Weiße Flecke auf der Haut

Weiße Flecke auf der Haut können durch verschiedene Faktoren verursacht sein, die von Hautkrankheiten wie Vitiligo bis zur übermäßigen Sonnenexposition reichen.
Die Entfärbung der Haut in Form von weißen Flecken kann überall am Körper vorkommen, zum Beispiel an:

  • Rücken,
  • Armen,
  • Hals,
  • Schultern,
  • Beinen,
  • Händen,
  • Gesicht.


Der Verlust der Hautfarbe wird Hypopigmentierung genannt. Diese Erkrankung tritt auf bei Mangel an:

  • Melanin,
  • Melanozyten (Zellen der Haut).

Die Farbe der menschlichen Haut wird durch das Vorhandensein von Melanin, einer in der äußersten Hautschicht (Epidermis) produzierten Substanz (Pigment), bestimmt.
Die Konzentration dieser Substanz bestimmt die Hautfarbe.
Melanin ist ein Produkt der Melanozyten, das sind Zellen in der Basalschicht der Epidermis.
Menschen mit dunkler oder brünetter Hautfarbe haben einen höheren Anteil an Melanin, als Personen mit heller Hautfarbe.
Die regelrechte Melaninproduktion ist sehr wichtig, um die natürliche Hautfarbe nicht zu verlieren.
Kleine weiße Flecke auf der Haut weisen auf eine Fehlfunktion der Melanozyten hin. Die Folge ist eine unzureichende Produktion von Melanin.

 

Krankheiten, die kleine weiße Flecke auf der Haut verursachen

Die Entfärbung der Haut, die nicht von selbst wieder vergeht, ist durch eine Abnahme von Melanin verursacht. Sie kann aber auch auf eine Infektion der Haut hindeuten.
Gewöhnlich verursachen virale und bakterielle Infektionen:

  • rote Flecke,
  • Hautrötungen,
  • Entzündungen.

Pilze verursachen jedoch oft weiße Flecke, die auch auf der Zunge beobachtet werden können.
Im Folgenden sind die wichtigsten Ursachen aufgelistet.

 

Pilzinfektionen der Haut
Pilzinfektionen können auf der äußersten Hautschicht weiße Flecke hervorrufen.
Auch wenn Pilze auf der Haut immer vorhanden sind, können sie Beschwerden machen, wenn sie über ein gewisses Limit hinaus anwachsen.
Zu viele Pilze auf der Haut verursachen eine Erkrankung, die als Tinea oder Pityriasis versicolor bezeichnet wird.
Diese Krankheit ist eine Hefeinfektion der Art Malassezia (anders als Candida vaginalis oder intestinalis), die bei jungen Erwachsenen häufiger auftritt.
Das ist zu erkennen, wenn die betreffende Stelle ihre Farbe verändert und der Farbverlust sich durch kleine weiße Flecke auf der Haut darstellt.
Diese hellen Flecke mit unregelmäßiger Begrenzung entstehen in der Regel auf:

  • Brust,
  • Rücken,
  • Schultern,
  • Armen.

In manchen Fällen beobachten Personen mit dieser Pilzinfektion die Bildung von hellbraunen oder rötlichen Flecken.
Menschen mit fetter Haut haben ein größeres Risiko, diese Pilzinfektion zu entwickeln.

Achromatischer Naevus
Diese Erkrankung rührt von einer geringen Melaninproduktion her und verursacht die Bildung kleiner Tupfen oder weißer Flecke von etwa 0,5-1 cm Größe.
In der Folge vereinigen sich die kleinen, nah beieinander liegenden Tupfen und bilden weiße, unregelmäßig begrenzte Flecke.
Im Gegensatz zur Vitiligo:

  • bleiben diese weißen Flecke auf den Bereich, in dem sie erscheinen, begrenzt;
  • verteilen sich nicht auf andere Teile des Körpers.

Etwa 20% der Fälle von achromatischen Naevi treten bei Säuglingen auf.
Es handelt sich um ein chronisches Hautproblem, das sich aufgrund von Melaninmangel äußert, bildet jedoch nur lokalisierte weiße Flecke.
Studien zeigen, dass Melanin in dieser Umgebung nicht fehlt, sondern in unzureichender Menge vorhanden ist, weil die Melanozyten nicht ausreichend funktionieren.

Pityriasis alba bei Kindern
Kleine weiße Flecke auf der Haut, die sich auf Gesicht, Arme und den Halsbereich beschränken, können auf eine Pityriasis alba hinweisen. Dieses vorübergehende Hautproblem tritt vorwiegend bei kleinen Kindern zwischen 6 und 12 Jahren im Gesicht auf.
Diese Erkrankung befällt vor allem:

  • trockene Haut,
  • dehydrierte Haut.

