Schmerzempfindlichkeit der Haut

Der Hautschmerz (auch Allodynie) ist ein häufiges Symptom nach einer Verbrennung oder er beruht auf einer neuropathischen Ursache und kann ein Gefühl von Kribbeln oder Taubheit (Ameisenlaufen oder Lähmungserscheinungen) hervorrufen.
Hypersenibilität der Haut auf verschiedene Arten von Stimuli kann Zeichen einer anderen Erkrankung sein, zum Beispiel Fehlernährung, Nervenprobleme oder virale Infektion.


Ursachen von Schmerzempfindlichkeit der Haut

Es gibt verschiedene Möglichkeiten für Schäden an der Haut, die überempfindlich auf Berührung reagieren und vom einfachen Sonnenbrand bis zu einer schweren Erkrankung reichen können.

Mögliche Ursachen:
Zu lange Sonnenexposition – dies verursacht einen Sonnenbrand ersten oder zweiten Grades und ruft beim Berühren der Haut Schmerzen hervor.
Die am stärksten betroffenen Bereiche sind Stirn, Gesicht, Schultern, Bauch und Arme, wobei Menschen, die viel Sport treiben, auch an anderen Stellen Verbrennungen bekommen, zum Beispiel Surfer meist auf dem Rücken, am Nacken und den hinteren Beinpartien.
Neuropathie – sie kann verursacht sein durch Verletzungen oder Nervenkompressionen, die zu einer Überempfindlichkeit der Haut führen.
Ursache einer Neuropathie kann Diabetes, Vitamin-B-Mangel oder ein Trauma sein.
Migräne – Menschen, die an Migräne leiden, können Hautschmerzen bereits beim Haarekämmen oder dem Anlegen einer Halskette verspüren.
Herpes Zoster – eine vorausgegangene Windpockeninfektion kann später zu einem sogenannten Herpes Zoster oder einer Gürtelrose führen.
Das ist eine Erkrankung, bei der der Hautausschlag an einer bestimmten Körperstelle in Form von Bläschen erscheint, die Haut reagiert empfindlich gegen Berührung und verursacht brennende Schmerzen.
Die am stärksten betroffenen Bereiche sind Beine, Rücken, Flanke, Zwischenrippenbereich und Brust.
Fibromyalgie – das ist ein Syndrom, das durch chronische Körperschmerzen, Müdigkeit, Schlafstörungen und Allodynie gekennzeichnet ist.
Demyelinisierende Erkrankungen – es handelt sich um ein Krankheitsbild, das das Nervensystem betrifft, bei dem die Myelinscheiden (die äußeren), die die Nervenzelle bedecken, geschädigt sind und bei dem verschiedene Symptome auftreten, darunter auch Überempfindlichkeit oder Schmerzempfindung in der Haut.
Nach neueren Forschungsergebnissen der Temple University in Philadelphia verursachen abnorme Schädigungen der Haut einen Juckreiz und auch Schmerzen, die auf einen Hauttumor (zum Beispiel ein Melanom) hinweisen können.
Taktile Abwehr – es handelt sich um eine neurologische Erkrankung, die die Neurotransmitter und ihre Funktionen beeinträchtigt. Das verursacht den Empfang und das Senden ungenügender Signale an die sensorischen Nervenzellen des Gehirns, die Folge ist eine Überempfindlichkeit beim Berühren der Haut. Manchmal kann der damit verbundene Schmerz sehr unangenehm sein und der Person, die darunter leidet, große Probleme bereiten, denn schon eine zarte, leichte Berührung oder ein leichter Händedruck können Hautschmerzen verursachen.


Vitaminmangel – einige Vitamine, wie Thiamin, Nicotinsäure, Biotin und Riboflavin sind für eine gesunde Haut unabdingbar. Ein Mangel an diesen Vitaminen kann eine Hypersensibilität der Haut bewirken und das Gefühl von Kibbeln und Nadelstechen unter der Haut verursachen.
Periphere Neuropathie – eine Krankheit des Nervensystems, die die Nerven betrifft, die für den Transport von Blut und Sauerstoff aus den inneren Organen des menschlichen Körpers verantwortlich sind. Die Haut kann überempfindlich werden und Kribbeln und Jucken verursachen.

