Handschmerzen

Es gibt zahlreiche Beschwerden, die Handschmerzen verursachen und die gewöhnlichen Alltagstätigkeiten beeinträchtigen können; dazu gehören Arthritis, Handverletzungen, Infektionen, Tendinitiden, Entzündungen der Nerven etc.

Schmerzen am Handrücken

Zysten an der Dorsalseite des Handgelenks

Synovialzysten oder Überbeine an der dorsalen Seite der Hand sind weiche, mit Flüssigkeit gefüllte Kammern unter der Haut, die ohne ersichtlichen Grund an der Rückseite der Hand entstehen.


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Diese Zyste wird auch als Ganglion bezeichnet und ist die häufigste gutartige Geschwulst der Weichteilgewebe von Hand und Handgelenk.
In der Regel ist die rechte Hand betroffen, aber bei Linkshändern bilden sich die Zysten auf der linken Seite.
Zysten entstehen leicht bei Menschen, die ein Instrument spielen (z.B. Gitarre).
Zu den Symptomen gehören:

  • Schmerzen am Handgelenk, die sich bei wiederholter Belastung verstärken, zum Beispiel beim Schreiben;
  • langsame und lokalisierte Zunahme mit Schwellung, leichten Schmerzen und Taubheitsgefühl im Handgelenk;
  • eine gut sichtbare glatte, feste, rundliche Vorwölbung.

Die typischen Symptome eines Ganglions an der Rückseite des Handgelenks können anderen Beschwerden und Erkrankungen ähneln. Für eine korrekte Diagnosestellung muss stets ein Arzt zu Rate gezogen werden.
Im Anfangsstadium, wenn die Zyste klein ist und keine Schmerzen verursacht, ist keine Behandlung notwendig.
Wenn sie wächst und die Funktionsfähigkeit der Hand beeinträchtigt wird, ist eine Therapie jedoch ratsam.
Die Behandlung eines Ganglions am Handgelenkrücken umfasst:

  • Schonung;
  • Ruhigstellung in einer Bandage;
  • entzündungshemmende Medikamente (nichtsteroidale Antirheumatika, kurz FANS);
  • Absaugen  (Aspiration);
  • Kortisoninfiltrationen;
  • operative Entfernung, auch wenn das Ganglion in den meisten Fällen innerhalb weniger Monate erneut auftritt.

 

Entzündung der Handsehnen
Die beiden häufigsten Sehnenerkrankungen sind Tendinitis und Tendovaginitis.
Eine Tendinitis ist die akute Entzündung einer Sehne (Sehnen sind harte bindegewebige Faserstränge, welche die Muskeln mit den Knochen verbinden); grundsätzlich kann jede Sehne betroffen sein, am häufigsten tritt die Entzündung jedoch am Handgelenk und an den Fingern auf. Entzündete Sehnen führen zu Schwellung, Schmerzen und Steifigkeit.
Eine Tendovaginitis ist die Entzündung der Sehnenscheide, das ist das die Sehne umhüllende Gewebe. In der Regel entzündet sich nur die Sehnenscheide, aber auch eine gleichzeitige Entzündung der Sehne ist möglich.
Die Ursache für eine Sehnenscheidenentzündung ist häufig unbekannt, aber sie ist meistens durch Risse, übermäßige Belastung, Verletzungen oder Überbeanspruchung bedingt.
Die Tendinitis kann auch in Zusammenhang mit einer Erkrankung auftreten (zum Beispiel Diabetes oder Gelenkrheuma).

Symptome bei Sehnenerkrankungen:
1. Die häufigste Form der Sehnenscheidenentzündung ist die Quervain-Krankheit; hier ist die Sehnenscheide des Daumens entzündet, wodurch Schmerzen und Entzündung entstehen.
2. Der schnellende Finger ist eine Tendovaginitis, bei der sich die Sehnenscheide entzündet und verdickt, wodurch die Streckung bzw. Beugung des Daumens und der anderen Finger behindert wird; der Finger kann blockieren oder in einer ruckartigen Bewegung „vorschnellen“.
3. Die Tendinitis der Handstrecker oder -beuger charakterisiert sich durch die Entzündung der zwischen Handgelenk und Hand ansetzenden Sehnen, welche die Streck- und Beugebewegung der Hand ermöglichen.

Die Tendinitis verursacht Bewegungsschmerzen, wenn die betroffene Sehne zusammengedrückt und gedehnt wird; außerdem kann sie Bewegungseinschränkung und Schwellung erzeugen.
Die Schmerzen können in den Unterarm bis zum Ellbogen ausstrahlen.
Die Behandlung von Sehnenentzündungen an der Hand sieht Ruhe, Eis, nichtsteroidale Antirheumatika, sowie physikalische Physiotherapie, wie Laser– und Ultraschallbehandlung vor.
In schwereren Fällen kann eine Operation notwendig werden.

