Therapie des Reizdarmsyndroms

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Wie ist die Therapie bei Reizdarmsyndrom?

Arzneimittel

Wenn der Lebensstil geändert wird, jedoch keine Linderung der Symptome des Reizdarmsyndroms eintreten, können einige Medikamente hilfreich sein.

Manche Menschen mit leicht- und mittelgradigen Symptomen benötigen jetzt und weiterhin Medikamente.

Therapie bei Reizdarmsyndrom
Therapie bei Reizdarmsyndrom

Spasmolytika – haben beim Reizdarmsyndrom einen begrenzten Nutzen.
Bei manchen Menschen lindern sie Bauchschmerzen und Beschwerden, besonders wenn die Symptome direkt nach dem Essen auftreten.
Einige Handelsnamen sind Butylscopolamin (Buscopan) und Mebeverin (Duspatal).

Mittel gegen Durchfall – können zur Vorbeugung und Linderung von Symptomen des Durchfalls wirksam sein. Beispiele sind Loperamid (Imodium, Lopedium), Diphenoxylat und Atropinsulphat (Dysurgal).

Abführmitel (Laxantien) – können helfen, Verstopfung zu behandeln. Laxantien müssen unter Aufsicht des Arztes genommen werden.

Anticholinergika –Manche Menschen benötigen Medikamente, die bestimmte Aktivitäten des autonomen Nervensystems beeinflussen (Anticholinergika), um die schmerzhaften Spasmen des Darmes zu lindern. Diese können bei Personen hilfreich sein, die Durchfall-Anfälle haben, können aber eine Verstopfung verstärken.

Angsthemmende Medikamente – können Menschen mit RDS helfen, vor allem denjenigen, die sorgenvoll sind und an Angstzuständen leiden.


Es gibt auch wirksame Medikamente, die die Schmerzen lindern und den Stuhlgang (Defäkation) verbessern.
Man sollte sie über längere Zeit einnehmen. Zu diesen Medikamenten zählen Antidepressiva oder andere neuere Medikamente.

Antidepressiva – Der Gebrauch niedrig dosierter Antidepressiva bei der Behandlung des RDS ist nicht an eine Depression gebunden, nutzt jedoch die Wirkung auf das Gehirn und den Darm.

Antidepressiva können die Intensität der Schmerzsignale verringern, die vom Darm zum Gehirn verlaufen.

 

 

Was tun bei Reizdarmsyndrom?

Viele Menschen sind beruhigt darüber, dass ihre Erkrankung ein Reizdarmsyndrom und nicht etwas Schwerwiegenderes wie Colitis ulcerosa ist. Das bloße Verständnis der Situation kann helfen, im Hinblick auf die Erkrankung weniger ängstlich zu sein. Auch das kann die Schwere der Symptome lindern. Die Symptome bestehen oftmals über längere Zeit, wenn sie nicht behandelt werden. In einigen Fällen sind die Symptome mild und benötigen keine Therapie.

Werden die Symptome lästig und treten häufig auf, wird der Arzt eine der folgenden Behandlungsoptionen empfehlen:

 

 

Ballaststoffe bei Reizdarmsyndrom

Die Empfehlung von Ballaststoffen bei der Behandlung des Reizdarmsyndroms hat sich über die Jahre hinweg ein wenig geändert. Ballaststoffe (wie Kleie) sind Elemente der Nahrung, die vom Körper nicht absorbiert werden.
Sie verbleiben im Darm und machen einen Großteil des Stuhls aus. Es gibt eine Menge von Ballaststoffen in Obst, Gemüse, Getreide, Vollkornbrot usw.
Man sagt, dass eine ballaststoffreiche Ernährung bei der Behandlung der Symptome von RDS hilfreich ist. Wissenschaftliche Studien haben jedoch gezeigt, dass eine Ernährung mit vielen Ballaststoffen das Reizdarmsyndrom sogar verschlimmern kann. So behaupten die aktuellen Richtlinien für das RDS, dass eine ballaststoffreiche Diät für Menschen mit RDS nicht zu empfehlen ist.