 

Andere Ursachen

  • Zellulitis
    Die Zellulitis ist eine bakterielle Infektion, die Hautrötung, Wundsein, Schwellung und Hitze verursachen kann.
  • Infantiles Ekzem
    Das Ekzem bei Kindern und Säuglingen ist eine häufige Form des Hautauschlags, das Rötung, Blasen, Schwellung, Juckreiz usw. verursacht.
  • Keratose solare (oder aktinische Keratose)
    Die Keratose solare ist eine schuppende oder krustenbildende Läsion, die auf der Haut nach fortgesetzter und exzessiver Sonnenexposition auftritt.
  • Wassereinlagerung
    Wassereinlagerung ist die Ansammlung von Flüssigkeiten im Körpergewebe, die Schwellungen verursachen.
  • Prellung oder Quetschung
    Eine Prellung oder Quetschung ist die Ursache von Hautverfärbungen, Schwellungen und Schmerzzuständen.
  • Hämatom
    Das Hämatom ist eine Blutansammlung im Gewebe, verursacht durch Zerreißen eines Blutgefäßes, die gewöhnlich nach einer Verletzung entsteht.
    Der Patient hat das Gefühl von „blauen Flecken“.
  • Blutgerinnsel in den Beinen
    Die tiefe Venenthrombose im Bein kann sehr gefährlich werden; die Symptome bestehen aus Schwellung, Rötung und Schmerzzuständen im Bein.
  • Chronische Nierenerkrankung
    Die chronische Nierenerkrankung kann zu Bluthochdruck, Müdigkeit und Schwäche führen.
  • Erythema migrans (oder rotes Ochsenauge)
    Das Erythema migrans ist ein Ausschlag in Form eines Ochsenauges, eines der Symptome der Lyme-Borreliose.
  • Abszess
    Ein Hautabszess ist eine schmerzhafte Beule, geschwollen, gerötet und überwärmt, die aufplatzen kann und aus der Eiter austritt.
  • Kongestive Herzinsuffizienz
    Die kongestive Herzinsuffizienz kann Atemnot, Müdigkeit, Arrhythmien (unregelmäßigen Herzschlag) usw. verursachen.
  • Steißbeinzyste
    Die Steißbeinzyste (Pilonidalzyste) bildet sich am Steißbein unter der Haut und enthält gewöhnlich Residuen der Haut sowie Haare.
  • Sporotrichose
    Die Sporotrichose ist eine Pilzinfektion und kann schmerzlose Blasen an Fingern, Hand und Armen verursachen.
  • Pityriasis rosea (Röschenflechte Gibert)
    Die Pityriasis rosea ist ein Hautausschlag, der mit rötlichen, rosafarbenen oder violetten ovalen Flecken auf Brust, Bauch, Armen und Beinen einhergeht.
  • Masern
    Bei Masern handelt es sich um eine hochgradig ansteckende Virusinfektion, die mit Fieber, Husten, Hautauschlag, Halsschmerzen einhergeht.
  • Toxisches Schock-Syndrom (TSS)
    Das Toxische Schock-Syndrom ist eine ernste bakterielle Infektion, die Fieber, niedrigen Blutdruck, Hautauschlag usw. verursacht.

 


Schmerzen im Bereich der Kopfhaut

  • Trichodynie
    Trichodynie ist eine Störung, die Schmerzen auf der Kopfhaut, Brennen, Kribbeln und Juckreiz verursacht und manchmal zu Haarausfall führt.
  • Zusammengebundene Haare
    Wenn die Haare hinter dem Kopf zusammengebunden werden, kann es zu Schmerzen auf der Kopfhaut kommen. Dann ist angeraten, die Spannung zu verringern, bevor ein Gummiband angelegt wird.
  • Follikulitis
    Die Follikulitis ist eine Infektion einzelner oder mehrere Haarfollikel, die zu roten Flecken oder Blasen auf der Haut und Wunden führen kann.
  • Tinea (der Kopfhaut oder des Gesichtes)
    Die Tinea ist eine Pilzinfektion, die das Gefühl von Juckreiz und ringförmige wunde Stellen auf der Kopfhaut verursacht.
  • Läuse
    Läuse sind kleine Insekten, die Haare und Kopfhaut sichtbar befallen und Juckreiz verursachen.

