Pflege bei Follikulitis und Heilmittel

Es handelt sich bei der Follikulitis um eine Entzündung oder Infektion der Haarfollikel auf der Haut. Sie zeichnet sich durch Papeln (rote Punkte) und Pusteln (rote Pickel mit einem zentralen, weißen Pünktchen) an der Oberfläche aus.
Sie kann bei Kindern und Erwachsenen auftreten.
Die Follikulitis kann oberflächlich oder tiefliegend sein.


Sie befällt behaarte Zonen, zum Beispiel auf dem Kopf, auf Brust, Rücken, Gesäß, Armen, Beinen und in der Leistengegend (Schambein).
Akne und ihre Varianten sind andere Arten von Follikulitis.

 

Typen der Follikulitis und ihre Ursachen

Follikulitis wird durch bakterielle oder Pilzinfektion verursacht.
Um festzustellen, ob die Follikulitis durch eine Infektion verursacht wurde, müssen Abstriche von den Pusteln für eine Laborkultur genommen werden.

Bakterien
Die bakterielle Follikulitis wird häufig durch Staphylococcus aureus verursacht.
Betrifft die Infektion die tiefen Teile des Follikels, entsteht ein schmerzhaftes Furunkel.
Die empfohlene Behandlung besteht in sorgfältiger Hygiene, dem Auftragen einer antiseptischen Creme, einer antibiotischen Salbe oder in einer oralen Behandlung mit Antibiotika.

Die Whirlpool-Follikulitis wird durch Pseudomonas aeruginosa verursacht. Dieses Bakterium lebt in nicht chloriertem, warmem Wasser.
Die gram-negative Follikulitis ist ein pustulöser, akneähnlicher Ausschlag im Gesicht, der durch Pseudomonas aeruginosa oder ähnliche Organismen verursacht wird.
In der Regel erfolgt eine Aknebehandlung mit Tetrazyklinen, sie ist aber ziemlich selten.

Hefen
Der Hefepilz, der am häufigsten eine Follikulitis verursacht, ist Pityrosporum ovale (Malassezia).
Die Malassezia-Follikulitis ist eine akneähnliche Erkrankung mit Juckreiz, die den Oberkörper Jugendlicher befällt.
Die Behandlung besteht in:

  1. Feuchtigkeitscremes
  2. Antimykotische Salben
  3. Orale Antimykotika

Pilze
Die Ringelflechte der Kopfhaut (Tinea capitis) verursacht Haarausfall, führt manchmal aber auch zur Follikulitis.
Die Ringelflechte der Katze (Microsporum canis) ist ein Mikroorganismus, der am häufigsten Pilzinfektionen der Kopfhaut verursacht.
Die Behandlung besteht in der Einnahme von Antimykotika über mehrere Monate.

 


Reizfollikulitis an Beinen und im Gesicht

Die Follikulitis kann während des Nachwachsens der Haare nach Haarentfernung durch Epilieren und Wachsbehandlung auftreten.
Wattestäbchen, mit denen die Pusteln betupft wurden, sind steril, das heißt Bakterien oder andere Mikroorganismen fehlen.

Die Reizfollikulitis tritt in Bereichen des Bartes, an den Unterschenkeln von Frauen (Ausschlag nach Rasur) und in Achselhöhlen auf.
Sie verursacht gewöhnlich starken Juckreiz auf der Haut.
Die Haare dürfen nicht mehr entfernt werden.
Für etwa drei Monate darf nach dem Auftreten der Follikulitis keine Haarentfernung erfolgen.
Die Elektrorasur ist die schonendste Art, Haare zu entfernen.

 

Follikulitiden als Kontaktreaktion

Verschluss der Haarfollikel
Salben auf Basis von Paraffin, Feuchtigkeitscremes und Pflaster können zu einer sterilen Follikulitis führen.
Wird eine Feuchtigkeitscreme benötigt, ist ein Produkt zu wählen, das kein Öl enthält.

Chemische Erzeugnisse
Teerkohle, einige Öle und andere chemische Substanzen können eine Reizfollikulitis verursachen. Der Kontakt mit den schädlichen Produkten muss vermieden werden.

Eosinophile Follikulitis
Die eosinophile Follikulitis kann vor allem Menschen mit abgeschwächter Immunreaktion befallen, die z.B. an Virusinfekten wie dem humanen Immundefizit-Virus (HIV) oder an Krebs leiden.

Follikulitis durch Pharmaka
Die Follikulitis kann durch Medikamente provoziert sein, vor allem durch Kortikosteroide (Kortisonakne), durch Androgene, Lithium, Isoniazid, Phenytoin und Vitamine der B-Gruppe.
Proteinkinaseinhibitoren provozieren fast immer eine Follikulitis.

