Aortenstenose

Die Aortenklappenstenose (oder Aortenstenose) tritt auf, wenn die Klappe zwischen dem Herzen und der Aorta verengt ist.

Diese Verengung verhindert eine korrekte Funktionsweise der Struktur. Die Krankheit zeigt sich in einer Abnahme des Blutflusses in der Aorta und im restlichen Körper.

Ist die Aortenklappe verengt, muss das Herz mehr arbeiten, um das notwendige Blut in den Körper zu pumpen.


Aortenstenose
Aortenstenose

Die Stenose kann supravalvulär, valvulär oder subvalvulär sein, je nach Position hinsichtlich der Aortenklappe.
Die hypertrophische Subaortenstenose ist durch eine asymmetrische Verdickung des Myokards unterhalb der Klappe gekennzeichnet. Die Folge ist eine Behinderung des Blutflusses.

 

Was sind die Ursachen der Aortenklappenstenose?

Die Aortenklappe öffnet und schließt sich jedes Mal, wenn das Herz schlägt. Diese Aktion ereignet sich in jeder Sekunde des Lebens. Genetische und vorbestimmte Veränderungen des Gesundheitszustandes können die Klappe daran hindern, ihre Funktionen korrekt auszuführen.

Genetik
Die Aortenklappenstenose kann schon bei der Geburt vorhanden sein. Die Öffnung der Klappe wird aus drei Taschen gebildet, die, wenn sie richtig funktionieren, perfekt zusammenpassen. Manche Kinder werden ohne alle drei „Blätter“, mit Klappen, die nicht genügend getrennt sind, oder mit drei zu dicken Teilen, die sich nicht öffnen und schließen können, geboren.


Rheumatisches Fieber
Das rheumatische Fieber ist eine Erkrankung, die das Gehirn, die Gelenke, Herz und Haut betrifft. Es kann bei Erwachsenen und bei Kindern mit Halsschmerzen auftreten. Halsschmerzen sind eine ansteckende Erkrankung, die durch Streptokokken-Bakterien verursacht wird. Das rheumatische Fieber ist eine der häufigsten Ursachen für Probleme an den Herzklappen.

Klappenverkalkung
Kalzium ist ein wichtiges Mineral zur Erhaltung der Knochenfestigkeit. Dieses Element kann Probleme verursachen, wenn es sich an der Aortenklappe absetzt. Kalkablagerungen beeinträchtigen die Klappentaschen und verhindern eine korrekte Funktionsweise.
Die Stenose der Klappe kann bewirken, dass das Blut wieder in den linken Ventrikel zurückfließt.
Dieses Geschehen wird Klappeninsuffizienz oder Regurgitation genannt.
Die kalzifizierte Aortenstenose ist eine degenerative Erkrankung und stellt die überwiegende Mehrheit der Fälle einer Aortenstenose dar.
Die weniger häufigen Erkrankungen sind die rheumatoide Aortenstenose und die kongenitale Aortenstenose. Bei älteren Menschen betrifft die Verdickung oder Kalzifikation kardialer Strukturen etwa 25 % der Population im Alter von über 65 Jahren.

Einige andere Ursachen von Kalzifikationen der Aortenklappe sind gegeben durch:

  • Alkoholkonsum,
  • Rauchen,
  • hohes Cholesterin im Blut.

 

Symptome der Aortenstenose

Die Schwere der Aortenstenose variiert von leicht- bis hochgradig. Die Symptome und Anzeichen entwickeln sich, wenn die Verengung der Klappe hochgradig ist.
Ist sie leicht- bis mittelgradig, verläuft die Aortenstenose asymptomatisch.