 

Schmerzen an der Haut männlicher Genitalien

  • Orchitis
    Orchitis ist die Entzündung eines oder beider Hoden, gewöhnlich aufgrund einer viralen oder bakteriellen Infektion.
    Zu den Symptomen zählen Schmerzen in der Haut des Hodensackes, Schüttelfrost, Bauchschmerzen, Fieber, Blut im Urin und geschwollene Hoden.
  • Phimose
    Phimose oder Vorhautverengung ist eine nicht zurückstreifbare Vorhaut, die die Eichel einengt und Schmerzen beim Geschlechtsakt verursacht.

 

Hautschmerz durch Stiche oder Kontaktallergien

  • Insektenbiss
    Der Insektenbiss verursacht gewöhnlich Rötung, Schwellung, Schmerz, Juckreiz und Blasenbildung.
  • Insektenstich
    Insektenstiche können Rötung, Schwellung und Juckreiz verursachen.
  • Biss der braunen Einsiedlerspinne (auch „Violinenspinne“)
    Ein Biss der braunen Einsiedlerspinne verursacht eine Wunde, Schmerz, Rötung, Übelkeit, Muskelschmerzen und Fieber.
  • Giftefeu, Gifteiche und Giftiger Sumach
    Das Gift des Giftefeus, der Gifteiche und des Giftigen Sumach verursacht eine allergische Reaktion mit Juckreiz, Nesselsucht (derbe, rosa Blasen, die Mückenstichen ähneln und in der Folge der Urtikaria gleichzusetzen sind) und Blasen.
  • Lyme-Borreliose
    Die Lyme-Borreliose ist eine bakterielle Infektion, die durch einen Zeckenstich übertragen wird; Symptome sind Hautausschlag, Schüttelfrost, Fieber
  • Allergische Kontaktdermatitis
    Die Kontaktdermatitis äußert sich in einem Hautausschlag, der Juckreiz, Schmerz, Gefühllosigkeit. Schwellung und auch Blasenbildung verursacht.

 

Schwangerschaft

In den letzten Monaten einer Schwangerschaft nimmt der Bauchumfang stark zu und die Haut im Nabelbereich wird stark gedehnt, was Beschwerden bereiten kann.
Verbrennung (durch Hitze oder Feuer)

Eine Hitzeverbrennung wird thermische Verbrennung genannt und führt zu Schmerzen, Schwellungen, Hautveränderungen, Blasenbildung usw.
Eine chemische Verätzung kann folgende Symptome verursachen:

  • Verbrennungen,
  • Blasenbildung,
  • Schmerzen,
  • Atemnot.

 

Therapie und Naturheilmittel bei Hautschmerz

Die Therapie bei diesem Schmerztyp hängt von der Ursache ab.
Nach der Ermittlung der Krankheitsursache können Ärzte eine geeignete Behandlung empfehlen.

Pharmaka und Arzneimittel, die in der Regel zur Schmerzlinderung verwendet werden, sind:

  • Tramadol
  • Lidocain
  • Mexiletin
  • Adenosin
  • Venlafaxin
  • Alfentanil

Auch entzündungshemmende Pharmaka wie Naproxen können zur Behandlung des zentralnervösen Schmerzes eingesetzt werden und bei Allodynie helfen.
Auch durch die Anwendung lokaler Analgetika wie capsaicinhaltiger Cremen kann eine Linderung erzielt werden.
Bei einer Verbrennung wird eine Aprés-Sonnencreme empfohlen.
Bei Hämatomen kann man abwarten oder, wenn keine Kontraindikation besteht, eine schnell wirksame Tecar Therapie versuchen.

