Syphilis – Ansteckung, Symptome und Therapie

Syphilis ist eine hoch ansteckende Geschlechtskrankheit, die durch Geschlechtsaktivitäten übertragen wird, einschließlich Oral- oder Analverkehr. Selten kann die Krankheit an eine andere Person durch innige Küsse auf den Mund oder intimen Körperkontakt weitergegeben werden.

Obwohl sich diese Krankheit über Wunden verbreitet, wird die überwiegende Mehrheit dieser Wunden nicht erkannt.


Die infizierte Person ist sich der Erkrankung oftmals nicht bewusst und überträgt sie ohne es zu wissen auf den Geschlechtspartner.

Nach Beginn der Infektion können sich die Syphilisbakterien über Jahrzehnte ruhend im Körper vorfinden, ehe sie erneut wieder aktiv werden.
In den Initialphasen ist die Syphilis leicht zu behandeln. Wird sie jedoch nicht behandelt, kann sie schwere Schäden an Herz, Gehirn oder anderen Organen hervorrufen und kann lebensgefährlich sein.
Daher ist es wichtig, so viel wie möglich über diese Erkrankung zu wissen.

Schwangere Frauen mit Syphilis können diese auf ihr Kind übertragen. Diese Erkrankung, kongenitale Syphilis genannt, kann Missbildungen beim Kind hervorrufen oder sogar den Tod verursachen.
Syphilis kann nicht von einer Toilettenschüssel, von Türklinken, im Freibad, im Whirlpool, durch gemeinsame Kleidung oder durch Essen mit demselben Besteck übertragen werden.

 

Ursachen

Die Ursache der Syphilis ist ein Bakterium, das sogenannte Treponema pallidum.
Der häufigste Übertragungsweg ist der Kontakt mit der Wunde einer infizierten Person während des Geschlechtsverkehrs. Die Bakterien dringen über kleine Risse oder Abschürfungen der Haut oder über die Schleimhaut in den Körper ein. Die Syphilis ist während der ersten und zweiten Phase ansteckend, manchmal auch in der latenten Frühphase.

In seltenen Fällen kann sich die Syphilis über den direkten und nicht geschützten Kontakt mit einer aktiven Verletzung (wie bei einem Kuss) oder von einer infizierten Mutter auf ihr Kind während der Schwangerschaft oder bei der Geburt (kongenitale Syphilis) übertragen.
Auch wenn eine Person von Syphilis schon geheilt wurde, kann sie sich erneut infizieren, wenn sie Kontakt mit jemandem hat, der Syphilis in einer aktiven Phase hat.

 

Zeichen und Symptome der primären Syphilis

  • In der Primärphase der Syphilis bildet sich ein Geschwür, das sich gewöhnlich schmerzlos in dem Bereich befindet, in dem die Bakterien in den Körper eingedrungen sind. Dies erfolgt gewöhnlich innerhalb von 3 Wochen nach dem Kontakt, kann aber auch zwischen 10 und 90 Tage dauern.
  • Eine kleine rote und schmerzlose Papel wird schnell zu einem Geschwür. Dieses heilt in 4-8 Wochen ohne Behandlung und mit entsprechender Behandlung innerhalb von 1 oder 2 Wochen.
  • Es können Wunden innerhalb der Scheide oder des Anus auftreten, die oft unbemerkt bleiben.
  • Bei einem Geschwür in der Scheide oder im Enddarm können die Leistenlymphknoten anschwellen. Befindet sich das Geschwür im Mund, können die Halslymphknoten anschwellen.

Während der Primärphase ist die Person hochgradig ansteckend.

 

Sekundäre Syphilis

Die infizierte Person kann während dieser Phase die Krankheit übertragen.

  • Wird die Krankheit nicht behandelt oder ist die Behandlung erfolglos, bildet sich nach einem Zeitraum von etwa 3 Wochen und 3 Monaten nach dem 1. Stadium ein diffuser Hautausschlag. Der Hautauschlag kann subtil oder erhaben verlaufen, mit Papeln oder braunen, roten oder rötlichen Flecken. Sie treten gewöhnlich am Körperstamm oder auf Hand- und Fußflächen auf. Die Hauterscheinungen verursachen keinen Juckreiz.
  • Die Hauterscheinungen gehen spontan innerhalb einiger Wochen zurück, können aber in den folgenden 2 Jahren erneut auftreten.
  • Einige kleine offene Wunden können an Schleimhautoberflächen auftreten. Die Wunden können Eiter enthalten.
  • Es können feuchte, weißliche und erhabene Wunden sein, die Warzen ähneln (sog. Condyloma lata), vor allem im Bereich der Leistenbeuge, am inneren Oberschenkel, unter den Achseln und unter der Brust.
  • Bei dunkelhäutigen Menschen können die Geschwüre eine hellere Farbe als die umgebende Haut haben.
  • Der Patient kann unter einseitiger Mandelentzündung leiden, die ulzeriert und von vergrößerten Halslymphknoten begleitet sein kann. Die Krankheit kann daher mit einer Tonsillitis verwechselt werden, reagiert jedoch nicht auf oral verabreichte Antibiotika.
  • Fleckenweiser Haarausfall.

Andere Symptome sind:

  • Fieber
  • Müdigkeit
  • Muskel- und Gelenkschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Lymphknotenvergrößerung.