Wesentlich ist, die Anzeichen dieser Erkrankung in den Anfangsphasen zu identifizieren. Eine leichte Kalzifikation kann diagnostiziert werden, wenn folgende Symptome beobachtet werden:

  • Herzgeräusch
  • Engegefühl im Thoraxbereich
  • Angina pectoris
  • Palpitationen (schneller und unregelmäßiger Herzschlag)
  • Husten, vor allem nachts
  • Geschwollene Knöchel und Füße
  • Häufiges und übermäßiges Wasserlassen
  • Schwindel
  • Dyspnoe (Kurzatmigkeit) bei Anstrengung, die sich zu einem Lungenödem entwickeln kann
  • Übelkeit

Die Auswirkung eines geschwächten Herzens durch Aortenstenose kann zu einer Herzinsuffizienz führen.
Die Symptome und Anzeichen einer dekompensierten Herzinsuffizienz sind Müdigkeit, Atemnot und Schwellungen an Knöcheln und Füßen.
Die Stenose manifestiert sich zu einem späteren Zeitpunkt, weshalb es schwierig ist, sie früher festzustellen.
Die Erkrankung wird bei einer klinischen Routineuntersuchung diagnostiziert, wenn der Arzt einen anormalen Herzton hört (Herzgeräusch). Dieses Geräusch kann viel früher als andere Anzeichen auftreten.
Ein Säugling oder Kleinkind mit Aortenstenose weist möglicherweise keine Symptome auf, doch ermüdet es schnell oder hat Brustschmerzen bei intensiver physischer Aktivität.

 

Komplikationen der Aortenstenose

Eine schwere Aortenstenose kann Herzprobleme verursachen, wie:

  • Brustschmerzen (Angina),
  • Ohnmacht (Synkope),
  • Herzinsuffizienz,
  • unregelmäßiger Herzrhythmus (Arrhythmie),
  • Herzstillstand und plötzlicher Herztod.

 

Diagnose der Aortenklappenstenose

Der Kardiologe prüft den Gesundheitszustand durch eine gründliche klinische Untersuchung. Diese umfasst das Abhorchen (Auskultation) des Herzens (um anormale Herztöne festzustellen) und ein bildgebendes Diagnoseverfahren, um herauszufinden, was im Innern des Herzmuskels vorgeht.

Die am häufigsten angewandten diagnostischen Untersuchungen sind:

  • MRT (Magnetresonanztomographie): erstellt sehr detaillierte Bilder von Strukturen des Körperinnern,
  • CT (Computertomographie): erstellt dreidimensionale Bilder,
  • Röntgenaufnahme des Thorax,
  • Echokardiogramm: zeigt Bilder des Herzens,
  • Herzkatheter: ein Vorgang, der Kontrastmittel zum Darstellen eventueller Verengungen im Herzen anwendet.

Die zweidimensionale Echokardiographie erstellt ein detailliertes Bild der Anatomie der Aortenklappe, doch um die Schädigung zu quantifizieren braucht es die Beurteilung durch die Doppler-Sonographie.
Die fetale Echokardiographie wird angewendet, um Herzfehlbildungen beim Fötus zu erkennen. Eine Aortenstenose sieht man erst ab dem letzten Schwangerschaftsdrittel.

Tabelle der Klassifikation der Aortenstenose entsprechend dem Druckgradienten

Fläche der Aortenklappe (cm2) Maximalgeschwindigkeit des aortalen Blutflusses (m/sec) Mittlerer Druckgradient medio (mm Hg)
Leichtgradig 1.5-2.0 2.5-3.0 < 25
Mittelgradig 1.0-1.5 3.0-4.0 25-40
Hochgradig 0.6-1.0 > 4.0 > 40
Verschlossen < 0.6

 

Therapie der Aortenstenose

Medikamente
Medikamente können eine Aortenklappenstenose nicht heilen.
Der Arzt kann einige Medikamente verschreiben, die dem Herz helfen.
Indem Blutdruck und Cholesterinspiegel gesenkt werden, wird der Entwicklung einer Aortenstenose vorgebeugt.
In der ersten Phase kann der Arzt Betablocker gegen den Schaden durch eine Klappenstenose verschreiben.

Wann sollte man operieren?

