Diät bei Durchfall

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Durchfall (Diarrhoe) ist eine Erkrankung, die durch häufigen und flüssigen Stuhlgang gekennzeichnet ist.
Es gibt drei Hauptarten von Diarrhoe: akut, chronisch und wiederkehrend.
Glücklicherweise sind die meisten Arten von Diarrhoe akut und von kurzer Dauer.
Akuter Durchfall dauert nur ein paar Tage.
Wenn er länger als 4-5 Tage anhält, sollte man einen Arzt aufsuchen.
Die akute Diarrhoe ist auch als nicht-entzündliche Diarrhoe bekannt.
Die Symptome bei leichtem Durchfall sind: flüssiger und häufiger Stuhlgang begleitet von Magenkrämpfen und Blähungen.
Die chronische Diarrhoe ist persistent und wird durch chronische Darm- oder systemische Erkrankungen verursacht.
Die wiederkehrende Diarrhoe zeichnet sich durch einzelne Episoden aus, die sich mit symptomfreien Perioden abwechseln.

Ursachen der Diarrhoe

Diarrhoe ist ein unangenehmes Symptom, das auch gesundheitsgefährdend sein kann, da es meist auf eine Infektion hinweist. Mögliche Ursachen für Diarrhoe sind:

  • Einnahme von Antibiotika. Bei manchen antibiotischen Medikamenten kann Diarrhoe als Nebenwirkung auftreten.
  • Zöliakie. Zöliakie ist eine Erkrankung, die den Dünndarm von Menschen mit Glutenunverträglichkeit schädigt, Gluten ist ein Protein, das vor allem in Weizen, Roggen und Gerste vorkommt.
    Zöliakie verursacht eine osmotische Diarrhoe, die durch eine große Wassereinlagerung im Dickdarm gekennzeichnet ist.
  • Morbus Crohn. Eine entzündliche Erkrankung, die meist im letzten Abschnitt des Dünndarms (Ileum) vorkommt und Darmschwellungen verursacht. Morbus Crohn kann auch im Dickdarm auftreten und entzündlichen Durchfall (mit Eiter und Blut im Stuhl) verursachen.
  • Divertikulitis. Eine Divertikulitis ist eine Entzündung kleiner Einbuchtungen (Divertikeln), die sich in der geschwächten Muskelwand des Dickdarms bilden können.
  • Dysenterie (Ruhr). Dysenterie ist eine Entzündung des Darms, die von starkem Durchfall und Blutungen im Darm begleitet ist und durch Trinkwasser verursacht wird, das einen Parasiten namens Entamoeba histolytica enthält.
  • Lebensmittelvergiftung. Der Verzehr von verdorbenen oder verunreinigten Speisen, die schädliche Mikroorganismen oder giftige Substanzen enthalten.
  • Diarrhoe infektiösen Ursprungs. Diarrhoe, die durch bakterielle oder virale Infektionen verursacht wird. Häufig ist die bakterielle Diarrhoe auf das Bakterium Campylobacter jejuni zurückzuführen.
  • Reizdarmsyndrom (RDS). RDS ist eine Erkrankung, bei der Muskelkontraktionen forciert auftreten (funktionelle Diarrhoe)
  • Laktoseintoleranz. Die Unfähigkeit, eine größere Menge Lactose zu verdauen.
  • Malabsorbtion. Der Dünndarm absorbiert wenige Nährstoffe und verursacht einen fetthaltigen chronischen Durchfall mit Völlegefühl und Blähungen.
  • Colitis ulcerosa. Colitis ulcerosa ist eine Entzündung der Dickdarminnenwand, gekennzeichnet durch offene Wunden, die auf der Schleimhaut entstehen.
  • Virale Gastroenteritis oder Darmgrippe. Eine durch ein Virus verursachte Entzündung des Verdauungstraktes. Wenn sie nach einer Reise ins Ausland auftritt, wird sie auch Reisedurchfall genannt.
  • Kolorektaler Tumor, verursacht wässrigen Durchfall (flüssig).
  • Stress und Angst können eine nervöse Colitis auslösen.
  • In den ersten Schwangerschaftswochen kann man Aufgrund von Übelkeit und Erbrechen unter Durchfall leiden, da sie eine korrekte Ernährung unmöglich machen.
  • Übermäßige sportliche Aktivität.