Wichtig ist, zwei Arten von Ballaststoffen zu unterscheiden. Die beiden Haupttypen von Ballaststoffen sind:

  1. lösliche Ballaststoffe (die sich in Wasser lösen),
  2. unlösliche Ballaststoffe.

Lösliche Ballaststoffe helfen in einigen Fällen bei der Linderung der Symptome, unlösliche hingegen nicht.
Die löslichen Ballaststoffe müssen somit erhöht und die unlöslichen minimiert werden.

Nahrungsquellen für lösliche Ballaststoffe sind neben Pektin Hafer, Nüsse, Samen, bestimmte Früchte und Gemüse.
Zudem sind auch Faserergänzungsmittel erhältlich, beispielsweise Flosine, das auf Psyllium (Flohsamen) basiert. Man findet diese Mittel in Apotheken und Lebensmittelgeschäften.
Die jüngste Bewertung der Therapie bei RDS zitiert Flohsamen als die am besten geeignete Nahrungsergänzung.

Unlösliche Ballaststoffe sind vor allem in Maiskleie (Mais), Weizenkleie und einigen Früchten und Gemüsesorten enthalten.
Man sollte vor allem Kleie als Ergänzungsmittel vermeiden.

 


 

Lebensmittel, Getränke und Lebensstil bei RDS

Eine gesunde Ernährung ist wichtig. Doch manche Menschen mit RDS wissen, dass gewisse Nahrungsmittel einer gesunden Ernährung die Symptome auslösen und verschlimmern können. Die aktuellen Leitlinien beim RDS beinhalten die folgenden Punkte der Diät, die helfen können, die Symptome zu verringern oder zu minimieren.

  • Es bedarf regelmäßiger Mahlzeiten, die man mit ausreichend Zeit langsam zu sich nehmen sollte.
  • Man sollte keine Mahlzeit auslassen und vermeiden, dass zwischen den Mahlzeiten zu viel Zeit vergeht.
  • Man sollte mindestens acht Gläser Flüssigkeit am Tag trinken, vor allem Wasser oder andere Getränke, die kein Koffein enthalten, wie Kräutertee. Dies hilft, den Stuhl weich zu halten, so dass er den Darm leicht passieren kann.
  • Tee und Kaffee sollte man auf drei Tassen am Tag begrenzen (Koffein kann ein Faktor sein, der die Symptome bei manchen Menschen auslöst).
  • Die Menge von kohlensäurehaltigen Getränken begrenzen.
  • Nicht zu viel Alkohol trinken. (Einige Personen berichten von einer Besserung der Symptome, nachdem sie aufgehört haben, Alkohol zu trinken und zu rauchen).
  • Wer Durchfall hat, sollte Sorbit, einen künstlichen Süßstoff, vermeiden, der sich in zuckerfreien Bonbons (darunter auch Kaugummi), Getränken und manchen Produkten für Diabetiker oder Menschen, die abnehmen, befindet.
  • Wer unter Völlegefühl und Blähungen leidet, für den ist angebracht, die Aufnahme von Hafer (zum Beispiel Frühstücksflocken oder Haferbrei) und Leinsamen (bis zu einem Esslöffel am Tag) zu erhöhen. Man kann Leinsamen in Lebensmittelgeschäften kaufen.

Individuelle Nahrungsmittelunverträglichkeit. Manche Menschen mit RDS beobachten, dass ein oder mehrere Lebensmittel die Symptome auslösen oder verschlimmern können (Empfindlichkeit oder Unverträglichkeit von Nahrungsmitteln).
Wenn man nicht sicher ist, ob ein Lebensmittel die Symptome verursacht, kann es hilfreich sein, mit einem Arzt darüber zu sprechen, der zu einem Ernährungsberater verweisen kann. Ein Ernährungsberater kann in der Lage sein, eine Ausschlussdiät zu empfehlen.
Zum Beispiel ausgehend von einer Sorte Fleisch, einer Sorte Frucht und einer Gemüsesorte. Danach ist empfohlen, verschiedene Lebensmittel schrittweise wieder hinzuzufügen um zu sehen, ob irgendeines die Symptome verursacht.
So kann man ein oder mehrere Lebensmittel ermitteln, die die Symptome auslösen.
Das kann eine mühsame Aufgabe sein und oftmals findet man auch kein Lebensmittel, das dieses Problem verursacht.
Manche Menschen konnten jedoch ein oder mehrere Nahrungsmittel identifizieren, die die Symptome verursachen und wenn sie diese vermeiden, können die Symptome unter Kontrolle gebracht werden.