Medikamente können die Symptome lindern, doch der einzige Weg, die Stenose zu beseitigen, ist eine Operation zur Wiederherstellung oder zum Ersatz der Klappe.
Eine Operation ist nicht immer dringlich. Wenn die Untersuchungen eine Schwere von gering- bis mittelgradig aufzeigen und dabei keine klinischen Symptome auftreten, setzt der Arzt ein paar Kontrolltermine fest, um die Funktionsfähigkeit der Klappe zu überwachen.
Die Operation kommt nur dann in die engere Wahl, wenn die Verengung hochgradig wird und sich Symptome entwickeln.

Zur Behandlung der Stenose kann die Aortenklappe wiederhergestellt oder ersetzt werden.
Auch weniger invasive Verfahren sind möglich, aber die Operation ist die Hauptbehandlung bei dieser Erkrankung.

Chirurgische Behandlungsmöglichkeiten, um eine Aortenklappe wiederherzustellen oder zu ersetzen:

Ballonvalvuloplastie. Die Ballonvalvuloplastie benutzt einen weichen und dünnen Schlauch (Katheter) mit einem Ballon an der Spitze.
Der Chirurg führt den Katheter über ein Blutgefäß am Arm oder in der Leiste bis zum Herzen und bis in die verengte Aortenklappe.
Dort positioniert, erweitert sich der Ballon an der Katheterspitze.
Der Ballon drückt gegen die Aortenklappenwände und erweitert die Öffnung, wodurch der Blutfluss verbessert wird. Der Ballon entleert sich und der Katheter wird wieder aus dem Körper gezogen.
Durch dieses chirurgische Verfahren werden die Anzeichen der Aortenstenose gebessert, vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern.
Bei Erwachsenen bringt das Verfahren weniger Erfolg, weil sich die Klappe nach einer anfänglichen Verbesserung wieder verengt.
Aus diesem Grund empfehlen Ärzte selten eine Ballonvalvuloplastie.
Heutzutage wird dieses Verfahren nur bei Patienten in zu schlechter Kondition für eine invasivere Operation oder bei der Aortenstenose eines Säuglings angewendet.


Aortenklappenersatz. Das ist die meist genutzte Methode zur Behandlung der Stenose.
Die Operation erfolgt in Vollnarkose.
Der Chirurg entfernt die Aortenklappe und ersetzt sie mit einer mechanischen Klappe oder mit einer anderen biologischen Klappe. Die mechanischen Klappen (Metall) sind hart und vergrößern das Risiko von Blutgerinnselbildung am oder in Nähe des neuen Implantats. Wird eine mechanische Platte implantiert, muss man zur Verhinderung von Blutgerinnseln lebenslang ein gerinnungshemmendes Medikament wie Warfarin (Coumadin) einnehmen. Biologische Klappen (die von einem Schwein, einer Kuh oder einem menschlichen Spender stammen können) müssen oft ersetzt werden. Eine andere Art von biologischem Klappenersatz erfolgt aus der Pulmonalklappe (autolog).


Transkatheter-Aortenklappenersatz (TAVI). Die Implantation der Aortenklappe erfolgt über eine Operation am offenen Herzen. Ein weniger invasives Verfahren (Aortenklappenersatz über Katheter) betrifft den Ersatz der Aortenklappe durch eine Klappenprothese über die Arteria femoralis (transfemoraler Zugang) oder von der Herzspitze des linken Ventrikels (transapikal) aus.
In der Regel wird der TAVI bei Patienten mit erhöhtem Operationsrisiko verwendet.

Valvuloplastische Operation. Die chirurgische Wiederherstellung kann eine viel wirksamere Möglichkeit sein, als die Ballonvalvuloplastie. Ein Chirurg trennt die Klappentaschen, um die Verengung zu reduzieren und den Blutfluss zu verbessern.

Auch nach der Operation kann das Risiko von Rhythmusstörungen bestehen.
Empfohlen sind Medikamente zur Verringerung dieser Komplikation. Ist das Herz aufgrund der Aortenstenose geschwächt, kann es notwendig sein, zur Behandlung der Herzinsuffizienz Medikamente einzunehmen.

Nach einer Operation kann der Arzt eine Behandlung mit Antibiotikum schon vor bestimmten medizinischen Verfahren anordnen, um das Risiko einer Infektion des Herzgewebes (Endokarditis) zu verhindern.