 

Läsion der Streckersehnen

Läsion,Sehne,Finger,Strecker,Schmerzen,SchwellungDie Streckersehnen befinden sich direkt unter der Haut, auf dem Rücken der Hände und Finger. In dieser Lage sind sie besonders verletzungsanfällig, schon ein kleiner Schnitt kann ausreichen. Eine Überdehnung des Fingers kann zu einem Riss am Ansatzpunkt der Sehnen am Knochen führen.
Solch eine Verletzung kann Probleme beim Strecken einer oder mehrerer Gelenke mit sich bringen.
Zur Wiederherstellung der Sehnenfunktionen muss der Finger geschient werden, in manchen Fällen wird die Sehne im Rahmen eines chirurgischen Eingriffs genäht.

Arthrose der Fingergrundgelenke (Fingerknöchel)
Die Gelenke am Fuße jedes Fingers werden als Fingergrundgelenke oder Metakarpophalangealgelenke bezeichnet.
Sie spielen eine wichtige Rolle beim Ergreifen eines Gegenstandes und fungieren außerdem als Greifer.
Die häufigste Erkrankung der Fingergrundgelenke ist Gelenkrheuma (rheumatoide Arthritis), während Gicht, Schuppenflechte und Infektionen weniger oft auftreten.

 

Schmerzen in der Handfläche

Läsion der Beugersehnen
Tiefe Schnitte auf der Innenseite der Handfläche, des Handgelenks und der Finger können die Beugersehnen und eventuell auch Nerven und Blutgefäße verletzen. Wenn die Sehne eines Fingerbeugers vollständig durchgerissen ist, bleibt der Finger teilweise gestreckt, weil der Muskel der Sehne nicht genug Kraft übertragen kann, um den Finger zu beugen.
Typische Symptome sind Schwellung, Schmerzen, Steifigkeit und Funktionsverlust.
Die Therapie besteht in Ruhigstellung des Fingers in einer starren Schiene oder – in schwereren Fällen – in einem operativen Eingriff, um die Sehne zu nähen.

Was ist die Dupuytren-Krankheit?
Der Morbus Dupuytren ist eine Verdickung der direkt unter der Haut der Handfläche liegenden Bindegewebsplatte. Für diese Erkrankung besteht eine erbliche Veranlagung.
Es bilden sich kleine Knötchen oder Faserstränge, die die Finger zur Handfläche ziehen. Die Dupuytren-Krankheit kann in Zusammenhang mit Zigarettengenuss, Gefäßkrankheiten, Epilepsie und Diabetes auftreten.
Die kleinen Knötchen in der Handfläche müssen nicht unbedingt entfernt werden, nur wenn sie sehr groß werden oder die Funktionsfähigkeit der Hand beeinträchtigen.
Eine operative Behandlung kann dann ratsam sein, wenn die Finger zusehends nach innen gekrümmt sind. Die Faserstränge können erneut oder in anderen Fingern auftreten.

 

Schmerzen an der Daumenwurzel

Kahnbeinfraktur
Kahnbeinfraktur

Kahnbeinfraktur
Die Fraktur des Kahnbeins erfolgt vor allem beim Sturz auf die gestreckte Hand.
In der Regel macht sich zu Beginn ein starker Schmerz bemerkbar, der im Laufe einiger Tage oder Wochen abnehmen kann. Blaue Flecken treten an der gebrochenen Hand selten auf, ein leichtes Anschwellen ist möglich.
Da keine Verformung vorliegt, gehen viele Betroffene fälschlicherweise davon aus, dass eine Verstauchung des Handgelenks vorliegt, was die Diagnose verzögert.
Ist kommt nicht selten vor, dass ein gebrochenes Kahnbein erst Monate oder Jahre später festgestellt wird.

Arthrose des Daumensattelgelenks
Arthrose tritt häufig am Daumensattelgelenk auf und wird dann als Rhizarthrose bezeichnet. Der an dieser Stelle lokalisierte Schmerz ist das Hauptsymptom; er tritt vorwiegend morgens (beim Aufwachen) oder bei Belastung auf.
Zu den natürlichen Heilmitteln gehört die Paraffin-Therapie zur Linderung von Schmerzen und Schwellung.

