AIDS – Test und Therapie

Tests und Untersuchungen zum Nachweis des HIV-Virus

Routinemäßiger HIV-Test

Von etwa 1,1 Millionen Amerikanern, die derzeit mit einer HIV-Infektion leben, wissen 21 Prozent nicht, dass sie infiziert sind.

Personen, die erst kürzlich mit HIV infiziert wurden, haben häufig wenige oder gar keine Symptome. Dennoch sind sie extrem ansteckend und wissen nicht, dass sie das Virus auf andere übertragen können.


Das Zentrum für Seuchenbekämpfung in den Vereinigten Staaten (CDC) empfiehlt den HIV-Test Erwachsenen, Jugendlichen und schwangeren Frauen bei den regelmäßigen ärztlichen Untersuchungen.
Das regelmäßige Screening auf HIV ermöglicht den Ärzten, die Menschen zu identifizieren, die nicht wissen, dass sie HIV-infiziert sind.
Der Arzt sollte über die Notwendigkeit beraten, ein Hochrisikoverhalten zu vermeiden, sollte über sichere Geschlechtsverkehrpraktiken aufklären und darüber informieren, wie eine antiretrovirale Therapie begonnen wird.

Der HIV-Test kann auch auf anonyme Weise durchgeführt werden, wenn sich eine Person um ihre Privatsphäre sorgt.

 

Arten des HIV-Tests

Der Arzt testet eine Blutprobe auf HIV-spezifische humane Antikörper (Proteine, die die Krankheit bekämpfen).
Die beiden wichtigsten HIV-Antikörpertests sind ELISA und Western Blot.
Jedoch könnten diese Antikörpertests keine HIV-Antikörper bei Patienten nachweisen, die erst kürzlich mit HIV infiziert wurden (innerhalb von 3 Monaten nach Kontakt mit dem Virus).
In solchen Situationen können Ärzte einen Bluttest auf die Anwesenheit von HIV-Erbgut durchführen.

HIV-Test bei Neugeborenen
Das Zentrum für Seuchenbekämpfung in den Vereinigten Staaten empfiehlt allen schwangeren Frauen, vor oder während der Geburt einen HIV-Test vornehmen zu lassen.
Wenn man weiß, dass die Mutter seropositiv ist, können Ärzte die Mutter-Kind-Übertragung von HIV durch eine antiretrovirale Therapie, sowohl bei der HIV-infizierten Mutter als auch bei dem Neugeborenen, vermeiden.
Allerdings ist es schwierig festzustellen, ob ein Neugeborenes infiziert ist, dessen Mutter seropositiv ist, weil die Kinder HIV-Antikörper ihrer Mütter über mehrere Monate in sich tragen.
Heute können Ärzte einen HIV-Test an Kindern im Alter von 3 bis 15 Monaten durchführen.
Wissenschaftler bewerten derzeit verschiedene Blutuntersuchungen zur Bestimmung von Tests, die für Kinder unter 3 Monaten geeignet sind.

 

Therapien und Medikamente bei AIDS und HIV

Es gibt keine Heilung bei AIDS und HIV, doch kann man eine Kombination mehrerer Medikamente einnehmen, um das Virus unter Kontrolle zu halten.
Jede Klasse der HIV-Medikamente blockiert das Virus auf unterschiedliche Weise.
Am besten ist die Kombination von mindestens drei Medikamenten aus zwei unterschiedlichen Klassen, um die Bildung von Stämmen zu vermeiden, die gegenüber einzelnen Medikamenten resistent sind.

 

Die Klassen von HIV-Medikamenten umfassen:

Nicht-nukleosidische Reverse-Transkriptase-Hemmer (NNRTI). Die NNRTI setzen ein Protein außer Gefecht, das für die Selbstreplikation des HIV erforderlich ist.
Beispiele sind Efavirenz (Sustiva® Sirup, Kapseln oder Tabletten), Etravirin (Intelence® Tabletten) und Nevirapin (Viramune® Sirup oder Tabletten).

