Aktinische und seborrhoische Keratose

Die aktinische Keratose (auch Lichtkeratose genannt) ist eine raue, schuppende Hautläsion von gräulich-brauner Farbe, die sich nach Jahren einer Sonnenexposition entwickelt.
Sie entsteht auf Hautarealen, die den Sonnenstrahlen gewöhnlich ausgesetzt sind:

  • Gesicht,
  • Lippen, vor allem die Unterlippe,
  • auf der Nase,
  • Ohren,
  • auf den Handrücken,
  • auf den Fingern in Nagelnähe,
  • Unterarme,
  • Kopfhaut,
  • Hals.

Viele Ärzte nehmen an, dass die aktinische Keratose eine Form von Präkanzerose ist, da sich aus ihr ein Hautkrebs entwickeln kann.

 

Ist die Lichtkeratose der Haut gefährlich?

Die aktinische Keratose ist harmlos, sie kann aber lästig und unästhetisch sein.
Die größte Sorge ist, dass die Entwicklung der Veränderungen eine Art von Hautkrebs sei, die Plattenepithelkarzinom genannt wird.
Das Risiko eines Plattenepithelkarzinoms für einen Patienten bei mehr als 10 Lichtkeratosen liegt bei etwa 10-15%.

Wenn die Lichtkeratose verdickt oder ulzeriert, sollte man zur Kontrolle einen Arzt aufsuchen.
Das Plattenepithelkarzinom ähnelt häufig einem ausbrechenden Vulkan auf der Haut.

 

Ursachen der aktinischen Keratose

Diese Hautkrankheit wird durch eine Sonnenlichtexposition verursacht.

Die Risikofaktoren sind:

  1. Helle Haut, blaue oder grüne Augen oder blonde oder rote Haare;
    2. Eine erfolgte Nierentransplantation;
    3. Einnahme von Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken;
    4. Eine Krankengeschichte mit schweren Sonnenbränden in der Kindheit oder in der Jugend;
    5. Das Alter, denn faktisch ist es eine Erkrankung im Alter.

 

Symptome der aktinischen Keratose

Meist tritt die aktinische Keratose im Gesicht, auf der Kopfhaut, auf den Handrücken, auf der Brust oder an Stellen, die der Sonne ausgesetzt sind, auf.

1. Die anfänglichen Hautveränderungen sind flach und schuppend.
2. Sie haben weiße oder gelbe Schuppen und ähneln einer Verkrustung im Hautrelief.
3. Die Hautwucherungen können dieselbe Farbe wie die Haut haben, können aber auch rosa, rot oder grau sein. Danach können sie hart werden, ähnlich einer Warze, körnig und rau.
4. Die Kontur der Keratose ist gewöhnlich rot.

 

Typen von aktinischer Keratose

Aktinische Keratosen können unterteilt werden in:

  • Hypertropher Typ,
  • Pigmentierter Typ,
  • Lichenoider Typ,
  • Atrophischer Typ.


Hypertrophe Keratose
Die hypertrophe Keratose ist ein Subtyp der aktinischen Keratose, die sich meist mit schuppenden Plaques und rau darstellt.
Ein späteres Ausmaß der hypertrophen Keratose ist die Bildung eines „Hauthorns“ oder einer konischen Erhabenheit.
Eine Hautbiopsie kann den Ursprung der zugrunde liegenden Läsion bestätigen.
Die aktinische Keratose kann auch auf den Lippen auftreten, diese Erkrankung nennt sich dann aktinische Cheilitis.
Die Pathologie ist gekennzeichnet durch rote, schuppende und aufgerissene Lippen.
Der Lippenrand kann oft nicht abgegrenzt werden.
Wenn eine ulzerierende Hautläsion entsteht, die nicht abheilt, muss eine Biopsie erfolgen, um ein Plattenepithelkarzinom auszuschließen.

Pigmentierte aktinische Keratose
Ihre Farbe ist mehr braun als rot, doch die biologischen Charakteristiken ähneln den anderen aktinischen Keratosen.
Diese Hautveränderungen ähneln Sommersprossen oder auch einem Melanom in situ, genannt Lentigo maligna.
Hier sind wichtige Unterscheidungen zu machen.
Eine pigmentierte aktinische Keratose, die nach einer Behandlung mit flüssigem Stickstoff nicht vergeht, muss mittels einer Biopsie untersucht werden, da man ein Melanom vermuten kann.

Lichenoide aktinische Keratose
Die lichenoide aktinische Keratose ist eine prämaligne Erkrankung, bei der ein Arzt konsultiert werden muss.
Einige dieser Veränderungen können zu einem Plattenepithelkarzinom fortschreiten.
Gewöhnlich haben sie eine Größe von 2-6 mm.
Die Farbe kann rot oder braun, von hell bis dunkel sein.

Bowenoide aktinische Keratose
Die bowenoide aktinische Keratose (Morbus Bowen) ist die erste Stufe eines Plattenepithelkarzinoms in situ, das der aktinischen Keratose ähnelt.

