Operation einer Oberarmfraktur

Die Operation einer Oberarmfraktur kann je nach Schwere der Fraktur auf unterschiedliche Art und Weise durchgeführt werden.

 

Weniger invasive Techniken bei einer Oberarmfraktur

Die geschlossene Reposition und die perkutane Osteosynthese verringern das Trauma des Weichgewebes und das Risiko einer avaskulären Nekrose des Oberarmknochens (Humerus).

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Interne Knochenstruktur guniita/bigstockphoto.

Jedoch haben Studien gezeigt, dass das perkutane Verfahren im Gegensatz zur konventionellen Methode mit Platten und Marknägeln weniger Stabilität gewährleistet, auch wenn es die Erhaltung der Durchblutung ermöglicht.

 

Marknägel bei einer Oberarmfraktur

Die bei proximalen Frakturen verwendeten Marknägel verursachen ein geringes Trauma am Gewebe, geben aber viel Stabilität.
Bei diesen Operationen erfolgt der Zugang direkt seitlich durch den Deltamuskel mit einem Schnitt entlang der Supraspinatussehne.
Dieser Ansatz gilt als weniger invasiv, als der Zugang über den vorderen Deltamuskel, aber die Nachteile aufgrund des Einschneidens der Supraspinatussehne wurden noch nicht ermittelt.
Die stabile Osteosynthese ist vorteilhaft, da sie es ermöglicht, in einem frühen postoperativen Stadium die Funktionstherapie zu beginnen und Einschränkungen bei der Schulterbewegung zu vermeiden.
Zudem wird angenommen, dass eine Ablösung der Fragmente bei diesem Vorgehen weniger wahrscheinlich ist.


Biomechanische Studien haben gezeigt, dass Marknägel am proximalen Oberarmknochen vorteilhafter sind, als eine Platte, und zwar aus folgenden Gründen:

  • Steifigkeit des Implantats,
  • Verformungsresistenz,
  • Operationserfolg.

Zudem ermöglicht die Entwicklung antegrader Nägel eine höhere Stabilität bei osteoporotischen Knochen und ermöglicht eine frühzeitige Mobilisierung.

 

Stabile Winkelplatten bei einer Oberarmfraktur

Dieses offene Repositionsverfahren ermöglicht eine genauere Reposition und eine hohe Stabilität mit der Osteosyntheseplatte. Dem steht jedoch ein höheres Risiko für eine Nekrose des Humeruskopfes im Vergleich zu anderen Operationsverfahren gegenüber.
Darüber hinaus gibt es Studien, die die Möglichkeit der Entwicklung von Komplikationen aufzeigen, wie das Austreten der Schrauben oder ein subakromiales Impingement-Syndrom durch die sperrigen Platten.
Die funktionellen Ergebnisse bei konventionellen Verfahren der proximalen Humerusfrakturen sind unterschiedlich.
Das Ziel der Fixierung der proximalen Humerusfraktur ist die anatomische Reposition, um die mechanische Stabilität zu erhalten und den Bewegungsumfang wiederherzustellen, ohne die Blutgefäße des Humeruskopfes zu beschädigen.

Operation einer Oberarmfraktur
Operation einer Oberarmfraktur

Die winkelstabilen Fixierplatten wurden als potentielles Heilmittel für dieses Problem eingeführt.
Wie bei anderen Fixierplatten entsteht die Stabilität dieser Struktur durch die Vereinigung Platte-Schraube, wodurch die Notwenigkeit entfällt, große Flächen der Knochenhaut zu lösen, und somit Schäden an den Blutgefäßen verringert werden.


Diese Struktur schafft eine Vorrichtung mit einem festen Winkel und wird durch das Einfügen von Schrauben in eine Platte mit Löchern erreicht.
Die mechanische Blockierung besteht aus der äußeren Platte, die mit dem Knochen verbunden und mit einigen Schrauben fixiert wird. Die Schrauben sind Befestigungselemente, die die Platte mit dem Knochen verbinden.
Diese Struktur schafft eine interne Fixierung, die mechanische Stabilität und die Heilung der Fraktur gewährleistet. Diese Technik ist eine gute Lösung für osteoporotische Knochen.

 

Hemiarthroplastik bei einer Oberarmfraktur

Bei diesem chirurgischen Eingriff wird nur ein Implantat in den Oberarmknochen eingefügt, während die Gelenkpfanne des Schulterblattes (der andere Teil des Gelenks) intakt bleibt.


Hauptindikationen für eine primäre Hemiarthroplastik sind:

  • verschobene Frakturen mit vier Teilen,
  • Frakturen mit Luxation und eingeschränkter Durchblutung des Humeruskopfes,
  • Frakturen des Humeruskopfes, die mehr als 40 % der Gelenkoberfläche betreffen.

 

Zusammenfassung

Die präoperative Einstufung von proximalen Humerusfrakturen und die umfassende Kenntnis der Knochen- und Gefäßanatomie sind grundlegende Voraussetzungen für eine erfolgreiche Behandlung und für die Wahl des Eingriffs.

Wenn Reposition und Fixierung notwendig sind, können aggressive Repositionsverfahren die Durchblutung des Humeruskopfes beeinträchtigen, was unabhängig von der Art des Implantats zu einer Nekrose führen kann.
Moderne Implantate, wie Marknägel für proximale Humerusfrakturen und anatomisch geformte stabile Winkelplatten bieten auch bei osteoporotischen Knochen eine hohe Stabilität und ermöglichen die Erhaltung der Blutversorgung des Humeruskopfes.
Diese Implantate ermöglichen die Durchführung von Funktionsübungen und haben bei den meisten Patienten zu guten Ergebnissen geführt, mit einer tolerierbaren Komplikationsrate.

Alternativ dazu wird eine nicht-operative Behandlung von verschobenen Frakturen mit zwei oder drei Teilen aufgrund der erhöhten Operationsrisiken bei älteren Patienten mit schwerer Morbidität in Betracht gezogen.
Ältere Patienten mit verschobenen Frakturen von vier Teilen, Frakturen mit Luxation und Verletzungen des Humeruskopfes sollten eine Hemiarthroplastik in Betracht ziehen, da diese die Schmerzen trotz der Funktionseinschränkung erheblich lindert.