Knochentumor

Ein Knochentumor ist eine Gewebemasse, die sich formt, wenn sich die Zellen unkontrolliert teilen.
Eine wachsende Masse kann das gesunde Gewebe durch ein abnormes schwächeres Gewebe ersetzen.
Der Knochentumor kann den Bruch der Knochenbälkchen (Trabekel) verursachen, aus denen das Knocheninnere besteht, und so eine Fraktur begünstigen.


Knochentumor,ÄrztinDie meisten Knochentumoren sind gutartig, aber es gibt auch einige bösartige Wucherungen.
Normalerweise sind gutartige Tumoren nicht gefährlich. Bösartige Tumoren können Krebszellen im ganzen Körper verbreiten (metastasieren).
Das geschieht über den Blutkreislauf oder das Lymphsystem.

Beschreibung
Der Krebs, der im Knochen entsteht (primärer Knochentumor), unterscheidet sich vom Krebs, der in einem anderen Bereich des Körpers entsteht und sich in den Knochen ausbreitet (sekundärer Knochentumor).
Bösartige Tumoren der Weichgewebe werden Sarkome genannt. Jede Art von Sarkom wird entsprechend des Körpergewebes benannt, in dem es sich bildet.
Das Rhabdomyosarkom bildet sich im Skelettmuskel und ist das häufigste Weichteilsarkom bei Kindern.

 

Arten von Knochentumoren

Die vier häufigsten primären Knochentumoren sind:


1. Multiples Myelom
Das multiple Myelom ist der häufigste primäre Knochenkrebs. Dabei handelt es sich um einen bösartigen Knochenmarkstumor. Das multiple Myelom betrifft etwa 5-7 Personen von 100.000 pro Jahr. Nach Angaben der Stiftung zur Erforschung des multiplen Myeloms leben mehr als 56.000 Amerikaner jedes Jahr mit dieser Krankheit. Die meisten dieser Fälle treten bei Patienten im Alter von 50 bis 70 Jahren auf. Jeder Knochen kann davon betroffen sein.

2. Osteosarkom
Das Osteosarkom ist der zweithäufigste Knochentumor. Er betrifft jedes Jahr etwa 2-3 Personen pro eine Million. Die meisten Fälle treten bei Jugendlichen auf. Die meisten Tumoren bilden sich im Kniebereich. Andere häufige Stellen sind Hüfte und Schulter.

3. Ewing-Sarkom
Das Ewing-Sarkom tritt häufiger bei Personen im Alter zwischen 5 und 20 Jahren auf.
Die am stärksten betroffenen Bereiche sind Ober- und Unterschenkel, Becken, Kreuzbein, Humerus (Oberarmknochen) und Rippen.
Die Symptome sind starke Knochenschmerzen und Fieber.

4. Chondrosarkom
Das Chondrosarkom tritt häufiger bei Personen im Alter zwischen 40 und 70 Jahren auf. Betroffen sind vor allem die Bereiche von Hüfte, Becken oder Schulter.

Metastasierende Tumoren

  • Der häufigste Knochenkrebs ist das metastasierende Karzinom.
  • Meist handelt es sich um multiple Tumoren, sie können aber auch einzeln auftreten.
  • Die häufigsten primären Tumoren treten an Brust, Prostata, Lunge, Nieren und Schilddrüse auf.
  • Der Wilms-Tumor und das Neuroblastom sind die Formen, die am häufigsten Knochenmetastasen im Kindheitsalter hervorrufen.


Gutartige Knochentumoren
Gutartige Knochentumoren sind häufiger als bösartige Tumoren.
Einige Arten benigner Knochentumoren sind:

