Rippenbruch und Rippenprellung

Was ist eine Rippenbruch und Rippenprellung? Die Rippen sind die Knochen des Brustkorbs, es gibt 12 symmetrische Rippenpaare; sie entspringen den Wirbeln und sind vorn mit dem Brustbein verbunden.
Rippenbrüche können bei direkterGewalteinwirkung auf den Brustkorb (Thoraxtrauma) entstehen. Eine Rippe ist aufgrund ihrer langen, biegsamen Form besonders verletzungsanfällig; sie kann bei Stürzen oder Quetschungen brechen.

Bei älteren Patienten mit Osteoporose kann bereits eine feste Umarmung  oder ein Menschengedränge zu Rippenfrakturen führen


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Kontrolle der Schulterblätter.

. Die Gefahr bei Rippenbrüchen liegt darin, dass die im Brustkorb enthaltenen Organe Verletzungen erleiden können, insbesondere die Lunge, das Herz, die Leber, die Milz und die großen hier verlaufenden Arterien und Venen. Eine Fraktur der ersten beiden Rippen kommt äußerst selten vor, muss aber entsprechend behandelt werden, weil die anderen inneren Strukturen des Brustkorbs Schaden nehmen und sogar zum Tod führen können. Die ersten beiden Rippen sind weniger biegsam als die anderen; deshalb wird bei einem Trauma am oberen Brustkorb kein unverschobener Bruch entstehen, sondern ein dislozierter Bruch, bei dem die Bruchstücke nach innen verschoben sind.

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Pneumothorax, die linke Lunge erscheint kleiner.
Alila/bigstockphoto.com

Ein Patient kann auch mit mehreren gebrochenen Rippen in der Notaufnahme des Krankenhauses erscheinen; in diesem Fall empfiehlt sich wegen der mit dem Trauma verbundenen Risiken ein kurzer stationärer Aufenthalt von 24-48 Stunden zur Beobachtung, denn wenn die Fraktur auf Höhe der neunten, zehnten und elften Rippe liegt, kann das Knochenstück die Milz oder Leber durchbohren und starke Blutungen verursachen. Bei einer Verletzung von Brustfell (Pleura) und Lunge kann ein Pneumothorax (Luft im Pleuraspalt) oder Hämatothorax (Blut im Pleuraspalt) mit darauffolgendem hypovolämischem Schock entstehen. Der Bruch der mittleren und unteren Rippen kann verschoben, unverschoben sein oder in einem feinen Riss bestehen; Trümmerbrüche, Berstungs- und Stückfrakturen kommen praktisch nicht vor. Das Trauma, das die Fraktur verursacht hat, kann auch eine Distorsion des Rippenknorpels bewirken.

 

Wodurch entsteht ein Rippenbruch?

Der Verletzungsmechanismus ist eine direkte Gewalteinwirkung oder Quetschung. Die Ursachen für solche Brüche sind Autounfälle und Stürze, sie können aber auch bei einer festen Umarmung oder im Gedränge entstehen.

 

Was sind die Symptome und Zeichen einer Rippenfraktur?

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Das Röntgenbild zeigt einige gebrochene Rippen.

Zu den Hauptsymptomen gehören Schmerzen an der verletzten Stelle, Schwellung und ein interner oder externer Bluterguss. Es können schmerzende Stiche beim Atmen, Abtasten und bei Bewegungen von Brustkorb und Rücken (Strecken, Beugen und Drehen) auftreten; auch das Husten und Niesen ist sehr schmerzhaft. Dazu kann sich Atemnot bemerkbar machen. Sind mehrere Rippen gebrochen (Rippenserienfraktur), kann eine anomale Mobilität der verletzten Rippen entstehen, die sich hinsichtlich der gesunden Rippen in die entgegengesetzte Richtung bewegen, es entsteht eine “paradoxe Atmung”. Die Bewegung der gebrochenen Rippen kann während der Atmung auch zu einer Schwankung der mediastinalen Arterien-/Venenstämme im Mittelfell führen, was für einen Abfall des Blutkreislaufs sorgen kann; auf diese Weise kann ein Herzschock (kardiogener Schock) entstehen.

Wie wird ein Rippenbruch diagnostiziert?

