Hodenschwellung

Eine Hodenschwellung kann von verschiedenen Erkrankungen abhängen, in jedem Falle ist es wichtig, einen Arzt aufzusuchen, wenn dieses Symptom beobachtet wird.
Das Skrotum ist eine Struktur in Form eines Sackes, der hinter dem Penis hängt.
Er enthält zwei sehr wichtige Organe (die Hoden), die zur Erzeugung der Spermatozoen für die Fortpflanzung dienen.


Obwohl das Skrotum aus dicker und fester Haut besteht, neigt es zu einigen Gesundheitsproblemen und eines der häufigsten ist eine Schwellung des Skrotums.
Die Schwellung, die durch eine Entzündung des Skrotums gekennzeichnet ist, kann mäßige oder starke Schmerzen verursachen. Die Schwellung, bei der Größe und Volumen des Skrotums zunehmen, ist oftmals mit einer Leistenhernie verbunden.
Der Arzt, der für diese Art von Störung zuständig ist, ist ein Spezialist in Andrologie (Androloge).

 

Ursachen für Hodenschwellung

Leistenhernie
Inguinal bedeutet, mit dem inguinalen Bereich verbunden.
Bei dieser Erkrankung verlagert sich Dünndarmgewebe (Oberbauchbereich) aus seiner normalen Position und dringt durch geschwächte Teile der Muskulatur in den unteren Bauchbereich vor.
Im Allgemeinen kann man in der Leistengegend aufgrund dieser Art von Hernie eine Auswölbung beobachten.
In den meisten Fällen bleibt dieses vordringende Gewebe nicht im Bereich der Leiste, einige dieser Gewebe verlagern sich in den Hodensack und können zu einer Hodensackschwellung führen, vor allem nach dem Heben schwerer Gegenstände.
Dieses Problem kann bei Jugendlichen, älteren Menschen und auch Kindern auftreten.
Frühgeborene neigen besonders zu Leistenhernien, die bei 6-7% von ihnen auftritt.
Die Leistenhernie muss nicht unbedingt Schmerzen bereiten.


Operation der Leistenhernie
Nach der Operation einer Leistenhernie können über ein paar Wochen Schmerzen auftreten.
Die Schnitte in der Leistengegend, die zur Reposition des vordringenden Gewebes vorgenommen werden, könnten das Skrotum mit betreffen und eine Schwellung verursachen, die 3 bis 8 Monate lang bestehen kann.

Epididymitis
Wenn sich die Epididymis (Nebenhoden) entzündet, wird die Erkrankung Epididymitis genannt. Die Epididymis ist ein Gewebe in geschlängelter Form, das sich im Skrotum hinter jedem Hoden befindet. Die Epididymis verläuft von den Hoden bis in den Samenleiter, eine andere tubuläre Struktur, die das Sperma enthält.
Die hauptsächliche Funktion der Epididymis ist es, die in den Hoden produzierten Spermatozoen zu sammeln und sie an den Samenstrang weiterzuleiten, dem Ausgangspunkt der Ejakulation.

Die Entzündung des Nebenhodens kann zu unerträglichen Beschwerden im Hodensack führen. Der entzündete Nebenhoden kann die Folge einer Verletzung am Hodensack oder einer bakteriellen Infektion der Harnwege sein, die am Ende auch die Skrotalregion betrifft.
Die Nebenhodenentzündung kann auftreten, wenn die betreffende Person an einer übertragbaren Geschlechtskrankheit leidet, wie Chlamydien und Gonorrhoe.
Diese Krankheit wird häufig bei jungen Männern diagnostiziert, die zwischen 18 und 36 Jahren alt sind.


Orchitis
Bei dieser Krankheit entzünden sich die im Hodensack geschützten Hoden, sie schwellen an und werden härter.
Die Entzündung der Hoden kann durch eine bakterielle oder virale Infektion entstehen.
In den meisten Fällen sind rechter und linker Hoden gleichzeitig betroffen, es kann aber auch nur ein Hoden geschwollen sein und starke Schmerzen verursachen.

Zu den Symptomen gehören:

  1. Schüttelfrost
  2. Fieber
  3. Blut im Urin und in der Samenflüssigkeit
  4. Blutungen
  5. Übelkeit
  6. Unterleibsschmerzen
  7. Harter Bauch
  8. Vergrößerte Leistenlymphknoten.

