Urtikaria oder Nesselsucht und Juckreiz bei Kindern

Urtikaria oder Nesselsucht ist eine Allergie der Haut, die Flecke oder rote, heftig juckende Plaques am Körper verursacht.
Schwellung und Juckreiz durch Urtikaria können sehr stark ausgeprägt sein.
Das Merkmal, das sie von anderen Hautkrankheiten unterscheidet, sind rote Quaddeln auf der Hautoberfläche.


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Es handelt sich nicht um Bläschen, sondern um erhabene rote Flecke mit unregelmäßigen Rändern.

Wenn ein Allergen mit der Haut in Kontakt gerät, schüttet der Körper Histamin in die Blutbahn aus und verursacht Schwellungen, Rötungen und Juckreiz.

 

Was sind die Ursachen für Urtikaria?

Es gibt zwei verschiedene Arten von Urtikaria: akute und chronische.

Akute Urtikaria
Die aktute Urtikaria ist häufig von einer Nahrungsmittelallergie, einem Mückenstich, durch Kontakt mit einer Substanz (zum Beispiel Nickel) oder einem Medikament (zum Beispiel Paracetamol) verursacht und kann von einigen Stunden bis zu etwa sechs Wochen andauern.

Chronische Urtikaria
Chronische Urtikaria kann beginnen, wenn das Immunsystem das körpereigene Gewebe angreift und damit eine Autoimmunreaktion verursacht.
Antikörper (Proteine, die in der Regel Bakterien und Viren bekämpfen) verursachen die Freisetzung von Histamin.
Diese Substanz verursacht die Nesselsucht.


Der Hautausschlag kann lokalisiert auftreten oder sich überall am Körper, vom Hals bis zu den Knien, manifestieren.
Selten betrifft er Hände, Füße und Gesicht, im Gegensatz zum Angioödem.
Es wird vermutet, dass ein Drittel bis die Hälfte der Fälle mit chronischer Urtikaria eine autoimmune Ursache haben.
Der Grund, warum sich die autoimmune Urtikaria entwickelt, ist nicht bekannt, auch wenn sie oft zusammen mit anderen Autoimmunerkrankungen entsteht, wie zum Beispiel:

  1. Rheumatoide Arthritis – das Immunsystem greift die Gelenke an;
  2. Lupus – das Immunsystem greift Gelenke und Haut an und verursacht starke Müdigkeit;
  3. Zöliakie – Intoleranz auf Gluten.

In seltenen Fällen kann chronische Urtikaria auch durch andere Infektionen (zum Beispiel Helicobacter), Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion), Hypothyreose, Hepatitis B oder C (Infektionen der Leber), Darmparasiten oder chronische Krankheiten verursacht werden.
Chronische Urtikaria kommt und vergeht oft wieder.

Andere Arten von Urtikaria:
1. Urtikaria factitia (auch bekannt als dermographisch) ist gekennzeichnet durch Verletzungen und Juckreiz, die auf geringen Druck, Scheuern und Kratzen der Haut entstehen.
2. Cholinergische Urtikaria tritt auf, wenn die Körpertemperatur plötzlich steigt. Mögliche Auslöser sind Sport, eine heiße Dusche oder Stress.
3. Urtikaria gigantea besteht, wenn das betroffene Gebiet sehr ausgedehnt ist.
4. Urtikaria pigmentosa tritt häufig bei Kindern und vor allem an den oberen und unteren Extremitäten oder am Rumpf auf.
Andere verursachte Symptome sind Tachykardie, Diarrhoe und Kopfschmerzen.
5. Vaskuläre Urtikaria oder Urtikaria-Vaskulitis ist ein Subtyp, der durch wenige Quaddeln gekennzeichnet ist, die eine ungewöhnliche Form haben.
6. Aquagene physikalische Urtikaria ist eine seltene Form, die durch Einwirkung von Wasser beliebiger Temperatur verursacht wird.
Schweiß, Tränen und Meerwasser können die Bildung von Quaddeln hervorrufen.

