Exanthem bei Kindern

Exanthem ist ein medizinischer Begriff, der einen diffusen Hautausschlag bezeichnet, der gewöhnlich von systemischen Symptomen wie Fieber, Unwohlsein und Kopfschmerzen begleitet wird.

Normalerweise wird es von einer ansteckenden viralen Erkrankung hervorgerufen.
Das Exanthem kann durch ein Medikament verursacht sein (vor allem Antibiotika und Entzündungshemmer), zum Beispiel das lichenoide Exanthem.


Dieser Hautausschlag betrifft oft Kinder, er kann aber auch bei Erwachsenen auftreten.

 

Was sind die Ursachen eines Exanthems?

Während der Kindheit tritt ein Exanthem sehr häufig auf und wird vor allem durch die folgenden Virusinfektionen verursacht:
1. saisonale Grippe, darunter Atemwegserkrankungen oder Magen-Darm-Erkrankungen;
2. Windpocken (verursachen Pusteln und Blasen an Körperstamm, Gesicht, Armen und Beinen);
3. Masern;
4. Röteln;
5. Drei-Tage-Fieber;
6. virale Hepatitis;
7. Scharlach (vierte Krankheit, beginnt in der Leistengegend und unter den Achseln und breitet sich dann bis in Gesicht, Rumpf und Gelenke aus);
8. Ringelröteln (Erythema infectiosum);
9. Drei-Tage-Fieber (Exanthema subitum).
10. andere Infektion mit Adenovirus, Coxsacki usw.

Das Exanthem kann auch durch Bakterien oder andere Infektionskrankheiten verursacht sein, darunter sind:
1. Mykoplasmenpneumonie;
2. Kawasaki-Syndrom;
3. Rickettsien;
4. Pocken (jetzt hoffentlich durch Impfung ausgerottet);
5. infektiöse Mononukleose;
6. Meningokokken-Erkrankung;
7. Lyme-Krankheit (durch Zeckenbiss);
8. Staphylokokken-Infektion,
9. Toxisches Schocksyndrom (TSS),
10. Staphylococcal scalded skin syndrome (SSSS) oder „verbrühte Haut“;
11. Streptokokken-induziertes Toxisches Schock-Syndrom (STSS);
12. Bei Neugeborenen kann ein toxisches Neugeborenen-Erythem auftreten, das sind absolut gutartige rote Flecken.

 

Was sind die Anzeichen und Symptome des Exanthems?

Die meisten der nichtspezifischen Ausschläge erscheinen als Punkte oder Flecken, sie treten mit oder ohne Juckreiz auf.
Gewöhnlich ist der Ausschlag diffus und kann sich auf Rumpf und Extremitäten weitflächiger ausdehnen.
In den meisten Fällen und noch ehe ein Ausschlag zu sehen ist, können allgemeine Symptome auftreten, wie:


1. Fieber
2. Unwohlsein
3. Kopfschmerzen
4. Appetitverlust
5. Bauchschmerzen
6. Reizbarkeit
7. Muskelschmerzen
Diese Anzeichen und Symptome können je nach Ursache des Ausschlags variieren.
Virusbedingte Exantheme verursachen oft kleine Epidemien und die Kinder stecken sich gegenseitig an.

 

Urtikariaartiger Ausschlag

Das urtikariaartige Exanthem ist ein Hautausschlag, bestehend aus roten und erhabenen Flecken, der sich überall zeigen kann und durch eine allergische Reaktion hervorgerufen wurde.
Dieser Reaktionstyp mit juckender Haut wird Urtikaria (Nesselsucht) genannt.

 

Makulöses oder makulopapulöses Exanthem

Masern
Das Masernvirus ist ein RNA-Virus aus der Familie der Paramyxoviren (Genus Morbillivirus).
Masern haben eine Inkubationszeit von 10-12 Tagen.
Die Krankheit beginnt mit Fieber, Konjunktivitis, Schnupfen, Halsschmerzen und trockenem Husten.
Die Koplik-Flecken sind weiße oder graue Papeln auf der Mundschleimhaut, die sich in der Prodromalphase (Periode der Inkubation) erkennen lassen.
Etwa 3-4 Tage nach den Prodromalsymptomen erscheint das typische Exanthemstadium mit Flecken im Gesicht und Papeln, zu Beginn hinter den Ohren und im Bereich des Haaransatzes, das sich dann für wenige Tage über die restliche Haut ausbreitet. Der Ausschlag geht dann in der Regel so zurück, wie er sich präsentiert hat, die Haut wird oft rissig.