Welches sind die Symptome der Diarrhoe?

Meist verursacht Diarrhoe Symptome wie:

  • Bauchschmerzen
  • Blähungen
  • Krämpfe
  • Häufigen und flüssigen Stuhlgang
  • Übelkeit
  • Stuhldrang

Bei Erwachsenen ist ein vorübergehender Durchfall meist nicht schädigend, kann aber manchmal auf ernstere Probleme hinweisen.
Aufgrund ihres geringeren Körpervolumens können bei Kindern mit anhaltendem Durchfall schwerwiegende Folgen auftreten.
Neugeborene und Säuglinge sollten weiterhin gestillt werden, um eine Dehydratation zu vermeiden, zudem hat Muttermilch antibakterielle Eigenschaften hat.

Naturheilmittel zum Eindämmen der Diarrhoe

Kalorienmenge erhöhen. Kleine und häufige Mahlzeiten und Snacks zu sich nehmen. Keine großen Mengen auf einmal essen, da dies den Durchfall verschlimmern könnte. Nahrungsaufnahme über den ganzen Tag verteilen, oft kleine Snacks zu sich nehmen.


Lebensmittel mit Probiotika essen. Probiotika sind natürlicherweise in allen Joghurts enthalten und sind bei unterschiedlichen Arten von Diarrhoe wohltuend, auch bei Diarrhoe, die infolge einer Krebsbehandlung durch Chemotherapie oder Radiotherapie auftritt.

Kälte vermeiden. Der Bauch sollte immer gut bedeckt sein.

Menschen haben eine unterschiedliche Toleranz auf Lebensmittel. Vermeiden Sie Speisen, die Krämpfe, Blähungen und Durchfall verursachen.

Wenn Krämpfe auftreten, sollte man Speisen vermeiden, die Gase produzieren, wie:

  • Kohlensäurehaltige Getränke
  • Bier
  • Hülsenfrüchte (Bohnen, Erbsen, Kichererbsen oder Linsen)
  • Kraut
  • Brokkoli
  • Blumenkohl
  • Stark gewürzte Speisen
  • Kaugummi

Lebensmittel, die mit Zimmertemperatur verzehrt werden, sind besser verträglich als heiße oder kalte Speisen.

BRAT-Diät bei Diarrhoe

Seit längerer Zeit raten Ärzte und Krankenpersonal Diarrhoe-Patienten, eine BRAT-Diät zu befolgen.
BRAT steht als Akronym für Banane, Reis, Apfelmus und Toastbrot; oft bewirken diese Lebensmittel, dass der flüssige Stuhl „kompakter“ wird.
Zusätzlich können auch andere Lebensmittel bei Durchfall helfen.
Wenn man die richtigen Speisen kennt und weiß, welche man vermeiden sollte, hilft das, besser mit den Symptomen umzugehen.
Bei einer schwerwiegenden Diarrhoe ist diese Art der Diät ohne andere Lebensmittel empfohlen.


Banane
Bananen können dazu beitragen, den Durchfall und die damit verbundenen Symptome zu lindern. Bananen wirken adstringierend und sind „festigende“ Lebensmittel. Daher helfen sie, die Form des Stuhls zu verbessern, damit er langsamer durch den Darm wandert. Bananen enthalten viel Kalium, einen lebenswichtigen Nährstoff, der bei Durchfallattacken und Erbrechen oft aufgebraucht wird.
Dieses Lebensmittel eignet sich besonders für das Frühstück.

Vollkornreis und Kartoffelpüree
Dank des geringen Ballaststoffgehalts sind diese Stärken für den Gastrointestinaltrakt leicht verdaulich. Reis und Kartoffeln sollte man pur verzehren; Butter hat einen erhöhten Fettgehalt und kann das Verdauungssystem irritieren und Darmkrämpfe verursachen.

