Symptome der Psoriasis und Behandlung

Psoriasis ist eine häufige Hauterkrankung, die rote Haut und Reizungen verursacht.
Die meisten Menschen mit Psoriasis haben eine verdickte, gerötete Haut mit weiß-silbrigen Flecken, die Schuppen genannt werden.
Die Psoriasis vulgaris ist die häufigste Erscheinung und die davon betroffenen Gebiete sind Kopfhaut, Ellenbogen, Knie, Gesicht und Nägel.

 


Psoriasis der Kopfhaut

Psoriasis bildet sich mindestens in der Hälfte der Fälle auf der Kopfhaut.
Kopfhautpsoriasis kann sehr mild und mit einer sehr feinen Schuppung auftreten.
Sie kann auch sehr schwer verlaufen, mit Plaquebildungen und Krusten, die die gesamte Kopfhaut bedecken.
Die Psoriasis kann sich über den Haaransatz hinweg auf Stirn, Nacken und um die Ohren ausbreiten.

Andere Hautstörungen können der Psoriasis ähneln, zum Beispiel die seborrhoische Dermatitis. Doch die Psoriasis der Kopfhaut tritt mehlartig und mit silbrigen Reflexen auf, während die seborrhoische Dermatitis gelblich und mit fettiger Haut erscheint.

Behandlung der Kopfhautpsoriasis
Oftmals werden die Behandlungen kombiniert und wechseln, weil eine Person möglicherweise nach einer längeren Einnahme weniger empfindlich auf die Arzneimittel reagiert.
Im Allgemeinen werden systemische Behandlungen nicht nur bei der Psoriasis der Kopfhaut angewendet, sondern können auch erfolgen, wenn die Krankheit an einer anderen Körperstelle auftritt und/oder die Psoriasis moderat oder hochgradig ist.


Leichter Psoriasisbefall der Kopfhaut
Im Allgemeinen sind Teerprodukte und Salicylsäure für leichte Psoriasisformen der Kopfhaut ausreichend.
Es stehen viele medizinische Shampoos zur Verfügung, die Teer mit und ohne Kohle enthalten.
Manchmal spritzen Ärzte Kortison in die Läsionen auf der Kopfhaut.
Dieses erfolgt jedoch nur, wenn die Psoriasis der Kopfhaut geringgradig ist und nur wenige Areale umfasst.
Die Kortisoninjektionen müssen sparsam erfolgen, denn das Medikament kann systemisch aufgenommen werden und Nebenwirkungen verursachen.

Mäßig- bis hochgradige Kopfhautpsoriasis
Ist die Psoriasis der Kopfhaut hochgradig, müssen eventuell verschiedene Behandlungen ausprobiert werden, bis man die wirksamste findet.

Es kann eine Infektion durch Hefe vorliegen, wenn sich Folgendes zeigt:
1. Krustenbildung auf der Kopfhaut
2. Rissige Haut
3. Vergrößerte Lymphknoten am Hals
In diesem Fall kann der Arzt eine antimykotische Behandlung verordnen.
Die häufigsten lokalen Behandlungen bei Psoriasis der Kopfhaut erfolgen mit:
1. Dithranol (Cignolin, Anthralin)
2. Daivonex®
3. Zorac
Systemische medizinische Behandlung der Psoriasis schließen ein:
1. Methotrexat
2. Orale Retinoide
3. Ciclosporin
4. Biologische Pharmaka
5. Ultraviolettes Licht

Die Haare blockieren ultraviolette Strahlen (UV) noch ehe sie die Kopfhaut erreichen.
Ein besseres Ergebnis erzielt man nach einer Rasur.
Sonnenlicht kann helfen, wenn die Haare sehr fein sind oder der Kopf geschoren wurde.

Juckreiz auf der Kopfhaut
Juckreiz ist für Menschen mit Kopfhautpsoriasis oftmals ein Problem.
Rezeptfreie teerhaltige und mentholhaltige Shampoos können den Juckreiz mindern.
Topische Steroide und orale Antihistaminika sind bei der Linderung des Juckreizes auf der Kopfhaut wirksam.