Verstauchung des Daumens
Diese Art der Verletzung ereignet sich häufig beim Sport oder ist durch Stürze bedingt. Der Daumen gerät mit dem Gegenspieler, dem Fußboden oder dem Ball in Konflikt.
Der Daumen kann durch die Verstauchung in einer Extremposition gebeugt sein. Dann schwillt der Finger an und es können Blutergüsse auftreten.
Normalerweise verursacht die Bewegung große Schmerzen, das Schreiben ist besonders schmerzhaft. Bei einer Verstauchung oder Zerrung wird ein Band übermäßig gedehnt. Bänder bestehen aus Bindegewebe und stellen die Knochenbindung innerhalb eines Gelenks dar. Im Daumenbereich ist das Ellen-Seitenband das am häufigsten verletzte Band.

 

Schmerzen an den Armnerven mit Kribbeln und Schwäche

Nerven,Sehnenentzuendung,KarpaltunnelsyndromKarpaltunnelsyndrom
Das Karpaltunnelsyndrom bezeichnet die Kompression des Mittelarmnervs im Karpaltunnel auf Höhe des Handgelenks; der Karpaltunnel ist eine enge Röhre, der von Knochen und Sehnen umgeben ist.

Besonders schwangere Frauen sind häufig von diesem Syndrom betroffen.
Da der Mittelarmnerv (Nervus medianus) für die sensible und motorische Innervation von Daumen, Zeige- und Mittelfinger zuständig ist, können zahlreiche Symptome auftreten.

Nachfolgend werden die häufigsten Symptome des Karpaltunnelsyndroms angeführt. Dennoch kann jeder Mensch unterschiedliche Beschwerden verspüren.
Zu den typischen Symptomen gehören:

  • Schwierigkeiten beim Faustschluss;
  • Schwierigkeiten beim Ergreifen von Gegenständen, oft fallen sie aus der Hand;
  • Schmerzen in den Fingern oder Taubheitsgefühl in der Handinnenseite;
  • nächtliches Kribbeln in den Fingern, vor allem im Daumen, Zeige- und Mittelfinger;
  • Gefühl geschwollener Finger.

Die Symptome des Karpaltunnelsyndroms können den Beschwerden anderer Erkrankungen ähneln, wie denen einer rheumatoiden Arthritis, Schleimbeutelentzündung oder Sehnenentzündung; für eine korrekte Diagnose muss deshalb stets ein Arzt zu Rate gezogen werden.

Die ideale Behandlungsform umfasst:

  • Immobilisation der Hand (um die Bewegung des Handgelenks zu vermeiden und die Kompression der durch den Tunnel laufenden Nerven zu mindern);
  • entzündungshemmende Infiltrationen in den Karpaltunnelraum zur Linderung der Schwellung;
  • operativer Eingriff, um die Kompression der Nerven im Karpaltunnel zu reduzieren;
  • Positionsänderung von PC-Tastatur und Mouse; es empfiehlt sich die Verwendung eines Mousepads mit Handgelenkauflage.

Ulnarisrinnensyndrom oder Kompression des Ellennervs

Kompression,Ellennerv,Nervus,ulnaris,Schmerzen,Kribbeln,Hand,FingerDas Ulnarisrinnensyndrom ähnelt dem Karpaltunnelsyndrom, weil auch hier die Beschwerden durch die Kompression eines Nervs verursacht werden, in diesem Fall des Ellennervs. Er wird im Ellbogen zwischen Oberarmknochen und Elle eingeklemmt.
Typische Symptome sind: Taubheitsgefühl oder Kribbeln im kleinen Finger und Ringfinger, konstante Schmerzen, Schwäche beim Zupacken. Der Schmerz nimmt beim Beugen des Ellbogengelenks zu.
Die Therapie besteht in der Ruhigstellung des Ellbogens und Kortisoninfiltrationen; sollten sich diese Maßnahmen als unzureichend erweisen, kann nach einigen Monaten eine Operation zur Befreiung des Nervs in Betracht gezogen werden.

Zervikobrachialgie
Der Begriff Zervikobrachialgie bezeichnet Schmerzen, die von der Halswirbelsäule ausgehen und entlang der dort entspringenden Nerven in den Arm bis in die Finger ausstrahlen.
Zu den Symptomen gehören Schmerzen, Kribbeln, Kraft- und Sensibilitätsverlust in der Region zwischen Hals und Fingern.
Die Behandlung umfasst Entzündungshemmer, Physiotherapie mit der McKenzie-Methode und in sehr selten Fällen einen chirurgischen Eingriff.

Nervenläsionen
Nerven können durch Druck, Überdehnung und Schnitte verletzt werden.
Bei Druck und Dehnung können die informationsführenden Fasern zerbrechen und die Nervenaktivität blockieren, ohne dass die isolierende Hülle beschädigt wird.
Die Verletzung eines Nervs kann die Übertragung der Signale vom und zum Gehirn unterbrechen, wodurch die Muskelarbeit unterbunden wird und ein Sensibilitätsverlust in dem von diesem Nerv innervierten Bereich entsteht.

