Juckreiz im Intimbereich


Viele Frauen leiden unter Juckreiz im Intimbereich und anderen Symptomen, wie Brennen und Ausfluss; in der Regel machen sie einen Pilz dafür verantwortlich.

Wenn keine schweren Infektionen vorliegen, handelt es sich sehr wahrscheinlich um eine Reizung des Genitalbereichs, also eine Hautreaktion an einer sehr empfindlichen Stelle.

Das Jucken in der Leistengegend und im Genitalbereich kann durch Bakterien verursacht werden, aber die häufigste Ursache ist eine Pilz-Infektion.

 

Eine Schwangerschaft ist durch ein hormonelles Ungleichgewicht gekennzeichnet. Dadurch können starke Stimmungsschwankungen auftreten.
Die Hormone können auch ein Ungleichgewicht zwischen nützlichen und schädlichen Bakterien in der Scheide verursachen.
Als Folge treten Symptome wie Juckreiz, übelriechender Ausfluss oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr auf.
Diese Situation wird vom Arzt häufig als Pilz diagnostiziert.
Eine weitere mögliche Ursache für intimen Juckreiz in der Schwangerschaft ist die Einlagerung von Wasser im Gewebe, wodurch die Durchblutung verlangsamt wird.

 

Intimer Juckreiz bei Kindern

Bei Kindern kann der Juckreiz im Genitalbereich durch das Scheuern der Windel oder durch Kontakt mit Urin entstehen.

 


Intimer Juckreiz bei älteren Frauen

Ältere Frauen können an Juckreiz leiden, weil sie aufgrund der Östrogenabnahme eine verminderte Scheidenfeuchtigkeit aufweisen.
Eine trockene Scheide kann Juckreiz verursachen.

 

Intimer Juckreiz bei Männern

Auch bei Männern kann sich Juckreiz im Genitalbereich bemerkbar machen, kommt aber im Gegensatz zu Frauen wesentlich seltener vor.
Mögliche Gründe dafür sind Infektionen (Kandidose oder Herpes genitalis), Pilze, Allergien, Reibung und Intimenthaarung.

 

Ursachen für Juckreiz im weiblichen Genitalbereich

Infektionen

Pilz
Eine Pilzinfektion entsteht durch die Vermehrung des Candida-Pilzes, wodurch das natürliche Gleichgewicht der Hormone und Bakterien in der Scheide gestört wird.
Symptome: vor allem Hautreizung oder Jucken, die eine Woche vor der Menstruationsblutung zunehmen.
Auch Brennen beim Wasserlassen gehört zu den Symptomen.
Man kann einen schwachen, weitgehend geruchsneutralen Ausfluss aus der Scheide beobachten.

Genitalherpes (Herpes genitalis)
Herpes genitalis ist eine sexuell übertragbare Krankheit.
Ausgelöst wird er durch den Herpes-simplex-Virus.
Zu den Symptomen gehören: Bläschen in der betroffenen Region, die ab dem 5. und 14. Tag zu Geschwüren werden.


Trichomoniasis
Trichomoniasis ist eine durch Parasiten ausgelöste, sexuell übertragbare Infektion.
Symptome:

  • Juckreiz in der Oberschenkelinnenseite,
  • Schmerzen oder Beschwerden beim Geschlechtsverkehr,
  • gelb-grünlicher, dünnflüssiger, schaumiger Ausfluss,
  • Juckreiz am äußeren Genitalbereich,
  • Schwellung der Schamlippen,
  • unangenehmer Vaginalgeruch.

Tinea inguinalis
Es handelt sich um eine Pilzinfektion in der Leistengegend.
Symptome:

  • Juckreiz am Anus oder in der Leistenregion;
  • Bildung von schuppigen, roten Flecken;
  • Juckreiz, Hautausschlag und wunde Stellen.

Krätze
Die Krätze ist eine Hautkrankheit, die durch kleine Milben verursacht wird.
Symptome: weißlicher Ausfluss mit Fischgeruch, leichter Juckreiz.

Bakterielle Vaginose
Die bakterielle Vaginose ist eine leichte Infektion, die durch ein gestörtes Ungleichgewicht von guten und schlechten Scheidenbakterien verursacht wird.
Symptome: weißlicher, gelblicher oder gräulicher Ausfluss mit Fischgeruch.
Sie kann auch symptomfrei auftreten.

Allergie
Tritt der Juckreiz nach der Monatsblutung auf, könnte dies eine allergische Reaktion auf die Damenbinde sein.

