Wächterlymphknoten – Entfernung und Biopsie

 

Ergebnisse der Biopsie des Wächterlymphknotens

Das Ergebnis der Biopsie des Wächterlymphknotens kann negativ oder positiv sein.

  1. Negativer Wächterlymphknoten: der Tumor ist im Lymphknoten nicht anwesend. Es werden keine anderen Lymphdrüsen entfernt.
  2. Positiver Wächterlymphknoten: Die Biopsie des Wächterlymphknotens zeigt an, dass sich der Krebs im Innern des Wächterlymphknotens entwickelt hat und in anderen naheliegenden Lymphknoten (regionale Lymphknoten genannt) und eventuell auch in anderen Organen vorhanden sein kann. Man kann weitere Lymphknoten in diesem Bereich entfernen.

 

Normale Biopsie des Wächterlymphknotens Abnormale Biopsie des Wächterlymphknotens
  • Der Farbstoff oder Marker fließt gleichmäßig zum Wächterlymphknoten.
  • Der Lymphknoten hat eine normale Anzahl von Lymphknotenzellen.
  • Die Struktur des Lymphknotens und die Zellen sind normal.
  • Keine Tumoren nachweisbar. Es ist möglich, dass der Patient einen gutartigen Tumor in einem Organ hat.
  • Der Farbstoff oder Marker fließt nicht gleichmäßig zum Wächterlymphknoten.
  • Der Wächterlymphknoten kann nicht identifiziert werden.
  • Man kann Tumorzellen sehen. Die Tumorzellen können aus dem Lymphknoten stammen, wie beim Hodgkin-Lymphom.
  • Die Tumorzellen können sich ausbreiten oder an andere Orte metastasieren, wie beim Brustkrebs oder beim Melanom.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In der Biopsie eines Wächterlymphknotens wird weniger Gewebe entnommen, aber dieses wird im Gegensatz zu einer standardmäßigen Lymphknotendissektion genauer analysiert.

  • Liegt ein Tumor vor, können mehrere Operationen erforderlich sein, um die anderen Lymphknoten zu kontrollieren.
  • Die Schwellung um den behandelten Bereich ist bei der Biopsie des Wächterlymphknotens weniger häufig als bei einer Lymphknotendissektion.
  • Der Farbstoff Methylenblau kann die Haut nach der Biopsie über mehrere Tage blau färben. Der Urin kann sich über 1 oder 2 Tage grün verfärben.
  • Es ist möglich, dass aus der kleinen Gewebeprobe bei einer Biopsie des Wächterlymphknotens ein falsch negatives Ergebnis entsteht.

 

Chirurgie bei Brustkrebs: die Quadrantektomie

Es gibt zwei Arten von Eingriff:

Mastektomie: sieht die vollständige Entfernung des Brustdrüsenkörpers vor. Dann wird eine Brustprothese eingesetzt, die ein gutes kosmetisches Ergebnis zeigt.

Quadrantektomie: eine Operation, bei der ein „Quadrant“ (etwa ein Viertel) der Brust entfernt wird, einschließlich des Gewebes, das den bösartigen Tumor umgibt. Man nennt sie auch eine partielle oder segmentale Mastektomie.

  • Diese verringert das Risiko, dass abnorme Zellen im Gewebe zurückbleiben und sich lokal oder zu anderen Orten des Körpers verbreiten (ein Prozess, der Metastasierung genannt wird).
  • In der Regel macht die Entfernung etwa ein Viertel der Brustgröße aus (daher „Quadrant“ in Quadrantektomie).
  • Dann wird das verbleibende Gewebe rekonstruiert, um die ästhetischen Defekte auf ein Minimum zu begrenzen, und vernäht.
  • Man kann vorübergehende Drainagen unter der Haut einlegen, um übermäßige Flüssigkeit aus der chirurgisch behandelten Region abzuleiten.
  • Bei einigen Patienten können Lymphknoten unter dem Arm (Achsellymphknoten genannt) auf der gleichen Seite des Tumors entfernt werden.
  • Man sollte so wenig Lymphknoten wie möglich entfernen, denn wenn zu viele davon entfernen werden, führt das zu schwerwiegenden Komplikationen, zum Beispiel zu einem Lymphödem des Armes.
  • Der Chirurg näht die Wunde mit resorbierbaren Fäden, die nicht entfernt werden müssen.


Ergebnisse
Bei den meisten Patienten tritt kein Rezidiv des Krebses auf nach:

  • Quadrantektomie,
  • Strahlentherapie.

Eine Studie hat Patienten über den Zeitraum von 20 Jahren nach dem konservativen chirurgischen Eingriff an der Brust beobachtet und hat gezeigt, dass nur 9 % ein Rezidiv des Krebses erlitten hat.

 

Risiken der Biopsie des Wächterlymphknotens

Nach der Entfernung der Achsellymphknoten:

  • beträgt das Risiko eines Lymphödems etwa 25 %,
  • das Risiko einer abnormalen Hautreaktion (zum Beispiel Verlust der Sensibilität) besteht zu 20 %.
  • Etwa 17 % der Frauen, die einer konservativen Brustoperation unterzogen wurden, haben ein schlechtes ästhetisches Ergebnis (zum Beispiel Asymmetrie oder Verzerrung der Form).
  • Das Risiko für Komplikationen durch die Vollnarkose beträgt weniger als 10%.

 

Komplikationen bei der Biopsie des Wächterlymphknotens

In der Regel ist die Biopsie eines Wächterlymphknotens eine sichere Methode, doch wie jeder chirurgische Eingriff kann es zu Komplikationen kommen, wie:

  1. Blutung;
  2. Schmerzen und Einblutungen im Biopsiebereich;
  3. Bildung von Adhäsionen
  4. Infektion;
  5. allergische Reaktion auf das bei dem Verfahren verwendete Färbemittel;
  6. Lymphödem: eine Erkrankung, bei der die Lymphbahnen nicht in der Lage sind, die Lymphe entsprechend aus einer Körperregion abzuleiten, was zu Lymphstau und Schwellung führt.