Es gibt derzeit keine spezifische antivirale Therapie gegen Masern, die Behandlung ist symptomatisch.
Wichtiger ist die bereits langjährige Verfügbarkeit eines Masernimpfstoffes, der die Erkrankung beherrschbar macht.

Röteln
Die Röteln (oder Deutsche Masern) werden durch ein RNA-Virus aus der Familie der Togaviren verursacht.
Etwa 50% der Infizierten werden symptomatisch.
Nach einer Inkubationszeit von 2-3 Wochen weisen die symptomatischen Patienten Prodromalzeichen auf, wie leichtes Fieber, Kopfschmerzen, Halsschmerzen und Muskelschmerzen.
Der Ausschlag erscheint nach etwa 2-5 Tagen und breitet sich vom Kopf bis zu den Füßen aus.
Das Exanthem ist makulös oder makulopapulös mit in Gruppen konfluierenden (überlappenden) Flecken.
Häufig symmetrische Lymphknotenschwellung, die sich hinter den Ohren und am Hinterkopf zeigt.
Wenn Röteln während einer Schwangerschaft auftreten, können Schäden an dem ungeborenen Kind entstehen, deshalb sollten alle Mädchen gegen diese Krankheit geimpft werden.

Ringelröteln
Das Erythema infectiosum (oder fünfte Krankheit) ist eine häufige ekzematöse infantile Erkrankung, die durch das Parvor-Virus B19 verursacht wird, das zu der Familie der Parvoviren gehört.
Den Namen B19 trägt dieses Virus nach der Probe, in der es gefunden wurde (also Reihe B, Probe 19).
Es ist das einzige Parvovirus, das direkt mit einer menschlichen Krankheit in Verbindung steht.

Obwohl sich das Parvovirus auf verschiedene Weise manifestieren kann, ist das Erythema infectiosum am häufigsten.
Ringelröteln manifestieren sich in drei überlappenden Phasen.
Nach einer Inkubationszeit von 1-2 Wochen, weisen die Patienten ein Erythem mit großen roten Flecken im Gesicht auf, das Schmetterlingserythem.
Aus diesem Grund wird das Erythema infectiosum auch als „Ohrfeigenkrankheit“ bezeichnet.
In der zweiten Phase, 1-4 Tage nach dem Wangenerythem, entwickeln die Patienten ein makulaartiges oder girlandenförmiges Erythem.
In der dritten Phase tritt der Ausschlag intermittierend als Antwort auf Reize auf, zum Beispiel auf lokale Reize, hohe Temperaturen oder emotionalen Stress.

Drei-Tage-Fieber (Exanthema infantum)
Das Dreitagefieber (oder die sechste Krankheit) wird durch ein humanes Herpesvirus (HHV-6) verursacht, das in der gesunden Bevölkerung sehr präsent ist und latent in Makrophagen und T-Lymphozyten vorkommt. Die Viren sind im Speichel gesunder Menschen enthalten, das reaktivierte pathogene Potential des Virus variiert von asymptomatischer Infektion bis hin zu schwerwiegenden Erkrankungen bei Empfängern von Transplantaten.
Innerhalb der ersten beiden Lebensjahre sind etwa 75% der Kinder seropositiv auf HHV-6 und etwa 24% aller Kinder mit einer HHV-6-Infektion zeigen klinische Symptome des Dreitagefiebers.
Die HHV-7-Infektion tritt gewöhnlich nur bei etwa 65% der infizierten Kinder ab dem 3. Lebensjahr auf.

Wie lange dauert es?
Nach einer Inkubationszeit von 5-15 Tagen entwickeln die an Dreitagefieber infizierten Kinder hohes Fieber, das 3-5 Tage lang anhält.
Diesem folgt das Auftreten eines akuten rosaroten Ausschlags, der keinen Juckreiz erzeugt und sich im Hals- und Rumpfbereich ausbreitet.
Aufgrund des hohen Fiebers erkranken die Patienten häufig an einer okkulten bakteriellen Infektion.

Epstein-Barr-Virus & Aminopenicillin
Das Epstein-Barr-Virus (EBV) ist ein Erreger, der zur Familie der Herpesviren gehört, der auch die Mononukleose verursacht.
Nur etwa 5-10% der mit EBV infizierten Kinder entwickelt einen Hautausschlag, doch wenn Amoxicillin oder Ampicillin verabreicht wird, entsteht fast immer ein rot leuchtendes Exanthem, das bei Masern charakteristisch ist.

