Röschenflechte oder Pityriasis rosea Gibert

Die Röschenflechte oder Pityriasis rosea Gibert ist ein Hautausschlag, der in der Regel mit einer großflächigen, runden oder ovalen Makula (Fleck) mit erhabenen Rändern an Brust, Bauch oder Rücken beginnt.
Die Makula der Pityriasis rosea kann einen Durchmesser von bis zu 10 cm erreichen.
In der Regel wandelt sich der Fleck in kleinere Hautläsionen, die ihren Ursprung im Körperzentrum haben und sich in einer Form verbreiten, die hängenden Tannenzweigen ähnelt.

 

Typen der Pityriasis rosea

1. Pityriasis rosea gigantea: Betroffen sind Mund, Nägel, Genitalien und Kopfhaut, die Merkmale ähneln der klassischen Erkrankung.
2. Pityriasis rosea circinata et marginata Vidal: Sie ist von größeren roten Flecken gekennzeichnet, die entfernt voneinander und weniger zahlreich auftreten. Dieser Typ kann über einige Monate lang bestehen.
3. Vesikuläre Pityriasis rosea: Sie befällt hauptsächlich dunkelhäutige Jugendliche.
4. Pityriasis rosea urticaria: Sie tritt gemeinsam mit der Urtikaria auf.

 

Woher kommt die Pityriasis rosea Gibert? Ursachen

Die Ärzte wissen nicht, was die Pityriasis rosea verursacht.
Manche nehmen an, dass es sich um eine Infektion handelt, die durch ein Virus verursacht ist, doch die Wissenschaft muss diese Theorie noch unter Beweis stellen.
Menschen zwischen 10 und 35 Jahren sowie schwangere Frauen haben eine größere Wahrscheinlichkeit, an Pityriasis rosea zu erkranken, doch kann diese in jedem Alter und bei allen Menschen auftreten, unabhängig ihrer Herkunft.
Am häufigsten ist die Erkrankung im Frühjahr und im Herbst.

 

Symptome der Pityriasis rosea

Die Symptome der Pityriasis rosea können in drei verschiedenen Phasen fortschreiten. Es gibt jedoch eine atypische Form der Erkrankung, in der die erste oder zweite Phase, die unten beschrieben sind, fehlen.

Anfangssymptome
Manche Menschen mit Pityriasis rosea zeigen von ein paar Tagen bis zu einer Woche Anfangssymptome, ehe der Hautausschlag sichtbar auftritt.
Unter diesen sind:
1. Fieber von 38° und höher
2. Verdauungsstörungen und/oder Magenschmerzen
3. Appetitverlust
4. Kopfschmerzen
5. Gelenkschmerzen
6. Halsschmerzen
7. Allgemeines Unwohlsein
Diese Symptome verschwinden mit der Zeit und gehen über in die Phase des sekundären Hautausschlags.


Die große Makula
Gewöhnlich erscheint in der folgenden Phase ein roter und ovaler schuppender Fleck, der für einige Tage wächst.
Dieser Hautausschlag wird Primärmedaillon genannt.
Die Makula hat eine variable Größe von 2 bis 10 cm.
Der Fleck erscheint gewöhnlich am Körperstamm (Bauch, Brust und Rücken) oder am Hals.
Selten erscheint die Makula der Pityriasis rosea Gibert im Gesicht, auf der Kopfhaut oder im Genitalbereich.

Sekundärer Hautausschlag
Gewöhnlich entwickelt sich ein sekundärer Hautausschlag innerhalb weniger Tage nach dem Erscheinen des runden Flecks, der sich in den folgenden zwei bis sechs Wochen verbreiten kann.
Der Hautausschlag besteht aus kleinen erhabenen Patches, die gewöhnlich eine Größe von 0,5 und 1,5 cm haben.
Die meisten Menschen entwickeln Flecke an Rumpf, Hals, Armen und Oberschenkeln.
Das Gesicht ist gewöhnlich nicht betroffen.
Bei hellhäutigen Menschen sind die Papeln rosarot.
Bei dunkelhäutigen Menschen kann der Hautausschlag grau, braun oder schwarz aussehen.
Üblicherweise bilden die Papeln ein symmetrisches Gebilde in Form eines Weihnachtsbaumes auf dem oberen Rücken und ein „V“ auf der Brust.