Es neigen vor allem Menschen zu dieser Erkrankung, die oft an einer Harnwegsinfektion leiden oder älter als 45 Jahre sind.

Varikozele
Die genaue Ursache der Varikozele ist unbekannt. Jedoch glauben die meisten Experten, dass sie auf eine Anomalie der Venen zurückzuführen ist, die im Hoden verlaufen. Es kann eine venöse Blockade oder ein Problem der Venenklappen sein. Venenklappen sind Strukturen, die das Blut daran hindern, in die falsche Richtung zu fließen.
Die Varikozele zeigt sich oftmals am linken Hoden und aus anatomischen Gründen selten am rechten.
In abnormalen Venen fließt das Blut nicht so gut, wie in normalen Venen.
Dies verursacht einen außergewöhnlichen Blutstau in den Venen und somit eine Schwellung.
In der Pubertät (Geschlechtsreife des Körpers) nimmt der Blutfluss zu den Hoden zu, und diese werden größer.
Dadurch kann eine Varikozele offensichtlicher werden.
Die Therapie einer hochgradigen Varikozele erfolgt chirurgisch, während bei geringen Störungen und wenn der Hoden nur gering angeschwollen ist, eine medikamentöse Therapie ausreichend sein kann.
Nach der Operation einer Varikozele ist es normal, dass der Hoden noch eine Zeit lang angeschwollen ist.

HodenschwellungHydrozele
Während der Schwangerschaft entwickeln sich die Hoden eines männlichen Kindes im Innern des Abdomens (Bauches).
Nachdem die Hoden entwickelt sind, wandern sie in das Skrotum (Hautsack, der die Hoden enthält).
Normalerweise schließt sich die Passage vor der Geburt, doch in einigen Fällen bleibt sie offen. Bleibt die Passage offen, kann Flüssigkeit aus dem Bauchraum in den Hodensack fließen und zu einer Schwellung führen, die zur Hydrozele wird.
In den meisten Fällen wird die Flüssigkeit bei Kindern von ein oder zwei Jahren von dem umgebenden Gewebe absorbiert und die Hydrozele verschwindet.
Eine Hydrozele, die sich bei Männern oder Jugendlichen bildet, kann durch eine Entzündung des Hodensacks verursacht werden (Rötung und Schwellung), was die Folge ist von:

  • Unfall (ein Schlag auf den Hoden)
  • Infektion
  • Tumor, in diesem Fall ist der Hoden härter, da sich eine Zellmasse anstatt einer einfachen Flüssigkeitsansammlung bildet.

Beim Tasten fühlt man einen geschwollenen und weichen Hoden.


Epididymale Zyste
Die Epididymis (Nebenhoden) ist eine Struktur hinter den Hoden, die einer Spirale ähnelt und der Sammlung und Weiterleitung des Spermas dient. Manchmal kann an der Epididymis eine flüssigkeitsgefüllte Schwellung auftreten, auch wenn die Ursache dafür meist unbekannt ist.

Hodentorsion
Die Hoden hängen an einem Bündel von Strukturen, das als Samenstrang bekannt ist.
Der Samenstrang sollte ziemlich locker sein, um dem Hoden Bewegungen im Innern des Hodensacks zu ermöglichen, doch er sollte nicht so locker sein, dass er zu viel Bewegung zulässt.
Manche Jungen werden mit einem viel zu locker Samenstrang geboren.
Das bedeutet, dass der Hoden sich zu sehr bewegen kann und es zu einer Verdrehung des Samenstrangs kommen kann.
Zu den Symptomen gehört ein geschwollener, geröteter und druckempfindlicher Hoden, der viel höher als der andere liegen kann.
Verdreht sich der Samenstrang stark, kann die Blutversorgung des Hodens beeinträchtigt sein.
Das ist dann ein medizinischer Notfall.
Wird er nicht unverzüglich behandelt, kann der Hoden nekrotisieren.
Es muss unverzüglich ein chirurgischer Eingriff erfolgen, um den Samenstrang wieder zurückzudrehen und damit die Durchblutung wieder herzustellen, um den Hoden zu retten.

Hodentorsion-Glockenklöppel-Samenstrang-Hodennekrose.

Cruralgie
Eine Entzündung oder Kompression des Nervus cruralis (oder femoralis) kann entlang seinem gesamten Verlauf Schmerzen hervorrufen, also vom Rücken über das rechte oder linke Bein bis zum Knie.
Der Schmerz durch Lumbocruralgie wird auch am Hoden der betreffenden Seite verspürt.

