Traumatische Fingerverletzungen

Traumatische Fingerverletzungen können Prellungen, Knochenbrüche, Verrenkungen oder Sehnen- und Nervenschädigungen verursachen.
Fingerfraktur

Zu den häufigsten Gelenkfrakturen der Finger gehört der Bruch der Fingerknöchel, also der Verbindungsstelle zwischen den Knochen der Handfläche und den Fingern.

Dieses Gelenk wird meistens bei Aktivitäten verletzt, bei denen die Hand zu einer Faust geballt ist; eine Fraktur an dieser Stelle wird auch als Boxerfraktur bezeichnet, weil sie bei einem Faustschlag entsteht.

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Zeichen und Symptome
Fingerfrakturen verursachen sofort Schmerzen, Schwellung, Blutergüsse und zuweilen eine Fehlstellung der Fingerknochen.
Bei starker Krafteinwirkung kann zusätzlich eine Fingerverrenkung (Luxation) auftreten, das heißt die gelenkbildenden Knochenenden erleiden einen Kontaktverlust.
Liegt auch keine offensichtliche Verformung vor, bereiten die betroffenen Finger große Schmerzen.
Eine Fraktur kann auch dann vorliegen, auch wenn sich der Finger weiterhin bewegen lässt; die Bewegungsfähigkeit ist von der Schwere der Verletzung abhängig.
Je nach Stabilität können einige Brüche mehr Beschwerden verursachen als andere.

In der Regel macht sich innerhalb von 5 – 10 Minuten nach dem Unfall ein geschwollener Finger und ein Bluterguss bemerkbar, zudem wird der Finger steif und die Beugung wird problematisch.
Die Schwellung ist nicht so spezifisch wie die Schmerzen, auch die angrenzenden Finger können betroffen sein.
Bei einem gravierenden Knochenbruch ist der Bluterguss sofort sichtbar.
Bei einer starken Schwellung kann der Finger einschlafen, weil die überschüssige Flüssigkeit auf die Nerven drückt.

Therapie
Bei einem gebrochenen Finger helfen Sofortmaßnahmen wie Schienung und Schonung.
Eisauflagen und eine Hochlagerung der Hand (oberhalb des Herzens) helfen dabei, Blutung und Schwellung zu lindern.
Dann sollte unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden.
Eine Röntgenaufnahme ist auf jeden Fall notwendig, um den Verdacht auf Knochenbruch zu bestätigen und um festzustellen, ob die Knochenstücke verschoben sind (dislozierte Fraktur).
Bei einem verschobenen Bruch oder bei einem Bruch mit mehreren Knochenfragmenten könnte eine operative Versorgung notwendig werden.
Beim chirurgischen Eingriff wird eine Schraube eingesetzt, die die Bruchstücke zusammenhält, bis die Heilung erfolgt ist.

 

Fingerverrenkung

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Die Fingerverrenkung oder Fingerluxation ist eine recht häufige Sportverletzung, bei der das das Fingergelenk umgebende und stabilisierende Bindegewebe reißt.

Aus diesem Grund verschieben sich die gelenkbildenden Knochen, man kann eine Fehlstellung beobachten und der Finger lässt sich nicht bewegen.

Ursachen
Eine Verrenkung des Fingers passiert häufig bei Ballsportarten, die das Schlagen und Abfangen des Balls vorsehen, wie Basketball und Volleyball.
Meistens wird der betroffene Finger während des Unfalls zur Seite oder nach hinten abgespreizt.
Ein direkter Schlag auf den Finger führt nur schwerlich zu einer Verrenkung.
Eine Fingerverrenkung kann auch bei Kontaktsportarten beim Zusammenstoß mit einem Gegenspieler oder beim Kampfsport auftreten.

Zeichen und Symptome eines verrenkten Fingers
Patienten mit einer Fingerverrenkung verspüren einen plötzlichen und intensiven Schmerz im Finger.
Häufig ist infolge der Verschiebung eines Fingerknochens eine Fehlstellung oder eine Stufenbildung sichtbar.
Im Moment des Unfalls kann man ein reißendes Geräusch hören.
Der Schmerz kann vorn, hinten oder an den Seiten des betreffenden Fingergelenks liegen.
In seltenen Fällen treten Schmerzen und Kribbeln am ganzen Finger bzw. der ganzen Hand auf.
Die Schwellung kann sofort entstehen oder sie entwickelt sich allmählich im Laufe mehrerer Stunden.

Behandlung eines verrenkten Fingers
Zunächst muss eine Röntgenaufnahme erstellt werden, damit begleitende Knochenbrüche festgestellt werden können.
Eine bestehende Knochenverletzung ist besonders dann von Bedeutung, wenn die Fingerverrenkung durch eine heftige Gewalteinwirkung verursacht wurde.
Bevor der Arzt den Finger wieder einrenkt, muss er wissen, ob ein Knochenbruch vorliegt, damit er nicht noch weiteren Schaden anrichtet.
Also erst eine Röntgenaufnahme, dann eine möglichst schnelle Reposition des Knochens, die von einem erfahrenen Orthopäden oder Sportmediziner durchgeführt werden muss.
Der Patient sollte keinesfalls selbst versuchen, die Knochen einzurichten, denn er könnte dabei Nerven und Blutgefäße verletzen.
Zeigt das Röntgenbild einem Knochenbruch, kann eine Operation notwendig werden.
Nach der Einrenkung heilt ein verrenkter Finger in den meisten Fällen gut, wenn eine angemessene physiotherapeutische Behandlung erfolgt.

