Molluscum contagiosum oder Dellwarze

Molluscum contagiosum (Dellwarze) bezeichnet eine durch Virusinfektion hervorgerufene Bildung von Papeln (harte Erhebungen) auf der Haut und selten auf der Schleimhaut.

 

Ursachen des Molluscum contagiosum

Molluscum contagiosum wird durch ein Virus aus der Familie der Pockenviren verursacht.

Es gibt 4 Virentypen, genannt MCV, von MCV-1 bis MCV-4.
MCV-1 trifft vor allem Kinder und ist der, der in Europa am häufigsten vorkommt.
MCV-2 ist dasjenige, das Erwachsene betrifft, doch kommt es am seltensten vor.
Die Übertragung kann auf verschiedene Weise erfolgen.

Ärztin,lächelnd,schön
Die Infektion ist bei Kindern häufig insbesondere bei solchen mit atopischem Ekzem.
Selten befällt es die Schleimhäute wie:

  • Mund,
  • Zunge,
  • Genital- oder Schambereich.


Übertragung des Molluscum contagiosum 

Die Übertragung erfolgt durch:

  • direkten Kontakt von Haut/Schleimhaut zweier Personen,
  • Kontakt mit kontaminierten Gegenständen.

Diese Erkrankung kann sich durch den Kontakt mit kontaminierten Gegenständen verbreiten wie beispielsweise:

  • Spielsachen,
  • Kleidungsstücke.

Dokumentiert ist die Ausbreitung durch:

  • gemeinsame Nutzung von Handtüchern und Badeschwämmen,
  • Körperrangeleien.

Bei Erwachsenen verbreitet sich das Virus auch durch Geschlechtskontakt.
Im Gegensatz zu den Wunden von Herpes sind diese Läsionen jedoch schmerzlos.
Bei Menschen mit Immunschwäche (aufgrund einer Erkrankung wie AIDS) können sich die Viren sehr rasch ausbreiten.
Der Aufenthalt in Turnhallen und öffentlichen Schwimmbädern stellt einen Risikofaktor für die Übertragung von Dellwarzen dar.

Selbstansteckung
Eine Ausbreitung der Läsionen kann durch Selbstinfektion erfolgen:

  • von einer Schürfwunde auf gesunde Hautbereiche,
  • mittels Rasur oder Haarentfernung.

 

Anzeichen und Symptome von Molluscum contagiosum

Die einzigen Anzeichen von Molluscum contagiosum sind hautfarbene, weiße oder rosafarbene Papeln, die auf der Haut erscheinen.
In seltenen Fällen bildet sich ein roter Halo um den Außenrand.
Der Durchmesser dieser Hautläsionen liegt in der Regel bei 3-5 mm, kann aber bis zu 3 cm reichen.
Die Neubildungen haben ein glänzendes oder „perlenartigesAussehen.

Molluscum-contagiosum
Molluscum contagiosum

In der Mitte eines jeden Molluscum entwickelt sich eine kleine Delle.
Molluscum contagiosum kann auftreten:

  • als einzelne Papel,
  • in Gruppen (kommt häufig vor, oft bilden sich etwa 20 Läsionen auf engem Raum)
  • aufgereiht.

Die meisten Menschen entwickeln zwischen 1 und 20 Mollusken.
Man kann sie fast überall auf der Haut vorfinden.
Bei Kindern sieht man sie häufiger auf:

  • Brust,
  • Bauch,
  • Armen (einschließlich der Achselhöhlen),
  • Beinen,
  • im Gesicht.

Bei Erwachsenen erscheinen sie vor allem:

  • in der Lendengegend,
  • im Genitalbereich,
  • am Anus (Analzone),
  • selten treten sie um Augen und Mund auf.

Man kann Dellwarzen überall am Körper vorfinden, außer auf Hand- und Fußflächen.
Die Genitalien sind bei Frauen in der Schwangerschaft die am meisten befallenen Bereiche.
Die Erhebungen können so zahlreich sein, dass sie:

  • Schenkel,
  • Genitalbereich und Bauch bedecken.

Sie sind gewöhnlich schmerzlos, zu den Symptomen gehören:

  • Juckreiz,
  • unangenehmes Gefühl,
  • Rötung,
  • Schwellungen.
  • Werden die Papeln aufgekratzt, können dadurch Verletzungen entstehen und es kommt zu Schmerzen und einer Verschlimmerung der Infektion.


Sind die Mollusken schwerwiegend und gefährlich?

Diese Erkrankung ist nicht schwerwiegend und gefährlich, kann jedoch sehr unangenehm sein.

 

Wie erkennt man ein Molluscum contagiosum?

Die Flecke können sehr leicht von einem Arzt erkannt werden, daher müssen keine besonderen Untersuchungen vorgenommen werden. Die Auswüchse dürften nicht mit Warzen verwechselt werden, denn diese haben:

  • eine raue Oberfläche (Hyperkeratose),
  • keinen zentralen Kern.

