Warzen oder Genitale Condylomata acuminata

Genitale Condylomata oder Warzen sind eine übertragbare Geschlechtskrankheit, die äußerlich an den Genitalien, im Analbereich, innen im oberen Scheidenbereich, am Gebärmutterhals und in der männlichen Harnröhre (Röhre, die die Harnblase nach außen verbindet) auftritt.
Das Gebilde ist in der Regel erhaben und rosafarben.

Männliche oder weibliche Condylomata sind durch Geschlechtsverkehr übertragene Hautläsionen und werden durch das humane Papillomavirus (HPV) verursacht.


Aktuell gibt es über 100 Arten von HPV, manche davon können Krebs erzeugen, hauptsächlich am Gebärmutterhals und am Anus.
Etwa 90% der Condylomata acuminata werden mit Typ 6 und 11 des HPV in Verbindung gebracht. Die Wahrscheinlichkeit eines malignen Potentials ist bei diesen beiden Typen geringer.

Allerdings sind HPV-Infektionen sehr häufig und verursachen nicht in jedem Fall Krebs.

Vorsorgeuntersuchungen auf gynäkologische Tumore oder Abstriche vom Gebärmutterhals können erste Veränderungen am Gebärmutterhals aufzeigen und sollten regelmäßig bei allen Frauen durchgeführt werden.

Man weiß nicht, wie lange HPV ohne Symptome verbleibt und welche Faktoren die Entwicklung dieser Läsionen verursachen. Aus diesem Grund ist es ratsam, periodische Untersuchungen beim Arzt durchführen zu lassen.

 

Ursache der Condylomata

Obwohl die Genitalwarzen durch das humane Papillomavirus verursacht werden, sind viele Menschen mit dem Virus infiziert, haben aber keine Warzen. Obgleich eine HPV-Infektion nicht wie eine übertragbare Geschlechtskrankheit (STD) meldepflichtig ist, besteht kein Zweifel, dass Condylomata sexuell übertragen werden.
HPV ist ein Papillomavirus, das eine doppelsträngige DNA enthält. Es hat dieselbe Form wie das Herpesvirus. Es scheint keine Erkrankung zu sein, die in den Blutkreislauf eintritt.

Da manche Condylomata spontan wieder vergehen, so wie manche Körperwarzen auch, ist klar, dass das Immunsystem des Patienten dabei eine wichtige Rolle spielt.
Etwa 30% der Frauen, die eine im Pap-Test diagnostizierte HPV-Infektion des Gebärmutterhalses haben, entwickeln im weiteren Verlauf eine cervicale Dysplasie. Es ist bekannt, dass einige Formen der Dysplasie und der Gebärmutterhalskrebs durch das HPV verursacht werden.

 

Was verursacht Analwarzen?

Analwarzen werden durch das humane Papillomavirus verursacht, das in der Regel durch Geschlechtsverkehr übertragen wird, aber nicht zwingend über den Analverkehr.
Es gibt viele Arten des humanen Papillomavirus; manche verursachen Warzen an Händen und Füßen, während andere genitale und anale Warzen hervorrufen.
Dieselbe Warzenart kann an Penis, Hodensack, Scheide oder den großen Schamlippen auftreten.

Wie viel Zeit vergeht von einem Kontakt bis zur Warzenbildung?
Die Zeit zwischen Viruskontakt und Warzenwachstum (Inkubationszeit) beträgt von einem Monat bis zu sechs Monaten, kann aber auch noch viel länger sein. Während dieser Zeit verbleibt das Virus im Gewebe und ist inaktiv.

 

Wie bilden sich Genitalwarzen?

Die Condylomata werden durch Geschlechtsverkehr übertragen.
Eine Frau kann bei der Geburt Condylomata auf das Kind übertragen.
Sexuell aktive Männer und Frauen zwischen 15 und 33 Jahren haben eine größere Wahrscheinlichkeit, Genitalwarzen zu entwickeln als andere.

Folgende Faktoren erhöhen das Risiko für Genitalwarzen:

  • Geschlechtsverkehr: Kein Präservativ benutzen und Geschlechtsverkehr mit verschiedenen Partnern haben, erhöht das Risiko.
  • Probleme mit dem Immunsystem: Andere übertragbare Geschlechtskrankheiten, Infektion mit HIV und Therapien gegen Krebs oder bei Organtransplantation können das Immunsystem schwächen und die Risiken erhöhen.
  • Rauchen: Zigarettenrauch führt zu Veränderungen der Zellen im Körper und kann die Wahrscheinlichkeit erhöhen, eine HPV-Infektion zu entwickeln.

 

Zeichen und Symptome der Condylomata

Die HPV-Infektion verursacht meist Warzen in verschiedenen Größen. Gewöhnlich bilden sich bei Männern Condylomata auf dem Penis (Eichel) und in der Analregion.
Bei Frauen treten sie am häufigsten in der Scheide, dem Vulvabereich, in der Analregion und am Uterushals auf. Die Läsionen können auch im Mund, an der Zunge, an den Lippen und im Hals auftreten. Männer und Frauen können von dem Virus infiziert sein, ohne irgendwelche Symptome aufzuweisen.
Meist verursachen die Condylomata keine Schmerzen an Anus, Penis oder in der Scheide, auch nicht beim Geschlechtsverkehr. In diesem Punkt unterscheiden sie sich wesentlich von Hämorrhoiden.

Was sind die Symptome von Analwarzen?