 

Riss der Fingerbeugesehnen

Eine Schnittwunde kann die Verletzung von Beugesehnen und Nerven verursachen.
Sportunfälle, vor allem beim Fußball, Wrestling oder Rugby, sind die Hauptursache für eine Beugesehnenläsion.
Bei Patienten mit rheumatoider Arthritis kann eine Spontanruptur der Fingersehnen auftreten.

Symptome
Schmerzen oberhalb der Fingerbeuger.
Der Patient ist nicht in der Lage, ein oder mehrere Fingergelenke zu beugen, schon der Versuch ist schmerzhaft.

Versorgung
Verletzungen der Beugesehnen müssen möglichst schnell operativ versorgt werden, innerhalb von 2 -3 Wochen nach dem Unfall.
Wartet man mit der Operation länger als einen Monat, besteht das Risiko, dass sich Muskel und Sehne zurückziehen und ihre Elastizität verlieren; für den Chirurg wird es dann schwierig, die Enden zusammenzufügen und es können zusätzliche Maßnahmen notwendig werden, wie etwa eine Sehnenplastik durch ein Interponat.
Die Genesungszeit bis zur Wiederaufnahme der Alltagstätigkeiten liegt bei etwa zwei Monaten.

 

Riss der Fingerstrecksehnen

Die Strecksehen sind sehr verletzungsanfällig, hier genügt bereits ein kleinerer Einschnitt. Eine heftige Gewalteinwirkung kann zu einem Ausriss der Sehne am Knochenansatz führen (Avulsion).

 

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Zeichen und Symptome
Ein Riss der Fingerstrecksehne kann einen Hammerfinger, das bedeutet die Dauerbeugestellung  des Fingerendgelenks (distales Interphalangealgelenk), oder eine Knopflochdeformität, die dauerhafte Beugestellung des Fingermittelgelenks (proximales Interphalangealgelenk), verursachen.
Werden die Strecksehnen durch Einschnitte im Handrücken durchtrennt, wird möglicherweise das Strecken des Fingers bezüglich der Mittelhand (Metakarpus) unmöglich gemacht.

Behandlung
Bei unvollständigen Rissen der Strecksehnen legt der Arzt eine Fingerschiene an.

Bei einem vollständigen Riss werden die Sehnenenden im Rahmen einer Operation wiedervereinigt.
Liegt eine beträchtliche  Einschränkung  der Fingerbewegung vor, muss wohlmöglich das Narbengewebe chirurgisch gelöst werden.

 

Prellung

Eine Prellung oder Kontusion entsteht bei Gewalteinwirkung durch einen stumpfen Gegenstand, bei der keine Hautverletzungen entstehen, wohl aber ein Bluterguss im Weichteilgewebe der Hand.
Beim Unfall werden Blutgefäße der Hand und Finger verletzt; das angestaute Blut führt zur Bildung von blauen Flecken, auch wenn Sehnen, Muskeln und Knochen unverletzt bleiben.
Eine Prellung kann durch eine Explosion, Verstauchung oder Fraktur entstehen.

Die gesamte obere Extremität sollte einer Untersuchung unterzogen werden.

Bei der Diagnosestellung sind folgende Aspekte zu berücksichtigen:

  • Muskelschwäche
  • Farbveränderungen
  • Operations- und Nichtoperationsnarben
  • Asymmetrie der Hände
  • Fehlstehllungen, die auf eine Verrenkung hindeuten
  • Unterschiede der Beuge-/Streckbewegung der entspannten Hand: die entspannte Hand ist leicht gebeugt.
  • Die Finger beider Hände müssen ungefähr denselben Beugegrad aufweisen.

Normalerweise ist der kleine Finger stärker gebeugt als die anderen; ist ein deutlicher Unterschied bei der Beugung sichtbar, muss der Untersucher eine Sehnenverletzung vermuten.
Ein Sensibilitätsverlust der Haut deutet auf eine Nervenverletzung hin.
Eine Vertiefung oberhalb des Daumenballens ist ein Zeichen für  die Verrenkung des Daumengrundgelenks.
Der Bewegungsumfang von Schulter, Ellbogen und allen Gelenken der Hand muss kontrolliert werden. Auch ist zu überprüfen, ob die aktive und passive Ein- und Auswärtsdrehung des Unterarms (Pronation und Supination) möglich ist.
Die Kraft beim Händedruck und bei der Daumen-Zeigefinger-“Zange” muss überprüft werden.

Behandlung

  • Schonung.
  • Eispackung (in ein Tuch gewickelt) zur Stillung der Blutung und Abschwellung, noch besser ist das Eintauchen der Hand in eine Schüssel mit kaltem Wasser  (circa 15°).
  • Ist kein Behälter vorhanden, können die Finger auch unter einen laufenden Wasserhahn gehalten werden.
  • Zur Linderung von Blutung und Schwellung:
  • Druckverband anlegen,
  • Hochlagerung der Hand oberhalb der Herzens.

Eine Besserung der Symptomatik erfolgt in der Regel nach 2- 3 Tagen.
Andernfalls sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden.
Der Orthopäde kann eine Röntgenuntersuchung anordnen, um festzustellen, ob Frakturen vorliegen.
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