 

Welche anderen Symptome können zusammen mit einer Hodenvergrößerung auftreten?

Ein geschwollener Hoden kann noch von anderen Symptomen begleitet sein, die mit der Erkrankung oder mit der zugrundeliegenden Störung zusammenhängen. Symptome, die häufig den Hoden betreffen, können auch mit anderen Körpersystemen zusammenhängen.

Eine Hodenschwellung kann von anderen häufigen Symptomen begleitet sein, darunter:

  • Schmerz oder Druckgefühl im Abdomen
  • Schmerzhaftes Wasserlassen oder Brennen beim Wasserlassen (Dysurie)
  • Ausfluss oder Eiter aus der Eichel
  • Hohes Fieber
  • Schmerzen während der Ejakulation
  • Hodenschmerzen
  • Gefühl eines geschwollenen und schweren Hodensacks
  • Knoten im Hoden (aufgrund eines Tumors)
  • Blut in der Samenflüssigkeit oder im Urin
  • Schmerzen oder Schwellung der Brust
  • Erweiterte Blutgefäße im Hodensack
  • Schmerzen und Schwellung in der Leiste
  • Schmerzen oder unangenehmes Gefühl im Hodensack.

 

Hodenschwellung,SymptomeSymptome, die auf eine ernste Erkrankung hinweisen könnten

In manchen Fällen kann eine Hodenschwellung das Symptom einer ernsten Erkrankung sein, der sogenannten Hodentorsion. Man sollte unverzüglich den ärztlichen Notdienst aufsuchen, wenn man zu dem geschwollenen Hoden eines dieser ernsten Symptome hat:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Starke und plötzliche Schmerzen im Hoden, die von Schwellung einer Seite des Hodensacks begleitet sein können.

 

Diagnose bei geschwollenen und verdickten Hoden

Man sollte immer den Arzt aufsuchen, wenn eine Verdickung oder Schwellung der Hoden bemerkt wird.
In sehr seltenen Fällen kann eine Verdickung ein Anzeichen für Hodenkrebs sein (weniger als 4% der Fälle).

Der Arzt befragt den Patienten nach:

  • Schmerzen – wo, wie stark sind sie und wie lange dauern sie bereits an
  • Andere Symptome wie Schmerzen beim Wasserlassen (ein Anzeichen für eine Infektion der Harnwege) oder etwaiger Harnverlust aus der Urethra (der Kanal, der den Harn aus der Harnblase transportiert)
  • Zurückliegendes Trauma, wie zum Beispiel eine Sportverletztung im Leistenbereich.

 

Was sind mögliche Komplikationen bei einem geschwollenen Hoden?

Da ein geschwollener Hoden durch eine schwerwiegende Erkrankung verursacht sein kann, kann das Ausbleiben einer Behandlung ernste Komplikationen und bleibende Schäden nach sich ziehen.
Ist die zugrundeliegende Erkrankung diagnostiziert, muss der Behandlungsplan befolgt werden, den Patient und Arzt auf Weise erstellen, um das Risiko möglicher Komplikationen zu vermeiden, darunter:

  • Absterben des Hodengewebes
  • Unfruchtbarkeit
  • Hodensackabszess
  • Verbreitung eines Krebsleidens
  • Verbreitung einer Infektion
  • Hodenentfernung.

 

Was sollte man tun? Therapie

Die Therapie bei dieser Pathologie hängt von der zugrundeliegenden Ursache ab.
Bei einer Epididymitis durch eine Infektion der Harnwege kann der Arzt Antibiotika und Schmerzmittel verschreiben.

 

Naturheilmittel

Um den Schmerz zu verringern, hilft ein kalter Umschlag. Dazu gibt man 3 Eiswürfel in ein Glas kaltes Wasser und stellt dieses am besten mit einem Stofftuch auf die Haut, um die Kühlung nicht zu übertreiben.
Um Schwellung und Schmerz zu verringern, müssen auch anderweitige Maßnahmen erfolgen, wie bequeme Unterwäsche tragen, weniger körperliche Aktivitäten durchführen und gleichzeitig jede Form von das Herz und die Gefäße belastenden Sportarten (wie Joggen oder Gewichtheben) vermeiden.

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