Viele Patienten mit Analwarzen haben keinerlei Symptome.
Manche Patienten können kleine Erhebungen in der Analregion feststellen. Andere beklagen einen Juckreiz, eine Blutung oder Feuchtigkeit im Analkanal.

Pap-Test-Spekulum-GebärmutterhalsDiagnose

Liegt im Genitalbereich eine blumenkohlartige Formation vor, dann sollte man einen Arzt aufsuchen, der feststellen kann, ob es sich um eine Genitalwarze oder etwas anderes handelt.
Der Arzt kann ein mikroskopartiges sogenanntes Kolposkop verwenden, um den Gebärmutterhals bei einer Frau zu untersuchen und zu klären, ob es innere Herde gibt.

Wird die Zervix oder der Penis mit Essigsäure (Essig) abgetupft, erscheinen die Läsionen eines Papillomavirus weißlich.
Die Kolposkopie kann bei der Aufdeckung von flachen Läsionen dienlich sein, die mit dem Auge nicht zu erkennen sind. Doch nur bei zwei Drittel der bei einer Kolposkopie sichtbaren weißen Bereiche handelt es sich um eine HPV-Infektion.
Zellproben, die für einen Pap-Test durch eine Biopsie entnommen werden, können zur Bestätigung der Diagnose dienlich sein.

Ein abnormer Pap-Test kann auf eine HPV-Infektion des Gebärmutterhalses hinweisen.
Manche Arten von HPV können Gebärmutterhalskrebs verursachen, während andere zu Krebs an Vulva oder Anus führen können. Bei jedem abnormen Pap-Test sollte die Frau von einem Arzt untersucht werden.

Differentialdiagnose
Der Arzt muss eine andere Erkrankung ausschließen, die ähnliche Symptome aufweist: Dellwarzen.

 

Andere Geschlechtskrankheiten

Chlamydien

Candidose

Bakterielle Vaginose

Krätze

Herpes genitalis

Papillomavirus

Trichomoniasis

Zystitis

 

Wie werden genitale Condylomata behandelt?

Kleine Genitalwarzen können ohne Behandlung ausheilen. In manchen Fällen können die Warzen in Anzahl und Größe zunehmen.
Die Behandlung kann helfen, eine Übertragung der Warzen auf andere zu vermeiden und einen Gebärmutterhalskrebs bei Frauen zu verhindern.
Die Therapie kann Symptome lindern und das Wohlbefinden verbessern.

Die Behandlung umfasst:

Medikamente:

  • Immunmodulatoren: Diese helfen, das Immunsystem zu stärken und die Genitalwarzen zu behandeln.
  • Antiproliferative Behandlungen: Diese können helfen, das Größenwachstum und die Anzahl der Genitalwarzen zu blockieren.
  • Antivirale Behandlungen: Diese helfen, das Wachstum von Viren wie HPV zu kontrollieren und zu stoppen.

Andere Therapien bei Condylomata

Kryotherapie: Mit flüssigem Stickstoff (Gas) kann man die Genitalwarzen einfrieren und zerstören. Diese Behandlung kann auch bei Frauen in der Schwangerschaft angewandt werden.

Elektrokauterisation: Man benutzt dazu eine kleine Sonde, mit der durch die Anwendung von Hitze die Genitalwarzen zerstört werden.

Operation: Skalpell, Schere oder andere chirurgische Instrumente können verwendet werden, um innere Condylomata zu entfernen.
Nachdem die Warzen entfernt wurden, können sie zur weiteren Analyse in ein Labor eingesandt werden.

Laser
Dieser wird angewendet, um größere oder dickere Genitalwarzen zu entfernen.
Der Laser nutzt Hitze, um das Gewebe in den Warzen oder um die Warzen herum zu zerstören.
Diese Behandlung ermöglicht eine Heilung ohne Narbenbildung.

 

Naturheilmittel

Eine gute natürliche Behandlung ist ein Gemisch aus Wasser und Natriumbikarbonat, das direkt auf die Warze aufgetragen wird.
In wenigen Tagen sollte die Hautläsion vergehen.

 

Was ist die Therapie bei analen Condylomata?

Es gibt verschiedene Arten der Behandlung von Analwarzen, je nach Position, Anzahl und Größe der Warzen.
Sind die Warzen klein, können sie mit Podophyllin behandelt werden. Das ist eine direkt auf die Warzen aufzutragende Lösung, die zur Abschuppung der Warze führt.
Dieses Verfahren wird ambulant durchgeführt und dauert nur wenige Minuten.
Selten verschreibt der Arzt eine aufzutragende Salbe für den Patienten zu Hause.
Eine andere Form der Behandlung ist die Kauterisation.
Enthält ein Bereich zahlreiche Warzen, kann sich der Arzt zu einer chirurgischen Entfernung entschließen.
Diese kann in einer Tagesklinik durchgeführt werden.

 

Wie lange dauern Condylomata? Prognose

Äußere Genitalwarzen können:

  1. Spontan zurückgehen – bis zu einem Drittel klingt innerhalb von drei Monaten ab.
  2. Gleich bleiben.
  3. In der Größe zunehmen.

Eine permanente Infektion kann bestehen bleiben.
Die Warzen können mit oder ohne Immunsuppression wiederkehren (rezidivieren), besonders die Condylomata.
Über 90% der Genitalwarzen werden durch HPV-Typen verursacht, die nicht zu einem bösartigen Tumor führen.

Warzen oder Genitale Condylomata acuminata ultima modifica: 2017-05-28T22:25:08+00:00 da Fisioterapia Rubiera