 


Faktoren, die die Sekretion von Histamin verursachen

Histamin ist in den Mastzellen der Haut enthalten.
Was sind die Faktoren, die die Freisetzung von Histamin in der Haut bewirken?
Stress, Sonnenexposition oder Kälte können neben den nachfolgenden Faktoren eine Urtikaria verursachen:

Nahrungsmittel
Der Verzehr von Fisch, vor allem von Krustentieren, kann Hautausschläge wie Urtikaria verursachen.
Nüsse, Eier, Milch und Erdbeeren sind einige der Nahrungsmittel, die eine Freisetzung von Histamin auslösen und eine Urtikaria verursachen können.

Medikamente
Der Körper kann auf die Einnahme von Medikamenten wie Antibiotika oder nichtsteroidale Entzündungshemmer mit einer Freisetzung von Histamin reagieren, wenn diese über längere Zeit eingenommen werden.

Insektenstich
Eine allergische Reaktion nach Insektenstich kann zu einer erheblichen Schwellung führen. Wenn es sich um einen Mückenstich oder den Biss einer Spinne handelt, kann eine empfindliche Haut mit der Freisetzung von Histamin antworten, welches eine Urtikaria verursacht.

Viren und Bakterien
Der Kontakt mit verschiedenen Viren oder Bakterien kann einen diffusen Hautausschlag verursachen. Man kann überall auf dem Körper gerötete Plaques beobachten.

Schilddrüsenerkrankungen
Die Schilddrüse befindet sich im Halsbereich und produziert Hormone, die den Stoffwechsel im Körper regulieren.
Fehlfunktionen der Schilddrüse können zu vermehrter oder verminderter Hormonproduktion führen.
Funktionsstörungen der Schilddrüse können auf der Haut Symptome wie Urtikaria verursachen.

 

Ist Urtikaria ansteckend?

Nein, Urtikaria ist nicht ansteckend oder infektiös.
Das Problem der Urtikaria ist nicht die Übertragung von einer Person auf die andere.
Ferner wird das Neugeborene gesund sein, wenn eine junge Frau während ihrer Schwangerschaft unter Urtikaria leidet.

Ist die Urtikaria die einzige Reaktion des Körpers, muss man sich nicht darüber beunruhigen, denn sie ist nicht gefährlich.

 

Anzeichen und Symptome

Die Urtikaria manifestiert sich mit roten, erhabenen Flecken und Quaddeln.
Hauptsächliche Symptome sind Juckreiz und das Gefühl von Brennen auf der Haut.
Diese Art von Hautausschlag kann sich verschlimmern und auf andere Körperbereiche verbreiten.
Die Urtikaria kann klein sein wie ein Pünktchen oder die Größe eines Geldstücks annehmen.
Gewöhnlich verschwinden die Flecke innerhalb von ein paar Stunden wieder. Jedoch kann die chronische Urtikaria länger als 6 Wochen andauern.

Differentialdiagnose
Der Arzt muss andere Hautkrankheiten ausschließen, so zum Beispiel:
1. atopische Dermatitis,
2. Kontaktdermatitis,
3. Psoriasis,
4. Sonnenbrand oder Verbrennung,
5. Angioödem (besteht häufig bei Urtikaria).

 

Cholinerge Urtikaria

Die cholinerge Urtikaria ist ein Untertyp der Urtikaria und eine Reaktion, die durch Körperwärme oder Schweißsekretion verursacht wird.
Die Symptome können auch nach einer heißen Dusche, nach einer Mahlzeit mit scharfen Speisen, nach körperlicher Anstrengung oder bei Stress auftreten.
Menschen, die an dieser Erkrankung leiden, entwickeln daraufhin einen Ausschlag, haben aber sonst keine weiteren Symptome.

Urtikaria,KindUrsachen der cholinergen Urtikaria
Sobald der Hypothalamus im Gehirn eine Erhöhung der Körpertemperatur registriert, sendet er einen Impuls an die Neurone, die die Schweißdrüsen aktivieren.
Die Neurone setzen einen Neurotransmitter frei, das sogenannte Acetylcholin, das die Freisetzung von Histamin und Heparin durch die Mastzellen der Haut (Mastzelldegranulation) stimuliert.
Diese Degranulation führt zur diffusen Histaminfreisetzung nahe den Schweißdrüsen.
Das Histamin aktiviert eine Entzündungsreaktion im umgebenden Gewebe und provoziert Juckreiz und Rötung.
Das Merkwürdige ist, dass bei Freisetzen des Schweißes (was schwierig ist bei Personen, die unter cholinerger Urtikaria leiden) die Hautreaktion aufhört.