Für die Diagnose kann das Material aus dem Kern entfernt und unter dem Mikroskop untersucht werden. Gelegentlich kann eine einzelne Läsion ein atypisches Aussehen haben. Dann sind eine Biopsie und die histologische Untersuchung erforderlich.
Man entfernt die gesamte Papel, um das gesamte Material mikroskopisch zu untersuchen.

In der Differentialdiagnose müssen ausgeschlossen werden:
1. Kondylome
2. Warzen (verursacht durch das Papillomavirus)
3. Lichen planus
4. Xanthom
5. Angiokeratom
6. Follikulitis
7. Papulöse Urtikaria
8. Blasen des Herpes zoster

 

 

Wie behandelt man das Molluscum contagiosum?

Dermatologen empfehlen oft eine Behandlung bei Molluscum contagiosum. Die Behandlung hilft, folgende Komplikationen zu verhindern:

  1. Verbreitung auf andere Körperbereiche.
  2. Verbreitung auf andere Menschen.
  3. Unkontrolliertes Wachstum bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem.

Die Therapie ist für Kinder nicht empfehlenswert, denn sie kann unerwünschte Nebenwirkungen haben. Die Hautbildungen vergehen auch ohne Therapie.

Die meisten Erwachsenen sollten sich einer medizinischen Behandlung unterziehen. Personen mit geschwächtem Immunsystem sollten immer behandelt werden, da sonst die Neubildungen nicht wieder vergehen.

Es gibt viele Behandlungsmöglichkeiten. Der Hautarzt verordnet Behandlungszyklen aufgrund verschiedener Faktoren:

  • Lebensalter
  • Gesundheitszustand
  • Lage der Flecke
  • Andere Überlegungen

Therapien, die ein Dermatologe in seiner Praxis zur Heilung von Molluscum contagiosum vornehmen kann, sind unter anderem:

  • Kryochirurgie: der Arzt vereist die Neubildungen mit flüssigem Stickstoff.
  • Kürettage: der Arzt benutzt dazu ein kleines löffelförmiges Instrument, genannt Kürette, um damit die Erhebungen in der Haut abzutragen. Die Stelle wird lokal betäubt und nach einer Stunde werden die Papeln schmerzlos entfernt (ausgeschabt).
  • Gepulster Laser. Die Behandlung mit gepulstem Laser ist eine neuere Methode, um Molluscum contagiosum zu behandeln. Dazu wird ein leistungsfähiger Lichtstrahl benutzt, um die Zellen zu zerstören, die die Läsion bilden. Als Nebeneffekt hinterlässt der Lichtstrahl einen blauen Fleck, der nach ein oder zwei Wochen wieder vergeht. Die Mehrzahl der Patienten ist nach ein oder zwei Sitzungen der gepulsten Laserbehandlung geheilt.

 

Welche Salbe bei Dellwarzen benutzen?

Topische Therapie in der Arztpraxis (lokale Anwendung direkt auf der Haut): Der Dermatologe kann verschiedene Säuren und Lösungen auftragen, um die Papeln zu kurieren. Diese Substanzen funktionieren, indem sie die obersten Hautschichten zerstören.
Trichloressigsäure wird oft zur Behandlung bei Personen mit geschwächtem Immunsystem angewandt.

Hat ein Patient viele oder sehr große Hautneugebilde, kann der Hautarzt dieses Verfahren nach 3-6 Wochen wiederholen, solange Papeln auftreten.
Dieses Verfahren kann etwas unangenehm sein und es können Flecken auf der Haut verbleiben.
Weitere, vom Dermatologen verschriebene Mittel zum häuslichen Gebrauch:

  • Salicylsäure in Gelform. Salicylsäure wird 4 Wochen lang 1- bis 2-mal wöchentlich auf die Läsionen aufgetragen. Die wichtigste unerwünschte Nebenwirkung ist dabei der Schmerz.
  • Immunmodulatoren: Imiquimod (Aldara). Diese Creme hilft dem Immunsystem, das Virus zu bekämpfen. Das Medikament ist sehr wirksam und kann auch zur Behandlung von chronischen Warzen und Hautkrebs verwendet werden. Die Creme auf Imiquimod-Basis wird am Abend aufgetragen und wirkt die Nacht über. Am Morgen wird sie abgewaschen. Die Behandlung wird 2-3 Tage pro Woche wiederholt, etwa 2 Wochen lang.
    Die Nebenwirkungen dieser Therapie sind:

    • Erythem,
    • Juckreiz,
    • leichte Verbrennungen.
  • Retinoide, die auf der Haut angewendet werden. Patienten nutzen diese Arzneimittel gegen Neubildungen und nach Anweisung des Arztes. Zu den Nebenwirkungen der Behandlung mit Retinoiden gehört die Dermatitis. Juckreiz.
  • Virustatika (Cidofovir Creme). Die Creme wird täglich auf jede Papel aufgetragen, 5 Tage lang. Die Behandlung kann bis zu 8 Wochen wiederholt werden.
    Die wichtigsten Nebenwirkungen sind:

    • Erythem
    • Schmerzen,
    • Juckreiz.

