Eingewachsener Nagel

Ein eingewachsener Nagel (Onychocryptosis) liegt vor, wenn ein Fuß- oder Fingernagel in die Haut des Fingers oder der Zehe einwächst.
Bei einem eingewachsenen Nagel ist die umgebende Haut:
1. rot,
2. geschwollen,
3. entzündet.

Die Ecken des betroffenen Nagels sind berührungsempfindlich und sind später gerötet und schmerzhaft. Unbehandelt bildet sich um den eingewachsenen Nagel eine Entzündung und der Nagel schmerzt.

Bei einer Infektion sind die Symptome Blutverlust, Eiteransammlung, ungewöhnlicher Ausfluss und schlechter Geruch.
Es kann sich ein Granulom bilden, d.h. eine Masse von Hautgewebe, die oftmals Eiter enthält.
Diese Erkrankung betrifft vor allem ältere Menschen, kann aber auch bei Neugeborenen, Säuglingen und Kleinkindern auftreten.

 

Ursachen für eingewachsene Nägel

In den meisten Fällen beginnt der Nagel, nach innen zu wachsen und entzündet sich schließlich. Aber auch die anderen Nägel können sich entzünden.
Ursachen für Entzündung können sein:

  • gebogene Nägel
  • eine Quetschung der Finger oder Zehen
  • unsachgemäßes Schneiden der Fußnägel
  • schlecht sitzende Schuhe
  • oft leiden Patienten mit Diabetes an dieser Erkrankung.

 

Was tun?


Wie behandelt man einen eingewachsenen Nagel? Therapie
Obwohl sich an allen Fingern und Zehen diese schmerzhafte Erkrankung entwickeln kann, sind doch am meisten Großzehe und kleine Zehe betroffen.
Eingewachsene Nägel sind kleine Unannehmlichkeiten, aber eine rechtzeitige Behandlung verhindert eine Verschlechterung oder Komplikationen (zum Beispiel eine Sepsis).
Natürliche Heilmittel für seitlich eingewachsene Nägel sind wirksam, müssen aber angewandt werden, bevor sich eine Infektion entwickelt.

Medikamente
Antibiotika: Wenn sich Zeichen einer Entzündung zeigen, kann ein Antibiotikum die Verbreitung der Infektion verhindern. Der Antibiotika-Zyklus muss vollständig abgeschlossen werden, da sich sonst Rezidiv-Infektionen (wiederkehrende Infektionen) entwickeln können.
Oft verschreiben Ärzte eine Salbe, die Gentamicin und Betamethason enthält (Sulmycin Salbe mit Celestan-V).
Bei Hautläsionen kann man ein wundheilendes Spray (zum Beispiel Hyperoil) aufsprühen oder eine Ichthyol-Salbe auftragen.

 

Naturheilmittel

Schneiden. Bei der Nagelpflege sollte man die Nägel gerade schneiden, weil so die Ecken nicht überstehen und in die Haut wachsen.
Wenn Zehen- oder Fingernägel zu den Seiten hin stark gewölbt sind, sollte man nicht selbst versuchen, an die Nagelecken heranzukommen, sondern sich an einen entsprechenden Fachmann wenden.

Schuhwerk. Viele Probleme der Zehennägel werden durch das Tragen falscher Schuhe verursacht.
Daher sollte man gut passendes und nicht zu enges Schuhwerk verwenden. Es wird empfohlen, keine enganliegenden Strümpfe zu tragen.
Füße sauber halten und nur leicht kratzen, um eine Infektion der Nägel zu vermeiden.


Warmes Wasserbad. Ein bewährtes Hausmittel ist das Aufweichen der betroffenen Nägel für einige Minuten in einem warmen (nicht heißen) Wasserbad.
Man kann auch ein Desinfektionsmittel ins Wasser geben, das eine keimtötende Wirkung hat.
Danach muss die Haut mithilfe einer Schere vorsichtig vom Nagel getrennt werden, um der Nagelecke ihre ursprüngliche Form zurückzugeben. Anschließend sollten die Ratschläge für die Reinigung der Nägel befolgt werden, um die Heilung zu beschleunigen.

