Koronarangioplastie

Die Angioplastie ist ein chirurgischer Eingriff, der zur Erweiterung der Arterien dient, die aufgrund von arteriosklerotischen Plaqueablagerungen verengt sind.

Die Atherosklerose ist eine Erkrankung, die zur Verhärtung der Arterien führt und Plaques in den Arterienwänden bildet. In der Regel tritt dies bei älteren Menschen auf.

Koronarangioplastie
Koronarangioplastie

Die Probleme entstehen, wenn der Blutfluss sich aufgrund arterieller Verengungen vermindert.
Zum Beispiel verursacht eine Verengung der Koronarien (Arterien, die sauerstoffhaltiges Blut zum Herzen führen) Brustschmerzen (Angina) und andere Symptome.
Die Behandlung einer hochgradigen Arteriosklerose der Herzkranzgefäße sieht auch eine Koronarangioplastie vor.

Zur Diagnose der Atherosklerose verordnet der Arzt die Koronarangiographie. Diese Untersuchung besteht in der röntgenologischen Sichtbarmachung einer Arterie, in die ein Kontrastmittel injiziert wird.
Bei einer stabilen ischämischen Koronarerkrankung spricht man von elektiver Angiopathie, weil sie keine Notfallmaßnahme darstellt und sich terminlich planen lässt.

 

Unterschied zwischen Bypass und Angioplastie

Bei der Entscheidung des Verfahrens sind viele Aspekte zu berücksichtigen.


Fragen für den Arzt:

  1. Gibt es eine Lösung ohne Operation?
  2. Der Patient sollte seinen Arzt stets danach fragen, ob es noch andere Therapien zur Lösung der Störung gibt
  3. Wie sind die Lebenserwartungen bei beiden Verfahren?
  4. Welches Verfahren bietet auf lange Sicht die beste Lebensqualität?
  5. Wie lange dauert der Krankenhausaufenthalt? Nach welcher Zeit kann man seine Arbeit wieder aufnehmen?
  6. Welche kurz- und langfristigen Komplikationen gibt es?
  7. Welche Aktivitäten sollten vermieden werden?
  8. Sollte man eine spezielle Diät einhalten, um einen weiteren Verschluss zu verhindern?
  9. Welche Medikamente müssen dauerhaft eingenommen werden?
  10. Welche dringenden Maßnahmen müssen ergriffen werden, wenn plötzlich Schmerzen in dem Bereich auftreten, in dem die Operation stattfand?
  11. Der Patient sollte den Arzt danach fragen, ob er genügend Erfahrung mit dieser Art Operation hat und wie seine Erfolgsquoten sind.

Die Indikationen für diese beiden Eingriffe können gleich sein, die Therapie hängt jedoch von der Schwere der Erkrankung, der Krankengeschichte und dem allgemeinen Gesundheitszustand der Person ab.
Im Allgemeinen kann man sagen, dass die Angioplastie eine schnelle Lösung ist, aber nicht lange anhält, während ein Bypass einen umfassenden Eingriff darstellt, der langanhaltende Ergebnisse bringt.

Der Grund, warum die Angioplastie die bei koronarer Herzerkrankung am meisten angewandte Behandlungsmethode ist, ist der Vorteil, den sie gegenüber der koronaren Bypassoperation hat.
Zum Beispiel ist die Genesungszeit nach der Angioplastie kurz, denn sie ist nicht so invasiv wie die Bypassoperation.
Risiken und Kontraindikationen sind gering, nahezu jeder kann sich diesem Eingriff unterziehen.

 

Perkutane transluminale Koronarangioplastie

Die perkutane transluminale Koronarangioplastie (PTCA) ist ein minimalinvasives Verfahren, das zur Befreiung verschlossener Koronararterien angewandt wird.

Die PTCA dient der Öffnung verschlossener Koronararterien, also der Arterien, die das Blut zum Herzmuskel führen.
Diese Blutgefäße können aufgrund von Plaquebildungen in den Arterienwänden hart und eng werden.
Das führt zu einer Minderdurchblutung des Herzmuskels, was zu Brustschmerzen, Herzanfall oder Infarkt führen könnte.

Das Ziel der Behandlung ist es, einen ungestörten Blutfluss zu ermöglichen.
Man spricht von perkutan, weil die Arterie durch die Haut erreicht wird.
Man spricht von transluminaler Koronarangioplastie, weil man einen aufblasbaren Ballonkatheter in das Innere einer Koronararterie schiebt, um die Durchblutung wiederherzustellen.