Topische Kortikosteroide
Der Missbrauch kortisonhaltiger Salben führt zu Nebenwirkungen wie Follikulitis. Die periorale Dermatitis ist eine Follikulitis des Gesichtes, ausgelöst durch Substanzen in Feuchtigkeitscremes und Kortison-Salben.
Die periorale Dermatitis wird mit Tetrazyklin (Antibiotika) über etwa sechs Wochen behandelt.

Follikulitis mit entzündlicher Hauterkrankung
Einige entzündliche Erkrankungen der Haut können aufgrund einer tiefgehenden, sterilen (nicht infektiösen) Follikulitis zu ständigem Haarverlust und Narbenbildungen führen.

Darunter gibt es:
1. Lichen ruber planus
2. Lupus erythematodes discoides
3. Folliculitis decalvans


Folliculitis decalvans der Kopfhaut
Die Folliculitis decalvans ist eine Form der Alopezie (Haarausfall), die Narben hinterlässt.
Sie ist charakterisiert durch Hautrötung, Schwellung und Pusteln um die Haarfollikel (Follikulitis).
Die Folge ist eine Zerstörung der Follikel und ein dauerhafter Haarausfall.
Die genaue Ursache ist unbekannt. In den meisten Fällen kann man in den Pusteln Staphylococcus aureus isolieren, doch ist die Rolle der Bakterien unklar.

 


Follikulitis am Gesäß

Die Follikulitis, die die Gesäßregion betrifft, ist relativ häufig, doch oft kennt man ihre Ursache nicht.
Die Follikulitis des Gesäßes betrifft Männer und Frauen in gleichem Maße.

Die akute Follikulitis im Gesäßbereich ist anfangs bakteriell (wie Furunkel).
In Folge bilden sich Pusteln und schmerzhafte, rote Papeln.
Furunkel werden antibiotisch behandelt.

Die chronische Follikulitis im Gesäßbereich verursacht keine signifikanten Symptome, kann aber über lange Zeit bestehen.
Antiseptisch wirkende Pharmaka, lokale Behandlungen wie bei Akne, hautschälende Mittel wie Alpha-Hydroxysäure-Peeling, lange Anwendungszyklen mit Antibiotikatabletten und Isotretinoin können bei einer Follikulitis am Gesäß hilfreich sein, doch sind sie nicht immer wirksam.
Haarentfernung kann nützlich sein, vorausgesetzt der betroffene Bereich ist behaart.
In Anbetracht dessen, dass nachwachsender Haarwuchs die Krankheit verschlimmern kann, ist eine endgültige Haarentfernung mit Laser oder pulsierendem Licht meist hilfreich.

 

Was sind die Anzeichen und Symptome?

Jede behaarte Körperregion kann betroffen sein.
Gewöhnlich ist die Erkrankung auf die Kopfhaut begrenzt, doch können auch andere Regionen wie Bart, Nase, Achseln und Leistengegend, sowie Beine, Schenkel und Arme betroffen sein.
In der Regel sieht man runde oder ovale Flecken an Stelle der Haare.
Man sieht eingewachsene Haare, also Haare, die unter der Haut wachsen, die nicht aus dem Haarbalg herauskommen.
Es entstehen Pusteln um die Haarfollikel.
Man kann mehrere Haare erkennen, die aus einem einzigen Follikel hervorkommen.
Wenn der Follikel völlig zerstört ist, fallen die Haare am Ende aus und es bleibt eine Narbe zurück.

Symptome einer Follikulitis
Anzeichen und Symptome einer Follikulitis hängen vom Infektionstyp ab.

Die oberflächliche Follikulitis, die den oberen Teil der Haarfollikel betrifft, verursacht:
1. Gruppen von kleinen roten oder eitergefüllten Knötchen, die sich um die Haarfollikel entwickeln.
2. Eitergefüllte Blasen, die aufplatzen und verkrusten
3. Rote und entzündete Haut
4. Juckreiz auf der Haut
5. Schmerzen

Die tiefe Follikulitis beginnt tiefer in der Haut und befällt den gesamten Haarfollikel.
Anzeichen und Symptome sind:
1. Eine große, geschwollene Beule oder Masse
2. Eitergefüllt Blasen, die platzen und vergrinden
3. Schmerzen
4. Mögliche Narbenbildung nach Abheilen der Infektion

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Diagnose und Tests

Der Arzt kann diese Erkrankung durch die Betrachtung der Haut diagnostizieren.
Labortests können aufzeigen, welche Bakterien oder Pilze die Infektion verursachen.

 

Die Behandlung der Follikulitis

Ein milder Fall von Follikulitis heilt wahrscheinlich von selbst.
Bei hartnäckigen oder wiederkehrenden Fällen wird wohl eine Therapie notwendig.
Die Behandlung, zu der ein Arzt rät, hängt vom Typ und von der Schwere der Infektion ab.

