Behandlung von Vitiligo

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Vitiligo (Weißfleckenkrankheit) ist eine Erkrankung der Haut, die durch langzeitliche fleckförmige Depigmentation gekennzeichnet ist.

Schönes Gesicht,Lachen,ZähneObwohl die meisten Menschen annehmen, dass Leukoderma und Vitiligo dasselbe seien, trifft das nicht zu.
Leukoderma ist eine Erkrankung, bei der sowohl eine Depigmentation der Haut als auch die Entwicklung brauner Flecken auf der Haut auftreten. Bei Vitiligo tritt lediglich eine Depigmentierung der Haut auf, die sich zu weißen Flecken ausbildet.
Die meist betroffenen Bereiche sind Hände, Füße, Gesicht, Genitalien, Knie und Ellenbogen.

Wann tritt Vitiligo auf?

Vitiligo beginnt in der Kindheit, sie manifestiert sich in der Regel bei Kindern und Jugendlichen und tritt gewöhnlich beidseitig auf.
Diese Erkrankung kann schnell beginnen und im weiteren Verlauf Phasen der Verschlechterung zeigen, denen eine Stabilisierung folgt.
Die Vitiligo ist eine Kinderkrankheit, die über das ganze Leben bestehen kann.

Die Farbe der menschlichen Haut entsteht aufgrund von Melanin, einem Pigment, das in Hautzellen, den sogenannten Melanozyten, gebildet wird.
Sind diese Zellen nicht in der Lage, Melanin zu bilden oder sind sie zerstört, dann entwickeln sich weiße Flecke (Depigmentation) in den betroffenen Hautarealen.
Diese weißen Flecke können je nach Schwere der Erkrankung klein oder groß sein.


Die Hautbräunung ist ein Prozess, der mit dem in den Zellen vorhandenen Melanin zusammenhängt.
Menschen, die unter der Weißfleckenkrankheit leiden werden beobachten, dass die hellen Hautflecken unter Sonneneinwirkung unverändert bleiben, während der restliche Körper dunkler wird.

Ursachen von Vitiligo

Die Ursachen der nicht-segmentalen (autoimmunen) und der segmentalen (neurochemische Stoffe) Weißfleckenkrankheit können leicht voneinander abweichen.

Autoimmunkrankheiten
Die nicht-segmentale Vitiligo ist der häufigste Typ und es wird angenommen, dass sie autoimmuner Herkunft ist.
Das heißt, dass das Immunsystem (das natürliche Schutzsystem des Körpers) nicht korrekt funktioniert.
Anstatt fremde Zellen wie Viren zu anzugreifen, erzeugt das Immunsystem Antikörper (Proteine, die gegen Infektionen kämpfen), die die gesunden Zellen des Körpers und des Gewebes angreifen.
Hat man eine nicht-segmentale Vitiligo, entwickelt das Immunsystem Antikörper, die die Melanozyten (Zellen, die Melanin erzeugen) zerstören.
Die Weißfleckenkrankheit kann zusammen mit anderen Immunerkrankungen der Schilddrüse auftreten, wie Hyperthyreose oder Hypothyreose.

Neurochemische Stoffe
Die segmentale Vitiligo ist ein weniger häufiger Typ der Weißfleckenkrankheit und wird durch bestimmte chemische Stoffe verursacht, die von Nervenenden in die Haut freigesetzt werden.
Diese chemischen Stoffe sind für Melanozyten giftig.


Erhöhung des Risikos
Das Risiko, eine nicht-segmentale Vitiligo zu entwickeln, kann sich erhöhen durch:

  • Vererbung: etwa 20 % der Menschen mit Vitiligo haben ein anderes betroffenes Familienmitglied.
    Eine familiäre Anamnese mit anderen Autoimmunerkrankungen: zum Beispiel ein Elternteil hat eine perniziöse Anämie (eine Autoimmunerkrankung, die den Magen betrifft).
  • Eine andere Autoimmunkrankheit.
  • Melanom (eine Krebsart der Haut) oder kutanes T-Zell-Lymphom (eine Krebsart des lymphatischen Systems).
  • Bestimmte Genveränderungen im Zusammenhang mit nicht-segmentaler Vitiligo.

Die Weißfleckenkrankheit ist nicht ansteckend und gilt nicht als schwerwiegende Erkrankung.

Wie können von Vitiligo betroffene Menschen die emotionalen und psychologischen Aspekte bewältigen?

Auch wenn Vitiligo in der Regel nicht gefährlich ist, können die emotionalen und psychischen Auswirkungen schwerwiegend sein.
Die weißen Flecke der Vitiligo können das Selbstwertgefühl und das emotionale und psychische Wohlbefinden beeinträchtigen.
Menschen mit Weißfleckenkrankheit können emotionalen Stress erfahren, besonders wenn die Erkrankung sich auf sichtbaren Bereichen des Körpers (wie Gesicht, Händen, Armen und Füßen) oder an den Genitalien entwickelt.
Jugendliche, die sich oft Sorgen um ihr äußeres Erscheinungsbild machen, können bei diffus verteilter Vitiligo am Boden zerstört sein.
Manche Menschen, die an einer Vitiligo leiden, empfinden aufgrund der Reaktion anderer Menschen Verlegenheit, Scham, Depression oder Sorge.