Enthaarung
Bei der Intimenthaarung wird die Haut gereizt und es entstehen juckende Pickel.

 

Hautkrankheiten

Schuppenflechte (Psoriasis)
Diese häufig auftretende Krankheit verursacht starken Juckreiz, besonders im Genitalbereich und kann auch die Leistengegend und den Anus erreichen.
Zeichen einer Schuppenflechte: schuppige und gerötete Haut.

Neurodermitis oder atopisches Ekzem
Dies ist eine chronische Hautkrankheit, die sich durch Entzündung und Jucken der Haut kennzeichnet.
Symptome eines Ekzems: anhaltender uns zuweilen sehr starker Juckreiz.

Lichen sclerosus
Lichen sclerosus ist eine weitere chronische Hautkrankheit, die extremen Juckreiz im äußeren Genitalbereich und eine dadurch bedingte Umformung der Haut verursacht.

Lichen planus
Lichen planus ist eine Hauterkrankung, die zu Vulvakrebs führen kann. Es können auch andere Körperstellen befallen sein, vor allem Mund und Hände.
Beschwerden beim Geschlechtsverkehr, begleitet durch Blut und Schmerzen.

Lichen simplex
Ähnlich wie der Lichen sclerosus ist auch der Simplex eine chronische Hauterkrankung, die Striemen, Juckreiz und eine Verdickung der Haut verursacht.

Allergie 
Allergien und Unverträglichkeiten können Rötung und Juckreiz verursachen. Der Genitalbereich reagiert sehr empfindlich auf chemische Substanzen, vermutlich weil es ein feuchtes und warmes Gebiet ist.
Diese Bedingungen begünstigen die Aufnahme von chemischen Substanzen über die Haut.
Man kann gegen jede chemische Substanz, die mit denen die Haut in Berührung kommt, eine Allergie entwickeln, wie zum Beispiel:

  • Hautcreme,
  • parfümierte Seifen, Badezusätze, Shampoo,
  • Desinfektionsmittel,
  • Waschpulver und Weichspüler,
  • Damenbinden,
  • Deos (einschließlich Intimsprays).
  • Übertriebenes Waschverhalten kann die Haut reizen. Der Intimbereich muss nicht mehrmals täglich gewaschen werden, einmal am Tag ist völlig ausreichend.
  • Eine Intimenthaarung mit Rasierer (nass und trocken), Enthaarungscreme oder -wachs führt häufig zu Hautreizungen und verursacht Schwellung, Rötung und in einigen Fällen einen unangenehmen Juckreiz an der äußeren Scheidenregion.
  • Die Antibabypille kann Juckreiz im Genitalbereich hervorrufen, weil die den Hormonhaushalt der Frau verändert, was wohlmöglich zu einer trockenen Scheide führt.

Bei einer allergisch bedingten Hautverletzung können Blutflecken in der Unterwäsche zu sehen sein.

Tumor
Die vulväre intraepitheliale Neoplasie (VIN) tritt in der Regel bei älteren Frauen auf und führt zu Juckreiz an einer kleinen Stelle, weil sich die Haut dort verändert hat. Es besteht die Gefahr, dass sich hier ein Vulvakarzinom entwickelt, deshalb ist ein Arztbesuch wichtig. Vulvakrebs kommt sehr selten vor und trifft normalerweise ältere Frauen; der Juckreiz kann ein erstes Zeichen sein, aber es kann auch eine Anschwellung oder Wunde vorliegen.

Juckreiz am männlichen Penis
Juckreiz am Penis ist ein äußerst unangenehmes Gefühl, das das ständige Bedürfnis sich zu kratzen hervorruft. Dazu können rote Flecken, Farbverlust oder Knoten auf den Genitalien und im Bereich der Hoden auftreten.
Zu den Begleitsymptomen des Juckreizes gehören Brennen, Schmerzen, Rötung, Schwellung, Bildung von Krusten, Bläschen und Narbengewebe.

Sexuell übertragbare Infektionen sind die Hauptursache für Juckreiz bei Männern nach dem Geschlechtsverkehr.
Zu den Ursachen gehören Pilzinfektionen, Krätze, Läuse, enge Unterwäsche, allergische Reaktionen, Reibung der Haut, Bakterieninfektionen und andere Krankheiten, die denen ähneln, die auch vaginalen Juckreiz hervorrufen.
Tritt der Juckreiz nur hin und wieder auf, kann unzureichende Intimhygiene dafür verantwortlich sein.