Staphylokokken-Follikulitis. Der Arzt kann ein Antibiotikum verschreiben, das entweder auf die Haut lokal aufgetragen oder oral eingenommen wird.
Der Arzt kann auch empfehlen, den befallenen Bereich bis zur Heilung der Infektion nicht zu rasieren.
Muss der befallene Bereich rasiert werden, soll ein Elektrorasierer oder jedes Mal eine frische Rasierklinge verwendet werden.

Pseudomonas-Follikulitis. Selten verordnet der Arzt bei dieser Erkrankung eine spezielle Behandlung, er kann aber ein orales oder lokal anzuwendendes Medikament empfehlen, um damit den Juckreiz zu behandeln.
In schweren Fällen kann eine orale Antibiotikatherapie helfen.

Follikulitis im Bartbereich. Selbstbehandlung hilft gewöhnlich bei dieser Erkrankung.
Die Rasur mit einem elektrischen Rasierapparat, mit dem die Haut nicht wie mit einer Rasierklinge rasiert wird, kann hilfreich sein.
Beim Benutzen einer Rasierklinge den Bartbereich mit einem warmen, feuchten Handtuch oder Schwamm leicht massieren, um die Barthaare etwas aufzurichten, damit diese leichter geschnitten werden können.
Rasiergel statt Rasierschaum verwenden, zudem ist es besser, in Richtung des Bartwuchses zu rasieren.
Nach der Rasur die Haut mit reichlich lauwarmem Wasser abspülen und ein Feuchtigkeits-Aftershave auftragen.

Pityrosporum-Follikulitis. Bei diesem Follikulitis-Typ ist die Behandlung mit oralen oder lokal anzuwendenden Antimykotika angezeigt, die sehr wirksam sind.
Da bei dieser Erkrankung eine hohe Rezidivrate nach erfolgter medizinischer Behandlung besteht, kann der Arzt die Verwendung einer Salbe auf unbestimmte Zeit empfehlen.
Antibiotika sind nicht sinnvoll bei der Behandlung der Pityrosporum-Follikulitis, im Gegenteil, sie können die Infektion verschlimmern, weil sie das Gleichgewicht der normalen Bakterien auf der Haut verändern.

Sycosis barbae (Tinea barbae). Der Arzt kann heiße Salzwasserkompressen und ein lokal aufzutragendes Antibiotikum empfehlen, bei schwerwiegender Infektion ist jedoch ein orales Antibiotikum besser.

Gram-negative Follikulitis. Obwohl dieser Typ einer Follikulitis nach langfristiger Antibiotikabehandlung gegen Akne entsteht, behandelt man ihn in der Regel mit antibiotikahaltigen Salben und Tabletten, zum Beispiel mit Minocyclin.

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Furunkel und Pusteln. Große Furunkel kann der Arzt durch einen kleinen Einschnitt drainieren.
Das lindert den Schmerz, beschleunigt die Heilung und reduziert die Narbenbildung.
Tiefe Infektionen, die nicht komplett ausgeräumt werden können, werden mit einer sterilen Gaze bedeckt, damit der Eiter fortgesetzt austreten kann.
Manchmal verordnet der Arzt Antibiotika, um die Heilung schwerwiegender und rezidivierender Infektionen zu fördern.

Eosinophile Follikulitis. Es gibt verschiedene wirksame Therapien, aber das Mittel der Wahl sind kortisonhaltige Salben.
Im Infektionsfall kann der Arzt eine kurze Behandlung mit oralen Kortikosteroiden verordnen.
Alle Kortisonpräparate können starke Nebenwirkungen verursachen und sollten nur für den geringsten notwendigen Zeitraum verwendet werden.
Leidet der Patient unter HIV/AIDS und einer leichten eosinophilen Follikulitis, dann kann der Arzt ein Kortison zusammen mit oralen Antihistaminika verordnen.

 

Naturheilmittel

Folgende Hausmittel können helfen und Beschwerden lindern, die Heilung beschleunigen und eine Ausbreitung der Infektion verhindern:

  • Mehrmals täglich ein nasses, heißes und ausgedrücktes Handtuch auf den betroffenen Bereich auflegen.
  • Handtücher nicht gemeinsam benutzen.
  • Versuch mit einer Hafermehl-Lotion oder einer rezeptfreien Hydrocortison-Creme.
  • Beim Aufenthalt am Meer direkte Sonneneinstrahlung oder Bräunungslampen vermeiden.
  • Die infizierte Haut zweimal täglich mit einer antibakteriellen Seife waschen oder mit rezeptfreier antibiotikahaltiger Salbe behandeln.
  • Neben den natürlichen Produkten kann man Lanolincreme und Zinkoxidsalbe (zum Beispiel Fissan) verwenden.

 

Wie lange dauert eine Follikulitis? Wann vergeht sie wieder?

Die Prognose der Follikulitis ist sehr gut, die Zeiten für die Heilung erstreckt sich über wenige Tage bis zu einigen Wochen.

 

Mögliche Komplikationen

Die Follikulitis kann rezidivieren oder sich auf andere Zonen des Körpers ausbreiten.