Humerusfraktur oder Oberarmbruch

Eine Humerusfraktur ist ein Bruch des Oberarms und kann sich im oberen, zentralen oder unteren Bereich des Knochens ereignen.

Der obere Bereich umfasst den anatomischen Hals, den chirurgischen Hals, den Trochanter und den Oberarmkopf.
Im Allgemeinen tritt eine Oberarmfraktur bei älteren, unter Osteoporose leidenden Menschen auf, wenn sie stürzen oder ausrutschen und auf die Hände fallen.

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Wenn sich der Bruch des Oberarmknochens im oberen Bereich ereignet, kann damit auch eine Schulterluxation einhergehen, wodurch sich das Krankheitsbild verschlechtert.
Die Läsion des Oberarmknochenschafts (der zentrale Bereich, fachsprachlich Diaphyse) betrifft vor allem Erwachsene und die Bruchursache ist meist ein direktes Trauma.
Frakturen des oberen Teils des Ellenbogens kommen fast ausschließlich bei Kindern und Jugendlichen vor, wenn sie mit überstrecktem Ellenbogen stürzen.
Oft handelt es sich bei Frakturen bei Neugeborenen und Kindern um Grünholzfrakturen, das heißt es bildet sich ein Riss im Knochen, aber die äußere Ummantelung (Knochenhaut) bleibt intakt, da die Zusammensetzung des Knochens anders ist.

 

Was sind die Anzeichen und Symptome einer Oberarmfraktur?


Der Patient erscheint in der Notaufnahme mit am Brustkorb angeschmiegtem Arm und gebeugtem Ellenbogen, aufgrund der Angst vor dem Schmerz, der sehr stark ist.

Die Anzeichen sind:

  • geschwollener Arm;
  • Hämatom, das sich über die Arminnenseite und den Brustkorb ausweitet.

Der Arm kann nicht bewegt werden und man kann ein Geräusch von aneinander „reibenden“ Knochen vernehmen.
Wenn es sich um eine offene Fraktur handelt, sieht man einen Teil des Knochens durch die Haut hervorstehen.
Der Bruch des rechten Oberarms ist schwerwiegender, da er die Durchführung von vielen Alltagstätigkeiten verhindert. Wenn der Patient jedoch Linkshänder ist, führt die Fraktur des linken Arms zu einer größeren Behinderung.

 

Humerusfraktur oder Oberarmbruch
Humerusfraktur oder Oberarmbruch


Welche Komplikationen bestehen bei der Oberarmfraktur?

Eine unmittelbare Komplikation ist der hypovolämische Schock, also ein drastischer Rückgang des zirkulierenden Blutes, der zur Ohnmacht führen kann.
Es muss auf die mögliche Entstehung einer Thrombophlebitis geachtet werden, also die Bildung von Blutgerinnseln, die die Arterien verschließen.
Durch Thromben können Embolien entstehen, indem sich diese Koagel ablösen, in den Kreislauf gelangen und Arterien im Körper verschließen können.

Frakturen, die mit einem höheren Risiko verbunden sind, liegen höher, in der Nähe des Schulterblatts und des Schlüsselbeins, während eine Verletzung in Höhe des Ellenbogens weniger Risiken mit sich bringt.

Komplikationen eines Traumas sind Verletzungen von Nerven, Muskeln und Arterien.
Entlang der Diaphyse des Oberarmknochens verlaufen die Nerven: Radialis, Medianus und Ulnaris, die bei einer verschobenen Fraktur eine Zerrung oder Verletzung erleiden können.


Arterien können schwer geschädigt werden; bei einer Fraktur des anatomischen Halses des Oberarmknochens können sie eine vaskuläre Nekrose verursachen, also eine Unterbrechung des Blutkreislaufs in einer Körperregion. Wo kein Blut hingelangt, gibt es kein Leben. Die am häufigsten betroffene Arterie ist die Arteria brachialis.
Eine verschobene Fraktur kann eine Schulterluxation, einen Abriss der Sehnen der Rotatorenmanschette oder der Armmuskeln verursachen: Bizeps, Brachialis, Trizeps und Deltamuskel.
Unter den verspätet auftretenden Komplikationen gibt es die Ausbildung einer Pseudarthrose, wenn der Knochen nicht richtig konsolidiert oder sich statt des Knochenkallus ein fibröser Kallus bildet.

 

Was ist die Prognose bei einer Oberarmfraktur?

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Die Genesungszeit hängt von der Art der Fraktur ab. Ist sie unverschoben, kann sie in 2-3 Monaten vollständig verheilen. Handelt es sich jedoch um eine verschobene Fraktur mit vielen Fragmenten, kann ein chirurgischer Eingriff erforderlich sein.
In diesem Fall verwendet der Orthopäde eine Platte oder eine Endoprothese, um die Fragmente zusammenzuhalten.
Handelt es sich um einen älteren Patienten, ist eine vollständige Wiederherstellung der Bewegungsfreiheit nicht immer möglich und der gebrochene Arm kann eventuell nicht mehr wie ein gesunder bewegt werden.
Bis bei einer verschobenen Fraktur die gleiche Beweglichkeit wie vor dem Trauma wiederhergestellt ist, braucht es einige Monate, insbesondere bis man in der Lage ist, die Schulter wieder richtig zu drehen.

Erste Hilfe bei einer Oberarmfraktur

Der Ellenbogen muss im rechten Winkel angewinkelt und der Unterarm mit einem hinter dem Hals zusammengebundenen Schal gestützt werden.
Bei einer offenen und blutenden Fraktur muss man den Arm verbinden, um größeren Blutverlust zu vermeiden.
Man muss sofort den Notarzt rufen. Sollte dies nicht möglich sein, muss man eine Schiene an den Arm binden, um die Knochenfragmente ruhigzustellen.

 

Was ist zu tun? Welche Therapie ist für eine Humerusfraktur geeignet?


Der Orthopäde kann eine Operation empfehlen, um schwere Schäden zu vermeiden oder um die Beweglichkeit wiederherzustellen. Anschließend ist eine Rehabilitation notwendig, um vollständig zu genesen.
Bei einer unverschobenen Fraktur muss man über etwa einen Monat eine Orthese oder einen am Hals gesicherten Gipsverband tragen, um die Konsolidierung des Knochens zu ermöglichen.
Die beste Therapie zur Unterstützung der Knochenkonsolidierung ist die Magnetfeldtherapie, die die Genesungszeit halbieren kann.

Wenn der Gipsverband entfernt wird, wird zur Kontrolle eine Röntgenaufnahme gemacht. Ist der Orthopäde der Ansicht, dass der Prozess der Kallusbildung begonnen hat und keine Gefahr für eine Pseudarthrose besteht, empfiehlt er einige Sitzungen Physiotherapie, um Muskelkraft, Beweglichkeit und Koordination wiederzuerlangen.
Mögliche Folgen (Konsequenzen) sind:

  • schlechte Konsolidierung (selten);
  • Funktionseinschränkung (häufig), vor allem ältere Menschen können die volle Beweglichkeit nicht wiedererlangen, insbesondere beim Anheben des Arms.