Salzwasserbad. Eines der Naturheilmittel, die man auch während der Schwangerschaft anwenden kann, ist das Baden des betroffenen Fußes in lauwarmem Salzwasser.
Dazu einen Esslöffel Epsom-Salz oder Bikarbonat in lauwarmes Wasser geben und warten, bis es sich vollständig aufgelöst hat.
Den betroffenen Fuß etwa 10-15 Minuten im Salzwasser baden, um den Schmerz zu lindern und den eingewachsenen Nagel zu heilen.

Den Bereich trocken halten. Um das Infektionsrisiko zu minimieren, muss der betroffene Bereich trocken gehalten werden. Daher sollte nach dem Bad in warmem oder gesalzenem Wasser der betroffene Bereich des Fußes mit einem saugfähigen Handtuch gut abgetrocknet werden.
Es empfiehlt sich, bequeme und offene Sandalen zu tragen, um ein Schwitzen zu reduzieren.

Den betroffenen Bereich massieren. Zu den Selbsthilfemaßnahmen gehört die Massage im angrenzenden Bereich des eingewachsenen Nagels für einige Minuten täglich. Dies regt die Durchblutung an und hilft somit bei der Behandlung der Erkrankung.
Für die Massage kann man ein ätherisches Öl verwenden, das antiseptische Eigenschaften hat und zur Heilung des eingewachsenen Nagels verhilft. Man kann aber auch eine antibiotische Creme verwenden.

Jodtinktur hilft, die Entzündung zu hemmen und die Haut zu desinfizieren.

Baumwollstück. Wenn sich der eingewachsene Nagel noch in der Anfangsphase befindet, kann man ein kleines Stück Baumwolle zwischen Haut und Nagel klemmen, um den Nagelrand anzuheben und so ein normales Wachstum zu begünstigen.

Bei einem chronisch eingewachsenen Nagel mit Anzeichen auf eine Infektion sollte man eine medizinische Fußpflegepraxis aufsuchen.

Wer an Diabetes leidet und zu häufigen Infektionen neigt, sollte besser eine Fußpflege aufsuchen, als zu versuchen, den Nagel selbst zu behandeln.
Die oben genannten natürlichen Lösungen anwenden und eine regelmäßige Pediküre vornehmen, um die Nägel sauber zu halten.

 

Behandlung durch die Fußpflege

Ein eingewachsener Nagel heilt nicht von selbst.
Der/die Fußpfleger/in entfernt den eingewachsenen Teil oder die Spitze des Nagels, was in der Regel keine großen Schmerzen bereitet.
Hier sollte anstatt einer kosmetischen vorzugsweise eine medizinische Fußpflege in Anspruch genommen werden.
Wenn jedoch der Nagel infiziert ist und schmerzt, ist für die Entfernung des Nagels eine Lokalanästhesie erforderlich.
Nach der Operation verbindet der Arzt den Wundbereich mit einem antiseptischen Verband, der über einige Tage nicht abgenommen werden darf, bis der betroffene Bereich verheilt ist.
Bei Diabetikern dauert der Heilungsprozess länger. Daher sollte der Arzt Antibiotika verschreiben und der Verband für längere Zeit angelegt bleiben.

Bei gebogenen Zehennägeln können eingewachsene Nägel wiederholt auftreten.
In diesem Fall kann ein korrektes Schneiden der Nägel helfen. Es können aber auch weitere Operationen zur Entfernung des Nagels durch einen Spezialisten notwendig werden.
Bei schweren Infektionen ist ein kleiner chirurgischer Eingriff die beste Wahl.
Die dauerhafte Nagelentfernung eignet sich vor allem für Kinder, bei denen immer wieder Infektionen auftreten.
Es gibt unterschiedliche Eingriffe zur Behandlung des betroffenen Nagels, die in Praxen für Podologie unter Lokalanästhesie durchgeführt werden.