Der sekundäre Ausschlag ist nicht schmerzhaft, er kann jedoch Juckreiz auf der Haut verursachen.
Der Juckreiz kann leicht bis stark ausgebildet sein.
Meist verschlimmert er sich bei starkem Schwitzen und dem Tragen eng anliegender Kleidung.
In den meisten Fällen beträgt die Zeit für die Heilung der großen Makula und des Hautausschlags etwa zwölf Wochen, auch wenn einige Symptome noch bis zu sechs Monaten andauern.
Nach dem Verschwinden des Hautausschlags können auf der Haut einige dunkle oder helle Flecke bemerkt werden.
Innerhalb weniger Monate müsste jedoch alles wieder zur Normalität zurückkehren.
Pityriasis rosea hinterlässt keine Narben.

 

Pityriasis rosea könnte durch eine Virusinfektion verursacht werden

Nach jüngsten Studien könnte die Ursache der Erkrankung eine virale Infektion sein.
Kürzlich konnte das Virus der Familie der Herpesviren zugeordnet werden.
Kinder und Jugendliche sind aus unbekannten Gründen viel anfälliger.
Pityriasis rosea scheint nicht sehr ansteckend zu sein, doch die Familienangehörigen sollten eine strengere persönliche Hygiene betreiben, um sicher zu sein.

 

Wie wird die Diagnose der Pityriasis rosea erstellt?

Der Arzt stellt die Diagnose einer Pityriasis rosea durch die Betrachtung des Hautausschlags.
Die Diagnose kann erschwert sein, wenn man nur eine große Makula sieht, denn oft wird die Erkrankung in dieser Phase mit einer Tinea oder einem Ekzem verwechselt.
Bei der Differentialdiagnose muss der Arzt auch folgende Krankheiten ausschließen:
Psoriasis und Parapsoriasis
sekundäre Syphilis
seborrhoische Dermatitis
Urtikaria
allergische Reaktion
Nach dem Auftreten des Hautausschlags ist die Diagnose einfach zu stellen.
Eine Hautbiopsie erfolgt lediglich im Falle einer fortbestehenden Pityriasis rosea, also wenn sie nicht wieder vergeht.
Sind vergrößerte Lymphknoten zu sehen, hängt dieses nicht mit der Pityriasis zusammen.

 

Behandlung der Pityriasis rosea Gibert

Da eine Pityriasis rosea Gibert selbständig in zwei bis zwölf Wochen nach ihrem Auftreten ausheilt, benötigt man keine Therapie, wenn sich kein starker Juckreiz hinzugesellt.

Es gibt drei grundsätzliche Behandlungsmöglichkeiten:

  • Weichmacher – Hautcremes, die die Hautfeuchtigkeit erhalten
  • Lokale Kortikosteroide – kortisonhaltige Cremes und Salben
  • Antihistaminika – ein sehr verbreitetes Medikament zur Behandlung von Symptomen bei Allergie, zum Beispiel bei Juckreiz

Hat dies keinen Erfolg, dann kann der Patient zu einem Dermatologen (Facharzt für Hautkrankheiten) überwiesen werden, der eine Behandlung empfehlen kann, die sich Phototherapie mit ultraviolettem Licht (UVB) nennt.

Weichmacher sind Cremes, Salben und Lotionen, die helfen, die Haut feucht zu halten und den Juckreiz zu lindern.
Man kann die Eigenschaften eines Weichmachers bei Juckreiz anwenden. Die Creme leicht in Richtung des Haarwachstums auftragen und ein gewaltsames Reiben auf der Haut vermeiden.
Einige Weichmacher wurden als Seifenersatz entwickelt und sind empfehlenswert, weil normale Seife bei Hautausschlag reizen kann.
Diese Weichmacher sind rezeptfrei zu bekommen.

Lokale Kortisone
Wenn Weichmacher den Juckreiz nicht lindern können, ist ein Gespräch mit dem Arzt empfehlenswert.
Zusätzliche Therapien mit topischen Kortikosteroiden können helfen.
Kortison, das als Salbe oder Creme direkt auf die Haut aufgetragen wird, gibt es in zwei Arten:
1. Hydrokortisoncreme,
2. Betamethason.