Andere Organe können betroffen sein:

  • Leber
  • Nieren
  • Zentrales Nervensystem (ZNS)
  • Gelenke
  • Augen (Sehstörungen).

Andere Organe können betroffen sein:

  • Leber,
  • Nieren,
  • Zentrales Nervensystem (ZNS),
  • Gelenke,
  • Augen (Sehstörungen).

 

Anzeichen und Symptome der latenten Syphilis

Die latente Phase der Syphilis, die auftritt, nachdem die Symptome der sekundären Syphilis vergangen sind, kann von wenigen Jahren bis zu 50 Jahren dauern! In diesem Stadium bestehen keine Symptome und nach etwa zwei Jahren soll ein infizierter Mensch nicht mehr ansteckend sein. Jedoch ist ein Mensch während eines latenten Syphilisstadiums noch infiziert und die Krankheit kann durch eine Blutuntersuchung diagnostiziert werden. In der Latentphase kann eine schwangere Frau die Syphilis auf ihr Neugeborenes übertragen.

 

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Tertiären Syphilis

Komplikationen und Folgen der tertiären Syphilis

Bei 15 bis 30 Prozent der mit Syphilis infizierten Menschen, die keine Therapie erhalten, können sich schwerwiegende Komplikationen entwickeln.
Diese können 10 bis 30 Jahre nach der Ansteckung auftreten.
In der Regel ist eine tertiäre Syphilis nicht mehr ansteckend.

Die tertiäre Syphilis ist auch ein systemisches Erkrankungsstadium, bei dem auftreten können:

  • Gummen, also weiche und gutartige Hautverletzungen, die vor allem in der Leber zu finden sind, aber auch in Gehirn, Herz, Haut, Knochen, Hoden und anderem Gewebe vorkommen können (Syphilis gummosa);
  • Entwicklung großer Knoten (syphiloderme Knoten) in verschiedenen Körperorganen
  • Aortenaneurysma (kardiovaskuläre Syphilis);
  • Gehirninfektion, Schlaganfall, geistige Verwirrtheit, Meningitis (Infektion des Gehirns), Lähmung oder Schwäche (Neurosyphilis);
  • Im Bereich der Augen kann es zu Sehverlust kommen;
  • Tod.

 

Diagnose

Syphilis kann diagnostiziert werden, indem eine einfache Untersuchung an einigen Proben vorgenommen wird:

Blut
Blutuntersuchungen können das Vorkommen von Antikörpern bestätigen, die der Körper zur Bekämpfung von Infektionen bildet.
Antikörper gegen Bakterien, die eine Syphilis verursachen, bleiben über Jahre im Körper. Somit kann der Test verwendet werden, um eine aktuelle oder frühere Infektion nachzuweisen.

Wundsekret
Der Arzt kann eine kleine Zellprobe von einer Wunde schaben, um diese in einem Labor unter dem Mikroskop zu untersuchen.
Dieser Test kann nur in der ersten oder zweiten Phase der Syphilis vorgenommen werden, wenn Wunden vorhanden sind. Die abgeschabte Probe kann Syphilisbakterien enthalten und somit die Diagnose bestätigen.

Rückenmarksflüssigkeit
Werden Komplikationen durch Syphilis im Bereich des Nervensystems vermutet, kann der Arzt auch zu einer Probe der Rückenmarksflüssigkeit durch eine Lumbalpunktion raten.

 

Wann sollte man sich untersuchen lassen?

Wenn man meint, einen riskanten Geschlechtsverkehr gehabt zu haben, kann man am darauffolgenden Tag einen Test vornehmen lassen, um eine Syphilis auszuschließen.

 

Wie wird Syphilis behandelt?

Je nach Phase der Erkrankung und klinischem Erscheinungsbild variieren die Behandlungsmöglichkeiten der Syphilis.
Die Langzeitbehandlung mit Penicillininjektionen ist sowohl in der Früh- als auch der Spätphase der Syphilis sehr wirksam.
Zur Behandlung der Neurosyphilis sind intravenöse Penicillininjektionen erforderlich.
Alternative Behandlungen umfassen orale Medikamente: Doxycyclin (Handelsnamen Bassado,
Vibramycin) oder Tetracyclin (Tetracyclin-Hydrochlorid).

Frauen, die während der Schwangerschaft infiziert wurden, können die Infektion über die Plazenta auf das Kind übertragen.
Schwangere Patientinnen mit Syphilis müssen mit Penicillin behandelt werden, da andere Antibiotika die Plazenta nicht in ausreichender Menge passieren, um den infizierten Föten zu heilen.
Eine unbehandelte Syphilis kann zu Blindheit oder sogar zum Tod des Kindes führen.

Syphilis verhindern

Die einzig sichere Methode zur Verhinderung einer Syphilisinfektion ist der Verzicht auf Geschlechtsverkehr oder der Geschlechtsverkehr mit einem treuen Partner, der den Test gemacht und keine Infektion hat.
Man kann das Risiko, Syphilis oder eine andere übertragbare Geschlechtskrankheit zu bekommen, auf folgende Weise verringern:

  • Verwendung eines Präservativs oder Kondoms bei jeder Art von Geschlechtsverkehr
  • Vermeidung der gemeinsamen Nutzung von Sexspielzeug.