Erhöhtes Eisen

Erhöhtes Eisen im Blut hängt von verschiedenen Ursachen ab.
Eisen ist ein Mineral, das vor allem in den roten Blutkörperchen (oder Erythrozyten) enthalten ist.
Das sind die meisten Blutzellen im Blutkreislauf.
Blut enthält auch weiße Blutkörperchen oder Leukozyten, die ein Teil des Immunsystems sind, Blutplättchen, die bei Heilungsprozessen und Läsionen eine Rolle spielen, und viele andere Proteine.

Erhöhtes Eisen
Erhöhtes Eisen

Zu diesen Proteinen zählen Transferrin und Ferritin, die das Eisen transportieren.
Einige Krankheiten hängen mit einem hohen Spiegel von Hämoglobin und Eisen zusammen.
Jedoch kann in manchen Fällen der Körper mehr oder weniger Eisen aus den Speisen absorbieren.
Eine Eisenmangelanämie besteht, wenn eine zu niedrige Menge dieses Minerals im Kreislauf vorhanden ist.
Im Gegensatz dazu besteht eine Toxizität oder Eisenüberladung, wenn der Körper etwa 30 % Eisen aus der Nahrung absorbiert.
Mit der Zeit häuft sich im Körper eine 5- bis 20-mal höhere Eisenmenge an, als erforderlich wäre.
Dieser Eisenüberschuss kann nicht auf natürliche Weise eliminiert werden und wird im Gewebe von Bauchspeicheldrüse, Leber und Herz gespeichert.

Normale Eisenwerte sind:
Normalwerte in µg/dl

  • Männer 65-176
  • Frauen 50-170
  • Kinder 50-120
  • Neugeborene und Säuglinge 100-250

Normalwerte des Ferritins in Nanogramm pro Milliliter (ng/ml) sind:

  • Männer: 18-270
  • Frauen: 18-160
  • Kinder: 7-140
  • Säuglinge von 1 bis 5 Monaten: 50-200
  • Neugeborene: 25-200

In der Nahrung empfohlene Menge


Die erforderliche Eisenmenge hängt von Alter, Geschlecht und den speziellen Ernährungsbedürfnissen (zum Beispiel während der Schwangerschaft und Stillperiode) ab.
Schwangere Frauen zwischen dem 14. und 50. Lebensjahr benötigen mehr Eisen (27 mg/Tag).
Die erforderliche Menge für Frauen zwischen 19 und 50 Jahren beträgt 18 mg/Tag Eisen (aufgrund der Blutverluste während des Menstruationszyklus).
Stillende Frauen benötigen weniger Eisen als die oben genannten (etwa 10 mg/Tag).
Männer über 19 Jahre benötigen 8 mg/Tag Eisen.
Die übrigen Personen benötigen eine Eisenmenge, die sich in der normalen Ernährung befindet, das sind zwischen 7 und 11 mg am Tag.

 

Was verursacht eine Eisenerhöhung im Blut?

Hämochromatose
Das ist eine genetisch bedingte, vom Vater vererbte Erkrankung, bei der der Organismus Eisen in übermäßiger Menge absorbiert und im Körper speichert.
Die Hämochromatose wird durch ein defektes Gen (HFE) verursacht, das vom Vater zum Sohn weitergegeben wird.
Das defekte Gen veranlasst den Körper dazu, überschüssiges Eisen aus der Nahrung aufzunehmen.
Hämochromatose kann zu Myokardinfarkt und Krebs führen.
Zudem wird überschüssiges Eisen in der Leber gespeichert, was mit der Zeit die Leber schädigen kann.


Hoher Anteil in der Ernährung
Personen, die Eisenpräparate einnehmen, können damit übertreiben.
Säuglinge benötigen zusätzlich lediglich 10 mg Eisen, so wie auch Kinder zwischen 1 und 10 Jahren.
Jugendliche zwischen 11 und 18 Jahre und Mädchen bzw. Frauen zwischen 11 und 50 Jahren können bis zu 12 mg Eisen am Tag zu sich nehmen.
Männer zwischen 19 und 50 Jahren und Frauen über 51 Jahre können 10 mg am Tag aufnehmen.
Eine erhöhte tägliche Dosis führt zu einem erhöhten Eisenspiegel im Blut.
Vermieden werden sollte die tägliche Einnahme von Multivitaminpräparaten mit Eisenzusatz und Eisenpräparate. Tatsächlich ist diese Kombination eine der Hauptursachen für erhöhtes Eisen im Blut.
Nahrungsergänzungsmittel verursachen oftmals Durchfall. Daher empfiehlt es sich, die Ernährung zur Behandlung einer Eisenmangelanämie umzustellen.