Hauptziel der topischen Kortisonanwendung ist die Minderung der Entzündung (Rötung der Haut) und die Linderung des Juckreizes.
Empfohlen ist im Allgemeinen das Auftragen der Creme oder der kortisonhaltigen Salbe ein- oder zweimal täglich auf die betroffenen Hautstellen.
Wird die Kortisonsalbe nach den Weisungen des Arztes aufgetragen, sind Nebenwirkungen des Kortisons selten.
Manche Menschen können beim ersten Mal ein leichtes Brennen auf der Haut oder ein Stechen verspüren, wenn sie die Creme auftragen.
Dieser Sekundäreffekt ist vorübergehend und müsste vergehen, sobald sich der Organismus an das Medikament gewöhnt hat.

Antihistaminika,FläschchenAntihistaminika
Kann man aufgrund des Juckreizes nicht schlafen, kann der Arzt ein beruhigendes Antihistaminikum wie Hydroxyzin oder Chlorphenamin verschreiben.
Beruhigende Antihistaminika sind Medikamente, die bei Allergien wie allergische Rhinitis (Heuschnupfen) verordnet werden, aber unter den Nebenwirkungen kommt es bei vielen Patienten zu Schläfrigkeit.
In manchen Fällen kann das ein erwünschter Nebeneffekt sein, denn die Schläfrigkeit verhilft zu einem besseren Schlaf.
Wichtig ist dabei nur, das Medikament kurz vor dem Schlafengehen einzunehmen.
Viele Menschen fühlen sich am folgenden Morgen sehr schläfrig.
In solch einem Fall ist es nicht erlaubt, Auto zu fahren.

 

Behandlung der Pityriasis rosea mit ultravioletten Strahlen (UVB)

Sprechen die Symptome nicht auf die oben erwähnten Behandlungen an, kann der Arzt zu einer Phototherapie mit ultravioletten Strahlen (UVB) raten.
Bei dieser Behandlung wird die Haut von wenigen Sekunden bis zu mehreren Minuten gleichmäßigen Intervallen einer kontrollierten ultravioletten Strahlung unter der Führung eines Spezialisten ausgesetzt.
Es ist nicht dasselbe, wie eine Sonnenbank.
Jedoch gibt es einige Zweifel an der Wirksamkeit der UVB-Strahlentherapie bei Pityriasis rosea.
Obwohl einige medizinische Studien zeigen, dass der Juckreiz gemindert werden kann, weisen andere darauf hin, dass nur der äußere Aspekt des Hautausschlags in den ersten Wochen der Krankheit verbessert wird.
Einige Leute glauben, dass eine natürliche Sonnenbestrahlung der Haut über kurze Zeiträume nützlich sein kann.
Man muss nur darauf achten, nicht zu lange an der Sonne zu bleiben, weil ein verlängerter Aufenthalt der Haut schaden und das Risiko einer Melanomentwicklung erhöhen kann.

 

Andere Therapien und Pharmaka bei Pityriasis rosea

Verschiedene Behandlungen und Pharmaka werden bei Pityriasis rosea angeboten, doch bestehen Zweifel an ihrer Wirksamkeit.
Unter diesen sind:

  • Aciclovir ist ein antivirales Medikament zur Behandlung von Herpesinfektionen
  • Erythromycin ist ein Antibiotikum, das zur Behandlung bakterieller Infektionen dient
  • Orale Kortisone (Tabletten)

Man muss sich dessen bewusst sein, dass es wenige wissenschaftliche Beweise über die Wirksamkeit und Sicherheit dieser Medikamente im Fall von Pityriasis rosea gibt.

 

Natürliche Heilmittel bei Pityriasis rosea

Diese Schritte können hilfreich sein, um die Beschwerden durch Pityriasis rosea zu lindern:
1. In lauwarmem Wasser waschen.
2. Ein Bad in einer Wanne mit Hafermehl oder Backpulver nehmen.
Hafermehl bekommt man in einer Apotheke.
3. Eine beruhigende Lotion auf den Hautausschlag auftragen.
4. Aloe-Vera-Gel auf die Flecke auftragen.
5. Eine Paste oder Creme mit Zinkoxid auftragen, um die Größe der Flecke und den Juckreiz zu vermindern.
6. Auf eine gesunde Ernährung ohne frittierte Lebensmittel, rotes Fleisch, Milchprodukte und Kaffee achten.

 

Wie lange dauert Pityriasis rosea? Kann sie wiederkommen?

Die Hautausschläge sind nicht ansteckend.
Ist die Pityriasis rosea vergangen, verbleiben keine weißen Flecke oder andere Spuren.
Rezidive sind selten – bei einem Menschen mit dieser Erkrankung besteht nur zwei Prozent Wahrscheinlichkeit, erneut daran zu erkranken.