 


Psoriasis im Gesicht

Psoriasis im Gesicht betrifft häufig Augenbrauen, die Haut zwischen Nase und Lippen, die Stirn und den Haaransatz.
Es könnte eine Biopsie notwendig sein, um die Krankheit zu bestätigen.
Psoriasis oberhalb und um das Gesicht sollte mit Vorsicht behandelt werden, da die Haut hier besonders empfindlich ist.
Der gelegentliche Gebrauch lokal wirkender Steroide kann wirksam sein.
Andere Behandlungsmethoden umfassen Daivonex, Zorac, keratolytische Produkte und ultraviolette Strahlen.
Die Food and Drug Administration in den Vereinigten Staaten von Amerika hat zwei Medikamente zugelassen: Protopic und Elidel zur Behandlung des Ekzems. Viele Dermatologen haben damit auch gute Resultate bei der Behandlung der Psoriasis im Gesicht und an anderen empfindlichen Bereichen beobachtet.
Die Medikamente, die zur Behandlung der Psoriasis im Gesicht angewandt werden, sollten mit Vorsicht und sparsam aufgetragen werden; die Cremes und Salben können die Augen reizen.
Die längere Verwendung von Steroiden macht die (schon empfindliche) Haut dünn und erweitert die Kapillaren.
Die Steroidtherapie kann sicher sein, wenn dabei ein gewissenhaftes Behandlungsprogramm befolgt wird.

Psoriasis am Augenlid
Wenn die Psoriasis die Augenlider befällt, können die Schuppen die Wimpern bedecken.
Die Lidränder können sich röten und Krusten bilden. Besteht die Entzündung für längere Zeit, können sich die Lidränder nach oben oder nach unten falten.
Falten sich die Lidränder nach unten, können die Wimpern den Augapfel reiben und zu Reizungen führen.
Die Augenpsoriasis kommt extrem selten vor.
Tritt sie auf, kann das Entzündungen, Beschwerden und trockene Augen verursachen.
Es kann sogar zu einem Verlust des Sehvermögens führen.
Lokal wirksame Antibiotika können zur Behandlung der Infektion verwendet werden.

In manchen Fällen können Kortikosteroide zur Behandlung der Schuppenbildung angewendet werden.
Der Arzt muss die Wirkung der Behandlung kontrollieren, weil die Haut der Augenlider leicht geschädigt werden kann und sich eine Katarakt (grauer Star) oder ein Glaukom (erhöhter Augeninnendruck) entwickeln kann.

Protopic-Salbe und Elidel-Creme verursachen kein Glaukom und sind bei der Behandlung der Lidpsoriasis nützlich. In den ersten Tagen des Gebrauchs können sie jedoch stechende Beschwerden bereiten.

Psoriasis in den Ohren
Psoriasis in den Ohren kann zu einer Ansammlung von Schuppen führen, die eine Blockade des Gehörgangs verursacht.
Diese Ablagerungen können zu vorübergehendem Hörverlust führen.
Im Allgemeinen befällt die Erkrankung den äußeren Gehörgang und tritt nicht im Inneren des Ohres oder hinter dem Trommelfell auf.

Es gibt verschreibungspflichtige kortisonhaltige Tropfen, die in den Gehörgang getropft oder am äußeren Gehörgang verwendet werden.
Daivonex oder Zorac können bei Einzelanwendung reizen, deshalb ist eine Kombination mit einem topischen Kortison empfohlen.

Im Mund- und Nasenbereich
Selten sind Hautverletzungen der Psoriasis an Zahnfleisch, Zunge, Wangeninnenseiten, im Naseninnern oder auf den Lippen vorzufinden.
Die Läsionen sind gewöhnlich weiß oder grau.
Die Psoriasis kann in diesen Bereichen sehr lästig sein.
Sie kann zu Schwierigkeiten beim Kauen und Schlucken führen.

In den meisten Fällen stehen zur Therapie der Psoriasis im Bereich von Nase und Mund topische Kortikosteroide zur Verfügung, die für eine Behandlung feuchter Hautbezirke geeignet sind.
Hygieneverbesserung und häufiges Spülen mit einer Salzlösung können helfen, die Beschwerden zu lindern.
Kortisone mit niedriger Potenz (zum Beispiel Hydrokortisonsalbe 1%) können bei der Behandlung von Psoriasis der Lippen eingesetzt werden. Medikamente wie Protopic und Elidel können zur wirksamen Behandlung bei Psoriasis innerhalb und außerhalb des Mundes eingesetzt werden.

 

Psoriasis an Händen, Füßen und Nägeln

Psoriasis an Händen und Füßen kann zu rissiger Haut, Blasen und Schwellungen (geschwollene Hände und Füße) führen.
Manche Änderungen im Lebensstil können die Beschwerden bei Hand-, Fuß- und Nagelpsoriasis lindern.

