Behandlung von Eierstockkrebs

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es für epithelialen Eierstockkrebs?

Zu den Behandlungsoptionen gehören chirurgischer Eingriff, Chemotherapie und zuweilen Strahlentherapie.

Die empfohlene Behandlungsform hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie Tumorstadium und Allgemeinzustand.
Der Spezialist wird die Vor- und Nachteile der Therapie, Erfolgsaussichten, möglichen Nebenwirkungen und Einzelheiten zu den speziellen Behandlungsmöglichkeiten des vorliegenden Tumortyps und -stadiums darlegen.


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Patientin und Arzt müssen auch das Behandlungsziel besprechen.
Zum Beispiel:
In manchen Fällen zielt die Behandlung darauf ab, den Eierstockkrebs zu heilen. Die Ärzte verwenden vorzugshalber den Begriff Rückbildung. Rückbildung bedeutet, dass nach der Therapie kein Zeichen mehr von Krebs vorliegt.
In manchen Fällen kommt der Tumor jedoch nach Monaten oder Jahren zurück.
Deshalb sind die Ärzte zuweilen vorsichtig mit dem Wort „Heilung“.

In anderen Fällen wird die Behandlung nur zur Kontrolle des Tumors eingesetzt. Kann die Therapie den Krebs auch nicht heilen, können Wachstum und Ausbreitung häufig eingeschränkt und das Fortschreiten der Krankheit somit verlangsamt werden.
Auf diese Weise wird den Symptomen eine Weile Einhalt geboten.

In wieder anderen Fällen soll die Behandlung die Symptome lindern. Ist der Tumor fortgeschritten, können beispielsweise Schmerzmittel oder andere Maßnahmen schmerz- und symptomlindernd eingesetzt werden.
Manche Therapien helfen, die Größe des Tumors zu verringern, auf diese Weise lassen sich Symptome und Schmerzen lindern, wie Schmerzen an den Eierstöcken.

 

Operation

In den meisten Fällen wird eine Operation empfohlen. Wenn sich der Tumor noch im Anfangsstadium befindet (er ist auf den Eierstock begrenzt und hat sich nicht ausgebreitet), kann ein chirurgischer Eingriff zur Entfernung des betroffenen Eierstocks und dem dazugehörigen Eileiter als Behandlungsform bereits ausreichend sein.
Oftmals hat der Tumor jedoch bereits die naheliegenden Strukturen infiltriert oder sich im Körper ausgebreitet.
In diesem Fall fällt die Operation umfangreicher aus.
Beispielsweise können bei der OP zusätzlich zum betroffenen Eierstock auch die Gebärmutter, der andere Eierstock und andere befallene Regionen im Unterleib entfernt werden.

Beim Eingriff kann der Chirurg eine Gewebeprobe der Bauch- und Unterleibsstrukturen (z.B. aus Beckenboden oder Lymphknoten) entnehmen und untersuchen lassen (Biopsie).
Das entnommene Material wird unter dem Mikroskop analysiert, um festzustellen, ob die Tumorzellen bereits auf diese Strukturen übergegriffen haben. Auf diese Weise lässt sich eine genaue Stadieneinteilung des Krebses vornehmen, was eventuell weitere Therapiemaßnahmen erforderlich macht.

 

Chemotherapie

Die Chemotherapie behandelt den Krebs mit Antikrebsmitteln, um die Krebszellen zu zerstören bzw. Zellteilung und -wachstum zu unterbinden.
Meistens werden die bei OP oder Biopsie entnommenen Zellen im Labor untersucht, um das Rezidivrisiko des Krebses zu kontrollieren.
Bei hohem Risiko wird eine Chemotherapie durchgeführt.
Zuweilen wird die Chemotherapie vor dem chirurgischen Eingriff injiziert, um die Größe des Tumors zu verringern.
Das macht den Eingriff möglicherweise einfacher und die Erfolgsaussichten größer.
Mitunter wird nach einem Chemozyklus eine zweite OP angesetzt.
Die dient der Inspektion des Unterleibs; dabei kann das erfolgreiche Wirken der Chemotherapie überprüft und krebsartiges Gewebe beseitigt werden, das bei der ersten OP nicht entfernt wurde, aber sich nun durch der Chemotherapie verringert hat.