 

Wann operieren? Der chirurgische Eingriff bei eingewachsenen Nägeln

Bevor man eine Operation in Betracht zieht, sollte der Arzt ein Antibiotikum verschreiben, um den Patienten zu heilen.
Der Facharzt für den Eingriff ist der Dermatologe.
Wenn sich das Problem nicht auf diese Weise beheben lässt oder weiterhin erneut auftritt, sollte man eine operative Entfernung des Nagels in Betracht ziehen.
Normalerweise liefert eine Operation ein gutes und dauerhaftes Ergebnis.

Phase 1: Vor der Operation wird eine Lokalanästhesie durchgeführt. Dann wird die betroffene Zehe mit einem Antiseptikum (zum Beispiel Betadine) desinfiziert, um eine Infektion zu verhindern.
Es wird eine Blutsperre angelegt, um den Blutverlust zu verringern. Der Nagel wird mit einem Skalpell von der Zehe gelöst und schließlich entfernt.

Phase 2: Es gibt unterschiedliche chirurgische Vorgehensweisen. Man kann nur den Rand des Nagels entfernen, wodurch das Nagelbett nicht verletzt wird.
In sehr schweren Fällen wird der gesamte Nagel entfernt und die Zellen der Nagelmatrix werden mit einem chemischen Produkt, genannt flüssiges Phenol (Phenolisierung), zerstört.
Auch eine Wundausschneidung oder eine Lasertherapie kann vorgenommen werden. In diesem Fall wird der Nagel nicht mehr wachsen.

Phase 3: Dann wird ein Verband mit einem Antihaft-Paraffin-Gewebe und einer elastischen Binde angelegt. Zum Schluss wird die Blutsperre wieder entfernt. Um sicherzustellen, dass der Verband nicht zu eng ist, muss die Blutzirkulation kontrolliert werden. Zusätzlich werden Schmerzmittel verschrieben.

Phase 4: Die Hautärzte empfehlen, den Fuß auf dem Heimweg und in den folgenden 2-3 Tagen zu schonen und in erhöhter Position zu lagern. Die Kosten für eine Operation sind nicht sehr hoch.

 

Wie lange dauert die Heilung? Genesungszeiten

Die Genesungszeit hängt von der Art des durchgeführten chirurgischen Eingriffs ab. Bei einer vollständigen Nagelentfernung braucht der Nagel 3-4 Wochen, um erneut zu wachsen.
Hat der Arzt auch das Nagelbett entfernt, wächst der Nagel nicht mehr nach.
Der Schmerz vergeht nach etwa einer Woche.
Für eine zügige Genesung sollte die empfohlene postoperative Pflege befolgt werden.

 

Postoperative Pflege

Den Verband für 3 Tage angelegt lassen. Am dritten Tag sollte der Verband entfernt und der Bereich mit einem Antiseptikum desinfiziert werden.
Den Bereich gut trocknen und eine vom Arzt empfohlene antibiotische Salbe auftragen.
Schließlich sollte ein neuer Verband angelegt werden.
Diese Behandlung sollte bis zur Genesung zweimal täglich durchgeführt werden.
Belastende Aktivitäten (zum Beispiel Jogging) sollten für die nächsten zwei Wochen nach der Operation vermieden werden. Für die ersten zwei Wochen sollten bequeme oder offene Schuhe, zum Beispiel Sandalen, getragen werden.
Schuhe mit hohen Absätzen oder enge und unbequeme Schuhe müssen vermieden werden.
Man sollte Socken tragen, um den Nagel zu schützen.
Zur Vorsorge sollte der Nagel gerade geschnitten (ohne ihn an den Ecken zu runden) und besonders enges Schuhwerk vermieden werden.