Alkoholismus
Übermäßiger Alkoholgenuss über längere Zeit kann zu Leberschäden führen.
Eine geschädigte Leber kann Eisen nicht entsprechend verarbeiten und führt zu massiver Ansammlung dieses Minerals.
Zudem begünstigt Alkohol in der Regel die Absorption von überschüssigem Eisen im Körper.
Alkoholismus kann auch zu erhöhtem Bilirubin in der Blutanalyse führen.
Ursachen für erhöhtes Eisen im Blut sind:

  1. wiederholte Bluttransfusionen;
  2. hämolytische Anämie;
  3. Antibabypille;
  4. Menopause.

Bluttransfusionen
Eine Eisenüberlastung entsteht, wenn eine übermäßige Menge dieses Minerals in den Körper gelangt.
Das kann für denjenigen ein Problem sein, der häufige Transfusionen roter Blutkörperchen benötigt.
Rote Blutkörperchen enthalten Eisen.
Bei jeder erneuten Transfusion wird Eisen in den Körper gebracht.
Der Körper ist nicht in der Lage, das überschüssige Eisen, das durch die Transfusionen in den Körper gelangt, abzubauen.
Das Eisen sammelt sich in lebenswichtigen Organen an und kann dort mit der Zeit zu Schäden führen.

Krankheiten mit erhöhtem Hämoglobin
Erhöhtes Hämoglobin kann die normale Antwort auf manche Situationen sein, wie leben in großen Höhen, wo der Sauerstoff verringert ist.
Es kann auch eine Reaktion auf Krankheiten wie die Kardiomyopathie oder eine Lungenerkrankung sein.
Zudem kann es im Rahmen einer Knochenmarkerkrankung auftreten.
Bei der Polycythaemia vera produziert das Knochenmark zu viele rote Blutkörperchen.
Hohe Eisen- und Hämoglobinspiegel sind die Folge einer übermäßigen Produktion von roten Blutkörperchen.

 

Symptome von erhöhtem Eisen im Blut

  1. Muskelschwäche
  2. Müdigkeit
  3. Haarausfall
  4. Bauchschmerzen in der rechten Flanke (nahe der Leber)
  5. Unerklärbarer Gewichtsverlust
  6. Atemnot
  7. Libidoverlust
  8. Impotenz
  9. Lebervergrößerung
  10. Gelbliche Hautfarbe
  11. Gelenkschmerzen

 

Wann muss man sich Sorgen machen?

Ein leicht erhöhter Wert ist kein Grund zur Sorge, doch müssen die Werte häufiger kontrolliert werden, da ansonsten eine schwerwiegende Erkrankung unerkannt bleiben könnte.

Erhöhtes Ferritin
Ferritin ist nicht dasselbe wie Eisen.
Ferritin ist ein Protein, das Eisen enthält und dann freisetzt, wenn der Körper es benötigt.
Je nach Ferritinmenge im Blut (ob zu wenig oder zu viel) kann der Arzt die Situation erkennen.
In der Regel tritt ein Ferritinüberschuss zusammen mit erhöhten Eisenwerten im Blut auf, doch ein erhöhter Eisenwert kann auch bei normalem Ferritin auftreten.

Der Arzt ordnet eine Blutanalyse dann an, wenn die folgenden Symptome bei erniedrigtem Ferritin auftreten:

  1. Unerklärliche Müdigkeit
  2. Schwindel
  3. Chronische Kopfschmerzen
  4. Muskelschwäche
  5. Tinnitus (Ohrgeräusche)
  6. Reizbarkeit
  7. Schmerzen in den Beinen
  8. Atemnot

Auch sehr hohe Ferritinspiegel können unangenehme Symptome verursachen.
Symptome bei erhöhtem Ferritin sind:

  1. Magenschmerzen
  2. Herzklopfen
  3. Brustschmerzen
  4. Unerklärliche Schwäche
  5. Gelenkschmerzen,
  6. Unerklärliche Müdigkeit


Ferritinspiegel können aufgrund von Organschäden, vor allem der Leber und der Milz, erhöht sein.
Der Test wird gewöhnlich zur allgemeinen Gesundheitskontrolle vorgenommen, vor allem um zu verstehen, ob Krankheiten vorliegen, die einen Mangel oder Überschuss an Eisen verursachen.

