Leukozyten im Urin

Was bedeutet es, Leukozyten im Urin zu haben?
Leukozyten sind weiße Blutkörperchen, also Blutzellen, die Infektionen bekämpfen.

Urinanalysen dienen der Messung des Leukozytenspiegels im Urin.
Diese Untersuchung zeigt, ob weiße Blutkörperchen im Urin vorhanden sind.

Normale Leukozytenwerte im Urin 0 – 10 Leu/µl
Stark erhöhte Leukozyten mehr als 20 Leu/µl

Grenzwerte der Messung: 0 – 500 Leu/µl

 


Ursachen und zugehörige Symptome

Im System der Harnwege filtern die Nieren das Blut und verhindern, dass die weißen Blutkörperchen in den Urin gelangen.
Wenn jedoch eine Urinprobe zeigt, dass sich weiße Blutkörperchen darin befinden, spiegelt das eine Fehlfunktion der Harnwege wider.
Der erhöhte Anteil weißer Blutkörperchen im Urin wird Pyurie genannt, was Eiter im Urin bedeutet.
Im Folgenden sind einige Ursachen für Leukozyten im Urin genannt:

▶ Infektionen der Harnwege
Die Harnblase ist ein wichtiger Teil des Harnwegssystems.
So kann jede Anomalie dieses Organs, wie eine Infektion (Zystitis), die Ansammlung zahlreicher weißer Blutkörperchen im Urin verursachen.
Bei Frauen können Bakterien über die Harnröhre eintreten, während sie bei Männern über die Prostata hineingelangen.
Eine Infektion kann zu einem schmerzhaft brennenden Gefühl beim Wasserlassen führen und der Urin könnte trüb erscheinen.
Man beobachtet auch ein häufiges Wasserlassen. Eine solche Infektion kann außerdem durch jegliche Art von Beschwerden oder Störungen an der Harnblase, durch Geschlechtsverkehr und gewisse Erkrankungen, die mit einer Schwangerschaft zusammenhängen, hervorgerufen werden, wobei sich weiße Blutkörperchen im Urin der betreffenden Person ansammeln.


▶ Pyelonephritis
Ein anderer wichtiger Grund für einen erhöhten Leukozytenspiegel im Urin könnte eine Infektion der Nieren sein, die als Pyelonephritis bekannt ist.
Die Infektion beginnt in den Harnwegen und breitet sich dann bis zu den Nieren aus.
Wie bereits angedeutet, sind die Nieren dafür verantwortlich, das Blut zu filtern und keine weißen Blutkörperchen in den Harn gelangen zu lassen.
Wenn jedoch die Nieren nicht korrekt funktionieren und von einer Infektion betroffen sind, ist das für die weißen Blutkörperchen eine Möglichkeit, in den Urin zu gelangen. Die Pyelonephritis tritt bei Frauen häufiger als bei Männern auf.

▶ Interstitielle Nephritis
Das ist eine jener Nierenkrankheiten, bei denen sich der Raum zwischen den Nierentubuli entzündet.
Dies behindert die Fähigkeit der Nieren, die Abfallprodukte zu filtrieren, was ein Grund für die Anwesenheit weißer Blutkörperchen im Urin sein kann.
Andere Symptome, die von einer Pyurie begleitet sein können, sind Erbrechen, Übelkeit, eine verringerte Urinmenge, Flüssigkeitsretention usw.

▶ Behinderung der Harnwege
Jedes Hindernis im Harnwegssystem kann die Funktion stören, die dann in der Folge zur Pyurie führt. Die häufigste Obstruktion entsteht durch die Bildung von Konkrementen (z.B. Blasen- und Nierensteine) in Teilen der Harnblase, Harnröhre oder Nieren.
Manchmal kann das Auftreten von weißen Blutkörperchen auf schwerwiegende Krankheiten wie einen Harnblasentumor oder systemischen Lupus erythematodes hinweisen, die den gesamten Körper betreffen.

▶ Andere Ursachen
Abgesehen von den oben genannten gibt es viele andere mögliche Ursachen.
Personen mit sexuell übertragbaren Erkrankungen (wie Gonorrhoe, Chlamydien usw.) können manchmal unter Harnwegsinfektionen leiden, wodurch sich dann zahlreiche Leukozyten im Urin befinden.
Das kann auch zu Schwellungen an den Hoden führen. Auch eine Schwangerschaft kann eine erhöhte Menge weißer Blutkörperchen verursachen.


Ist die Urinkultur negativ, dann bedeutet das, dass die Ursache für Leukozyten im Urin keine Infektion ist.

 

Symptome bei Leukozyten im Urin

  • Entzündung der Niere
  • Harnblasentumor oder systemischer Lupus erythematodes (LES)
  • Fieber und Schüttelfrost
  • Häufiges Wasserlassen
  • Blut im Urin
  • Gefühl von Schmerzen und Brennen beim Wasserlassen
  • Übelriechender und dunkler Urin

Wann muss man sich Sorgen machen?
Wenn ein Mensch über einige dieser Symptome berichtet und Leukozyten im Urin enthalten sind, sollte er den Arzt aufsuchen, der eine geeignete Behandlung einleitet.