 

Diagnose und Untersuchungen

Üblicherweise kann der Arzt diese Diagnose stellen, indem er die Haut betrachtet.

 

Behandlung der aktinischen Keratose

Die Therapie der Lichtkeratose besteht in der Entfernung der geschädigten Haut.
Danach bildet sich eine tiefere neue Hautschicht, die nicht von Sonnenlicht geschädigt ist.

Unter den möglichen Behandlungen gibt es:


Kryotherapie
Die Vereisung mit flüssigem Stickstoff verursacht Blasen, aber auch trockene Haut und Schrunden wie nach Sonneneinstrahlung.
Die Keratose im Gesicht löst sich nach etwa 10 Tagen, die auf den Händen in etwa 3 Wochen, aber Hautläsionen an den Beinen (untere Gliedmaßen) können auch erst nach 12 Wochen abheilen.
Eine kurzfristige Vereisung hinterlässt gewöhnlich keine Narbe, aber wenn die Behandlung länger dauert (für dickere Läsionen oder Hauttumoren in der Anfangsphase), verursacht dies helle Flecken oder Narben. Die Läsionen können im Laufe der Zeit wieder auftreten.

Kürettage und Diathermie
Diese Therapie ist bei verdickter Keratose angezeigt und ist eine gängige Methode bei der Frühbehandlung des Plattenepithelkarzinoms.
Eine Probe des Gewebes wird zur histologischen Untersuchung eingeschickt.
Kürettage bezeichnet die Entfernung einer Läsion mittels eines scharfen Instrumentes. Bei der Diathermie wird die Keratose durch Hitze zerstört und eine Blutung verhindert.
Es bildet sich ein Grind, der nach wenigen Wochen abheilt und nur eine kleine Narbe hinterlässt.

Entfernung
Die Abtragung der Läsion (Biopsie des entfernten Materials) führt zu einer vollständigen Beseitigung dieser Hautveränderungen.
Das ist wichtig, wenn die Läsion krebsartig ist.
Gewöhnlich wird die Wunde chirurgisch vernäht.
Dieser operative Eingriff hinterlässt eine bleibende Narbe.

5-Fluorouracil
5-Fluorouracil (Efudix) wird angewendet, wenn sich viele Keratoseherde im Gesicht befinden. Die Salbe trägt man über einen Zeitraum von zwei-vier Wochen ein- oder zweimal täglich im Gesicht auf.

Imiquimod
Imiquimod ist ein Produkt, das als Salbe benutzt die Immunantwort beeinflusst. Man trägt sie auf die von Lichtkeratose betroffenen Stellen über ein bis vier Monate lang zwei- bis dreimal täglich auf, dann pausiert man einen Monat und wiederholt schließlich die Behandlung.
Die Resultate sind unterschiedlich, doch meistens hervorragend.

Photodynamische Therapie
Photodynamische Therapie (PDT) beinhaltet die Auftragung einer lichtempfindlichen Substanz, dem Porphyrin, auf die infrage kommenden Hautareale vor dem Aussetzen einer sichtbaren Lichtquelle (hier genügt Sonnenlicht). In dem Hautareal entwickelt sich eine Verbrennung und eine Heilung tritt nach etwa zwei Wochen ein.

Diclofenac Gel
Diclofenac-Gel in Hyaluronsäure (zum Beispiel Solaraze) ist eine wirksame Therapie bei aktinischer Keratose.
Aufzutragen zweimal täglich über 3 Monate.

 

Naturheilmittel

Ein wirksames Heilmittel bei Keratose besteht im einwöchentlichen Auftragen von Sesamöl auf die betroffenen Hautläsionen.

Keratose,seborrhoisch,aktinischSeborrhoische Keratose
Die seborrhoische Keratose ist eine gutartige Hautveränderung vorwiegend bei älteren Menschen.
Die seborrhoische Keratose tritt in Form einer braunen, schwarzen oder blassen Hauterhebung im Gesicht, auf Brust, Schultern oder Rücken auf.
Die Masse hat ein wachsähnliches Aussehen, ist schuppig und zerklüftet.
Selten entwickelt sich eine einzelne Läsion, eine multiple seborrhoische Keratose tritt häufiger auf.
Die seborrhoische Keratose entartet nicht maligne, sie kann aber einem Melanom ähneln.

 

Was sind Anzeichen und Symptome einer seborrhoischen Keratose?

Die seborrhoische Keratose kann folgenden Erscheinungen ähneln:
1. Warze eines Papillomvirus
2. Nävus
3. Hautkrebs
4. Aktinische Keratose – raue und schuppige Plaques, die sich nach jahrelanger Sonnenlichtexposition entwickeln.

Seborrhoische Keratosen haben hingegen ein wachsfarbenes Aussehen und wirken wie auf die Haut aufgeklebt.
Manche können wie braune Kerzenwachstropfen auf der Haut erscheinen.

