Allergische Reaktion

Eine allergische Reaktion entsteht, wenn gewisse Substanzen, Allergene genannt, mit Haut, Nase, Augen, Atemwegen und dem Verdauungstrakt in Kontakt geraten.
Allergische Reaktionen sind häufig, da viele Menschen an Allergien leiden.
Die Immunantwort ähnelt der des Heuschnupfens (allergische Rhinitis).


Der größte Teil der Reaktionen zeigt sich sehr schnell nach Kontakt mit dem Allergen.
Viele allergische Reaktionen verlaufen mild, während andere wiederum ernst sind und zum Tode führen können.
Gewöhnlich sind die Reaktionen auf einen kleinen Körperteil begrenzt, können aber auch den gesamten Organismus betreffen.
Die schwerste Verlaufsform wird Anaphylaxie oder anaphylaktischer Schock genannt.

Es gibt viele Stoffe, auf die ein Mensch allergisch reagieren kann, zum Beispiel auf Bienengift, einige Nahrungsmittel, Arzneimittel und Blütenstaub.
Auch wenn ein erster Kontakt nur zu einer leichten Reaktion führt, kann ein wiederholter Kontakt schwerste Symptome verursachen.
Wenn ein Mensch bereits einmal einer allergischen Reaktion ausgesetzt wurde (sensibilisiert ist), kann selbst eine kleine Menge des Allergens eine ernste Reaktion auslösen.

 

Nach wie viel Zeit manifestiert sich eine Allergie?

Eine schwere allergische Reaktion tritt innerhalb von Sekunden bis Minuten nach der Exposition mit dem Allergen auf.
Trotzdem können sich manche Reaktionen erst nach einigen Stunden zeigen, vor allem dann, wenn es sich bei dem Allergen um ein Nahrungsmittel handelt.

Anaphylaxie ist eine unverzügliche allergische Reaktion, die sich in wenigen Minuten nach dem Kontakt äußert.
Ohne sofortige Therapie kann sich die Anaphylaxie sehr schnell verschlimmern und innerhalb von 15 Minuten zum Tod führen.

 


Mechanismus einer allergischen Reaktion

Das Immunsystem verfügt über weiße Blutkörperchen, die Antikörper produzieren.
Ist der Körper einem Antigen ausgesetzt, beginnt eine Reihe komplexer Reaktionen.
Die weißen Blutkörperchen produzieren einen spezifischen Antikörper gegen dieses Antigen. Aufgabe der Antikörper ist es, die Stoffe, die die Krankheit verursachen, zu erkennen und bei ihrer Zerstörung zu helfen.
Bei allergischen Reaktionen wird der Antikörper Immunglobulin E oder IgE genannt.
Dieser Antikörper begünstigt die Produktion und Freisetzung chemischer Substanzen und Hormone, sogenannter „Mediatoren“.
Die Mediatoren bewirken lokale Gewebs- und Organeffekte und führen schließlich zur Freisetzung weiterer weißer Blutkörperchen. Diese Effekte verursachen die Symptome einer allergischen Reaktion.
Histamin ist einer der wichtigsten Mediatoren, die der Körper produziert.
Erfolgt die Freisetzung der Mediatoren plötzlich und in außergewöhnlichem Maße, kann die allergische Reaktion unverzüglich ernst werden, es kann sogar zu einem anaphylaktischen Schock kommen.
Allergische Reaktionen sind für jeden Menschen individuell.
Die Reaktionszeit auf Allergene kann stark variieren. Manche Menschen haben sofort eine allergische Reaktion, andere benötigen mehr Zeit, bis sie sich entwickelt.

 

Typ der allergischen Reaktion


Überempfindlichkeitsreaktion Typ I
Die Überempfindlichkeitsreaktion Typ I wird Überempfindlichkeitsreaktion vom Soforttyp oder anaphylaktischem Typ genannt.
Die Reaktion kann die Haut (Urtikaria und Ekzem), die Augen (Konjunktivitis), Nasopharynx (Rhinorrhoe, Rhinitis), bronchopulmonales Gewebe (Asthma) und den Gastrointestinaltrakt (Gastroenteritis) mit einbeziehen. Die Reaktion kann von 15-30 Minuten bis zu 10-12 Stunden nach der Allergenexposition beginnen.