Symptome von Vitiligo

Das hauptsächliche Anzeichen von Vitiligo ist:
Pigmentverlust, der cremefarbige Flecke auf der Haut (Depigmentation) verursacht.

Andere und weniger häufige Anzeichen:

  • Behaarung und Haare werden vorzeitig weiß oder grau.
  • Farbverlust des Gewebes, das den Mund auskleidet (Schleimhaut).
  • Verlust oder Veränderung der Farbe an der Innenschicht des Auges (Netzhaut).
  • Manche Menschen verspüren an den helleren Stellen Juckreiz.


Auch wenn jeder Bereich des Körpers von Vitiligo betroffen sein kann, entwickelt sie die Depigmentierung meist zuerst in den Hautbereichen, die der Sonne ausgesetzt sind, wie Hände, Füße, Arme, Gesicht und Lippen.
Auch die Genitalien (Hoden) und der Analbereich können betroffen sein.
Obwohl die Vitiligo in jedem Alter auftreten kann, zeigt sie sich meist im Alter zwischen 10 und 30 Jahren zum ersten Mal. Gewöhnlich tritt sie in einem der drei Muster auf:

  • Bilateral oder generalisiert. Bei diesem sehr häufigen Subtyp ist der Pigmentverlust (häufig symmetrisch) auf viele Körperteile verteilt.
  • Segmental. Der Pigmentverlust tritt nur auf einer Körperseite auf. Dieser Typ tritt im jugendlichen Alter auf, setzt sich über ein oder zwei Jahre fort und endet dann.
  • Fokal. Die Depigmentation ist auf ein oder wenige Körperareale begrenzt.

Es ist schwierig, den natürlichen Verlauf der Vitiligo vorauszusagen.
Manchmal bricht die Fleckbildung ohne Therapie wieder ab.
In vielen Fällen breitet sich der Pigmentverlust aus und kann schließlich den größten Teil der Hautoberfläche betreffen.

Differentialdiagnose
Der Arzt muss folgende Erkrankungen ausschließen:

  1. Ekzem oder atopische Dermatitis
  2. Pityriasis alba
  3. Lichenoide Pityriasis
  4. postentzündliche oder postinfektiöse Hypopigmentierung
  5. Lichen sclerosus
  6. Morphea
  7. Mykose
  8. Lichen striatus

Behandlungsformen bei Vitiligo

Es gibt folgende Behandlungsmöglichkeiten:

Behandlung von Vitiligo
Behandlung von Vitiligo

Kortisonsalben
Die Anwendung einiger verschriebener Salben auf die betroffenen Hautbereiche kann nur dann bei Vitiligo helfen, wenn sie rechtzeitig durchgeführt wird.
Die lokale Therapie ist dann wirksam, wenn die Krankheit in der Anfangsphase ist.
Sobald sich die weißen Flecken bilden, kann das Auftragen von Cremes oder Salben mit Kortikosteroiden, wie Calcipotriol, helfen, die Aufhellungen zu beseitigen und die natürliche Hautfarbe wieder herzustellen.
Nach Beginn der Therapie ist innerhalb von 3-4 Monaten eine deutliche Abnahme der weißen Flecken zu beobachtet.
Das ist die beste Behandlung in den Anfangsphasen.

Phototherapie mit ultravioletten Strahlen PUVA
PUVA ist eine Therapie zur Repigmentierung und dient der Entfernung weißer Flecken.
Die PUVA verbindet die Psoralene mit den ultravioletten A-Strahlen.
Dem Patienten wird ein Medikament namens Psoralen verschrieben.
Eine dünne Schicht Psoralen wird aufgetragen und muss auf die betreffende Hautstelle 30 Minuten lang einwirken.
Dann wird dieser Bereich ultravioletten A-Strahlen ausgesetzt.
Psoralen erhöht die Hautsensibilität für ultraviolettes Licht.
Die von Vitiligo befallene Haut reagiert recht gut auf den Beschuss mit ultravioletten A-Strahlen.
Da sie sehr sensibel auf UVA reagiert, dringen die Lichtstrahlen tief in die Haut und korrigieren das Problem.
Bei dem Beschuss der Haut mit UVA-Strahlen, verfärbt sich das betreffende Hautareal rosa und nimmt schließlich das normale Hautkolorit an.
Gewöhnlich sind 2-3 Zyklen erforderlich, um das natürliche Aussehen der Haut wiederherzustellen.
PUVA wird nur angewendet, wenn nicht mehr als 20 % der Haut von der Weißfleckenkrankheit betroffen sind.

Orales Psoralen und ultraviolette A-Strahlen
Wenn mehr als 20 % des Körpers von diesen weißen Flecken befallen sind, ändert sich die Vitiligotherapie etwas.
In solchen Fällen wird dem Patienten empfohlen, vor der Exposition mit UVA-Strahlen Psoralen in Form von Tabletten oder Kapseln einzunehmen.