Nukleosidische Reverse-Transkriptase-Hemmer (NRTI).
Die NRTI verursachen eine Blockade der Transkription der viralen RNA in DNA; im Grunde werden die Stickstoffbasen während der Transkription ersetzt, so dass das erzeugte DNA unvollständig ist und keine neuen Viren produzieren kann.
Beispiele sind Abacavir (Ziagen) und die Kombinationen der Medikamente KIVEXA (Lamivudin + Abacavir), TRUVADA (Tenofovir + Emtricitabin), TRIZIVIR (Retrovir + Epivir + Ziagen) und COMBIVIR (Retrovir + Epivir).

Proteasehemmer (PIs)
Eine Protease ist ein Enzym, das die langen Ketten der Proteine und Enzyme in kürzere Fragmente aufbricht.
Das HIV-Virus verursacht die Produktion eines sehr langen RNA-Fadens, der die Informationen zur Erzeugung verschiedener Proteine enthält.
Das Protease-Enzym zerteilt den gesamten ursprünglichen Strang in viele Stücke, die erforderlich sind, um ein einzelnes Protein zu erzeugen. Doch um dies zu bewerkstelligen, muss der Strang an einem exakten Punkt getrennt werden.
Die Hemmung der Protease blockiert die Reifung und Replikation des Virus.
Beispiele für Medikamente, die die Protease hemmen, sind Atazanavir (Reyataz), Ritonavir (Norvir), Amprenavir (Agenerase), Saquinavir (Invirase) oder Nelfinavir (Viracept).

Eingangs- oder Fusionshemmer
Diese Medikamente verhindern das Eindringen des HIV-Virus in die CD4-Zellen, ein Beispiel ist Enfuvirtid (Fuzeon).

Integrasehemmer
Raltegravir (Isentress) wirkt, indem es ein Enzym, die sogenannte Integrase, deaktiviert. Hierbei handelt es sich um ein Protein, das das HIV zur Einführung genetischen Materials in die CD4-Zellen benutzt.

 

Wann muss eine Behandlung eingeleitet werden?

Aktuelle Richtlinien verweisen darauf, dass die Behandlung eingeleitet werden muss, wenn:

  • Schwerwiegende Symptome auftreten
  • Die Anzahl der CD4-Lymphozyten unter 500 liegt
  • Eine Schwangerschaft besteht
  • Man an einer durch HIV verursachten Nierenkrankheit leidet
  • Der Patient gegen Hepatitis B behandelt wird.

Die Behandlung kann schwierig sein.
Die HIV-Behandlungsschemata können in der täglichen lebenslangen Einnahme mehrerer Tabletten über bestimmte Zeiträumen bestehen
Nebenwirkungen können sein:

  • Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall
  • Anormales Herzrasen
  • Kurzatmigkeit
  • Hautausschläge
  • Osteoporose
  • Knochennekrose, besonders an der Hüfte
  • Assoziierte Erkrankungen.

Manche Gesundheitsprobleme, die Teil des natürlichen Alterungsprozesses sind, können bei Menschen mit AIDS oder HIV schwieriger zu behandeln sein.
Manche Medikamente, die gewöhnlich bei Alterskrankheiten, kardiovaskulären Erkrankungen, Erkrankungen des Stoffwechsels und der Knochen angewendet werden, können mit HIV-Medikamenten in Wechselwirkung treten.

Es gibt auch bekannte Wechselwirkungen zwischen HIV-Medikamenten und:

  • Oralen Kontrazeptiva und weiblichen Hormonen
  • Medikamenten zur Tuberkulosebehandlung
  • Medikamenten zur Behandlung von Hepatitis C.

 

Ansprechen auf die Behandlung

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Das Ansprechen auf eine Behandlung wird an der Viruslast und der Anzahl der CD4-Lymphozyten gemessen.
Die Viruslast sollte zu Behandlungsbeginn und alle drei bis vier Monate während der Therapie gemessen werden.
Die Anzahl von CD4 sollte alle drei bis sechs Monate gemessen werden.