Dieser Ausschlag beginnt 5-9 Tage nach der Exposition mit dem Pharmakon, erscheint zunächst am Rumpf und kann generalisieren. Er manifestiert sich in Papeln und Flecken (makulopapulöses Exanthem).
Der Ausschlag entsteht vermutlich durch Ampicillin Immunkomplexe, mit Folge polyklonaler Antikörper und B-Zellaktivierung.

 

Vesikulärer Ausschlag und Pusteln

Herpes zoster
Herpes zoster (Gürtelrose) wird vom Varizella-Zoster-Virus (VZV) verursacht.
Das VZV ist eines der acht bekannten menschenpathogenen Herpesviren, das bläschenartige Hautläsionen, Infektionen des Nervengewebes und latente Infektionen in den Ganglien der dorsalen Nervenwurzeln hervorruft.
Die Erstinfektion verursacht Windpocken, danach verbleibt das Virus latent im Körper.
Herpes zoster kann Gelenke, den Rumpf oder den Kopfbereich des Patienten befallen, ohne Fieber zu verursachen.
Gewöhnlich ist die Lokalisation entlang dem Verlauf von Nervenfasern (Ischias, Interkostalnerven usw.)

Exanthem,Kinder,Windpocken,Masern

Ekzema herpeticatum
Ekzema herpeticatum (bekannt auch als Ekzema herpeticatum Kaposi) ist eine schwere diffuse Hautinfektion durch ein Herpesvirus, die vor allem bei Patienten mit atopischer Dermatitis und Hauterkrankungen wie Pemphigus, Morbus Darier oder traumatischen Verbrennungen auftritt.
Die abnormale Sekretion von Zytokinen und die unspezifische Schwäche des Immunsystems der Haut bei Patienten mit atopischer Dermatitis scheinen eine Rolle bei der Pathogenese des Ekzema herpeticatum zu spielen.

Hand-Fuß-Mund-Krankheit
Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit (HFMD) ist ein Exanthem, das durch ein Virus der Gruppe der Picornaviren der Gattung der Enteroviren verursacht wird.
Obwohl Enteroviren verschiedene Arten von Hautausschlag hervorrufen können, zeigt die HFMD eine häufige klinische Manifestation und ist gut erkennbar.
Der häufigste pathogene Erreger ist das Coxsackie A 16-Virus, doch auch andere Coxsackie-Viren und Enteroviren können mitbeteiligt sein.
Die Infektion hat eine Inkubationszeit von 3-7 Tagen.
Die hauptsächlichen Symptome sind Fieber, Lymphknotenschwellung, gefolgt vom Erscheinen ovaler, grauer und schmerzender Bläschen von 2-8 mm Größe. Diese entstehen nach 1-2 Tagen auf den Handinnenflächen, an den Fußsohlen, an der Mundschleimhaut und auf der Zunge.
Oft sind die Bläschen an den Tastleisten der Finger angeordnet und können einen schmalen roten Rand haben.
Die papulären und vesikulären Läsionen können auch an anderen Körperzonen auftreten, auch am Gesäß.
Der Ausschlag im Mund (auch Enanthem genannt) verhilft dazu, die HFMD von anderen Ursachen eines Exanthems im Kindesalter zu unterscheiden, obwohl auch Fälle ohne orale Läsionen beschrieben sind.
Die am häufigsten betroffenen Stellen in der Mundhöhle sind der harte Gaumen, die Zunge und die Wangenschleimhaut.
Differentialdiagnostisch müssen eine aphthöse Stomatitis, Windpocken, HSV und Herpangina ausgeschlossen werden.

 

Papulöses Exanthem

Infantile papulöse Aktrodermatitis
Die infantile papulöse Aktrodermatitis (auch Gianotti-Crosti-Syndrom ) ist eine Erkrankung der Haut, charakterisiert durch den plötzlichen Ausbruch eines Exanthems mit rötlichen Papeln, vorzugsweise am Gesäß und im Gesicht.

Molluscum contagiosum oder Dellwarzen
Bei Dellwarzen handelt es sich um eine virale und sehr ansteckende Infektion der Schleimhäute und der Haut, die bei Kindern oft auftritt.
Sie werden von einem Pockenvirus (Molluscipoxvirus) verursacht.

Normalerweise sind es hautfarbene, glänzende Papeln mit zentraler Delle in Form einer Kuppel und mit einer Größe von 2 bis 8 Millimetern.
Bei etwa 30% der Patienten kann eine Läsion von einer ekzematösen Reaktion umgeben sein.