Überempfindlichkeitsreaktion Typ II
Die Überempfindlichkeitsreaktion Typ II (oder zytotoxischer Typ) kann unterschiedliche Organe und Gewebe betreffen. Typischerweise sind die Antigene körpereigen, auch wenn exogene Chemikalien (Haptene) diese Reaktion verursachen können.
Als Beispiel für diese Reaktion sind Granulozytopenie und Thrombozytopenie bekannt.

Überempfindlichkeitsreaktion Typ III
Die Überempfindlichkeitsreaktion Typ III (Immunkomplextyp).
Die Reaktion kann generalisiert sein (z. B. die Serumkrankheit) oder einzelne Organe betreffen, wie zum Beispiel:

  • Haut (Lupus),
  • Nieren (Lupusnephritis),
  • Lungen (Aspergillose),
  • Blutgefäße (Polyarteriitis),
  • Gelenke (rheumatoide Arthritis).

Überempfindlichkeitsreaktion Typ IV
Die Überempfindlichkeitsreaktion Typ IV (oder verzögerter Typ) kann mit großer Verspätung eintreten, auch 48 Stunden nach Injektion des Antigens. Die Reaktion ist gekennzeichnet durch Erythem und Hautverhärtung.

 

Ursachen der allergischen Reaktion

Viele Menschen sind sich über die Reaktionen und Risikofaktoren der Allergie bewusst. Nachfolgend sind die wichtigsten aufgezeigt.

1. Bestimmte Lebensmittel wie Erdnüsse, Erdbeeren, Trauben, Meeresfrüchte, Garnelen, Muscheln, Bohnen, Rucola, Milchprodukte und Weizen.
2. Kinder können Nahrungsmittelallergien haben. Es gibt über 160 allergene Lebensmittel.
Unter den Nahrungsmitteln, die allergische Reaktionen bei Kindern auslösen können, sind Milch, Eier, Nüsse und Soja.
3. Menschen mit einer Gräserallergie müssen nicht nur Heu fürchten: einige Früchte und Gemüsesorten enthalten Proteine, die denen von Heupollen ähnlich sind.
Sie können eine allergische Reaktion mit Juckreiz und Schwellungen von Mund, Gesicht, Lippen, Zunge, Zäpfchen und einen Rachenverschluss verursachen.
Bekannt als orales Allergiesyndrom, kann diese Erkrankung auftreten, wenn sich das Immunsystem so verhält, als würde das in einigen Früchten und Gemüsesorten enthaltene Protein dem Pollen in der Luft gleichen.
4. Nahrungsmittelintoleranz ist nicht dasselbe wie eine Nahrungsmittelallergie.
Allergien sind eine Antwort des Immunsystems, während die Intoleranz eine Antwort des Verdauungssystems ist, das die Nahrungsmittel nicht korrekt zerkleinern und verdauen kann (die häufigste ist die Intoleranz auf Lactose).
5. Impfstoffe und Medikamente. Antibiotika wie Penicillin, Amoxicillin (Augmentin) und Sulfonamid (Drylin, Bactrim), Aspirin, nicht steroidale Entzündungshemmer (Nurofen, Voltaren, Alrheumun, Ibuprofen), Heparin, Paracetamol (Ben-u-ron), Vollnarkose und Lokalanästhesie (zum Beispiel beim Zahnarzt).
6. Andere Substanzen, die eine allergische Reaktion verursachen können, sind: Latex (zum Beispiel Handschuhe und Präservative), Puder, Shampoo, Haarfärbemittel, Pollen, Schimmel, Tierhaare, Nickel (kann in Ohrringen, Armbändern, Ringen usw. enthalten sein), ätherische Öle in Gesichtsmasken und Giftefeu.
Andere bekannte Allergene sind Reinigungsmittel, Haartinkuren und Farbmittel für Tätowierungen.
7. Insektenstiche von Bienen, Wespen oder roten Ameisen können starke Reaktionen hervorrufen, die ernst sein und den ganzen Körper beeinträchtigen können.
8. Leichte Traumen, warme oder kalte Umgebungstemperaturen, körperliche Tätigkeiten, Stress oder starke Emotionen können allergische Reaktionen auslösen.