  • Osteochondrom ist der häufigste gutartige Knochentumor. Er betrifft meist Personen im Alter von unter 20 Jahren.
  • Fibröse Dysplasie. Diese Tumorart verursacht ein übermäßiges Wachstum des Knochengewebes oder des fibrösen Gewebes.
  • Der fibröse metaphysäre Defekt wird auch als nicht ossifizierendes Fibrom bezeichnet. Diese Tumorart verursacht ein übermäßiges Wachstum des fibrösen Gewebes.
  • Einkammerige (einfache) Knochenzyste. Hierbei handelt es sich um einen mit Flüssigkeit gefüllten Knochenhohlraum.
  • Der Riesenzelltumor ist eine gutartige Neoplasie, die normalerweise im Bein auftritt (bösartige Formen dieses Tumors sind selten).
  • Das Osteoid-Osteom ist ein Knochentumor, der vor allem die Langknochen befällt und am häufigsten in den ersten 20 Lebensjahren auftritt.
  • Das Osteoblastom ist ein einzelner Tumor, der sich vorrangig bei Jugendlichen in der Lendenwirbelsäule und lumbosakral oder in den Langknochen bildet.
  • Das Enchondrom tritt normalerweise in den Hand- und Fußknochen auf. Oft ruft es keine Symptome hervor. Es ist die häufigste Art des Handtumors.

Weichteiltumoren bei Kindern
Die Ursachen, die die Entwicklung dieser Tumoren bei Kindern verursachen, sind nicht genau bekannt.
Bei etwa 2 von 10 Kindern, die bösartige Knochentumoren entwickeln, besteht eine familiäre Vorgeschichte.
Die gutartigen Knochentumoren sind nicht erblich, mit Ausnahme einer Tumorart, die Exostose genannt wird.

 

Symptome des Knochentumors

Schmerz (auch wenn es sich dabei um ein unspezifisches Symptom handelt, kann es doch bei der Differenzialdiagnose helfen).
Allgemein sind gutartige Massen, die nicht wachsen, asymptomatisch (ohne Symptome).
Der Schmerz tritt an der Stelle auf, an der sich die Tumormasse befindet. Wenn zum Beispiel eine Neoplasie in der Lendenwirbelsäule sitzt, verspürt der Patient Rückenschmerzen im zentralen Bereich.
Der Schmerz kann ein Symptom für folgende Störungen sein:

  • Wachsende Neoplasien. Zu dieser Kategorie gehören lokale aggressive anormale Formationen (zum Beispiel aggressives Osteoblastom und Hoden-Keimzelltumore) und bösartige Tumoren.
  • Pathologische Fraktur als Komplikation gutartiger oder bösartiger Tumoren.
  • Signifikante lokale Reaktion des Gewebes auf den Tumor.

Folgende klinische Symptome muss man bedenken, da sie bei der Differenzialdiagnose helfen können:

  • Das Osteoid-Osteom ist eine kleine Masse, die jedoch die benachbarten Gewebe stark irritiert und meist nachts starke Schmerzen verursacht. Die Symptome können mithilfe von nichtsteroidalen Entzündungshemmern gelindert werden.
    Das Osteoid-Osteom kann auch in Nähe der Gelenkoberfläche eines Gelenks auftreten. In diesem Fall verursacht es eine stark entzündliche Synovitis, die oft die Anwesenheit des Tumors verschleiert.
    Am häufigsten tritt es am Schienbein oder am Oberschenkelknochen in Nähe des Knies auf.
  • Enchondrom und Chondrosarkom 1. Grades: histologisch sind Chondrosarkom und Enchondrom 1. Grades sehr schwer zu unterscheiden, da sich die histologischen Eigenschaften stark überschneiden.
    Die Unterscheidung basiert auf dem Verhalten der Masse.
    Eines der Anzeichen für das klinische Verhalten ist das Vorhandensein von Schmerzen. Ein niedriggradiges Chondrosarkom ist ein wachsender Tumor und verursacht Schmerzen.
    Das Enchondrom tendiert dazu, asymptomatisch zu sein, wenn es nicht mit einer pathologischen Fraktur vergesellschaftet ist.

 

Ursachen von Knochentumoren

Die Ursache von Knochentumoren ist unbekannt.
Sie entwickeln sich oft in Bereichen, wo Knochen schnell wachsen.
Einige mögliche Ursachen sind:

  • genetisch vererbte Defekte in der Familie;
  • Strahlung.