Die chemotherapeutischen Medikamente töten die Tumorzellen ab, können jedoch auch die gesunden Zellen schädigen. Der Arzt muss dafür Sorge tragen, die Nebenwirkungen, die von Art und Dosierung des Medikaments und der Behandlungsdauer abhängig sind, so minimal wie möglich zu halten.
Häufige Nebenwirkungen einer Chemotherapie sind:

  • Übelkeit und Erbrechen,
  • Appetitlosigkeit,
  • Haarausfall,
  • Hautausschlag an Händen und Füßen,
  • wunde Stellen im Mund.

Die Chemotherapie kann die Blutzellenproduktion im Knochenmark schädigen, deshalb können die Patienten unter Blutzellenarmut leiden.
Mögliche Folgen:

  • höhere Wahrscheinlichkeit einer Infektion (wegen Mangel an weißen Blutkörperchen);
  • Blutung oder Bluterguss nach kleinen Schnitten oder Traumen (wegen Mangel an Blutplättchen);
  • Erschöpfung (wegen Mangel an roten Blutkörperchen).

Die meisten Nebenwirkungen verschwinden, wenn die Therapie beendet ist.
Die Haare wachsen wieder, auch wenn sie anders aussehen können.
Für viele der durch Chemotherapie bedingten Nebenwirkungen gibt es Mittel.
Beispielsweise lassen sich Übelkeit und Erbrechen sehr gut medikamentös verhüten bzw. behandeln.

 

Strahlentherapie

Die Strahlentherapie nutzt hochenergetische Strahlenbündel, die konzentriert auf das Tumorgewebe gerichtet werden.
Auf diese Weise werden die Krebszellen abgetötet bzw. ihr Wachstum gehemmt.
Die Strahlentherapie wird bei Eierstockkrebs selten angewandt.
Zuweilen wird sie nach der OP eingesetzt, um die Tumorzellen zu zerstören, die nach dem Eingriff im Körper verblieben sind.
Die Strahlentherapie kann auch zur Reduzierung von Sekundärtumoren eingesetzt werden, die sich in anderen Körperteilen gebildet haben und Schmerzen oder Symptome hervorrufen.

 

Behandlung von Eierstockkrebs

Wie Eierstockkrebs behandelt wird, hängt davon ab, wie weit die Krankheit fortgeschritten ist und wie weit sich der Krebs bereits auf andere Körperregionen ausgeweitet hat.
Die Klassifikation des Tumors wird vom Chirurg (Onkologe oder Gynäkologe) vorgenommen, wenn das Ovarialkarzinom entfernt wird.
Während der OP entnimmt der Chirurg kleine Gewebeproben an verschiedenen Punkten der Bauchhöhle (Biopsie).
Bei diesem Vorgang kann der Chirurg, je nach Stadium, nur den einen Eierstock plus Eileiter oder beide Eierstöcke, beide Eileiter und die Gebärmutter entfernen.

Außerdem wird der Chirurg versuchen, so viele Tumorzellen wie möglich zu entfernen.

Eierstockkrebs lässt sich in folgende Entwicklungsstadien unterteilen:
Erstes Stadium
Der Tumor begrenzt sich auf einen oder beide Eierstöcke.

In Phase II hat der Tumor einen oder beide Eierstöcke befallen und sich auf die Gebärmutter und/oder die Eileiter oder andere Beckenregionen ausgebreitet.

In Phase III  sind neben einem oder beiden Eierstöcken auch die Lymphknoten befallen oder der Bereich außerhalb des Beckens aber innerhalb der Bauchhöhle, die Außenseite der Leber oder des Darms.

In Phase IV sind ein oder beide Eierstöcke befallen und der Krebs hat sich jenseits der Bauchregion oder innerhalb der Leber ausgebreitet.

 

Behandlungsmöglichkeiten abhängig vom Krebsstadium

 

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Die Behandlung von Eierstockkrebs ist abhängig vom Krankheitsstadium, dem histologischen Zelltyp, dem Alter des Patienten und dem Allgemeinzustand.
Histologischer Zelltyp und Ausbreitung der Krankheit lassen sich aufgrund von Gewebeproben bestimmen, die der Chirurg bei der OP entnimmt und der Pathologe unter dem Mikroskop untersucht.