Apfelmus
Das in Apfelmus enthaltene Pektin hilft, den Stuhl zu verfestigen und könnte zur Linderung der Durchfallsymptomatik beitragen. Der natürliche Zucker des Apfelmus hilft, die während der Krankheit verlorene Energie wiederzugewinnen. Dieses Nahrungsmittel eignet sich, weil es sanft ist und vom Organismus gut toleriert wird.

Diät bei Durchfall
Diät bei Durchfall

Toastbrot
Getoastetes Brot kann Durchfall lindern, indem es dem Stuhl Masse verleiht. Pur gegessen ist es eine leichte Speise, die Kohlenhydrate enthält, die den Energiehaushalt unterstützen.

Heidelbeeren
Berichten zufolge soll es helfen, getrocknete Heidelbeeren zu kauen oder aus zerdrückten getrockneten Heidelbeeren einen Tee aufzubrühen und etwa 10 Minuten ziehen zu lassen.
Die Nützlichkeit von Heidelbeeren bei Diarrhoe scheint darauf zurückzuführen zu sein, dass sie Gerbstoffe enthalten, die auf das Gewebe adstringierend wirken und die Entzündung und Sekretion von Schleim und Flüssigkeiten verringern. Heidelbeeren enthalten auch sogenannte Anthocyane, die antibakterielle Eigenschaften aufweisen, und sind eine reichhaltige Quelle für Antioxidantien. Zudem sind Heidelbeeren eine weitere Quelle für den löslichen Ballaststoff Pektin.

Pfefferminztee
Pfefferminze hat eine beruhigende Wirkung auf den Magen-Darm-Trakt. Man geht davon aus, dass sie Muskeln entlang des Darms beruhigt und entspannt und so Krämpfe lindert. Pfefferminze scheint auch für die Reduzierung von Darmgasen sehr wirksam zu sein.

Probiotika
Probiotika enthalten lebende Bakterien, die den gesunden Bakterien ähneln, die sich normalerweise im Verdauungstrakt befinden. Probiotika können die Anzahl der vorhandenen gesunden Bakterien erhöhen, um Keime im Verdauungstrakt zu bekämpfen. Es gibt einige Probiotika-Ergänzungsmittel. Die nützlichen Bakterien sind auch im Joghurt vorhanden.

Etwa 24 bis 48 Stunden nach Abklingen der Symptome sollte man eine Standarddiät mit Obst und Gemüse beginnen. Für eine Woche sollte man folgende Lebensmittel vermeiden:

  • Rohes Gemüse
  • Käse
  • Kaffee
  • Milch
  • Gebratene oder fetthaltige Lebensmittel

Menschen, die eine vegetarische Diät bevorzugen, sollten Lebensmittel gekocht verzehren und nicht roh.
Einige rohe Obst- und Gemüsesorten können die Diarrhoe verschlimmern. Man sollte Suppen mit gekochten Spargelspitzen, Rüben, Karotten, geschälten Zucchini, Champignons oder Sellerie versuchen; auch Tomatensauce oder Ofenkartoffeln ohne Schale bieten sich an.

Die Dukan-Diät ist reich an Eiweiß und enthält viel Fleisch und Fisch, die gegen Diarrhoe förderlich sind.
Ein Problem dieser Diät ist, dass sie Nieren und Leber überlasten kann und dazu das Blut ansäuert.

Flüssigkeitszufuhr

Viele Menschen denken, dass Trinken von Flüssigkeiten den Durchfall verschlimmern kann. Das stimmt allerdings nicht.
Im Gegenteil sollte man viel Flüssigkeit zu sich nehmen, um die verlorenen Elektrolyte zu ersetzen.
Doch Wassertrinken reicht nicht aus, man sollte auch anderen Flüssigkeiten zu sich nehmen, wie:

  • Suppen
  • Gemüse- und Fruchtsäfte
  • Tee mit Zitrone
  • Reis- oder Sojamilch

Bei einer leichten Diarrhoe besteht keine Gefahr der Dehydratation, aber trotzdem sollte man viel trinken.
Wenn man die richtigen Flüssigkeiten zu sich nimmt, kann man den richtigen Elektrolytspiegel leicht wiederherstellen.
Einige Methoden zum Flüssigkeitsersatz bei Dehydratation sind das Trinken von Reismilch oder einer Mischung aus Zucker und Salz in einer Tasse Wasser.
Kräutertees bilden mit die beste Art der Flüssigkeitszufuhr für den Darm.
Ein an Durchfall erkrankter Mensch sollte 8-10 Gläser der oben genannten Flüssigkeiten trinken.
Kinder und ältere Menschen neigen eher zur Dehydratation, da sie im Allgemeinen weniger trinken.