 

Wie behandelt man? Therapie bei Leukozyten im Urin

Die Therapie bei einem abnormen Leukozytenspiegel im Urin hängt vor allem von der Ursache der Infektion ab.
Ein Zyklus mit Antibiotika nützt gut zur Bekämpfung der Infektion.
Die Vermeidung der oben genannten Situationen kann sicher eine Harnwegsinfektion und das Vorhandensein von Leukozyten im Urin über die Normwerte verhindern.
Nimmt jedoch die Infektion ein beträchtliches Ausmaß an, wird ein Arztbesuch empfohlen, um eine notwendige Therapie durchzuführen. In manchen Fällen kann auch die Einweisung in ein Krankenhaus notwendig sein.

 

Naturheilmittel

Infektionen der Harnwege aufgrund von Leukozyten im Urin sind bei Frauen häufiger als bei Männern und die Erkrankungen können von einer Zystitis (Entzündung der Harnblase) bis zu schwerwiegenden Nieren- und Harnblaseninfektionen variieren.
Eine richtige Hygiene ist einer der wichtigsten Faktoren, die eine Infektion fernhalten können.
Wichtig ist die persönliche Körperpflege.
Unterwäsche und Handtücher täglich wechseln.
Richtiges Waschen und längeres Einweichen der Handtücher in einer Desinfektionslösung, um die Mikroorganismen, die die Infektionen verursachen könnten, abzutöten.
Nahrungsmittel mit viel Vitamin B und C stärken das Immunsystem, das den Körper bei einer effektiven Bekämpfung der Infektion unterstützt.
Empfohlen ist der Verzehr von Knoblauch, der eine antibiotische Wirkung hat.

 

Ursachen für Leukozyten im Urin während der Schwangerschaft

Harnwegsinfekt
Während der Schwangerschaft ist das Risiko einer Harnwegsinfektion höher. Da in der Schwangerschaft das Volumen der Harnblase zunimmt, verringert sich automatisch der Muskeltonus der Harnblase. Weil auf der Harnblase das Gewicht des Fötus lastet, ist eine vollständige Blasenentleerung schwierig.
Das ist auch ein Grund, warum Frauen in der Schwangerschaft unter häufigem Wasserlassen leiden. Zusammen mit der häufigen Miktion schafft diese Erkrankung ein Milieu, in dem Bakterien gut gedeihen.
Um die bakterielle Infektion zu bekämpfen, siedeln sich weiße Blutkörperchen sichtbar im Urin an.

Hefeinfektionen
Die Hefeinfektion ist eine andere häufige Ursache. Diese Infektion wird von Hefe, Candida genannt, verursacht. Eine Hefeinfektion während der Schwangerschaft ist häufig mit der Erhöhung der weiblichen Sexualhormone verbunden, was günstige Vorbedingungen für das Wachstum dieser Pilze im weiblichen Geschlechtsapparat schafft.
Zusammen mit anderen Tests zur Diagnose der Candidiasis oder von Hefeinfektionen werden vermehrte weiße Blutkörperchen als ein positives Symptom gewertet.

Niereninfektion
Genauer gesagt, ist die Niereninfektion die fortgeschrittene und sehr gravierende Phase einer Harnwegsinfektion.
Wird ein Harnwegsinfekt nicht behandelt, verursacht er häufig verschiedene Arten von Niereninfektionen.
Eine Niereninfektion ist als Pyelonephritis bekannt, die weiße Blutkörperchen im Urin verursacht.
Diese Infektionsart wird oft von anderen Symptomen begleitet, wie:

  • Fieber
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Rückenschmerzen
  • Allgemeinen körperlichen Schmerzen usw.

Man muss diese Niereninfektion mit starken Antibiotika behandeln.

Andere Ursachen
Es gibt viele andere Ursachen, die während der Schwangerschaft zu einer Anwesenheit weißer Blutkörperchen oder Leukozyten im Urin führen. Hier eine kurze Erklärung dieser Ursachen:

  • Asymptomatische Bakteriurie: Das ist eine der häufigsten Ursachen, die durch Bakterienwachstum im Innern der Harnblase gekennzeichnet ist und keine Symptome verursacht.
  • Glomerulonephritis: Die Glomerulonephritis bezeichnet eine Entzündung der Blutgefäße der Nieren und kann durch Diabetes hervorgerufen werden.
  • Zystitis: Die Zystitis charakterisiert sich durch die Entzündung der Harnleiter und der Harnwege.
  • Phenacetinniere: Eine Nephritis durch Phenacetin ist durch eine Niereninfektion gekennzeichnet, die durch Phenacetin (ein Schmerzmittel) hervorgerufen wird.