 

Stressinduzierte Urtikaria

Chronischer Stress und Nervosität können eine Attacke von psychosomatischer Urtikaria auslösen. Bei chronischem Stress oder Angstzuständen sondert der Körper höhere Mengen von Cortisol und Adrenalin (Stresshormone) ab.
Das ist wichtig bei der Kontrolle einer Stresssituation.
Doch wenn sich der Körper ständig in diesem Spannungszustand befindet und fortgesetzt diese Hormone in die Blutbahn abgegeben werden, entsteht ein hormonelles Ungleichgewicht.
Adrenalin und Cortisol verbinden sich mit den Mastzellen der Haut, um Histamin zu produzieren.
Der Körper reagiert auf konstanten Stress mit der Produktion von Histamin, was in der Folge eine Urtikaria verursachen kann.
Erhöhte Cortisolspiegel im Körper verursachen eine allergische Hautreaktion wie Urtikaria und können sogar die Heilung verlangsamen.

Wie behandelt man eine stressinduzierte Urtikaria
Die beste Art, eine stressinduzierte Urtikaria zu behandeln, ist das Erlernen einiger Entspannungstechniken, die den Stress verringern helfen.
Yoga, Meditation und regelmäßiger Sport können helfen, den Stress abzubauen.
Viele Menschen denken, dass Ferien mit weniger Stress verbunden sind, doch oft geschieht das Gegenteil. Die Urlaubsorganisation und die dabei einzuhaltenden Programme können emotionale Spannungen noch erhöhen.
In manchen Fällen wäre es besser, das Urlaubsgeld dafür zu verwenden, sich bei der Ausführung der im Verlaufe des Jahres anfallenden Aktivitäten helfen zu lassen (zum Beispiel bei den Hausarbeiten).
Antihistaminika, Galmei-Pulver und Magnesiummilch helfen zu einer Verminderung von Schwellung und Juckreiz, die häufig mit Urtikaria vergesellschaftet sind.

 

Urtikaria bei Kindern

Ursache von Urtikaria bei Kindern
Urtikaria ist eine Erkrankung, die jeden betreffen kann, doch kommt sie deutlich häufiger bei Kindern vor, da ihr Immunsystem noch unterentwickelt ist.
Es ist eine Erkrankung, die durch juckenden Hautausschlag am ganzen Körper gekennzeichnet ist. Meist vergeht diese Krankheit von selbst wieder, doch in manchen Fällen ist die Vorstellung bei einem Arzt unvermeidlich.
Kinder entwickeln leicht eine Urtikaria. Doch solange die Ursache unbekannt ist, kann man die Krankheit nicht verhindern oder behandeln.


Ursachen von Urtikaria

Urtikaria wird durch die Freisetzung von Histamin aufgrund einer Überempfindlichkeitsreaktion verursacht.
Das häufigste Symptom ist die Entwicklung kleiner roter Flecke auf dem ganzen Körper.
Manchmal verschwindet der Hautausschlag auf einem Körperteil und bildet sich an anderer Stelle wieder. Die Ursache der Urtikaria bei Kindern kann variieren, sie kann ein sekundärer Effekt bei anderen gewichtigen Erkrankungen sein.

Allergische Reaktionen
Urtikaria ist gewöhnlich die Folge einer allergischen Reaktion bei Kindern.
Allergien auf Pollen, Staub, Tierhaare, manche Konservierungsmittel und Farbstoffe, Erdnüsse, Fisch, Eier, Milch usw. können sich in Form einer Urtikaria zeigen.
Urtikaria kann auch auftreten, wenn ein Kind in zu enger Kleidung eingeengt wird oder diese aus irritierenden Materialien, wie Polyester, hergestellt ist.

Infektionen
Infektionen, die durch Bakterien, Viren oder andere parasitäre Mikroorganismen verursacht sind, können bei Kindern eine Urtikaria bewirken.
Auch Schnupfen kann Urtikaria auslösen.

Pflanze,BrennnesselStiche der Brennnessel
Die Brennnessel ist eine Pflanzengruppe, die im Vergleich zu anderen Pflanzenarten Haare auf den Blättern hat.
Brennnesseln haben Nesselhaare.
Das Berühren dieser Pflanze ruft eine starke Hautirritation hervor.