 

Wie wird eine PTCA durchgeführt?

Ausführung einer Koronarangioplastie

Eine Koronarangioplastie erfolgt in örtlicher Betäubung.
Bei dem Eingriff wird ein dünner und beweglicher Schlauch, auch Katheter genannt, durch einen Hautschnitt in der Leiste, am Handgelenk oder am Arm in die Arterie eingeführt.
Um den Katheter bis in die betreffende Koronararterie zu verfolgen, injiziert der Arzt einen Farbstoff und erstellt Röntgenaufnahmen.
Hat der Katheter die richtige Stelle erreicht, wird mit einem dünnen Draht ein Ballon in die betroffene Arterie bis zur Stelle des Verschlusses geführt.
Der Ballon wird aufgeblasen, um die Arterie zu erweitern und die Fettablagerungen an die Arterienwand zu drücken. Somit kann das Blut wieder frei fließen, nachdem der Ballon entfernt wurde.

Der Ballon wird mehrmals aufgeblasen, um die Innenseite der Arterie aufzudehnen. Dieses Verfahren wird an allen verschlossenen Stellen angewandt.
Danach wird ein Stent eingesetzt, um die Koronararterie offen zu halten.
Der zusammengefaltete Stent wird bis zu der verengten Stelle der Arterie vorgeschoben und dann entfaltet.

Stent,Ballon,Herzkranzgefäße
Ablagerungen in den Kranzgefäßen des Herzens werden mit Laserstrahlen verdampft.

Man kann die Angioplastie mit einem Excimer-Laser durchführen, der einen Energiestrahl aussendet, um den atherosklerotischen Plaque aufzulösen.

 

Wie lange dauert die Angioplastie?

Gewöhnlich dauert eine koronare Angioplastie zwischen 30 Minuten und zwei Stunden.
Der Krankenhausaufenthalt ist kurz, in der Regel wird man am selben oder darauffolgenden Tag nach Hause entlassen.
Nach der Operation darf man eine Woche keine Gewichte anheben, keinen Sport treiben und nicht Autofahren.

 

Risiken und Komplikationen

Mit der fortschrittlichen Technik und kardiologischem Fachpersonal ist die Wahrscheinlichkeit des Todes während der Operation äußerst gering (unter 1%).
In etwa 2-3 Fällen von Tausend ist eine notfallmäßige Bypassoperation erforderlich.

Auch wenn die PTCA relativ sicher ist, sind einige Komplikationen möglich.
Die Risiken betreffen Kontrastmittelreaktionen, übermäßige Blutung im operierten Bereich, Ausdünnen der Arterienwände, Blutgerinnsel und Verschluss der behandelten Arterie.

Komplikationen dieser Operation:

  1. Infektion oder Blutung im Bereich des eingeführten Katheters
  2. Allergische Reaktion auf Kontrastmittel
  3. Herzarrhythmie oder Herzrhythmusstörungen
  4. Brustschmerzen

Bei der Ruptur einer Koronararterie muss der Patient durch eine offene Operation versorgt werden.

Andere seltene und schwere Komplikationen:

  1. Perforation der Arterie
  2. Schlaganfall
  3. Infarkt
  4. Nierenprobleme

Patienten mit Blutgerinnungsproblemen haben ein größeres Risiko, Komplikationen zu entwickeln, als andere.
Ebenso benötigen Personen, die unter Nierenkrankheiten oder Diabetes leiden, andere Vorsichtsmaßnahmen, um eine Verschlechterung der Nierenfunktion zu verhindern.
Ist die Angioplastie nicht gelungen, kann die Operation wiederholt werden.
Die Wahrscheinlichkeit eines Rezidivs ist bei Personen mit chronischer (seit langem bestehender) Atherosklerose höher.

 

Was ist eine angioplastische Operation mit einem Stent?

Stents sind aus feinen Maschen gefertigt und bestehen aus Metalldrähten (Edelstahl), die sehr steif sind und dazu dienen, die Arterien offen zu halten.
Die herzchirurgische Operation mit einem Stent ist eine fortgeschrittene Technik, die das Leben vieler Patienten verlängern kann.