Sie ist im Sommer besonders deutlich zu sehen, weil die Bräunung den Farbunterschied unterstreicht.
Die Haut:

  • schuppt,
  • verliert oberflächliche Zellen und Melanin.

Symptome und Anzeichen von Pityriasis alba
Die Flecke treten in drei Phasen auf und jucken manchmal:
1. In der ersten Phase sind sie rot und etwas erhaben, wobei die Hautrötung nur schwach sein kann;
2. in der Folge werden sie hell und leicht jucken;
3. schließlich bleiben sie glatt, flach und weiß.

Die Hautläsionen sind:

  • rund,
  • oval.

In den meisten Fällen haben die weißen und schuppenden Flecke eine Größe von:

  • 1-2 cm im Gesicht,
  • bis zu 4 cm am Körper.

Die Hypopigmentierung auf der Haut kann bei kleinen Jungen und Mädchen wenige Monate, aber auch 10 Jahre lang dauern.
Während des Sommers können UV-Strahlen die Haut bräunen, sie lassen die Flecke noch heller und sichtbarer hervortreten. Jedoch besteht diese Störung auch im Winter.


Hypomelanosis guttata idiopathica
Bei dieser Erkrankung erscheinen die weißen Flecke auf den Hautarealen, die vorwiegend der Sonne ausgesetzt sind.
Die Hypomelanosis guttata idiopathica verursacht Schäden an den Zellen, die Melanin produzieren.
Diese kleinen Fleckchen von 2-5 mm Größe befinden sich auf:

  • Unterarmen,
  • Hals,
  • Gesicht.

Gewebeproben der von Hypomelanosis guttata idiopathica befallenen Haut weisen hin auf:

  • fehlendes Melanin,
  • deutliche Verminderung der Melanozyten.

Diese weißen Flecke erscheinen hauptsächlich in Bereichen, die der Sonne ausgesetzt sind. Das bedeutet, dass die ultravioletten Strahlen der Sonne für die Hypomelanosis guttata idiopathica verantwortlich sein könnten.

Lichen sclerosus
Diese Erkrankung ist nicht häufig.
In der Anfangsphase ist sie durch Flecke von dünner, weißer Haut gekennzeichnet.
Die Flecke können an jeder Körperstelle auftreten, vorwiegend befinden sie sich jedoch im Bereich des Anus und der Genitalien.
Lichen sclerosus ist bei Frauen in der Postmenopause am häufigsten.

Psoriasis
Psoriasis ist eine Hauterkrankung, die den Lebenszyklus der Hautzellen beeinflusst.
Psoriasis verursacht die Bildung weißlicher oder silberfarbener Schuppen auf der Haut.
In einem solchen Bereich ist die Haut:

  • verdickt,
  • juckend,
  • trocken,
  • rot.

Manchmal machen sich Schmerzen bemerkbar.
Die Behandlung der Psoriasis besteht ausschließlich darin, die Symptome und das Erscheinungsbild zu mildern, denn es handlet sich um eine chronische Erkrankung, die nicht heilbar ist.

Vitiligo
Bei der Vitiligo produziert die Haut kein Melanin, weil die Melanozyten zerstört sind.
In der Anfangsphase erscheint die Vitiligo wie kleine weiße Flecken auf der Haut.
Im Verlaufe der Zeit werden diese Pünktchen größer und werden zu großen, weißen Flecken.
Am Ende betrifft der Verlust der Hautfarbe andere Körperzonen.

Vitiligo,Fuß,weiße Flecke,HautGewöhnlich sind die von der Vitiligo am meisten betroffenen Bereiche:

  • das Gesicht (der Bereich um Augen und Mund),
  • die Arme von den Händen bis zu den Ellenbogen,
  • die Beine von den Füßen bis zu den Knien.

Ohne Behandlung breitet sich die anormale Hautfarbe über den ganzen Körper aus.
Die Krankheit kann jeden betreffen, von Kindern bis zu alten Menschen. Besonders betroffen sind Menschen mit:

  • Diabetes,
  • Schilddrüsenerkrankungen.

 

Ursachen für weiße Flecke ohne Zusammenhang mit Krankheiten

Schnittwunden und Abschürfungen
Wenn Hautverletzungen heilen, bleibt ein weißer Fleck zurück, der mit der Zeit wieder vergeht.
Im Fall einer Abschürfung kann die Heilung in wenigen Tagen erfolgen, während bei einem tiefen Schnitt eine Wundnaht erforderlich sein kann, deren Heilung einige Wochen dauert.