Ursachen erhöhten Ferritins

  1. Hämochromatose
  2. Leukämie (zum Beispiel verursacht Leukämie eine Erhöhung von Ferritin und weißen Blutkörperchen und eine Erniedrigung der roten Blutkörperchen)
  3. Tumor (an Brust, Lunge, Bauchspeicheldrüse, Dickdarm, Niere, Morbus Hodgkin)
  4. Infektion
  5. Leberstörungen
  6. Transfusionen
  7. Alkoholismus
  8. Nekrosen

 

Komplikationen bei erhöhtem Eisen

Risiken, die eine Person mit erhöhten Eisenwerten hat, sind:

  1. Entwicklung einer Leberzirrhose
  2. Schäden an der Bauchspeicheldrüse
  3. Arrhythmien und Herzinsuffizienz
  4. Hypogonadismus (Keimdrüsenunterfunktion)
  5. Arthritis
  6. Hypothyreoidismus (Schilddrüsenunterfunktion)

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Was ist zu tun? Therapie und Naturheilmittel bei erhöhtem Eisen

Die Therapie hängt von der zugrunde liegenden Störung ab, die die Eisenwerte im Blut erhöht.
Liegt das Problem in der Ernährung oder an Nahrungsergänzungsmitteln, kann einfach die Ernährungsweise verändert werden.
Bei einer Hämochromatose muss ein Aderlass von 400 ml pro Woche durchgeführt werden.

 

Ernährung und Diät

Eisen findet man in mäßigen Mengen in verschiedenen Früchten und Gemüsen.
Das Nahrungsmittel mit dem höchsten Eisengehalt ist Fleisch.

Rotes Fleisch enthält viel Hämeisen, eine Eisenart, die leicht im Körper gelöst wird.
Deshalb müssen manche Gemüsesorten und rotes Fleisch vermieden werden, um die tägliche Eisenmenge zu reduzieren.
Die folgende Liste enthält Nahrungsmittel mit niedrigem Eisengehalt, die man essen kann:

  1. Apfel, Blaubeere, Pampelmuse, Honigmelone, Orange
  2. Kohlrabi, Radieschen, Karotte, Zwiebel, Paprika, Kürbis
  3. Milch, Joghurt, Käse
  4. Würze, Öl, Fette
  5. Reis, Nudeln, Spaghetti, Couscous
  6. Kaffee, Tee, Fruchtsaft, Wasser

Nahrungsmittel mit hohem Eisengehalt, die man meiden sollte:

  1. Rotes Fleisch, Eier, gebratenes Schweinefleisch
  2. Roher Fisch, Krustentiere
  3. Alle grünen Blattgemüse, Hülsenfrüchte
  4. Vollkornprodukte, Brot
  5. Alkohol
  6. Alle Speisen und Produkte, die mit Eisen angereichert sind


Eisenhaltige Gemüse
Es ist bekannt, dass grünes Gemüse eine reichhaltige Eisenquelle ist. Es gibt verschiedene Gemüsesorten, die reichlich Eisen enthalten. Manche Gemüse enthalten jedoch Substanzen, die die Eisenaufnahme hemmen, wie Phytinsäure, Gerbsäure, Ballaststoffe und einige Mineralien. Andere Substanzen erhöhen die Eisenaufnahme, zum Beispiel Vitamin C, Folsäure und Zitronensäure.

 

Was soll man nicht essen? Gemüse mit hohem Eisengehalt sind:

Gemüse Form Menge in mg/100g
Spinat gekocht, entwässert, ungesalzen 3,4
Tomaten getrocknet 5
Petersilie frisch 4
Mangold gegart 3,96
Kürbis Konserve, ungesalzen 3,41
Rübe gefroren, gekocht, abgetropft, ungesalzen 3,18
Grüne Rübe gekocht, ungesalzen 2,7