In den meisten Fällen kann keine spezifische Ursache ermittelt werden.
Osteochondrome sind die häufigsten gutartigen Knochentumoren und treten meist bei Personen im Alter zwischen 10 bis 20 Jahren auf.
Tumoren, die im Knochen ihren Ursprung haben, werden als primäre Knochentumoren bezeichnet. Tumoren, die in anderen Körperbereichen (wie Brust, Lungen oder Dickdarm) entstehen, werden sekundäre oder metastasierende Knochentumore genannt.
Sie verhalten sich vollkommen anders als primäre Knochentumore.
Das multiple Myelom betrifft oft den Knochen oder bezieht ihn mit ein, gilt aber nicht als primärer Knochentumor.

Bösartige Knochentumoren sind:

  • Chondrosarkom
  • Ewing-Sarkom
  • Fibrosarkom
  • Osteosarkom

Die Tumoren, die sich am häufigsten in die Knochen ausbreiten, haben ihren Ursprung in:

  • Brust
  • Nieren
  • Lungen
  • Prostata
  • Schilddrüse

Diese Krebsarten betreffen meist ältere Menschen.
Knochentumore treten häufiger bei Personen mit familiärer Veranlagung auf.

 

Diagnose, Untersuchungen und Tests bei einem Knochentumor

Der Arzt führt eine körperliche Untersuchung durch. Die Tests, die durchgeführt werden können, sind:

  • Blutuntersuchung zur Feststellung der Menge an alkalischer Phosphatase im Blut;
  • Knochenbiopsie;
  • Knochenszintigraphie;
  • Röntgenaufnahme des Thorax;
  • Computer-Tomographie (CT) des Thorax;
  • Kernspinresonanz (NMR) des Knochens und des benachbarten Gewebes;
  • Röntgenaufnahme des Knochens und des benachbarten Gewebes.


Diese Erkrankung kann auch die Ergebnisse folgender Untersuchungen beeinflussen:

  • Isoenzym der alkalischen Phosphatase;
  • Calciumspiegel im Blut;
  • Parathormon;
  • Phosphorspiegel im Blut;
  • die BKS-Werte sind erhöht, sind aber ein sehr allgemeiner Indikator, da ein erhöhter Wert auch durch eine rheumatoide Arthritis, Infektion, Entzündung usw. verursacht sein kann.

Klassifikation von bösartigen Knochentumoren
Die Ergebnisse der Tumoruntersuchung, die Beteiligung der Lymphknoten und die Fähigkeit, Metastasen zu bilden, ergeben folgende Stadienunterteilung:

  • Stadium 0: Karzinoma in situ, also ein niedriggradiger, kleiner Tumor in der Anfangsphase, der sich noch nicht ausgebreitet hat.
  • Stadium 1A: niedriggradiger Tumor mit einer Größe von weniger als 8 cm.
  • Stadium 1B: niedriggradiger Tumor mit einer Größe von über 8 cm, der mehr als eine Region an demselben Knochen einnimmt.
  • Stadium 2A: hochgradiger Tumor mit einer Größe von weniger als 8 cm, der die Lymphknoten nicht mit einbezieht und keine Metastasen bilden kann.
  • Stadium 2B: hochgradiger Tumor mit einer Größe von über 8 cm, der jedoch die Lymphknoten nicht mit einbezieht und keine Metastasen bildet.
  • Stadium 3: hochgradiger Tumor, der mehr als eine Region an demselben Knochen einnimmt.
  • Stadium 4A: Tumor jeder Größe und Art, der sich auf die Lungen ausgebreitet hat.
  • Stadium 4B: dies ist das letzte Stadium, der Tumor kann jede Größe oder Grad haben und hat sich auf die Lymphknoten und/oder einen anderen Körperteil als die Lunge ausgebreitet (Metastasen).

 

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei einem Knochentumor?

Knochentumor
Knochentumor

Die Behandlung hängt von der Art und dem Stadium des Tumors, vom allgemeinen Gesundheitszustand, den persönlichen Präferenzen ab und sieht in der Regel vor:

  1. chirurgischer Eingriff,
  2. Chemotherapie,
  3. Bestrahlung,
  4. eine Kombination dieser Behandlungen.