Reaktionen auf Pharmaka
Manche Medikamente, wie Ibuprofen, können bei Kindern als Nebenwirkung eine Urtikaria hervorrufen.
Es ist möglich, dass eine Urtikaria auftritt, wenn der Körper des Kindes irgendein Medikament nicht toleriert.

Temperaturschwankungen
Wenn Kinder unverhofft starken Temperaturschwankungen ausgesetzt sind, kann dies zu einer Urtikaria führen.
Das Wechseln von einer kalten Region in eine wärmere Gegend, und umgekehrt, ist eine bekannte Ursache für diese Erkrankung.
In ähnlicher Weise kann ein längerer Aufenthalt an der Sonne oder in der Kälte eine Urtikaria bei Kindern verursachen.

Stress
Nicht viele Menschen wissen, dass auch bei Kindern Urtikaria durch ein hohes Maß an Stress ausgelöst werden kann.

In seltenen Fällen ist die Ursache von Urtikaria eine schwerwiegende Erkrankung wie Leukämie oder ein Lymphom.
Dies geschieht, weil das Immunsystem bei solchen Krankheiten geschwächt ist.
Schließlich kann es sich auch um eine idiopathische Urtikaria handeln, das heißt, eine Ursache ist nicht bekannt.
In diesen Fällen vergeht die Krankheit in der Regel von allein wieder.

 

Therapie der Urtikaria

Unter den Pharmaka, die nach den empfohlenen Richtlinien zur Behandlung der Urtikaria verwendet werden, sind Kortikosteroide (zum Beispiel Betnesol oder Urbason) und Cremes, die Diphenhydramin und Pramoxin enthalten.

Die beste Behandlung bei dieser Erkrankung ist es, die auslösenden Faktoren zu kennen und zu vermeiden.

Wie bereits erwähnt, heilt die Urtikaria wahrscheinlich von allein. Wenn sie aber häufig auftritt, muss ein Arzt aufgesucht werden, der einige Untersuchungen veranlasst, um die Ursache der Erkrankung festzustellen und danach eine Behandlung anordnet.
Die Behandlung besteht in der Gabe von Antihistaminika zur Minderung des Hautausschlags und im Weglassen von Nahrungsmitteln, die Urtikaria auslösen.
Wichtig ist, eine Liste über die Dinge zu erstellen, die das Kind an dem Tag, an dem sich die Störungen zeigten, getan und gegessen hat.
Nach und nach kann man die wirklichen Ursachen eingrenzen und entsprechend darauf reagieren.

Handelt es sich um eine idiopathische Urtikaria, können natürliche Antihistaminika gegen Urtikaria verabreicht werden.
Unter diesen sind die lokalen Anwendungen von Aloe vera oder Magnesiummilch, Ribes nigrum, Echinacea und Öl mit Vitamin E.
Eine gesunde Ernährung mit Nährstoffen, die die Effektivität des Immunsystems verbessern, ist von wesentlicher Bedeutung.
Die wichtigste Substanz in der Nahrung ist das Vitamin C.

Einige einfache Hausmittel, zum Beispiel eine lauwarme oder kalte Dusche, können den Juckreiz und das brennende Gefühl mildern, die diese Krankheit verursacht.
Auch Cremes und Lotionen mit Menthol oder Campher können die Beschwerden lindern.

Salicylate
Salicylate sind natürliche Verbindungen, ähnlich dem Aspirin, die in verschiedenen pflanzlichen Lebensmitteln vorkommen.
Man kann versuchen, diese Lebensmittel zu reduzieren, doch man kann sie nicht ganz vermeiden.
Nahrungsmittel, die Salicylate enthalten, sind:

  • Tomaten
  • Gewürze
  • Orangensaft
  • Himbeeren
  • Tee

 

Wie lange dauert sie? Wie ist die Prognose?

Gewöhnlich bessert sich die Urtikaria mit der Zeit und bereitet nach 2-5 Jahren deutlich weniger Beschwerden.

Trotzdem ist es nicht möglich vorauszusehen, wie lange ein solches Problem bestehen bleibt.
In vielen Fällen ist es möglich, die Krankheit durch das Vermeiden von sie provozierenden Substanzen und/oder durch die Einnahme von Antihistaminika zu kontrollieren.