Zur Diagnose gehört zunächst einmal die Befragung durch den Arzt, der Patient schildert den Verletzungshergang und durch die Art des Traumas kann bereits ein Verdacht auf Rippenbruch entstehen. Auch der Gesundheitszustand des Patienten ist wichtig; eine ältere Dame mit Osteoporose wird sich sehr viel eher die Rippen brechen als eine junge Person. In der Notaufnahme wird bei Verdacht auf Rippenbruch ein Röntgenbild angefertigt, das auf Unterbrechungen der Knochenkontinuität untersucht wird. Zeigt das Röntgenbild keine Auffälligkeiten, sollte die Untersuchung wiederholt werden (jedoch frühestens nach 2 Tagen), weil die Verletzungszeichen auf der ersten Röntgenaufnahme eventuell noch nicht erkennbar waren. Eine Mikrofraktur ist nur mit Hilfe einer Magnetresonanztomographie sichtbar, weil sie auch Knochenödeme anzeigt.

 

Welche Therapie bietet sich bei einem Rippenbruch an?

Direkt nach dem Trauma sollte der betroffene Bereich mit Eis gekühlt und der Brustkorb geschont werden. Nachdem die Rippenfraktur diagnostiziert wurde, kann ein stützender Verband angelegt werden, was von manchen Patienten als Erleichterung empfunden wird. Der Verband darf die Atmung nicht behindern, soll aber die Bewegungen des Brustkorbs einschränken. Die einzige Therapie, die den Heilungs- und Konsolidierungsprozess beschleunigt ist die Magnettherapie; mit ihrer Hilfe lassen sich die Zeiten, die zur Bildung des Knochenkallus erforderlich sind, halbieren. Zu den möglichen Langzeitauswirkungen zählt der andauernde Pneumothorax. Bei sehr starken Schmerzen kann der Arzt entzündungshemmende und schmerzstillende Medikamente verschreiben, die die Symptome vorübergehend lindern.

 

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Brustkorb mit Brustbein.

Die Brustbeinfraktur   Worum handelt es sich?

Das Brustbein (Sternum) ist der zentrale Knochen vorn am Brustkorb; er verläuft senkrecht und besteht aus drei Abschnitten: dem Handgriff (Manubrium sterni), dem Hauptanteil (Corpus sterni) und dem unten ansetzenden Schwertfortsatz (Processus xiphoideus). Brustbeinfrakturen (Sternumfrakturen) kommen relativ selten vor, sie machen weniger als 0,5% aller Knochenbrüche des menschlichen Körpers aus. Das Brustbein ist durch die Struktur des Brustkorbs geschützt, bei einem direkten Trauma wird die Stoßwelle direkt an die Rippen übertragen, die sehr viel leichter brechen. Der statische Zustand des Brustbeins lässt denken, dass es sich um eine Entsprechung der Wirbelsäule handelt. Brustbeinbrüche erleiden vorwiegend Männer, weil:

  • sie schwerere Tätigkeiten ausüben;
  • sie häufiger schwere Verkehrsunfälle mit Aufprall gegen das Lenkrad erleiden.

Das Alter der Patienten, die in die Notaufnahme kommen, liegt bei 25-30 Jahren und älter, denn das Knochenwachtsum des Brustbeins ist als letzter Knochen erst mit 25 Jahren vollständig abgeschlossen. Die unter 25-Jährigen haben ein noch sehr viel biegsameres Brustbein, das praktisch nicht brechen kann. Wenn das Brustbein während des Traumas nach innen gequetscht wird, kann es schwere Verletzungen verursachen. Die häufigste Ursache für Sternumfrakturen ist eine direkte Gewalteinwirkung; Brüche durch ein indirektes Trauma, Hyperflexion oder Hyperextension der Wirbelsäule sind eher selten. Meistens bricht das Brustbein zwischen Handgriff und Körper, auf Höhe des Brustbeinwinkels (Angulus sterni); die Fissur verläuft in der Regel in horizontal, eine Längsfraktur ist äußerst selten. Brüche, die bei einem Verkehrsunfall entstehen, werden oft durch Distraktionen des Rippenknorpels begleitet; Verletzungen der inneren Organe betreffen vor allem: Luftröhre (Trachea), Brustfell (Pleura), Herzbeutel (Perikard) und Herzmuskel (Myokard). Komplikationen treten vor allem im Lungenbereich auf; wenn das Brustbein die Lungen beschädigt, kann eine Ateminsuffizienz entstehen.