Chirurgischer Eingriff
Das Ziel der Operation ist, den gesamten Tumor aus dem Knochen zu entfernen. Die Ärzte entfernen den Tumor und einen kleinen Teil des benachbarten gesunden Gewebes. Einige der verwendeten Methoden zur Behandlung von Knochenkrebs sind:

  • Amputation einer Gliedmaße. Bei ausgedehnten Knochentumoren oder solchen, die sich an einer sehr schwer zugänglichen Stelle befinden, muss die Gliedmaße amputiert werden.
    Dieses Verfahren wird immer seltener, da mittlerweile andere Behandlungsformen entwickelt wurden.
    Die entfernte Gliedmaße wird nach der Operation meist mit einer künstlichen (oder einer Prothese) ersetzt.
    Der Patient muss Übungen durchführen, um zu lernen, wie er die neue Gliedmaße im Alltag einsetzen kann.
  • Operation zur Entfernung des Tumors ohne Amputation. Wenn ein Tumor von den Nerven und anderen Geweben getrennt werden kann, ist der Chirurg in der Lage, ihn zu entfernen und die Gliedmaße erhalten.
    Da einige Knochen zusammen mit dem Krebs entfernt werden, ersetzt der Chirurg den fehlenden Teil mit einem anderen Knochengewebe (Knochentransplantat) oder mit einer speziellen Metallprothese.
  • Operation zur Entfernung des Tumors, der nicht die Gliedmaßen betrifft. Wenn der Tumor nicht in den Armen oder Beinen situiert ist, kann der Chirurg den Knochen und das benachbarte Gewebe entfernen, wie zum Beispiel einen Rippentumor.
    In anderen Fällen kann er den Krebs herausschneiden und versuchen, so wenig Knochen wie möglich zu entfernen, zum Beispiel wenn der Tumor die Wirbelsäule befallen hat.
    Der während der Operation entfernte Knochen kann mit einem Stück Gewebe aus einem anderen Körperbereich ersetzt werden.

Strahlentherapie
Die Strahlentherapie besteht in der Verwendung hochenergetischer ionisierender Strahlung (Röntgenstrahlung), um die Tumorzellen abzutöten.

Bei der Strahlentherapie liegt der Patient auf einer Liege, während sich eine spezielle Maschine um ihn herum bewegt und Energiestrahlen auf bestimmte Punkte des Körpers sendet.
Die Strahlentherapie kann bei Personen mit Knochenkrebs angewendet werden, bei denen der Tumor nicht durch eine Operation entfernt werden kann.
Eine Strahlentherapie kann auch nach einer Operation erfolgen, um etwaig verbliebene Tumorzellen abzutöten.
Bei Patienten mit fortgeschrittenem Knochenkrebs kann die Bestrahlung helfen, Anzeichen und Symptome, wie beispielsweise Schmerzen, zu lindern.

Chemotherapie
Die Chemotherapie ist eine pharmakologische Behandlung, bei der chemische Substanzen angewendet werden, um die Tumorzellen abzutöten.

Die Chemotherapie wird intravenös oder in Tablettenform verabreicht.
Chemotherapeutika wandern durch den gesamten Körper.
Diese Behandlung kann eigenständig oder in Verbindung mit einer Bestrahlung vor einer Operation durchgeführt werden, um einen Knochentumor zu kompaktieren.
Auf diese Weise kann der Chirurg bei der Operation die Gliedmaße erhalten.
Die Chemotherapie kann auch bei Personen mit einem Knochentumor angewendet werden, der sich auf andere Körperbereiche ausgedehnt hat.

 

Prognose und Überlebensrate

Die wichtigste Information zur Prognosestellung ist das Vorhandensein von etwaigen Metastasen.
Metastasen, die im Knochen ihren Ursprung haben, breiten sich meist in die Lungen aus.
Wenn der Patient Lungenmetastasen aufweist, ist die 5-Jahres-Überlebensrate sehr niedrig.
Wenn der Krebs nur den Knochen betrifft, besteht bei einer rechtzeitigen Behandlung eine diskrete Möglichkeit zur Genesung.
Basierend auf Statistiken sind nachfolgend die Daten der Überlebensrate nach 5 Jahren für die wichtigsten Knochentumoren angegeben:

Art des Tumors  5-Jahres-Überlebensrate
Osteosarkom 70%
Ewing-Sarkom 70%
Chondrosarkom 80%
Multiples Myelom 30%