 

Darm,Verdauung,Dickdarm

Lebensmittel, die man bei Durchfall vermeiden sollte

Wir haben bereits darüber gesprochen, welche Lebensmittel man bei Diarrhoe verwenden sollte. Es ist allerdings ebenso wichtig zu wissen, welche Lebensmittel einen Durchfall verursachen.
Man sollte, bis auf Joghurt, Milchprodukte vermeiden.
Das liegt daran, dass bei Durchfall der Vorrat des Enzyms Lactase im Körper erschöpft ist, das die Verdauung von Lactose unterstützt.
Alkohol, Koffein und kohlensäurehaltige Getränke sollten vermieden werden. Bei einem gesunden Menschen verursachen sie keinen Durchfall, doch wenn jemand unter Diarrhoe leidet, reizen Sie den Magen.
Man sollte den Verzehr von ballaststoffreichen Lebensmitteln wie Nüssen, Samen, getrockneten Früchten oder Vollkornprodukten vermeiden.
Auch scharfe Speisen, gebratene Eier oder andere gebratene Lebensmittel und Lebensmittel mit hohem Zuckergehalt können den Stuhlgang stimulieren.

Ballaststoffreiche Lebensmittel, die eine Diarrhoe verschlimmern können, sind: getrocknete Bohnen, Mais, bestimmte Gemüsesorten (zum Beispiel Kopfsalat und Tomaten) und Gartengemüse.

  • Obst und Fruchtsäfte enthalten Fructose, die den Durchfall verschlimmern kann.
  • Marmelade enthält Früchte und Zucker.
  • Koffeinhaltige Getränke (wie Kaffee und Tee) können eine abführende Wirkung haben.
  • Alkoholische Getränke (wie Bier, Wein und Schnaps) können eine Diarrhoe verschlimmern.
  • Fettes Fleisch (wie Bauchspeck und Mortadella) können eine Diarrhoe verschlimmern.
  • Auch frittierte Speisen, Gebäck und Pommes Frites enthalten viel Fett und können den Durchfall verschlimmern.
  • Mononatriumglutamat (ein Geschmacksverstärker) kann Diarrhoe verschlimmern.
  • Große Mengen von Nüssen oder Nussbutter können die Symptome verstärken.
  • Konzentrierte Süßspeisen können die Symptome verstärken.
  • Getrocknete Früchte wie Feigen, Datteln, Rosinen und Pflaumen können abführend wirken.
  • Pflaumensaft kann eine abführende Wirkung haben.
  • Pfefferminzbonbons und Kaugummi ohne Zucker enthalten Süßstoffe wie: Sorbit, Mannit und/oder Xylit, die abführende Wirkung haben können.
  • Pizza sollte man vermeiden, da sie Tomaten und Mozzarella enthält.
  • Die echte schwarze Lakritze (nicht das Lakritzbonbon) kann abführend wirken.

Neben der Wahl der Lebensmittel, die irritierend wirken können, gibt es viele Nahrungsergänzungsmittel, die häufigere Darmentleerungen verursachen und damit die Diarrhoe verschlimmern können.

 

Ergänzungsmittel, die gegen Durchfall helfen Ergänzungsmittel, die die Symptome verschlimmern können
Flohsamen Aktivkohle
Abrieb von Brombeerwurzeln (als Tee verwendet) Bienenpollen
Probiotika Borretschöl
Pektin Bovines Kolostrum
Cayenne-Pfeffer
Chlorophyll
Leinsamenöl
Glucosamin
Guaraná
Mate