Die Therapie bei HIV sollte die Viruslast senken, bis sie nicht mehr nachweisbar ist.
Das bedeutet nicht, dass HIV verschwunden ist.
Es bedeutet lediglich, dass der Test nicht empfindlich genug ist, das Virus zu erkennen.
Eine mögliche Übertragung des HIV auf andere Personen ist möglich, auch wenn die Viruslast nicht nachweisbar ist.

 

Alternative Medizin

Menschen, die mit HIV infiziert sind, versuchen manchmal, durch Nahrungsergänzungsmittel das Immunsystem zu stärken oder den Nebenwirkungen der HIV-Medikamente entgegenzuwirken.

Nahrungsergänzungsmittel, die nützlich sein können:

Fischöl
Einige HIV-Medikamente können zu einem erhöhten Cholesterinspiegel führen.
Studien weisen darauf hin, dass Ergänzungsmittel mit Fischöl helfen können, den Spiegel zu senken.

Molkenproteine
Molke ist ein Nebenprodukt von Käse.
Bisherige Daten zeigen, dass Molkenproteine manchen Menschen mit HIV helfen können, an Gewicht zuzunehmen.
Molkenproteine verringern den Durchfall und erhöhen die Anzahl von CD4.

 

Prognose und Lebenserwartung

Die durchschnittliche Zeit, die eine HIV-Infektion benötigt, um AIDS zu entwickeln, beträgt 10–11 Jahre bei Menschen, die keine antiretroviralen Medikamente einnehmen.
Menschen mit einer hohen Viruslast können AIDS vorher (innerhalb von 5 Jahren nach Infektion) entwickeln.
Ist eine HIV-Infektion einmal bis zu AIDS fortgeschritten, besteht ein erhöhtes Sterberisiko, das von Mensch zu Mensch deutlich variiert.
Zum Beispiel starben manche Menschen mit AIDS kurz nach der Diagnose, während andere 12 Jahre oder länger gelebt haben.


Da die wirksamsten Medikamente erst seit 1996 verfügbar sind, wissen wir noch immer nicht, wie lange Menschen mit einer HIV-Infektion leben, die eine geeignete Therapie erhalten.
Die Medikamente haben die durchschnittliche Lebenserwartung verlängert und viele Personen mit HIV können mit einer geeigneten Behandlung Jahrzehnte lang leben.
Die Zahl der Personen mit einer normalen Lebenserwartung nimmt zu, wenn die Therapie korrekt durchgeführt wird.
Die Medikamente tragen dazu bei, das Immunsystem wieder zu stärken und Infektionen zu bekämpfen, um Krebs zu vermeiden.

In manchen Fällen wird das Virus gegenüber den verfügbaren Medikamenten resistent und es können sich Symptome von AIDS entwickeln.
Hat man eine HIV-Infektion, sollte man besser eine Therapie beginnen, bevor das Immunsystem geschwächt ist.
Seit die starken antiretroviralen Medikamente in den Vereinigten Staaten zur Verfügung stehen, ist die Zahl der Krankenhauseinweisungen und Todesfälle durch AIDS drastisch gesunken.

 

Vorbeugung

Derzeit gibt es keine Impfung, um einer Infektion mit HIV vorzubeugen und es gibt auch keine kurative Behandlung gegen HIV/AIDS. Um das Risiko zu reduzieren, sich eine HIV-Infektion zuzuziehen oder das Virus auf andere zu übertragen, sollte man folgende Empfehlungen befolgen:

  • Regelmäßig einen HIV-Test durchführen
  • Enthaltsamkeit praktizieren
  • Seinem Ehepartner oder Geschlechtspartner treu sein
  • Präservative aus Latex oder Polyurethan benutzen
  • Keine Injektionsnadeln miteinander teilen.