Weiße Flecke nach Depilation
Wenn nach Sonnenbräunung eine Behandlung der Haut mit Wachs erfolgt, kann man die Bildung von weißen Flecken beobachten, weil die äußerste Hautschicht sich ablöst.
Die Haut ist noch gebräunt, also müsste nach wenigen Tagen der Fleck vergehen.

Sonnenbräunung
2 – 3 Tage nach einem langen Aufenthalt an der Sonne löst sich die oberste Hautschicht ab und hinterlässt hellere Flecke.
Um dies zu vermeiden empfiehlt sich:

  • Vor dem Sonnenbad eine Sonnencreme auftragen.
  • Am Abend vor dem Schlafengehen eine Feuchtigkeitscreme benutzen.

Alterungsprozess
Im Alter ist die Melaninkonzentration nicht mehr homogen. Das bedeutet, dass die Bereiche, in denen es fehlt, helle Flecke aufweisen können.
Dieses Phänomen tritt vor allem an Armen und Beinen auf.

 

Was tun bei weißen Gesichtsflecken?

Die Therapie weißer Flecke hängt von der zugrundeliegenden Ursache ab. In der Regel verschreibt der Arzt lokale Behandlungen, wie:

  • spezielle Cremes,
  • Lotionen, die Kortison enthalten.

Es kann erforderlich sein, dem Sonnenlicht und ultravioletten Strahlen fern zu bleiben, da diese die Behandlung beeinträchtigen.
Es gibt einige Naturheilmittel, die man ausprobieren kann, um den Heilungsprozess zu beschleunigen und das Aussehen des Gesichtes zu verbessern.

 

Naturheilmittel gegen weiße Flecke auf der Haut

  1. Achtung Sonne – Den Aufenthalt in direktem Sonnenlicht auf ein Minimum beschränken.
    Ehe man ins Freie geht, eine halbe Stunde zuvor einen wirksamen Sonnenschutz auftragen.
  2. Hautreinigung – Das Gesicht vor Staub und anderen Mikroorganismen rein halten.
  3. Apfelessig – Dieses Hausmittel kann durch seinen Säuregehalt Bakterien und Pilze zerstören, die die weißen Flecke verursachen.
    Ein paar Tropfen davon mit Wasser vermischen und die betroffenen Stellen mit der Lösung waschen.
    Auf diese Weise können die Hautbereiche von Bakterien und Pilzen gereinigt werden.Das Gesicht einmal am Tag mit verdünntem Apfelessig abspülen, da dieser das Wachstum von Bakterien und Pilzen verringert.
  4. Hydratation – Das Gesicht gut befeuchtet halten, denn Trockenheit kann weiße Flecke verschlimmern.
  5. Antipilzcreme – Im Fall einer Pilzinfektion eine rezeptfreie antimykotische lokal anzuwendende Creme benutzen.
  6. Peeling – Abgestorbene Zellen von der Hautoberfläche durch sanftes Mikrogranulat-Peeling entfernen. Bei einer bestehenden Pilzinfektion sollte ein Abschälen der Haut vermieden werden.
  7. Shampoo mit Ketoconazol – Ein Antischuppen-Shampoo, das Ketoconazol enthält, auf die weißen Flecke auftragen (vorausgesetzt, der Patient hat keine Allergie auf dieses Pharmakon). Nach 15 Minuten mit Wasser wieder von der Haut abspülen.
  8. Griechisches Heu – Griechische Heusamen über Nacht in einem Glas Wasser einweichen. Am darauffolgenden Morgen das Gesicht damit waschen.
  9. Aloe Vera -Um einen schnellen Heilungserfolg zu erzielen, kann man das Fruchtfleisch der Aloe Vera auf die weißen Flecke auftragen.
  10. Ingwer oder Knoblauch – Eine Paste aus Ingwer oder Knoblauch herstellen und auf die betroffenen Stellen im Gesicht auftragen, um den normalen Zustand der Haut wieder herzustellen.

 

 

Therapie weißer Flecke, die durch Krankheit verursacht werden

Nach der Diagnose der Hautkrankheit erstellt der Arzt einen Behandlungsplan.
Gemäß der Grunderkrankung sind nachfolgende Behandlungsoptionen möglich.