Behandlung von epithelialem Eierstockkrebs

Stadium I
Im ersten Stadium umfasst die Standard-Operation die Entfernung der Gebärmutter (Hysterektomie), beider Eierstöcke und Eileiter, des großen Netzes (Omentum majus), Biopsie der Lymphknoten und anderer Gewebestrukturen in Becken und Unterleib.
Jungen Frauen, bei denen der Krebsbefall auf einen Eierstock beschränkt ist, wird häufig nur dieser Eierstock mit dazugehörigem Eileiter entfernt (einseitige Salpingo-Oophorektomie), Gebärmutter und anderer Eierstock bleiben erhalten.
Auch wird das große Netz entfernt (Omentektomie); eventuell folgen weitere chirurgische Maßnahmen.
Nach Beurteilung des entnommenen Gewebes durch den Pathologen wird auf weitere Eingriffe verzichtet, wenn

  • sich der Tumor im Frühstadium befindet:
  • sich der Tumor in fortgeschrittenem Stadium befindet, aber die Patientin eine kombinierte Chemotherapie durchführen kann.

Stadium II
Die Behandlung umfasst praktisch immer eine Hysterektomie mit beidseitiger Adnexektomie, also Entfernung der Gebärmutter, beider Eierststöcke und beider Eileiter, sowie die vollständige Entfernung aller sichtbaren Krebsgeschwüre.
Des Weiteren werden die Lymphknoten und andere Gewebe aus dem Becken- und Bauchraum auf Krebs untersucht.
Nach der OP kann eine Kombinationsbehandlung mit Chemotherapie, mit oder ohne Strahlentherapie, erfolgen.

Stadium III
Die Behandlung ist dieselbe wie bei einem Ovarialkarzinom im zweiten Stadium.
Der OP kann eine Chemotherapie folgen, wie auch weitere chirurgische Eingriffe, um sämtliche Krebsrückstände aufzuspüren und zu entfernen.

Stadium IV
Die Behandlung sieht eine Operation vor, bei der möglichst das gesamte krebsartige Gewebe entfernt wird, gefolgt von Chemotherapie.

 

Wie ist die Prognose?

Eierstockkrebs hat gute Heilungsaussichten, wenn er in einem frühen Stadium entdeckt und behandelt wird, das heißt wenn er auf den Eierstock begrenzt ist und sich nicht ausgebreitet hat.
Leider werden die meisten Ovarialkarzinome nicht in der Frühphase diagnostiziert, denn die Symptome treten oft erst dann auf, wenn der Tumor schon eine gewisse Größe aufweist oder sich bereits ausgebreitet hat.
In dieser Situation ist die Behandlung weniger wirksam, aber immer noch möglich.
Allgemein lässt sich sagen, dass die Prognose immer schlechter wird, je weiter das Krebsstadium vorangeschritten ist. Wenn es dann auch keine definitive Behandlung gibt, kann die Therapie das Fortschreiten des Krebses verlangsamen.

Die 5-Jahres-Überlebensrate liegt im 1. Stadium bei etwa 85%, im 3. und 4. Stadium jedoch nur bei  30-40%.

Die Möglichkeiten der Krebsbehandlung befinden sich noch im Entwicklungsstadium, deshalb sind die Angaben zur Prognose allgemeiner Natur; wissenschaftliche Studien untersuchen die neuen experimentellen Therapieverfahren, die aber noch nicht abgeschlossen sind.
Der behandelnde Arzt kann genauere Informationen über die Heilungsaussichten der Patienten geben und erläutern, wie der Krebs auf die jeweilige Behandlungsform ansprechen kann.

 

Screening zur Früherkennung von Eierstockkrebs

Es wurde viele Untersuchungen angestellt, um herauszufinden, ob eine Früherkennung von Eierstocktumoren möglich ist und ob diese wirksamer behandelt werden können.
Dieses systematische Testverfahren wird als Screening bezeichnet.
Die ersten Ergebnisse einer  Testreihe, die bei Frauen nach den Wechseljahren durchgeführt wurde, sind vielversprechend.
Dabei wurde der Tumormarker CA125 im Blut gemessen oder ein vaginaler Ultraschall durchgeführt.
Bisher haben die Ergebnisse gezeigt, dass beide Screening-Verfahren geeignet sind, Eierstockkrebs im Frühstadium zu erkennen.
Die Messung des Tumormarkers CA125 ist jedoch etwas genauer. Die Verfahren befinden sich noch in der Entwicklung und es kann noch eine Weile dauern, bis man weiß, ob sie präzise genug sind, um landesweit als Vorsorgeuntersuchung angewendet zu werden.
Frauen mit höherem Eierstockkrebsrisiko sollten mit dem Arzt über einen Screening-Test sprechen.