Seborrhoische Keratose an der Vulva
Die seborrhoische Keratose an der Vulva kann als solitäre Veränderung erscheinen oder in Form multipler Warzen und als runde, gelbbraune, scharf begrenzte Papeln mit einer Größe von 2 bis 10 mm im Durchmesser.
Auf der Oberfläche sind sie von fettigen Schuppen bedeckt.

 

Symptome der seborrhoischen Keratose

Die ersten Symptome sind kleine, raue Erhebungen, die allmählich verdicken und eine warzenähnliche Oberfläche bilden.
1. Ihr Aussehen ist wachsartig und sie wirken wie auf der Haut aufgeklebt;
2. Sie sind von brauner Farbe, können aber verschiedene Schattierungen von weiß bis schwarz haben;
3. Sie können von ganz klein bis zu über einen Zoll (2,54 cm) Größe variieren;
4. Sie können Juckreiz verursachen;
5. Sie sind nicht schmerzhaft.

 

Was sind die Ursachen einer seborrhoischen Keratose?

Die Dermatologen sind sich der wirklichen Ursachen nicht sicher.
1. Sonnenlicht – da sie sich vor allem auf jenen Hautarealen bildet, die am meisten dem Sonnenlicht ausgesetzt sind, nehmen auch viele an, dass ultraviolettes Licht eine Rolle spielen kann.
2. Genetische Faktoren – die seborrhoische Keratose scheint eine erblich bedingte Erkrankung zu sein.
3. Die „British Association of Dermatologists“ geht davon aus, dass es sich um eine Anhäufung normaler Hautzellen handelt.

 

Diagnose der seborrhoischen Keratose

Der Arzt sollte in der Lage sein, eine seborrhoische Keratose aufgrund einer körperlichen Untersuchung zu diagnostizieren.
Aufgrund dessen, dass sehr dunkle Hautveränderungen manchmal einem Hauttumor (noduläres Melanom) ähneln, kann der Arzt eine Biopsie empfehlen, um die Zellen mikroskopisch zu untersuchen.

 

Therapie der seborrhoischen Keratose

Ist sich der Arzt sicher, dass es sich lediglich um eine seborrhoische Keratose handelt, rät er zu keiner Behandlung.

Wann operieren?
Die Entfernung der Zellansammlung kann nahegelegt werden, wenn:
1. Sie einen Aspekt ähnlich einem Hautkrebs hat.
2. Sie den Patienten aus ästhetischen Gründen stört.
3. Kleidung oder Schmuck an den Hautveränderungen reiben oder scheuern.

Die Beseitigung der seborrhoischen Keratose erfolgt auf verschiedene Weise:
1. Kryochirurgie – es wird mit einer Spritzpistole oder einem Wattebausch flüssiger Stickstoff auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen.
Das krankhafte Gewebe wird abgetötet und fällt nach wenigen Tagen ab.
An der Stelle des abgefallenen Gewebes kann sich eine Blase bilden.
Am Ende bildet sich ein Grind, der von allein abfällt.
2. Elektrokauterisation (Elektrochirurgie) und/oder Kürettage – dabei wird elektrischer Strom zum Verbrennen des seborrhoischen Gewebes angewendet.
Der Chirurg trägt vor der Behandlung ein Anästhetikum auf.
Es wird eine Kürette benutzt, ein chirurgisches Instrument in Form eines Löffels, um damit die verbrannte Hautläsion zu entfernen. Diese Vorgehensweise wird als Kürettage bezeichnet.
3. Ablation – das bedeutet, die seborrhoische Keratose mit einem Laser zu verdampfen.

 

Andere Keratosetypen

Keratosis pilaris oder follicularis

Die Keratosis pilaris ist eine häufige Krankheit der Haut, die durch kleine Unebenheiten und raue Stellen ähnlich der Akne gekennzeichnet ist und an Armen, Oberschenkeln, Gesäß und Wangen auftritt.
Die Flecken der Keratosis pilaris (auch Reibeisenhaut genannt) können weiß oder rot sein und verursachen normalerweise keine Schmerzen oder Juckreiz.
Keratosis pilaris kann frustrierend sein, zumal sie schwierig zu behandeln ist.
Sie ist aber nicht gravierend und vergeht bis zum 30. Lebensjahr.

 

Keratosis im Mund

Die benigne Keratosis (Leukokeratose) ist eine häufige Reaktion der Mundschleimhaut auf einige irritierende Substanzen.
Länger anhaltender Konsum von Tabak oder Alkohol und chronisch traumatische Irritationen (z.B. Wangenbiss) können zu diesen Veränderungen führen.
Die Schleimhaut reagiert auf solche Reize, indem sie stellenweise vermehrt Keratin bildet.
Aufgrund dieser Reizeinwirkungen entwickeln sich weiße Flecken (Leukoplakien)

Was ist die Raucherkeratose?
Die Raucherkeratose (Leukokeratosis nicotina) zeichnet sich durch weiße Flecken in der Wangenschleimhaut aus und befällt Raucher.