Behandlung von Händen und Füßen
Exazerbationen von Psoriasis an Händen und Füßen müssen schnell und präzise behandelt werden.
Die traditionelle lokale Behandlung an Handflächen und Fußsohlen umfasst die Behandlung mit Teer, Acetylsalicylsäure und Kortikosteroiden.
Eine Kombination dieser drei Agentien kann zu einem besseren Ergebnis führen, als die Einzelanwendung.
Eine Kombination, die sehr effektiv ist, besteht in Clobegalen-Salbe und einer Dermo-Fettbasis.
Feuchtigkeitscremes, milde Seifen und Seifenersatz sind andere, wirksame Produkte.

Calcipotriol kann wirksam bei der Behandlung von Psoriasis an Händen und Füßen sein.
Dabei Baumwollhandschuhe tragen, damit die Medikamente nicht auf empfindliche Hautstellen, wie Gesicht und Hautfalten, gelangen.
Manche Ärzte empfehlen, Calcipotriol und Kortison abwechselnd anzuwenden.
In manchen Fällen sind die Exazerbationen durch Hautausschläge und die Bildung von Blasen und Schwellungen gekennzeichnet.

Wenn topische Medikamente nicht helfen, kann der Arzt folgendes verordnen: Methotrexat, Ciclosporin oder Neotigason (Acitretin).
Methotrexat kann viele Psoriasisfälle auf Handflächen und Fußsohlen innerhalb von vier bis sechs Wochen verbessern.
Die Risiken der Nebenwirkungen bei Lichttherapie werden durch die Kombination von niedrig dosierten oralen Retinoiden mit UVB und UVA reduziert. Die Kombination niedriger oraler Retinoiddosen mit der Phototherapie PUVA oder UVB ist eine der wirksamsten Therapien, die bei Psoriasis an Handflächen und Fußsohlen zur Verfügung stehen.

Psoriasis,Symptome,wie sie sich manifestiert

 

 

Psoriasis pustulosa an Handflächen und Fußsohlen
Lokale Behandlungen der Psoriasis pustulosa, wie Kortison und Produkte mit Teer und Kohle, werden gewöhnlich so bald wie möglich verordnet. Der Arzt kann auch eine Phototherapie, orale Retinoide und/oder Methotrexat verordnen.
Neotigason kann bei der Psoriasis pustulosa eine Langzeitlösung sein.
Bei schwierigen Fällen von palmo-plantarer Psoriasis können Ärzte ein biologisches Medikament verschreiben.

 

Nagelpsoriasis

Nagelveränderungen treten bei bis zu 50% der Menschen mit Psoriasis auf und bei mindestens 80% der Patienten mit Psoriasisarthritis.
Die häufigsten Nagelprobleme sind:

  • Tüpfelnägel — oberflächliche oder tiefe Grübchenbildung
  • Verformungen – Veränderungen der normalen Nagelform
  • Nagelverdickung
  • Inycholyse – Ablösung des Nagels vom Nagelbett
  • Verfärbung – ungewöhnliche Nagelfärbung, zum Beispiel gelb-braun

Behandlung der Nagelpsoriasis
Da Psoriasis die Nägel schon bei deren Bildung befällt, ist die Nagelpsoriasis schwierig zu behandeln.
Es ist schwierig, das Nagelbett mit lokalen Medikamenten zu durchdringen.
Die Kortisoninfiltrationen ins Nagelbett erfolgten mit unterschiedlichen Ergebnissen.
Außer der lokalen Therapie und Phototherapie gibt es noch folgende Behandlungsmöglichkeiten bei Nagelpsoriasis:
1. Kortisoninjektionen in den betreffenden Nagel;
2. Ästhetische Wiederherstellung, darunter das Abschälen des Nagels, Nagellack, künstliche Nägel oder die chirurgische Entfernung.
Onychomykose, eine Pilzinfektion, die eine Nagelverdickung verursacht, kann mit einer Nagelpsoriasis einhergehen.
Sie kann mit systemischen Pilzmitteln behandelt werden.
Etwa ein Drittel der Menschen, die eine Nagelpsoriasis haben, leiden auch an einer Nagelpilzinfektion.

 

Psoriasis im Genitalbereich

Der häufigste Psoriasistyp der Genitalregion ist die Psoriasis inversa.
Diese Form der Psoriasis manifestiert sich mit roten, trockenen und glatten Läsionen.
Es gibt verschiedene Genitalbereiche, die von Psoriasis befallen sein können.