 

Allergie und Unverträglichkeit

Eine Hautunverträglichkeit kann verschiedene Reaktionen, wie Verletzung, Entzündung, Beulenbildung, Nesselsucht, Blasen und rote und entzündete Flecke hervorrufen.
Schmerzen, Taubheitsgefühl und Brennen auf der Haut können auftreten.

 

Haut,Hautschichten,DermisUrsachen von Allergie und Unverträglichkeit

Die allergische Reaktion kann durch verschiedene Faktoren hervorgerufen werden.
Zu den bekanntesten und interessantesten Faktoren zählen:
1. Umgebung,
2. Nahrungsmittel,
3. ethnische Zugehörigkeit,
4. Alter,
5. Geschlecht,
6. genetische Veranlagung.
Die Liste der möglichen Allergien und deren Ursachen ist lang.
Einige der Ursachen sind im Folgenden aufgezählt:

  • länger andauernde Einwirkung des Sonnenlichtes
  • länger andauernde Wärmeeinwirkung
  • länger andauernde Einwirkung von Kälte und kalten Winden
  • hohe Luftfeuchtigkeit
  • sehr trockene Umgebung
  • trockene Heizungsanlage im Haus während des Winters
  • Meersalze und Meeresluft
  • Strahlenexposition und Strahlentherapie
  • Staub, Hausstaubmilben und Tierhaare
  • chemische Substanzen in Kosmetika
  • chemische Substanzen in Lebensmitteln und Konservierungsstoffen
  • einige Lebensmittelarten, deren allergische Wirkungen nach dem Essen auftreten
  • Blumen und Blütenstaub
  • Pharmaka und Zubereitungsstoffe
  • Chemotherapie
  • Chemikalien in Farben und Lacken
  • Formalin und Formaldehyd in Alltagsprodukten
  • Pestizide
  • Antibiotika
  • Mykotika
  • Kunststoffe, Polymere, Harze, Klebstoffe, Lacke und Gummi
  • Kontakt mit Metallen wie Gold, Silber, Nickel, Kupfer usw.
  • Laugen oder Säuren in Alltagsprodukten

 

Hautmanifestationen

Die häufigste Hautmanifestation ist das Ekzem oder die Dermatitis, die mit Schädigungen der Haut verbunden ist und mit Juckreiz, trockener Haut sowie Schrunden, schuppender, derber, nasser und entzündeter Haut einhergeht.
Die chronische Fotodermatitis (chronisch aktinische Dermatitis oder Fotoekzem) ist eine Erkrankung, bei der die Haut mit Sonnenlicht oder künstlichem Licht reagiert und sich entzündet.

Die Kontaktdermatitis ist eine allergische Hauterkrankung, die einen umschriebenen und begrenzten Hautausschlag aufweist, sobald die Haut in Kontakt mit einer allergischen Substanz (Allergen) kommt. Die am stärksten betroffene Hautschicht liegt an der Oberfläche (Epidermis).
Kontaktdermatitis verursacht Juckreiz und Entzündungen, die mehrere Tage andauern können, auch nach der Beseitigung des irritierenden Allergens.

Die seborrhoische Dermatitis (oder seborrhoisches Ekzem) ist eine durch unbekannte Faktoren verursachte Hauterkrankung. Sie ist gekennzeichnet durch Hypersensibilität, Hautauschläge und rote Flecken mit Juckreiz und betrifft vor allem die Kopfhaut und den Brustbereich.
Der Hautausschlag kann durch Seifen, Reinigungsmittel, Hormone und genetische und Umweltfaktoren verursacht sein. Andere mögliche Ursachen können der Pilz Malassezia furfur, eine übermäßige Einnahme von Vitamin A bei Kindern und ein Mangel an Vitamin B, unter anderem Biotin, Pyridoxin und Riboflavin, sein.

Die atopische Dermatitis ist eine chronische, persistierende, nicht ansteckende Entzündung, die Juckreiz verursacht. Auch wenn ihre Ursache nicht genau bekannt ist, so sind Nahrungsmittel, chemische Stoffe und Umwelteinflüsse mögliche Faktoren, die den Hautausschlag verursachen oder die Krankheit verschlimmern. Die besonders betroffenen Areale sind: Ellenbeuge und Kniekehle.