 

Leukozyten im Urin
Leukozyten im Urin


Leukozyten im Urin von Kindern

Bei Kindern rührt eine Erhöhung der Leukozyten sehr wahrscheinlich von einer Infektion der Harnwege her.
5 % der Mädchen und 1 – 2% der Jungen entwickeln eine Infektion des Harntraktes.


Symptome
Wenn bei einem Kind der Verdacht auf eine Infektion oder Leukozyten im Urin besteht, sind viele Symptome zu beobachten. Das Kind kann Schwierigkeiten beim Wasserlassen haben und der Urin kann einen üblen Geruch verbreiten. Zeichen einer Harnwegsinfektion sind auch:

  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Bauchschmerzen
  • Übelkeit
  • Erbrechen

 

Infektion bei Säuglingen

Neugeborene und Säuglinge haben ein schwaches Immunsystem.
Das ist einer der Gründe, warum das Stillen des Kindes so wichtig ist: es gibt dem Neugeborenen Antikörper, um Infektionen besser bekämpfen zu können.
In der Folge erleiden gestillte Kinder weniger Infektionen, als Kinder, die mit der Flasche aufgezogen werden.
Entwickelt ein Neugeborenes eine Infektion, kann dies Anlass zu großer Sorge sein.
Denn Säuglinge können sehr schnell erkranken.
Glücklicherweise reagieren sie auch schnell auf die Therapie, wenn die Infektion rechtzeitig erkannt wird.
Vermutet ein Arzt, dass ein neugeborenes Kind eine Infektion hat, beginnt er sofort mit einer Antibiotika-Therapie.

Ursachen der Infektion von Neugeborenen
Bei Neugeborenen erfolgen die meisten Infektionen durch Bakterien oder Viren. Der Geburtskanal der Mutter enthält Bakterien, besonders wenn eine aktive Infektion vorliegt.
Während der Geburt kann das Kind Flüssigkeit aus dem Geburtskanal verschlucken oder einatmen und Bakterien oder Viren können in die Lungen und ins Blut eindringen.
Das Kind kann während der Geburt oder in den ersten Tagen nach der Geburt erkranken. Weil sich Bakterien oder Viren vermehren, kann das Neugeborene sehr rasch erkranken.
Je eher man die Infektion erkennt und behandelt, umso besser sind die Ergebnisse für das Neugeborene.
Es gibt eine gewisse Anzahl von Bakterien und Viren, die durch die Mutter während der Schwangerschaft oder der Geburt auf das Neugeborene übertragen werden.
Gelegentlich kann ein Säugling nach seiner Geburt von jemandem eine Infektion bekommen, der eine Erkältung oder Influenza hat.

 

Erythrozyten und Leukozyten im Urin

Rote Blutkörperchen (oder Erythrozyten) im Urin können ein Zeichen für manche Probleme sein, die Harnblase und Nieren einbeziehen.

Bei gesunden Menschen findet man oft einige Erythrozyten (oder rote Blutkörperchen) in der Urinprobe. Das ist jedoch kein Anlass zur Sorge.
Jedoch ist eine hohe Zahl roter Blutkörperchen (oder so viel, dass sich der Urin verfärbt) wahrscheinlich Zeichen eines Problems.
Die formale Bezeichnung für vermehrtes Vorkommen von roten Blutkörperchen im Urin ist Hämaturie.
Eine mögliche Ursache ist die Kontamination der Urinprobe bei Frauen, wenn sie ihren Urin während der Menstruation zur Untersuchung abnehmen.
Es ist daher empfehlenswert, die Urinprobe einige Tage vor Beginn des Menstruationszyklus durchzuführen.
Ursache kann auch ein vorausgegangenes Trauma der Harnröhre (nach einer Katheterisierung oder einer anderen Läsion) sein.

Sind auch weiße Blutkörperchen vorhanden, ist dies ein Zeichen für eine Entzündung oder Infektion entlang der Harnwege. Rote Blutkörperchen im Urin können auch mit Verengungen, Konkrementen (Steinen) oder inneren Verletzungen zusammenhängen.
Zum Beispiel produziert jemand, der in die Nierengegend getreten oder geboxt wurde, oft einen mit Blut gemischten Urin aufgrund von Nierenschäden.
Manchmal kann intensives körperliches Training eine Ursache sein und gelegentlich kann eine Person nach einem langen Lauf, wie einem Marathon, Blut im Urin aufweisen.

In manchen Fällen können bösartige Tumore mit roten Blutkörperchen im Urin zusammenhängen. In solchen Situation können auch Spuren von Krebszellen ausgeschiedene werden, die dann der Pathologe identifiziert.
Manche Störungen oder Medikamente können Blut im Urin verursachen.

Nitrite e Nitrate
Nitrate sind normalerweise im Urin vorhanden, während Nitrite nicht vorkommen sollten. Doch einige Bakterien wandeln Nitrate in Nitrite um.
Sind also Nitrite vorhanden, kann dies auf eine bestehende Infektion hinweisen.