Tinea versicolor
In der Regel wird eine Hauterkrankung wie die Tinea versicolor mit lokal anzuwendenden antimykotischen Arzneimitteln behandelt.
Der Arzt verschreibt rezeptfreie Medikamente wie:

  • Miconazol,
  • Clotrimazol.

Diese Mittel müssen vierzehn Tage lang aufgetragen werden und können zum Verschwinden der weißen Hautflecke verhelfen.
Weitere topische Behandlungsmöglichkeiten sind Lotionen mit:

  • Ketoconazol,
  • Selensulfid,
  • Zinkpyrithion.

Orale Antimykosemittel wie Nizoral oder Sempera können für Patienten mit Tinea versicolor verschrieben werden.

 

Behandlung der Vitiligo
Leider kann die Vitiligo nicht endgültig behandelt werden. Um sie deutlich zu reduzieren, bleibt als beste Möglichkeit, in den Anfangsphasen mit der Therapie zu beginnen.
Da die kleinen weißen Flecke auf der Haut die ersten Symptome einer Vitiligo sind, ist die lokale Anwendung von Kortikosteroiden in Form von Cremes wirksam, um die Depigmentierung der Haut deutlich zu vermindern.
Die Behandlung der Vitiligo ist auch durch den Gebrauch von pflanzlichen Mitteln möglich.

 

Behandlung der Pityriasis alba
Um eine korrekte Pigmentierung der betroffenen Areale zu erlangen, ist eine Behandlung gewöhnlich nicht erforderlich.
Die Haut kann zu ihrer ursprünglichen Hautfarbe ohne jede Behandlung zurückkehren.
Trotzdem können einige Produkte hilfreich sein; dazu gehören:

  • lindernde und reinigende Öle,
  • besonders feuchtigkeitsspendende Cremes.

Die Anwendung lokaler Kortikosteroide ist ist eine häufig empfohlene Therapie für Patienten mit Pityriasis alba.
Kortisonhaltige Mittel verhelfen zur:

  • Wiederherstellung der Hautfarbe,
  • Linderung von Entzündung und Juckreiz.

Die Langzeitanwendung lokaler kortisonhaltiger Pharmaka ist wegen ihrer Nebenwirkungen nicht empfohlen. Daher sollte ein Arzt konsultiert werden, um genau zu erfahren, wie lange eine Behandlung dauern darf.

Feuchtigkeitsspendende Cremes und Öle können täglich aufgetragen werden, um die Hypopigmentierung zu mindern.
Die Behandlung sollte in den Wintermonaten fortgeführt werden, auch wenn man die Flecken nicht bemerkt.
Die Hydratation der Haut verhindert Rückfälle in den Sommermonaten.

 

Behandlung der idiopathischen Hypomelanosis guttata
In der Regel wird die idiopathischen Hypomelanosis guttata nicht behandelt, da es sich um gutartige Flecken handelt, die keine Symptome hervorrufen.
Die Therapie der idiopathischen Hypomelanosis guttata besteht in:

  • Anwendung kortisonhaltiger Cremes,
  • Kryotherapie – die Vereisung der betroffenen Bereiche mit flüssigem Stickstoff.
    Auf diese Weise wird die befallene Haut zerstört, was der Wiederherstellung ihrer Farbe hilft.
  • Dermabrasion – kann für Patienten mit idiopathischer Hypomelanosis guttata von Vorteil sein. Die bei dieser Therapie verwendeten Geräte dienen auch der Abtragung der obersten Hautschicht.
  • Auftragen von Sonnenschutzcreme kann helfen, das Problem zu lösen.

Zuweilen verursachen die Behandlungen:

  • Narben,
  • dunkle Flecken, die größer sind als die durch diese Krankheit hervorgerufenen Flecken.

Achromatischer Naevus
Das Auftragen von Sonnenschutzcreme ist bei einem achromatischen Naevus die beste Behandlung.

 

Prävention gegen weiße Flecke auf der Haut

Kleine weiße Flecke auf der Haut sind kein Grund zur Sorge, wenn sie nicht zunehmen.
Die beste Art, das Auftreten solcher Flecke zu verhindern, ist:

  • den Aufenthalt an der Sonne oder unter UV-Lampen auf ein Minimum reduzieren;
  • die Verwendung entsprechender Sonnenfilter.

Sonnenstrahlen sind gefährlich, sie können die Entwicklung von Hautkrebs (Melanom) fördern, vor allem bei Menschen, die viele Muttermale haben.
Andererseits muss eine medizinische Behandlung erfolgen, wenn diese Flecke an Größe zunehmen, um weitere Hautschäden zu vermeiden.