 

Spezielle Nahrungsmittel, die für Neugeborene vermieden werden sollten

Wenn das Kind ein hohes Risiko für eine Nahrungsmittelallergie hat, zum Beispiel wenn ein Elternteil daran leidet, sollte dieses Nahrungsmittel nicht vor Vollendung des ersten Lebensjahres eingeführt werden.
Für andere ist empfehlenswert, mindestens die ersten 8 Lebensmonate des Kindes abzuwarten, ehe mit dem Lebensmittel begonnen wird.
Um das Risiko einer Nahrungsmittelallergie zu verringern, muss das Verdauungssystem des Kindes reif genug sein, um diese Lebensmittel zu verdauen.

Hühnereiweiß
Eier gehören zu den Lebensmitteln, die bei Kindern häufig zu Allergien führen.
Meist zeigen sich die Symptome bei einer bestehenden Eiweißallergie innerhalb weniger Minuten bis zu einigen Stunden nachdem man Eier oder Lebensmittel, die Hühnereiweiß enthalten, verzehrt hat.
Bevor das Kind nicht wenigstens 12 Monate alt ist, sollte es nicht mit Eiweiß ernährt werden, da ein hoher Prozentsatz von Kleinkindern auf ein im Hühnereiweiß enthaltenes Protein allergisch ist.
Man kann dem Kind ab dem 7. Monat Eigelb geben.

Fisch
Man sollte dem Kind keinen Fisch mit hoher Quecksilberkonzentration geben.
Zu diesen Fischen gehören:
Felsenbarsch (wild)
Stör
Thunfisch (rot)
Makrele
Schwertfisch

Welche Fische sind für Kinder sicher?
Im Folgenden steht eine Liste von Fischen, die Kinder ab dem 8. Lebensmonat bis zu 4 Mal im Monat verzehren können:
Sardelle
Schellfisch (mit Schleppnetz gefangen)
Atlantischer Hering
Atlantische Makrele
Wilder Lachs
Sardine
Gezüchtete Regenbogenforelle

Honig
Das Kind sollte mindestens 1 Jahr alt sein.
Honig kann Botulismussporen enthalten, die gefährliche Giftstoffe im Darm des Kindes produzieren.

 

Allergische Reaktion,Dermatitis,Kontakt,EkzemWas passiert im Falle einer Ei-Allergie?

Eier sind für sich genommen nicht schädlich, doch wenn ein Mensch allergisch ist, meint der Körper, es handele sich um schädliche Stoffe.
Normalerweise bekämpft das Immunsystem eine Infektion. Doch wenn jemand auf ein Lebensmittel wie Ei allergisch reagiert, reagiert das Immunsystem heftig auf die Proteine in diesem Nahrungsmittel.
Die meisten Menschen, die auf Eier allergisch sind, reagieren auf die Proteine im Eiweiß. Manche jedoch tolerieren die Proteine im Eigelb nicht.
Das provoziert eine allergische Reaktion, bei der der Körper chemische Substanzen wie Histamin freisetzt.

Vermeiden von Nahrungsmitteln, die Ei oder irgendeines dieser Lebensmittel enthalten:
1. Albumin (auch als Eiweiß bekannt)
2. Ei (getrocknetes, pulverförmiges oder festes Eigelb)
3. Zabaione
4. Lysozym
5. Mayonnaise
6. Meringue (Baiser-Pulver)
7. Surimi (zerkleinerter japanischer Fisch)

Eier kommen auch vor in:
1. Backwaren
2. Lecithin
3. Makkaroni
4. Marzipan
5. Torrone
6. Nudeln

 

Milchallergie

Etwa 2,5% der Kinder unter 3 Jahren sind auf Milch allergisch.
Säuglinge sind nicht auf Muttermilch allergisch, doch wenn die Mutter große Mengen an Molkereiprodukten verzehrt, kann das Protein der Nahrungsmittel über die Muttermilch während des Stillens zum Kind gelangen. Die Folge ist eine allergische Reaktion des Kindes auf Milch.