Nahrungsmittel, die Hautprobleme verursachen können

Süßspeisen,Ernährung,Juckreiz,Intimbereich,Schmerz,verschlechtern Eine zucker- und kohlenhydratreiche Ernährung ist eine ideale Nahrungsquelle für die Pilze im Darm.
Dieses Problem lässt sich mit einer gesunden Ernährung lösen; auf Bier, Wein und gereiften Käse sollte verzichtet werden.
Auch Wurstwaren, scharfe Speisen und Gewürze wie Chili sind zu vermeiden, weil sie die Entzündung der Schleimhäute begünstigen können.

 

Wie lange dauert es, bis der Juckreiz geheilt ist?

Das Problem lässt sich nicht im Laufe einer Nacht lösen und eine präbiotische und probiotische Tablettenbehandlung muss für mindestens 6 Monate verfolgt werden, auch länger, wenn die Probleme andauern.
Sekundärinfektionen müssen von einem Arzt diagnostiziert werden.

Die Pilze Trichophyton rubrum und Candida albicans befallen die obere Hautschicht; wenn eine Wunde vorliegt, kann jedoch eine Bakterieninfektion entstehen.
In diesem Fall muss sofort ein Arzt aufgesucht werden, der die geeignete Medizin verschreiben wird.

 

Therapie bei Juckreiz im Intimbereich

Medikamente

Kortisonhaltige Salben
Eine topische kortisonhaltige Salbe kann den Juckreiz lindern.
Die Salbe wird direkt auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen.
Dann sollten diese mit in Wasser oder anderen Lösungen angefeuchteter Watte abgedeckt werden. Die Feuchtigkeit unterstützt die Haut bei der Aufnahme der Salbe.

Orale Antihistaminika  
Diese Arzneimittel umfassen die oral verabreichten Antihistaminika gegen die Allergien, die Juckreiz durch Hautentzündungen verursachen können.

Antibiotika und Antimykotika
Ein Antibiotikum ist nur bei einer bakteriellen Infektion indiziert, andernfalls richtet es eher Schaden an, weil es auch alle Bakterien beseitigt, die natürlicherweise in der Scheide vorkommen.
Gentalyn beta wird häufig verwendet, enthält ein Antibiotikum (Gentamicin)  und Glucocorticoid (Betamethason).
Metronidazol wird am häufigsten bei einer bakteriellen Vaginose verschrieben.
Arzneimittel mit pilzabtötenden Wirkstoffen (Antimykotika) sind nützlich bei der Behandlung von pilzbedingtem Juckreiz.
Am häufigsten wird der Wirkstoff Clotrimazol (CANESTEN ®) verschrieben, der als Pulver, Salbe oder Spray Anwendung findet.

Vagisan, Gynokadin, Deumaven usw.
Bei Juckreiz im Intimbereich können diese Salben Linderung verschaffen; Vagisan enthält Clotrimazol, Gynokadin enthält Estradiol und Deumaven besteht aus Paraffinen.
Bei Mädchen, schwangeren und stillenden Frauen ist von einer Anwendung abzusehen.

Tantum Rosa
Dieses Arzneimittel mit dem Wirkstoff Benzydaminhydrochlorid findet bei Juckreiz, Scheidenentzündungen und -reizungen Anwendung.

 

Was tun, wenn der Juckreiz nicht nachlässt?

Natürliche Heilmittel gegen intimen Juckreiz
Zunächst sollte ein Arzt oder Gynäkologe konsultiert werden, damit der Juckreiz richtig behandelt werden kann.
In manchen Fällen kann eine Selbstbehandlung die Situation verschlimmern.
Es gibt jedoch allgemeine Maßnahmen, mit denen sich der Juckreiz lindern lässt.