Während der Behandlung von Molluscum contagiosum ist das Auftreten neuer Papeln normal, sobald die „alten“ verblasst sind.


Darf man den Hautauschlag bei Molluscum contagiosum aufdrücken oder aufstechen?

Eine Papel des Molluscum contagiosum darf nicht aufgedrückt oder aufgestochen werden, da sie das Virus enthält. Das Aufstechen einer Papel kann die Verbreitung der Krankheit begünstigen.

 


Hausmittel bei Molluscum contagiosum

Australische Zitronenmyrte
Dies ist ein gutes pflanzliches Mittel gegen Molluscum contagiosum. Man kann es vermischt mit Olivenöl anwenden und einmal täglich auf die Haut auftragen.

Teebaumöl
Teebaumöl ist das meist benutzte und zur Verfügung stehende Hausmittel, um Molluscum contagiosum zu bekämpfen.
Dieses Produkt hat sehr nützliche Eigenschaften. Es wirkt antibakteriell und antiseptisch.
Diese beiden Eigenschaften sind bei der Behandlung von Mollusken sehr wichtig.
Die Salbe ist ein wirksames, adstringierendes (die Sekretion verminderndes) Mittel, ist also
hilfreich, um das Wachstum der Läsionen zu verringern. Man kann das Öl:

  • direkt auf die infizierten Bereiche auftragen,
  • dem Badewasser zufügen.

Apfelessig
Von Apfelessig ist bekannt, dass er auf natürliche Weise Bakterien bekämpft. Mit dieser Flüssigkeit bekämpft man auch Molluscum contagiosum.

  • Man benetzt einen Wattebausch mit Apfelessig,
  • trägt ihn direkt auf die Auswüchse auf.
  • Am Ende verbindet man die Stellen.

Diese Behandlung ist bei Kindern nützlich und wird vor dem Schlafengehen empfohlen.

Knoblauch

  • Man trägt eine Paste auf der Basis von Knoblauch auf den infizierten Bereich auf,
  • deckt diesen mit einem Verband ab.
  • Vor dem Duschen wird der Verband abgelegt,
  • man wäscht sich gründlich.

Man kann auch Knoblauchkapseln einnehmen.

Vitamine
Unter den Naturheilmitteln gibt es verschiedene Kombinationen von Vitaminen. Dies ist ein gutes Mittel „aus Großmutters Zeiten“.
Man kann eine Creme mit Vitamin A verwenden und ein- oder zweimal täglich auftragen.
Vitamin A und E können in dieser Situation nützlich sein.

Jodtinktur
Man kann eine Jodtinktur zweimal täglich auftragen, um damit die Ablösung der Läsionen zu begünstigen.

 

Komplikationen bei Molluscum contagiosum

Obwohl dieser Umstand selten auftritt, können bei Molluscum contagiosum bakterielle Infektionen den Zustand komplizieren. Um das Risiko einer bakteriellen Infektion oder das Ausbreiten der Mollusken zu verringern, sollten die Papeln nicht ausgedrückt oder angestochen werden.
Man muss keine Cremes oder Lotionen auftragen, sondern es genügt, der gewohnten Hygiene nachzugehen.

Was passiert, wenn es sich nicht um Molluscum contagiosum handelt?
Molluscum contagiosum ist eine Infektion delikater Haut und ist selbstlimitierend. Ohne Behandlung kann sie mehrere Monate anhalten, heilt aber letztendlich von selbst. Die Stärke und Dauer der Behandlung sind individuell bedingt.

 

Wie lange dauert es? Prognose

Die Verletzungen, die durch Molluscum contagiosum verursacht sind, können über einige Monate bis zu wenigen Jahren bestehen bleiben. Diese Wunden heilen von selbst ohne Narben zu hinterlassen, zumindest dann, wenn man nicht stark an den betroffenen Stellen kratzt.
Der vollkommene Rückgang aller Läsionen erfolgt innerhalb von 6-18 Monaten. Die Störungen können bei immunsupprimierten Menschen länger anhalten.
Rezidive der Mollusken sind möglich.

 

Vorbeugung

Menschen mit Molluscum contagiosum sollten Geschlechtsverkehr unterlassen, um die Erkrankung nicht auf den Partner zu übertragen.
Das Kondom ist kein ausreichender Schutz vor Ansteckung, denn es lässt manche Körperstellen unbedeckt, die infiziert werden können.