Unerwartete Milchquellen:
1. Manche Marken von Thunfisch in Dosen enthalten Kasein, ein Milchprotein.
2. Viele Nicht-Milchprodukte enthalten Kasein (ein Milchnebenprodukt), das als Zutat auf der Verpackung aufgeführt ist.
3. Einige Fleischsorten können Kasein als Verdickungs- oder Bindemittel enthalten.
4. Aufmerksam die Etiketten beachten.
5. Manche Restaurants geben Butter auf Steaks. Das Lebensmittel ist nicht sichtbar, nachdem es geschmolzen ist.
6. Künstliche Milch für den Säugling.

 

Allergische Reaktion während der Schwangerschaft

Es ist vollkommen normal (und nützlich), dass der Körper auf etwas Schädliches reagiert. Doch wenn er einem Eindringling, der in Wirklichkeit nicht schadet (wie Pollen oder Haare von Haustieren) den totalen Krieg erklärt, dann ist dies eine Überreaktion, eine Allergie.

Können Allergien meinem Kind schaden?
Wenn es keine schwerwiegende Allergie (Anaphylaxie) ist, die während der Schwangerschaft die Sauerstoffzufuhr unterbricht, wird das Kind voraussichtlich keinen Schaden nehmen.

 

Patch-Test,AllergieSymptome von allergischen Reaktionen

Unter den Symptomen einer leichtgradigen Allergie sind:
Urtikaria (vor allem oberhalb des Halses und im Gesicht)

Juckreiz auf der Haut
Verstopfte Nase
Hautausschlag und Pickel
Gerötete Augen
Heftiger Tränenfluss.

Symptome einer mäßiggradigen oder schweren Reaktion können sein:
Bauchschmerzen
Ungewöhnliche Atemgeräusche
Angst
Brustschmerz oder Beklemmung
Husten
Durchfall
Atembeschwerden
Schluckstörung
Schwindel
Gesichtsröte
Übelkeit oder Erbrechen
Herzklopfen
Schwellung von Gesicht, Zunge und Augen
Bewusstlosigkeit
Erschwerte Atmung

Wie lange dauert die allergische Reaktion?
Gewöhnlich vergehen Urtikaria und leichte allergische Reaktionen von selbst und dauern von 10 Minuten bis zu einigen Tagen an.

 

Therapie bei allergischer Reaktion

Die einzige Möglichkeit, eine allergische Reaktion zu vermeiden, ist das Vermeiden der Elemente, die diese Anzeichen und Symptome verursachen.
Bei einer leichten allergischen Reaktion können rezeptfreie oder ärztlich verordnete Antihistaminika die Symptome verringern.
Diese Pharmaka können nach dem Genuss eines Nahrungsmittels, das Allergie verursacht, eingenommen werden, um Juckreiz oder Urtikaria zu mildern.

Bei einer schwerwiegenden allergischen Reaktion sollte eine Epinephrin-Injektion helfen.

 

Warum werden Kortikosteroide benutzt?

Kortikosteroide werden hauptsächlich verwendet, um eine Entzündung zu lindern.
Entzündungen entstehen, wenn das Immunsystem (natürliche Abwehr des Körpers gegen Infektionen und Krankheiten) Schwellung, Rötung und Flüssigkeitsansammlung als Antwort auf eine Infektion verursacht.
Kortison hilft, die Symptome der allergischen Reaktion zu verringern. Man kann es in Tablettenform einnehmen oder in Form von Cremes auftragen.
Bei allergischer Rhinitis zum Beispiel verschreiben Ärzte oft Celestamine (oral einzunehmendes Kortison).

 

Heilmittel bei Urtikaria und leichten allergischen Reaktionen

Natriumbikarbonat ist eine Substanz, die die Symptome verringern kann.
Dazu eine Wanne mit Wasser füllen und ein halbes Kilogramm Bikarbonat hinzufügen.
Für mindestens 10-15 Minuten darin baden.