Häufiges Waschen ist zu vermeiden; der Genitalbereich sollte nur einmal täglich mit milden Produkten gewaschen werden.
Da der Juckreiz oft durch Allergien, Reizungen oder Infektionen ausgelöst wird, sollte auf Kosmetikprodukte und Waschmittel verzichtet werden, die schädliche chemische Substanzen enthalten.
Zu vermeiden sind beispielsweise parfümierte Waschlotionen, Shampoos und Seifen, antiseptische oder spezielle Produkte zur Intimhygiene.
Beim Duschen sollte darauf geachtet werden, dass das Shampoo nicht in den Genitalbereich läuft, am besten werden die Haare separat gewaschen, um eine direkte Berührung auszuschließen.
Auch der Kontakt mit Kondomen oder spermatötenden Gleitmitteln ist zu vermeiden. Die Verwendung von Hautcremes, pilztötenden Cremes unterbrechen, wenn nach einer Woche keine Besserung zu verzeichnen ist.
Kein Kontakt mit Chlorwasser, von Schwimmbadbesuchen ist abzusehen.
Abwarten, bis der Intimbereich vollständig trocken ist, bevor die Unterwäsche angezogen wird.
Keine Unterhosen aus synthetischen Stoffen verwenden, sondern solche aus Baumwolle. Unterwäsche häufig wechseln, vor allem nach dem Schwitzen.
Slipeinlagen und parfümierte Damenbinden vermeiden, wie auch farbiges Toilettenpapier.
Die Depilation der Schamhaare kommt nicht in Frage.
Enge Hosen oder Leggins meiden; so kann Luft im Genitalbereich zirkulieren.
Es können feuchtigkeitsspendende Produkte verwendet werden, die den Juckreiz lindern;  besonders sinnvoll ist es, wenn sie vor dem Auftragen im Kühlschrank gekühlt werden.
Möglichst nicht Kratzen, sonst wird das Jucken noch verstärkt.
Wenn auf das Kratzen nicht verzichtet werden kann, vor allem nachts, sollte die Fingernägel sehr kurz schneiden. Auch das Tragen von Baumwollhandschuhen kann hilfreich sein, um weitere Reizungen und Infektion zu vermeiden.
Wenn man vor lauter Jucken nicht schlafen kann, könnte vor dem Schlafengehen ein Antihistaminikum eingenommen werden.

Hausmittel gegen vaginalen Juckreiz
Nachfolgend eine Liste mit Hausmitteln, die bei intimem Juckreiz Erleichterung verschaffen können und in jedem Haushalt anzutreffen sind.
Diese natürlichen Hausmittel wurden von betroffenen Personen erfolgreich ausprobiert und zusammengetragen.

Aus dem Kühlschrank
Eispackungen

Kalte Packungen oder Eisbeutel gegen das Jucken und Brennen im Genitalbereich.
Das Eis “betäubt” die Nervenenden und lindert somit die Beschwerden.
Wird die Kältepackung für etwa 20 Minuten im Intimbereich positioniert, tritt eine sofortige Erleichterung auf.

Ein Glas Milch oder Naturjoghurt am Tag hält die Scheidenflora gesund.
Beide Milchprodukte sind lassen sich auch gut zur äußeren Behandlung bei Juckreiz im Intimbereich einsetzen.

Sie werden direkt auf die juckenden Hautstellen aufgetragen und nach etwa 15 Minuten Einwirkzeit mit kaltem Wasser abgespült.
Ein mit Naturjoghurt getränkter Tampon kann in die Scheide eingeführt werden, um die Reizung zu lindern.
Auch der Tampon wird nach circa 15 Minuten entfernt und die Scheide mit kaltem Wasser abgespült.

Aus der Küche

Knoblauch
Knoblauch ist ein starkes Antimykotikum (Pilzmittel). 3-4 Tage lang häufig Knoblauch essen hilft, den Juckreiz zu lindern.

Salzbad
1/2 Tasse Salz in der vollen Badewanne auflösen. In der Wanne sitzend einen Finger in die Scheide einführen, damit das salzige Wasser eintreten kann. Den Finger wieder herausziehen und 10-15 Minuten entspannen.
Wird solch ein Salzbad an 2 bis 3 Abenden in Folge angewendet, sollten Juckreiz und Reizung im Genitalbereich nachlassen.

Lakritzpulver
Eine Waschlotion herstellen; dazu 1 TL Lakritzpulver in einem ½ Liter heißen  Wasser auflösen. 20 Minuten stehen lassen. Nach dem Abkühlen zum Waschen verwenden.

Lösung auf Pflanzenbasis – Labisia pumila (Kacip Fatimah)
Labisia pumila ist eine Pflanze, die wegen ihrer antiseptischen und adstringierenden Wirkung (das heißt sie kann Absonderungen und Blutungen mindern oder blockieren) in den orientalischen Kulturen große Beachtung findet.
Sie wird mit Manjakani gemischt; auf diese Weise entsteht eine seifenfreie Waschsubstanz für Frauen, die hilfreich zum Vorbeugen von Scheidenjuckreiz und Ausfluss sein kann.

Ein sehr gutes Heilmittel ist Teebaumöl. Einige Tropfen in einer Wasserschüssel auflösen und mindestens eine Woche lang morgens und abends damit waschen.