Schmalband-Phototherapie
Die Schmalband-UVB-Phototherapie, also bei einer Wellenlänge von 311 nm (Nanometer), ist die vorrangig indizierte Therapie bei Vitiligo. In diesem Fall müssen vor Beginn der Behandlung keine sensibilisierenden Medikamente eingenommen werden.

Vitiligo,Füße,weiße Flecke
Photo von Vitiligo

Bleichung der Resthaut
Wenn die Haut ihre natürliche Farbe verliert und hell wird, wird dieser Prozess Depigmentierung genannt.
Wird eine Vitiligo zu 50 % am Körper beobachtet, wird die PUVA-Therapie nicht angewendet.
Die normale Haut wird dann behandelt (depigmentiert), bis ihre Farbe mit den von Vitiligo betroffenen Bereichen übereinstimmt.
Das Medikament, das zur Aufhellung der Haut benutzt wird, heißt Monobenzon. Es wird zweimal am Tag auf die unveränderten Hautpartien aufgetragen, um diese aufzuhellen.
Dieses Medikament wird abgesetzt, wenn die normalen Hautbereiche der von Vitiligo befallenen Haut ähneln.

Zu den Neuheiten zählt der Excimer-Laser, der das Wachstum der Melanozyten (Zellen in der Epidermis, die Melanin enthalten) stimuliert.

Die neueste Entdeckung ist ein Impfstoff aus einem Protein (HSP70i), das auf die zelluläre DNA einwirkt. Dieses Medikament wurde mit Erfolg bei Mäusen getestet, wo es möglich war, 75 % der Depigmentation des Fells wiederherzustellen.
Das Ergebnis bei der Anwendung für den Menschen ist noch abzuwarten.

 


Ernährung und Diät

Eine Person, die an der Weißfleckenkrankheit leidet, sollte Fleisch und Fisch meiden.
Der Arzt empfiehlt dem Patienten, Gemüse wie Spinat, Brokkoli, Blumenkohl, Rosenkohl und Karotten zu essen.
Man sollte auch Gewürze und Fertigspeisen meiden, da diese reizen können.
Wer unter Vitiligo leidet, sollte Obst wie Mango, Pfirsiche, Äpfel und schwarze Datteln verzehren.
Ebenso ist es wichtig, bei der Behandlung von Vitiligo reichlich Wasser zu trinken.
Darmstörungen können Entzündungen und Störungen der Haut begünstigen. Daher ist nach Meinung der Heilpraktiker eine gesunde Ernährung erforderlich, die Antioxidantien wie Vitamin A-C-E, Selen, Kurkuma und Zink enthält.

Natürliche Behandlungen und Heilmittel

Die Anwendung von Echtem Johanniskraut kann dazu beitragen, bei einer leichten Vitiligo weiße Flecken zu minimieren.
Das Einreiben mit einer Alkohol-Tinktur von Johanniskraut kann zu diesem Zweck hilfreich sein.
Man kann auch den frischen Saft eines anderen Krautes wie der Wasserlinse (Lemnacea) 4- bis 5-mal am Tag auftragen, um das Auftreten zu verringern.

Vorsichtsmaßnahmen

Außer den oben dargestellten Behandlungsmöglichkeiten kann man noch einige Vorkehrungen zur Beschleunigung des Heilungsvorganges treffen.
Sonnenexposition kann für eine Person mit Vitiligo schädlich sein.
Die schädigenden UV-Strahlen bräunen die Haut, wodurch die weißen Flecke noch deutlicher und sichtbarer werden.
Das Auftragen einer Sonnenschutzcreme (LSF höher als 30) vor dem Sonnenkontakt schützt vor Schäden durch UV-Strahlen.
In jedem Falle sollten Verbrennungen und Sonnenbrand vermieden werden.

 

Wie ist der normale Verlauf der Vitiligo oder was geschieht, wenn sie nicht behandelt wird?

Bei weniger als einem Drittel der Patienten kann das Fortschreiten der Fleckenbildung bei Vitiligo aufgehalten und über das ganze Leben kontrolliert werden.
Bei etwa 30 % der Patienten kommt es zu einer spontanen Pigmentation, vor allem in den der Sonne ausgesetzten Bereichen; diese erstreckt sich jedoch gewöhnlich nicht auf den gesamten Bereich des Verlustes der Hautfarbe.
Bei den meisten Patienten beginnt die Vitiligo schnell und schreitet dann langsam mit dem lokalen Verlust der Hautfarbe in bestimmten Körperbereichen fort.
Bei anderen Patienten schreitet eine unbehandelte Vitiligo unerbittlich fort und kann generalisiert auftreten. In diesem Fall ist die Haut vollständig weiß und zeigt nur einige schwarze oder braune Hautstellen.
Die segmentale Vitiligo, die auf den von einem Hautnerven innervierten Bereich (Dermatom genannt) begrenzt ist, bleibt nach Erreichen einer gewissen Größe stationär, ohne weitere Aufhellungen in anderen Körperbereichen hervorzurufen.