Koronarangiographie,UntersuchungDie Angiographie erfolgt mittels Einführen eines sehr dünnen Führungsdrahtes in die Oberschenkelarterie (Arteria femoralis) in Höhe der Leiste. Von hier wird er zu den Kranzarterien des Herzens vorgeschoben.
Danach wird entlang des Führungsdrahts ein Katheter eingeführt und ein röntgendichter Farbstoff injiziert.
Diese Substanz verteilt sich entlang der Arterie und folgt dem Blutstrom.
Durch die Röntgenstrahlen erhält man detaillierte Bilder und kann den Verschluss ermitteln.
Dann wird der Katheter entfernt, aber der Führungsdraht bleibt in seiner Position.
Der Kardiologe führt erneut einen Katheter mit einem Ballon an der Spitze bis zur Stelle der Verengung ein, um die normale Weite der Arterie wiederherzustellen.

Hat der Katheter die Position des arteriellen Verschlusses erreicht, wird der Ballon aufgeblasen und der Stent dehnt sich aus.
Auf diese Weise wird der Stent sicher an dem Punkt der Verengung eingesetzt.
Der Kardiologe kann einen Stent empfehlen, der ein Pharmakon freisetzt, um eine Proliferation der Arterienwand zu verhindern (medikamentenbeschichteter Stent).

 

Wie lange hält ein Stent im Herzen?

Es gibt keine feste Haltbarkeitsdauer für einen Stent. Das hängt von der Reaktion des Körpers auf seine Anwesenheit, von der Ernährung, der eigenen Krankengeschichte und dem Lebensstil ab.
Manchmal halten sie 15 Jahre, danach kann der Stent ersetzt werden.

 

Nach der Angioplastie: Rekonvaleszenz und Genesungszeiten


Im Krankenhaus
In den meisten Fällen betragen die Genesungszeiten nach einer Angioplastie etwa ein oder zwei Tage, das heißt, die Person wird am gleichen oder am Folgetag wieder entlassen.
Um eine Blutung zu vermeiden, wird eine Bandage über der Einführungsstelle des Katheters angelegt und der Kardiologe bittet den Patienten, Arme und Beine gestreckt zu halten.

Außerdem können Ärzte Medikamente zur Vermeidung der Bildung von Blutgerinnseln anordnen. Der Patient beginnt nach 12-24 Stunden wieder zu gehen.
Ist der Arzt davon überzeugt, dass der postoperative Verlauf gut ist, wird der Patient aus dem Krankenhaus entlassen.
Bei der Entlassung werden dem Patienten spezielle Anweisungen erteilt, die er zu Hause befolgen muss, um schnell zu genesen.

Zu Hause
Hat eine Person eine einfache koronare Angioplastie erhalten, beträgt die Genesungszeit etwa eine Woche. Danach kann er zu seinem normalen Alltagsleben zurückkehren.

Wurde hingegen das Verfahren in der Folge eines Herzinfarktes durchgeführt, verlängert sich der Erholungszeitraum um wenige Tage.
Während der Genesungszeit sollte der Patient den Arzt in regelmäßigen Abständen zur Nachuntersuchung aufsuchen.
Bei Eintreten von Fieber muss der Kardiologe konsultiert werden, um eine Infektion auszuschließen.
Nach dem Eingriff bemerkt der Patient ein Hämatom am Bein, wo der Katheter eingeführt wurde.
Der Patient muss darauf achten, dass die Stelle gut geschützt und trocken ist, um eine Infektion zu verhindern.
Bestehen Anzeichen für eine Infektion, muss der Arzt so schnell wie möglich darüber informiert werden.

Aufgrund des hohen Thromboserisikos wird empfohlen, Reisen mit dem Flugzeug bis zwei Wochen nach dem Eingriff zu vermeiden. Weiterhin wird empfohlen, endgültig das Rauchen aufzuhören.
Der Arzt kann ein kardiales Rehabilitationsprogramm empfehlen, das speziell entwickelt wurde, um Patienten bei der Wiederherstellung zu unterstützen.
Dies hilft den Patienten, notwendige Änderungen in ihrem täglichen Lebensstils vorzunehmen, um das Risiko kardialer Probleme zu reduzierten.

Eine im Journal der American Heart Association veröffentlichte Studie ergab, dass die Überlebenschancen um 47 Prozent verbessert werden, wenn eine Person das Rehabilitationsprogramm durchführt.

Bei einer Atherosklerose ist es wichtig, die Ernährung umzustellen, um das Cholesterin im Blut zu senken.
Es ist ratsam, Käse und Fleisch zu vermeiden und an ihrer Stelle Hülsenfrüchte und Fisch zu essen.