 

Was sind die Ursachen?         

Eine der Hauptursachen ist der Autounfall; der Sicherheitsgurt erzeugt einen intensiven und starken Druck gegen den Brustkorb, besonders im vorderen Bereich, wo das Brustbein liegt. In andern Fällen kann der Patient gegen das Lenkrad oder – beim Motorrad  – gegen das Vorderteil des Fahrzeugs prallen; beim Boxen oder anderen körperbetonten Sportarten kann ein Schlag oder Tritt gegen das Brustbein den Bruch verursachen. Begleiterkrankungen können eine Brustbeinfraktur begünstigen, weil sie das Knochengewebe schwächen; dazu gehören: Aortenaneurysma, Tuberkulose und Krebserkrankungen (Neoplasien).

 

Welche Diagnoseverfahren sind geeignet?

Verletzungen des Brustbeins lassen sich gut auf einem Röntgenbild erkennen, weil es die Knochenanteile deutlich anzeigt. Bei Mikrofrakturen sind Röntgenaufnahmen wenig aufschlussreich, in diesem Fall ist eine Magnetresonanztomographie  (MRT) notwendig, die das Ödem an der verletzten Stelle schwarz darstellt. Eine Computertomographie (CT) hat eine bessere Auflösung, wird aber aufgrund der hohen Strahlenwerte und Kosten eher selten durchgeführt.

 

Was sind die Zeichen und Symptome bei einer Sternumfraktur?

Ein typisches Zeichen ist die Schonhaltung des Patienten, denn durch das Beugen des Oberkörpers nach vorn wird die Spannung von den Bändern und Sehnen des Brustbeins genommen. In aufrechter Stellung würden sie den Knochen unter Spannung setzen und dabei Schmerzen erzeugen. Innerhalb von 4-5 Tagen nach dem Trauma macht sich ein Bluterguss bemerkbar und man kann ein lokales Ödem erkennen. Beim Abtasten der verletzen Stelle kann ein starker Druckschmerz entstehen, die Symptome verschlimmern sich beim Atmen, Husten, durch Bewegungen des Oberkörpers, besonders beim Drehen. Die Atmung fällt schwer, ist oberflächlich und die Atemfrequenz erhöht sich; der Patient atmet meist mit dem Bauch. Schwere Frakturen mit Verschiebung der Bruchstücke können eine Verformung des Knochens verursachen; das passiert vor allem unterhalb des so genannten Handgriffs; außerdem verläuft die Bewegung des Brustkorbs asymmetrisch. Die verletzte Person hat nachts Mühe, eine schmerzfreie Schlafposition zu finden.

 

Wie wird ein Brustbeinbruch diagnostiziert?

Wer ein starkes Trauma am Brustkorb erleidet, sollte sich unverzüglich in die Notaufnahme begeben, wo sofort ein Röntgenbild angefertigt wird. Auf der Röntgenaufnahme lässt sich eine Unterbrechung der Knochenkontinuität gut erkennen; zeigt sie am Tag des Unfalls keine klaren Ergebnisse, sollte sie nach 2-3 Tagen wiederholt werden, weil die Frakturanzeichen innerhalb der ersten 48 Stunden unter Umständen nicht erkennbar sind.

 

Welche Therapie eignet sich bei einer Brustbeinfraktur?

Die Behandlung erfolgt in der Regel konservativ, das heißt nicht operativ; wenn allerdings ein instabiler Bruch mit verschobenen Knochenfragmenten vorliegt,  liegt eine Indikation zur chirurgischen Versorgung durch Osteosynthese vor, ebenso bei Ateminsuffizienz. Wird der Patient nicht operiert, kann eine elastische Binde angelegt werden, die Halt gibt und ausschweifende Bewegungen verhindert. Gegen die Schmerzen kann der Arzt Schmerzmittel (Analgetika) verschreiben. Ein Brustbeinbruch verheilt in etwa 40 Tagen und die Prognose ist in der Regel gut.