Die am häufigsten gemeldeten Lebensmittel als Ursachen für die Symptome des RDS sind: Weizen (Brot und Getreide), Roggen, Gerste, Milchprodukte, Zwiebeln und Kaffee (und andere koffeinhaltigen Getränke wie Tee und Cola).

 

 

Probiotika bei Reizdarmsyndrom

Probiotika sind Nahrungsergänzungsmittel, die gute Bakterien enthalten, also Bakterien, die normalerweise im Darm leben und nützlich zu sein scheinen.
Die Einnahme von Probiotika kann die Menge der guten Bakterien im Darm erhöhen, die dazu beitragen, dass die schlechten Bakterien, die negative Effekte auf die Symptome haben können, abgewehrt werden.
Man kann Probiotika in Kapseln in der Apotheke kaufen. Die Dosis steht auf dem Etikett des Produktes. Man kann auch Lebensmittel kaufen, die probiotische Bakterien enthalten. Dazu gehören einige Milchgetränke, Joghurt, Käse und Eis. Sie können Bezeichnungen tragen, wie „probiotisch“, „enthält Bakterienkulturen“ oder „enthält lebende Bakterien“.

Einige Studien zeigen, dass bei Menschen, die Probiotika einnehmen, die Symptome des RDS gelindert werden.
Derzeit gibt es verschiedene Bakterien, die in probiotischen Produkten verwendet werden. Es gibt fortlaufende Untersuchungen, um die Rolle der Probiotika zu klären und herauszufinden, welche am nützlichsten sind. Wenn man es in der Zwischenzeit mit Probiotika versuchen möchte, sollte man die gleiche Marke eines Probiotikums wenigstens über vier Wochen verwenden und danach seine Wirkung bewerten.
Wenn das erste Produkt keinerlei Unterschied macht, sollte man ein anderes Probiotikum über mindestens vier Wochen versuchen.

Andere Faktoren des Lebensstils, wie regelmäßige körperliche Betätigung, können die Symptome verringern. Stress und andere emotionale Faktoren können bei manchen Menschen die Symptome auslösen. Somit kann alles hilfreich sein, was das Stressniveau und emotionale Belastungen senkt.


Das Führen eines Tagebuchs über die Lebensmittel und den Lebensstil über 2 bis 4 Wochen kann helfen, die Symptome unter Kontrolle zu halten.
Dabei sollte man alles notieren, was man isst und trinkt sowie Momente, in denen man gestresst ist.
Oft kann man damit den Auslöser identifizieren – zum Beispiel Speisen, Alkohol oder emotionalen Stress – und kann herausfinden, ob körperliches Training die Symptome lindert oder verhindert.

 


 

Wann ist der Reizdarm geheilt? Prognose bei RDS

Bei den meisten Menschen mit Reizdarmsyndrom neigt die Erkrankung dazu, über lange Zeit zu bestehen.
Die Schwere der Symptome nimmt zu und fällt dann wieder ab, zudem können lange Zeiträume ohne oder mit nur leichtgradigen Symptomen bestehen.
Die Therapie hilft der Symptomlinderung, wenn diese aufflammen.

In seltenen Fällen vergehen zu einer gewissen Zeit die Symptome wieder vollständig.

Das RDS verkürzt die Lebenserwartung nicht und verursacht keinen Darmkrebs oder andere schwere Erkrankungen.