgefäßen im Schulterbereich. Dies wäre eine ungewöhnliche Nebenwirkung.

Der Ulnarisnerv wird während der Operation verschoben und erholt sich in der Regel spontan. Vorübergehend können Taubheit oder Schwäche in dem Bereich auftreten, die möglicherweise erst nach Wochen oder Monaten wieder vergeht. In seltenen Fällen kann der Nerv während der Operation verletzt werden. Das kann einen weiteren Eingriff erforderlich machen, um den Nerv bei seiner Heilung zu unterstützen.

Unzureichende Konsolidierung
Die Operation kann das Verheilen der Fraktur nicht garantieren.
Ein Fragment könnte sich lösen oder die Schrauben, Platten und Drähte können sich verschieben oder brechen.
Dies kann aus einer Reihe von Gründen geschehen, darunter:

  • Der Patient hat die Anweisungen nach der Operation nicht befolgt.
  • Der Patient hat andere Gesundheitsprobleme, die die Heilung verlangsamen. Einige Erkrankungen, wie Diabetes, können den Prozess aufhalten. Auch Rauchen und der Genuss anderer Tabakprodukte können die Knochenkonsolidierung verzögern.
  • Handelt es sich um eine offene Fraktur (mit einer Verletzung der Haut), dauert der Heilungsprozess in der Regel länger.
  • Infektionen können die Konsolidierung verzögern oder verhindern.

Verwächst die Fraktur nicht, kann eine weitere Operation erforderlich werden.

 

Prognose bei einer Schulterfraktur

Patienten mit einer Humerusfraktur erlangen in der Regel eine vollkommene Wiederherstellung unter einer geeigneten Therapie (entweder chirurgisch oder konservativ).
Die Rückkehr zur Arbeit oder zum Sport kann nach einer gewissen Anzahl von Wochen oder sogar erst nach vielen Monaten nach dem Unfall möglich sein.
Der Arzt oder Physiotherapeut sollte dem Patienten Rehabilitationsübungen vermitteln und eine passive Mobilisierung für die Wiederherstellung der möglichen Beweglichkeit durchführen.

Bei Patienten mit schweren Verletzungen, die andere Knochen, Weichgewebe, Nerven oder Blutgefäße in Mitleidenschaft ziehen, kann sich die Genesungszeit erheblich verlängern.
Patienten mit leichten oder unverschobenen Frakturen (Mini-Fraktur) können meist nach 6-8 Wochen je nach Dafürhalten des persönlichen Physiotherapeuten wieder Sport betreiben.
Bei einer verschobenen Fraktur sind die Genesungszeiten wesentlich länger und können zwischen 3 und 6 Monaten liegen.
Ältere Menschen mit Oberarmfrakturen erlangen meist die Beweglichkeit beim Anheben des Arms nicht vollständig zurück, können sich jedoch ankleiden und kämmen.
Die vollumfängliche Beweglichkeit ist nicht notwendig, um Alltagstätigkeiten durchzuführen.