 

Diffuser Schmerz an der Handfläche oder am Handrücken

Arthritis
Arthritis ist eine Gelenkentzündung und kann an verschiedenen Stellen der Hand und des Handgelenks auftreten.
Der mit Arthritis verbundene Schmerz kann unterschiedliche Ursprünge aufweisen, dazu gehört die Entzündung folgender Strukturen:

  • Synovialmembran (Innenverkleidung der Gelenkkapsel): sie gibt eine durchsichtige und klebrige Flüssigkeit ab, die als Schmiere für Gelenke und Sehnen fungiert.
  • Sehnen: starke bindegewebige Faserstränge, die die Muskeln mit den Knochen verbinden.
  • Bänder: starre bindegewebige Faserriemen, die die Knochen innerhalb der Gelenke zusammenhalten.

Arthrose
Arthrose ist eine degenerative Gelenkerkrankung (Gelenkverschleiß) und gehört bei älteren Menschen zu den häufigsten Gelenkentzündungen. Die Krankheit entwickelt sich langsam und trifft vorwiegend die Hände und die großen Gelenke, die das Körpergewicht tragen, wie die Kniegelenke, Hüftgelenke und Lendenwirbel. Gelenkverschleiß in der Hand kann aufgrund erblicher Veranlagung oder durch Verletzungen, übermäßige Beanspruchung, chirurgische Eingriffe u.ä. entstehen.
Heberden-Knoten sind knorplig-knöcherne Wucherungen in der Größe einer Erbse oder kleiner, die in den Fingergelenken der Hand entstehen und durch Arthrose verschlimmern können.
Typische Symptome sind Schmerzen, geschwollene Hände und Steifigkeit, vor allem morgens.
Kaltes und feuchtes Klima verschlimmern die Symptome.

Infektionen der Hand
Die Hand ist besonders verletzungsanfällig, weil sie bei einem Sturz zuerst am Boden aufkommt und weil sie zahlreiche Gegenstände hält und führt, darunter spitze und scharfe Werkzeuge, die die Haut verletzen können.
Eine Hautverletzung kann sich infizieren und leichte Beschwerden verursachen; wenn sich die Infektion jedoch ausbreitet, ist möglicherweise ein chirurgischer Eingriff notwendig. Wird eine Infektion frühzeitig erkannt, kann sie in vielen Fällen mit Antibiotika und Ruhe geheilt werden.
Zuweilen muss auch dann operiert werden, wenn die Antibiotika keine Wirkung zeigen oder die Infektion besonders schwerwiegend und weiträumig ist.

Bisswunden an der Hand
Hundebisse kommen besonders häufig vor und sind sehr gefährlich, weil sie starke Schmerzen und weitere Probleme verursachen können, wie beispielsweise Infektionen.
Hundespeichel ist voller Bakterien, einige davon sind für den Menschen schädlich, für das Tier dagegen nicht.
Das frühzeitiges Erkennen der Alarmsignale und eine angemessene Behandlung sind grundlegend zur Vermeidung potenzieller Komplikationen, die durch einen Biss entstehen können.

Handfrakturen
Einige Frakturen weisen eine deutliche Verformung auf, wie ein schief stehender Finger; das ist aber nicht immer der Fall.
In der Regel sind ärztliche Begutachtungen und Röntgenuntersuchungen notwendig, um festzustellen, ob ein Knochenbruch vorliegt und wie die Therapie aussehen sollte. Je nach Frakturform kann der Arzt einen Gipsverband anlegen oder zu einem chirurgischen Eingriff raten.
Die eingegipste Hand kann stark schmerzen und kribbeln, wenn der Orthopäde den Gips zu eng angelegt hat.

Handgelenkfrakturen
Am häufigsten bricht die Speiche. Die Fraktur des Handgelenks verursacht starke Schmerzen, Schwellung und Schwierigkeiten beim Benutzen der Hand.
Eine Handgelenkfraktur entsteht gewöhnlich beim Sturz auf die Hand.
Im Falle einer verschobenen Fraktur kann das Handgelenk schief stehen und eine Verformung aufweisen.
Handelt es sich um den Bruch eines kleinen Knochens, wie beispielsweise des Kahnbeins, ist keine Deformation sichtbar; bricht dagegen Elle oder Speiche, kann die Fehlstellung erkennbar sein.

Infarkt
Bei einem Herzinfarkt können Schmerzen im gesamten linken Arm auftreten, von der Schulter bis in die Fingerspitzen.