Schamregion
Die Schamregion ist der Bereich oberhalb der männlichen und weiblichen Genitalien.
Dieser Bereich kann so behandelt werden, wie die Psoriasis der Kopfhaut.
Die Haut der Schamregion ist empfindlicher als die Kopfhaut.

Oberer Oberschenkel
Psoriasis am oberen Oberschenkel und im Leistenbereich zeigt sich meist in Form vieler kleiner runder, roter und schuppender Flecke.
Die Psoriasis zwischen den Oberschenkeln wird immer wieder gereizt, vor allem dann, wenn die Schenkel beim Gehen und Laufen aneinander reiben.

Körperfalten zwischen Schenkeln und Leisten
In der Regel zeigt sich in den Körperfalten zwischen Schenkel und Leiste die Psoriasis als nichtschuppender und weißlich-geröteter Hautausschlag.
Die Haut kann Rhagaden (Risse) aufweisen.
Übergewichtige und athletische Menschen können eine Intertrigo genannte Infektion entwickeln, die einer Hefepilzinfektion in Körperfalten ähnelt.

Vulvabereich
Psoriasis der Vulva erscheint oftmals als eine rote, glatte und nichtschuppende Fleckbildung.
Kratzen kann in diesem Bereich eine Infektion hervorrufen und Trockenheit, Hautverdickung und verstärkten Juckreiz im Intimbereich verursachen.
Die genitale Psoriasis befällt in der Regel die äußere Haut der Vagina und betrifft nicht die Schleimhaut.
Im Allgemeinen befällt Psoriasis nicht die Harnröhre.
Die Psoriasis des Penis kann sich mit vielen kleinen roten Plaques an Eichel oder Hodensack (Skrotum) manifestieren.
Die Haut kann schuppend sein, aber auch glatt und glänzend.
Die genitale Psoriasis befällt beschnittene und unbeschnittene Männer.

Analer und perianaler Bereich
Psoriasis am oder nahe dem After ist rot, nichtschuppend und verursacht analen Juckreiz.
Eine Psoriasis in diesem Bereich kann mit Hefeinfektion, Bakterien, hämorrhoidalem Juckreiz, Darmparasiten oder Madenwürmern verwechselt werden.
Das Vorhandensein dieser Erkrankungen kann die Behandlung einer Psoriasis erschweren.
Rektale Untersuchungen und Hautkulturen können die Erkrankung bestätigen.
Symptome einer analen Psoriasis können Blutungen, Defäkationsschmerz, ausgeprägte Hauttrockenheit und Juckreiz sein.

Glutealfalten
Eine Psoriasis in der Gesäßfalte kann rot und nichtschuppend sowie rot und mit deutlicher Schuppung sein.
Die Haut ist in diesem Bereich nicht so empfindlich wie in der Leistenbeuge.

Therapie der genitalen Psoriasis
Die genitale Psoriasis reagiert in der Regel gut auf eine Behandlung.
Aufgrund der Hautsensibilität im Genitalbereich muss die Therapie mit entsprechender Vorsicht erfolgen. Lokale Produkte und ultraviolettes Licht (UV) werden häufig angewendet. Gewöhnlich verschreiben Ärzte bei genitaler Psoriasis keine systemischen Medikamente.
Dies kann jedoch erfolgen, wenn die Psoriasis ausgeprägt und gegen topische Pharmaka resistent ist oder wenn sie gleichzeitig an anderen Körperstellen auftritt.

 

Psoriasis in Körperfalten

Psoriasis inversa kann in Körperfalten, wie Achseln und unter der Brust, auftreten.
Reibung und Schweiß können die Psoriasis reizen.
Schwache Steroide werden oft zur Behandlung der inversen Psoriasis in Körperfalten benutzt.
Diese Körperbereiche sind anfällig für Hefe- und Pilzinfektionen. Deshalb werden Kortikosteroide manchmal in Kombination mit anderen Arzneimitteln verwendet.
Andere topische Therapien, wie Calcipotriol (Daivonex), Teer- und Kohleprodukte oder Anthralin, können bei der Behandlung der Psoriasis in Hautfalten wirksam sein.
Sie können aber auch die Haut reizen. Sie sollten daher mit Vorsicht und unter der Aufsicht eines Arztes genutzt werden.
Menschen mit schwerer Psoriasis inversa können gelegentlich auch systemische Medikamente benötigen, um die Krankheit unter Kontrolle zu behalten.